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#35099 - 17.02.03 17:50 im Kajak um Europa
Joerg(kajakfreak)
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 706
Hi @ all !

Eben wieder endeckt.
Ein Paar das vor 2 Jahren in Deutschland gestartet ist und wieder in Deutschland ankommen will. Interessant dabei ist das jeder allein einen Faltbootzweier vorantreibt was ganz schön anstrengend ist, wenn man allein drin sitzt.Vor allem bewundere ich wie die beiden mit der Langsamkeit klar kommen. Denn mit einem Tagesdurchschnitt von 20 km und vielen Pausen bei Starkwind benötigt man viel Zeit und Geduld bis zum Ziel.

Ulm-Outdoor

jörg
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#35427 - 20.02.03 18:24 Re: im Kajak um Europa - was ist berichtenswert? [Re: Joerg(kajakfreak)]
thory
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 975
Hallo,
lasst mich mal bewusst etwas provozierend fragen:
Welche Unternehmungen sind für die Allgemeinheit wirklich berichtenswert? Internet und ein allgemeines Outdoorfieber generieren ein Wachstum an Abenteurern wie Schimmel in der feuchten Wohnung.
Gerade dieses Beispiel zeigt es doch deutlich:
Im Klepper Aerius wurde bereits der Atlantik alleine überquert (Lindemann und Capt Romer), der Amazonas befahren (Rittlinger) oder in neuerer Zeit Kap Horn umfahren (Arved Fuchs) oder auch die Nordwestpassage (dieser Münchner Kajakfilmer, wie heisst der nochmal?) geschafft.
Diese Leute haben nicht nur abenteuerliche (Erst-) Fahrten gemeistert, sie waren (oder sind) auch Meister im Erzählen bzw. Filmen.

Und jetzt macht da jemand einen Ausflug, erst die Donau 'runter und dann immer an der zvilisatorisch bestens erschlossenen europäischen Küste entlang. Berichtet, wie gerührt er/sie vom Familienbesuch war.
So what?

Klar, steht es jedem Sponsor frei sein Geld für was auch immer auszugeben. Ausserdem steht es jedem Menschen frei Reiseberichte im Internet anzugucken oder eben auch nicht anzugucken. Das ist gut so und damit ist im Grunde alles geregelt. Was für mich allerdings bleibt ist, dass wir hier eine Abenteurer Inflation erleben. Und Inflation bedeutet Wert- und Substanzverlust.

Wie seht Ihr das?

Gruss
Thomas
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#35432 - 20.02.03 18:52 Re: im Kajak um Europa - was ist berichtenswert? [Re: thory]
DeusXMachina
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 521
hallo,

Zitat:
Wie seht Ihr das?


ganz anders. ich glaube, inflation im sinne von wertverlust ist hier der falsche ausdruck. heutzutage fahren hunderttausende von leuten jedes jahr den donauradweg entlang - und trotzdem ist es für jeden einzelnen ein einzigartiges erlebnis. es geht wahrscheinlich eher um das "persönliche abenteuer" als darum, wirklich etwas zu tun, das noch nie jemand anders vorher getan hat und das besonders spektakulär ist. berichtenswert ist meiner meinung nach jedes einzelne dieser "abenteuer" - je mehr es davon gibt, desto besser, finde ich. wie du schon sagtest - ich kann mir ja dann immer noch aussuchen, was mir thematisch und stilistisch zusagt. über die qualität dieser berichte lässt sich vielfach übrigens wirklich trefflich streiten, da gebe ich dir völlig recht schmunzel

lg Nantke
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#35491 - 21.02.03 08:15 Re: im Kajak um Europa - was ist berichtenswert? [Re: DeusXMachina]
Martina
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 8089
Hallo,

Zitat:
und trotzdem ist es für jeden einzelnen ein einzigartiges erlebnis. es geht wahrscheinlich eher um das "persönliche abenteuer"
als darum, wirklich etwas zu tun, das noch nie jemand anders vorher getan hat und das besonders spektakulär ist


Das sehe ich auch so.
Trotzdem habe ich persönlich noch nie einen Reisebericht im Internet veröffentlicht, unter anderem weil ich mich immer gefragt habe, wen meine meist nicht soooo spektakulären Touren wirklich interessieren könnte (immerhin quatsche ich ja der Meinung einiger Forumsmitglieder nach zu urteilen schon in diesem Forum zuviel peinlich)

Generell denke ich, dass die 'Inflation' von Berichten eines der Symptome für den 'Segen und Fluch' der weltweiten Vernetzung ist. Einerseits ist das Internet eine klasse Möglichkeit, ohne große Investitionen und fast riskikolos die halbe Welt zu erreichen. Das ist wesentlich einfacher, als Diavorträge zu halten oder gar ein Buch zu schreiben. Als Kehrseite greift dann natürlich auch kein Qualitätssicherungsmechanismus mehr. Da ist dann der 'intelligente Leser' gefragt, der nicht alles glaubt, was er im Netz findet und selbständig die Dinge raussucht, die für ihn nützlich/interessant sind.

Martina
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#35492 - 21.02.03 08:48 Re: im Kajak um Europa - was ist berichtenswert? [Re: thory]
bikebiene
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 1704
Hallo Thomas,

ich würde das, wie meine beiden Vorrednerinnen auch, nicht so sehen. Abenteuer ist für den Einzelnen der es erlebt immer Abenteuer, auch wenn Andere dafür vielleicht nur ein Lächeln übrig haben. Andere daran teilhaben zu lassen ist doch o.k. wer nicht mag,muß es ja nicht lesen. Oft ist es ja auch eine Plattform für Freunde und Bekannte, grad wenn man lange unterwegs ist.
Außerdem
Zitat:
Und jetzt macht da jemand einen Ausflug, erst die Donau 'runter und dann immer an der zvilisatorisch bestens erschlossenen europäischen Küste entlang

mag das ja sein, aber ungefährlicher, nur weil es nicht die Nordwestpassege ist, wirds dadurch auch nicht, Sturm und Wind können einen auch im Mittelmeerraum lebensgefährlich bedrohen.
Einen Traum zu verwirklichen ist immer ein Abenteuer, auch wenn andere davor dieses schon getan haben, ich würde eher dieses etwas tun, was noch keiner vorher so gemacht hat als inflationär gefährdet betrachten
grins wann fährt endlich der erste auf dem Fahrrad den Mt. Everest hoch und runter (oder hab ich da schon was verpasst), wer läuft als erstes rund um die Antarktis und wer taucht unter dem Nordpol im per manpower angetriebenen Uboot durch grins
Sind nur willkürliche Beispiele, der der das tun würde, für den ist es auf jedenfall ein Abenteuer. Aber Abenteuer kann man auch hier erleben. Und wer Anfang August auf dem Elberadweg unterwegs war, für den war das sicher abenteuerlich genug
Die Gefahr bei deiner Einschätzung sehe ich da, daß ein Erwartungsdruck erzeugt wird: echtes Abenteuer ist nur Niedagewesenes oder Außergewöhnliches der extremsten Sorte und das stimmt nicht, Abenteuer kann man auch vor der Haustür erleben, ob man Andere per Internet daran teilhaben lässt, ist jedem seine Entscheidung, wer das nicht mag, muß es ja nicht lesen.
Ich sehe es eher so, Abenteuer von "Menschen wie du und ich" regen eher zum selber aktiv werden, als Berichte von solch "fernen" Leuten wie Arved Fuchs oder Tillman W. Die sind doch für Otto Normalurlauber schwer nachzumachen.

Für mich ist jeder Radurlaub auch schon Abenteuer, schon allein morgens nicht zu wissen, wo man abends sein wird und was alles vor einem liegt, da fängt Abenteuer für mich an, mag sein, daß du das anders siehst, aber mir geht es halt so.

Bikebiene
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#35713 - 23.02.03 15:56 Das war ja wohl gar nix [Re: bikebiene]
Joerg(kajakfreak)
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 706
Hi @ all !
Ein denkbar schlechtes Beispiel für deine ReisebeschreibungsMüdigkeit. grins
Was die beiden bis jetzt geleistet haben ist schon phänomenal.
Respekt!
Der dir wohl in diesem Fall abgeht.
Lindemann ist schon 50 Jahre her. Römer ist bei seiner Atlantiküberquerung umgekommen.
Arved Fuchs ist wohl eher ein Marketing-Profi als ein Kanute.
Der Münchener Hans Memminger hat uns ein schönes Buch hinterlassen.
Leider gibt es bis jetzt nur eine Handvoll Interessanter Reisebeschreibungen mit dem Kanu/ Kajak aber Tausende mit dem Fahrrad.
jörg
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#35720 - 23.02.03 17:25 Re: im Kajak um Europa - was ist berichtenswert? [Re: thory]
Catrike
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 630
Hi Thory,
eventuell solltest Du Dir mal den namen des Forums in Ruhe durchlesen.
Da heist es: Radreise&Fernradler Forum. Nicht "Abenteuer-Reise Forum"
Ab wann darf man denn Deiner Meinung nach einen Radreisebericht schreiben:
- bei Beinverlust
-Schussverletzungen
-Plünderung-
- ab 4000 Höhenmetern
oder wann.
Deine Meinung dazu, ab wann es erlaubt werden soll einen Reisebericht zu schreiben, würde mich ganz doll interessieren.

gruß aus kölle
Udo
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www.bikefreaks.de