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#1322153 - 13.02.18 04:29 Philippinen 2017/18 (2)
Rolly54
Mitglied Übernachtungsnetzwerk
Themenersteller
abwesend abwesend
Beiträge: 121
Unterwegs in Deutschland

Dauer:4 Monate, 16 Tage
Zeitraum:23.10.2017 bis 7.3.2018
Entfernung:6000 Kilometer
Bereiste Länder:phPhilippinen
Externe URL:http://cycledelic.wordpress.com

Karte auf Google Maps




Philippinen 2

Neue Insel - neues Glück?


Auch wenn es scheint, dass sich die Inseln im Prinzip gleichen - es hat doch jede ihre Eigenheiten.
Nur heiß ist es überall.

Wie sieht da ein typischer Fahrtag aus?
Der Wecker klingelt um 5.00 Uhr zum ersten Mal - aber so viel Disziplin bringen wir einfach nicht auf, obwohl man weiß, dass jede Minute, die man morgens vertrödelt, sich später rächt. Um 6.00 Uhr geht die Sonne auf. Ab 6.30 oder 7.00 Uhr sitzen wir dann im Sattel, ausgerüstet mit Sonnenmütze, Helm, Sonnenbrille, Sonnencreme Schutzfaktor 50 und vollen Wasserflaschen. Die ersten zwei bis drei Stunden fahren wir zügig durch die noch angenehme Morgenfrische. Dann ist eine Pause in einer Eatery fällig. Idealerweise hat man bis 10 Uhr schon deutlich mehr als die Hälfte des Tagespensums geschafft, denn dann wird es so heiß, dass das Vorankommen zäh wird. Kleinere Stops häufen sich, hier eine Cola trinken, dort eine Weile im Schatten abkühlen, oder, besser noch, beim Bad in einem Fluss oder im Meer. Bäume am Straßenrand unterscheiden sich in unserer Wahrnehmung durch die unterschiedliche Schattenqualität, die sie spenden, und kleine Wolken werden dankbar begrüßt. Eine kleine Steigung in praller Sonne kann einem durchaus den Rest geben. Zwischendurch muss man trinken, trinken, trinken ohne Ende, Wasser, das wir mit etwas Kochsalz und süßem Getränkepulver anreichern. Am frühen Nachmittag ist es Zeit, eine Unterkunft anzusteuern. Der Körper braucht eine Weile, um wieder auf normale Temperatur herunterzufahren und sich von der Anstrengung zu erholen, und der Geist verlangt nach Nahrung und Ablenkung. Dazu dienen E-Books und Internet. Um 17.30 Uhr geht die Sonne schon unter. Wir gehen oder fahren nochmal in den Ort, für ein frühes Abendessen und kleine Einkäufe für's Frühstück, und um 22 Uhr liegen wir längst schon im Tiefschlaf.











Doch wie ging unsere Reiseroute weiter?

Von Palawan brachte uns ein komfortabler Kurzstreckenflug nach Iloilo, der Hauptstadt der Insel Panay. Wir fuhren im Uhrzeigersinn immer an der Süd- und Westküste entlang um die halbe Insel, vorbei an tollen Küstenabschnitten. Im Norden kann man auf die Urlaubsinsel Boracay ("Ballermann" der Philippinen) übersetzen, was für viele Urlauber das Hauptziel ist. Vor vielen Jahren muss hier das reinste Paradies gewesen sein, aber als wir die Menschenschlangen sahen, die am Pier auf die Überfahrt warteten, bestätigte sich, was wir vorher schon ahnten: da muss man nicht hin. Da ab dort durch die vielen Touristenbusse deutlich mehr Verkehr auf der Straße war, beendeten wir die Inselumrundung von Panay spontan per Bus.

Eine kurze Bootsfahrt, und wir waren auf der kleinen Insel Guimaras, die wir in zwei Etappen auf geruhsamen Sträßchen durch Mangoplantagen und Windparks abradelten. Wir übernachteten als einzige Gäste in einer Bungalowanlage in einer Bambushütte auf Stelzen an einem Felsufer über einer Lagune inmitten von kleinen Buchten und Inselchen residierten ("zum Sterben schön" hieß es im "Lonely Planet") und uns fast im Paradies glaubten - bis auf der kleinen Nachbarinsel die Karaoke-Anlage angeworfen wurde und die ganze Umgebung stundenlang von grausig gesungenen Schlagern in grauenhaftem Sound akustisch verseucht wurde.
(Das musikalische Analphabethentum grassiert leider auch hierzulande. In vielen Restaurants sind Fernseher und Musikanlage gleichzeitig aufgedreht, und noch aus der armseligsten Bambushütte auf der hinterletzten Insel wummern ohrenbetäubend und geisttötend die Bässe. Und keiner hört mehr hin).









Viele Strandresorts sind irgendwie in europäischer Hand, was manchmal an skurillen Details erkennbar wird. So hat der norwegische Inhaber des "Viking-Resorts" wohl sein Heimweh im Gardinendesign zum Ausdruck gebracht: an einem Muster aus Schlitten und Skiern vorbei blickt man auf die Palmen im Garten. Im Resort eines Schweizers steht "Zürcher Geschnetzeltes mit Röschti" auf der Speisekarte - man denke nur an die armen Filipino-Kellnerinnen, wenn sie die Bestellung wiederholen müssen...
Manchmal bleiben wir zwei, drei Tage an einem Ort hängen, wo es uns gefällt. Wir sind ja nicht auf der Flucht.





Weiter ging es auf die Insel Negros, die viertgrößte der Philippinen. Im Zentrum thront der 2400 m hohe Vulkan Mount Kanlaon inmitten eines Nationalparks. Am Fuß des Berges kann man in einer heißen Quelle baden und dabei ganze Scharen von seltenen Flughunden beobachten, Riesenfledermäusen gleich, die in ihre Flügel eingewickelt wie Säcke in den Bäumen ringsum hängen, oder sich kreischend zanken und herumfliegen.
Außerdem ist Negros bekannt für seine Zuckerrohrplantagen. Große Teile der Insel sind damit bedeckt. In der kleinen Stadt Silay kann man die eleganten Wohnsitze der früheren Plantagenbesitzer besichtigen, die im Zuckerboom Ende des 19. Jahrhunderts zu großem Reichtum kamen. Die langen, widerspenstigen Stängel werden auch heute noch in Schwerstarbeit von Hand mit der Machete geerntet und bündelweise eine Art Hühnerleiter hoch auf Lastwagen geschleppt, und wie früher bekommen die Tagelöhner dafür nur einen Hungerlohn!







Die Südküste von Negros ist bekannt für erstklassige Tauchspots, was zu einem gewissen Tourismusboom mit protzigen Hotelanlagen führte. Natürlich ist jeder froh, einen Job im Tourismusbusiness zu bekommen.
Die Kontraste zwischen arm und reich fallen immer wieder auf.
Die Unterwasserwelt fasziniert auch uns sehr. Wir machten einen Ausflug zur vorgelagerten Miniinsel Apo-Island. Hier konnten wir mit unseren Taucherbrillen vom Aussterben bedrohte, riesige Meeresschildkröten im seichten Wasser gleich vor der Insel ausgiebig beobachten.

Gegenwärtig sind wir auf der kleinen Insel Siquijor, die Insel Nr. 8 auf unserer Reise. Hier geht es (noch?) recht untouristisch zu, wie es vielleicht in Goa vor 20 Jahren war.
In einer Woche wollen wir die Philippinen erstmal verlassen und für einen Monat nach Taiwan fliegen.





Da man in den Medien fast nur Schlechtes über die Philippinen hört, wollen wir noch ein paar unserer Beobachtungen weitergeben:

Wir haben nur freundliche Menschen getroffen und sind kein einziges Mal belästigt worden oder in eine gefährliche Situation geraten. Die Autofahrer sind rücksichtsvoll, und die Hunde interessieren sich gar nicht für uns.
Die Trinkwasserversorgung ist vorbildlich, in jedem Dorf gibt es eine Aufbereitungsanlage, wo man fast umsonst gutes Wasser bekommt. Wir können überall unsere Flaschen nachfüllen und brauchen keine Plastikflaschen zu kaufen.
Das Transportwesen per Fähre ist gut organisiert, es gibt klimatisierte Wartehallen mit allem Komfort, Gepäckkontrollen, und auf jeder Bootsfahrt gibt es Passagierlisten, feste Plätze und Schwimmwesten für alle.
Auf dem Land scheint "das Leben noch in Ordnung" zu sein, die Leute sind ehrlich, und man wird nie über's Ohr gehauen, angebettelt oder bestohlen.
In den Slums der Großstädte mag das anders aussehen.
Politisches bekommt man nur über die Nachrichten mit. Die Regierung in Manila scheint weit vom Alltag der normalen Bürger entfernt zu sein. Uniformierte Wachleute sieht man am Eingang zu Kaufhäusern und öffentlichen Gebäuden, aber kein Militär weit und breit. Vom islamistischen Krisengebiet im Süden sind wir weit entfernt. Die Antidrogen-Kampagne mit den vielen Ermordungen entzieht sich unserer Wahrnehmung. Auffällig war, dass in einer Gegend auf Schildern in erzieherischem Ton vor Drogenkonsum gewarnt wurde und dass viele Kommunen sich zu rauchfreien Zonen erklärt haben.

So viel für diesmal.

Zum Schluss unser Rätsel: Was wird wohl hier so filigran geschält?



Geändert von Keine Ahnung (13.02.18 09:30)
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Off-topic #1322161 - 13.02.18 09:36 Re: Philippinen 2017/18 (2) [Re: Rolly54]
Keine Ahnung
Moderator
abwesend abwesend
Beiträge: 7660
Ich habe den Beitrag für Dich noch einmal "gerettet".

Hinweise:
  • Derart lange Beiträge solltest Du in einem Texteditor (z. B. Word) fertigstellen und dann in den Forumsbeitrag kopieren.
  • Siehe Dir Deinen Beitrag als "Quelltext" an (Klicke einfach auf "Zitieren" und kopiere den Quelltext in eine Datei - dann aber wieder schließen und nicht losschicken, sonst muss jedes Forumsmitglied das Zitat betrachten). Die Datei mit dem Quelltext nimmst Du als Vorlage. Darin siehst Du, wie der Link auf Deine Karte korrekt formatiert wird und wie das Einbinden der Bilder richtig funktioniert.
  • Zum Ausprobieren haben wir auch den Abschnitt "Testbereich". Dort kannst Du "üben".
Gruß, Arnulf

"Ein Leben ohne Radfahren ist möglich, aber sinnlos" (frei nach Loriot)
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Off-topic #1322208 - 13.02.18 13:35 Re: Philippinen 2017/18 (2) [Re: Keine Ahnung]
Rolly54
Mitglied Übernachtungsnetzwerk
Themenersteller
abwesend abwesend
Beiträge: 121
Unterwegs in Deutschland

Vielen Dank, Arnulf. Dann wird es beim Teil 3 hoffentlich klappen. grins
Natürlich war der Wortbeitrag schon vorher fertig editiert, lediglich das Fotoeinstellen hat ewig gedauert.
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Off-topic #1322279 - 13.02.18 17:58 Re: Philippinen 2017/18 (2) [Re: Rolly54]
Keine Ahnung
Moderator
abwesend abwesend
Beiträge: 7660
In Antwort auf: Rolly54
lediglich das Fotoeinstellen hat ewig gedauert.


Wenn Du das Einbinden der Bilder in den Bericht meinst ... genau das kann man eben auch schon im Texteditor machen.
Gruß, Arnulf

"Ein Leben ohne Radfahren ist möglich, aber sinnlos" (frei nach Loriot)
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Off-topic #1322411 - 14.02.18 11:22 Re: Philippinen 2017/18 (2) [Re: Keine Ahnung]
Rolly54
Mitglied Übernachtungsnetzwerk
Themenersteller
abwesend abwesend
Beiträge: 121
Unterwegs in Deutschland

Das ist ne gute Idee, Arnulf. Ansonsten sind das immer pro Bild 9 clicks (am tablett) vom copy bis zum Einfügen, und das dauert. Aber bald hab ich ja meine 100 Beiträge grins
Der Tipp mit dem Testbereich ist auch gut.

Geändert von Rolly54 (14.02.18 11:23)
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www.bikefreaks.de