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#797110 - 03.02.12 13:14 ....
Leif
Mitglied Übernachtungsnetzwerk
abwesend abwesend
Beiträge: 521
....

Geändert von Leif (03.02.12 13:23)
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#797113 - 03.02.12 13:21 Re: Das Land Hessen zockt uns ab. [Re: Leif]
Barfußschlumpf
Mitglied Übernachtungsnetzwerk
abwesend abwesend
Beiträge: 1104
Ich kann nicht verstehen, wie man meinen kann, vom Staat 'abgezockt' zu werden, wenn man von so einem schönen Wohlstand in jungen Jahren berichten kann. Vom Staate gegeben schmunzel
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#797115 - 03.02.12 13:26 Re: Das Land Hessen zockt uns ab. [Re: Leif]
MatthiasM
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 3319
Auf "PM" umgesteolt aus dem gleichen Grunde wie Leif seinen Beitrag geputzt hat......

Geändert von MatthiasM (03.02.12 13:31)
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#797116 - 03.02.12 13:26 Re: Das Land Hessen zockt uns ab. [Re: Barfußschlumpf]
Leif
Mitglied Übernachtungsnetzwerk
abwesend abwesend
Beiträge: 521
....

Sorry, ich lösche das leiber - wenn da jemand falsches mitliest....


Ich verstehe nur nicht: Warum bekommt jemand für die gleiche Arbeit nicht das gleiche Geld? Wenn Du bei einem normalen Unternehmen in der Probezeit bist, bekommst Du auch nicht automatisch weniger geld.
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#797117 - 03.02.12 13:29 Re: Das Land Hessen zockt uns ab. [Re: MatthiasM]
Leif
Mitglied Übernachtungsnetzwerk
abwesend abwesend
Beiträge: 521
.......

Geändert von Leif (03.02.12 13:33)
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#797118 - 03.02.12 13:29 Re: Das Land Hessen zockt uns ab. [Re: Leif]
Barfußschlumpf
Mitglied Übernachtungsnetzwerk
abwesend abwesend
Beiträge: 1104
Eine ausgezeichnete Idee schmunzel
bravo
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#797120 - 03.02.12 13:34 Re: Das Land Hessen zockt uns ab. [Re: Leif]
19matthias75
Mitglied Übernachtungsnetzwerk
abwesend abwesend
Beiträge: 785
In Antwort auf: Leif

Ich verstehe nur nicht: Warum bekommt jemand für die gleiche Arbeit nicht das gleiche Geld? Wenn Du bei einem normalen Unternehmen in der Probezeit bist, bekommst Du auch nicht automatisch weniger geld.


Frag mal die ganzen Zeitarbeitsnehmer?

Nur mal so als Gedanke schockiert
Die schönsten Eindrücke bleiben im Kopf gespeichert und nicht auf Film (oder Speicherkarte) zwinker !
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#797121 - 03.02.12 13:39 Re: Das Land Hessen zockt uns ab. [Re: Leif]
KUHmax
Mitglied
anwesend und zufrieden anwesend
Beiträge: 528
Hallo Leif,
In Antwort auf: Leif
Wenn Du bei einem normalen Unternehmen in der Probezeit bist, bekommst Du auch nicht automatisch weniger geld.


automatisch nicht, aber mein letzter Vertrag sah das vertragsmäßig vor.

Gut, da war kein Tarifvertrag dahinter, aber so allgemein, wie Du Dir das vorstellst, läuft das nicht.

Gruß, Karin
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#797122 - 03.02.12 13:40 Re: Das Land Hessen zockt uns ab. [Re: 19matthias75]
HvS
Moderator
abwesend abwesend
Beiträge: 9550
Was mich immer verwundert:
Die, welche schlechtere Bedingungen und unfaire Praktiken bekommen, drängen oft nicht darauf, das sie rückgängig gemacht werden, sondern darauf, das andere ebenfalls schlechter gestellt werden.
Neid ist stärker als Verstand und so haben interessierte Kreise leichtes Spiel, die Bedingungen für alle Arbeitnehmer zu verschlechtern und eine Spirale nach unten in Gang zu setzen.
Freundliche Grüße aus dem Schwarzwald
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#797133 - 03.02.12 14:14 Re: Das Land Hessen zockt uns ab. [Re: HvS]
JoMo
Mitglied
anwesend und zufrieden anwesend
Beiträge: 2828
Das wurde bereits mehrfach in der Verhaltensforschung bewiesen.

Verdient jemand 1000 und damit gerade mal so viel, daß es reicht, dann geht das in Ordnung, wenn alle anderen 800 verdienen.
Verdient jemand 1000 und damit mehr als er braucht, dann hat er damit ein Problem, wenn alle anderen 1200 verdienen.

Der Mensch ist scheinbar einfach so.

jomo
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#797172 - 03.02.12 16:55 Re: Das Land Hessen zockt uns ab. [Re: JoMo]
Andreas R
Mitglied Übernachtungsnetzwerk
abwesend abwesend
Beiträge: 8232
Hallo,

man stelle sich vor, 1000 EUR im Monat zusätzlich zu verdienen. Wäre das gut oder schlecht?

Nun stelle man sich vor, 1000 EUR im Monat zusätzlich zu bekommen, alle anderen Angestellten aber 2000 EUR zusätzlich. Wäre das immer noch positiv?

Grüße
Andreas
Radreiseberichte aus vier Kontinenten: Liegerad-Fernweh
Alle wichtigen Infos zu London-Edinburgh-London 2013 und Paris-Brest-Paris

Geändert von Andreas R (03.02.12 16:55)
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#797181 - 03.02.12 17:09 Re: Das Land Hessen zockt uns ab. [Re: Andreas R]
Levty
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 1100
In Antwort auf: Andreas R


Nun stelle man sich vor, 1000 EUR im Monat zusätzlich zu bekommen, alle anderen Angestellten aber 2000 EUR zusätzlich. Wäre das immer noch positiv?


Aus meiner Sicht schon schmunzel Ich bin da nicht wirklich neidisch.

Grüße
Tom
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#797187 - 03.02.12 17:33 Re: Das Land Hessen zockt uns ab. [Re: JoMo]
Uwe Radholz
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 1696
In Antwort auf: JoMo
Das wurde bereits mehrfach in der Verhaltensforschung bewiesen.

Verdient jemand 1000 und damit gerade mal so viel, daß es reicht, dann geht das in Ordnung, wenn alle anderen 800 verdienen.
Verdient jemand 1000 und damit mehr als er braucht, dann hat er damit ein Problem, wenn alle anderen 1200 verdienen.

Der Mensch ist scheinbar einfach so.

jomo


Nein, der Mensch ist nicht SO. Nicht von Natur. Er wurde so zugerichtet.
Robert Kurz - ein Nürnberger Philosoph - hat dafür den sperrigen Begriff des von "universeller Konkurrenz verwüsteten Subjekts" verwendet.
Aber so lange wir uns dieser Zurichtung nicht bewusst werden, werden wir so eine Verkommenheit, über die "HvS" zu recht verwundert ist, nämlich dass wir nicht besseres Leben für alle fordern sondern, dass es den "anderen" genau so schlecht wie uns gehen möge, gerade zu als normal empfinden.

Und eine Bande von "Forschern" wird Drittmittel einwerben um am Beispiel der Saiga-Antilope oder dem des Berggorillas zu beweisen, dass das alles so sein muss, weil es unserer Natur entspricht.
Da kann man also nichts machen....

Geändert von Uwe Radholz (03.02.12 17:34)
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#797211 - 03.02.12 18:36 Re: Das Land Hessen zockt uns ab. [Re: Uwe Radholz]
Leif
Mitglied Übernachtungsnetzwerk
abwesend abwesend
Beiträge: 521
Die zentrale Frage lautet ja: was bedeutet Gerechtigkeit im Berufsleben.

Ein Angestellter hat ja verschiedene Möglichkeiten. In unserem Unternehmen (Kommunale AG) gibt es einen ordentlichen Haustarifvertrag (keine Zeit- oder Leiharbeit), einige Angestellte haben aber Arbeitsverträge außerhalb des Tarifvertrages - die bekommen zwar mehr Geld, aber keine Gratifikationen wie Weihnachtsgeld etc.

Hier wäre auch eine leistungsabhängige Bezahlung möglich, die Unternehmen ist so übersichtlich, dass sich Niemand "verstecken" kann.

Bei Lehrern sieht das anders aus: Sie arbeiten selbstverantwortlich. Selbt wenn sie ab und zu Unterrichtsbesuche haben, sind sie auf sich allein gestellt. Leistungsabhängige Bezahlung (in Grundschulen besonders) ist i.d.R. nicht möglich. Hier ist das Land der Arbeitgeber - und der sollte eine Vorbildfunktion haben. Schließlich bilden die Lehrer ja heute schon die Steuerzahler von Morgen aus.

Unser Unternehmen hat einen Kodex, der rauch die Stellung der Abreitnehmer regelt. Wenn ein kommunles Unternehmen das schafft, sollte auch das Land das hinbekommen - wenn es das wollte.

Grüße
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#797234 - 03.02.12 19:13 Re: Das Land Hessen zockt uns ab. [Re: Leif]
Mirko-DE
Mitglied Übernachtungsnetzwerk
abwesend abwesend
Beiträge: 530
Ich empfinde die Praxis bei der Lehrerbesoldung als angehender Lehrer ohnehin mehr als fragwürdig. Da müsste viel mehr Wettbewerb herrschen. Leistungsabhängige Bezahlung ist nicht unbedingt was schlechtes. Natürlich müssen Vorkehrungen getroffen werden, dass sowas nicht zu einem "teaching to the test" wird...

Oder jemand studiert dringend benötigte Fächer und beißt sich dafür durch ein schwieriges Studium, wofür sich die Erdkunde- und Sozialkundelehrer zu fein waren? Die einzig logische Konsequenz wäre doch eine bessere Bezahlung (Angebot und Nachfrage...)!

Ich hoffe ernsthaft, dass sich in dieser eingefahrenen Situation wirklich mal was tut. Viel von dem Frust und der aktuellen Burnout-Problematik kommt meines Erachtens nach daher, dass Lehrer die sich wirklich reinknien keine entsprechende Würdigung auch seitens ihres Arbeitgebers bekommen.
Liebe Grüße

Mirko
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#797249 - 03.02.12 19:47 Re: Das Land Hessen zockt uns ab. [Re: Leif]
StephanBehrendt
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 4503
In Antwort auf: Leif
Wenn Du bei einem normalen Unternehmen in der Probezeit bist, bekommst Du auch nicht automatisch weniger geld.

Du irrst.
Häufig wird eine Erhöhung nach der Probezeit vereinbart.
------------------------
Grüsse
Stephan
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#797252 - 03.02.12 19:51 Re: Das Land Hessen zockt uns ab. [Re: HvS]
StephanBehrendt
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 4503
In Antwort auf: HvS
Die, welche schlechtere Bedingungen und unfaire Praktiken bekommen, drängen oft nicht darauf, das sie rückgängig gemacht werden, sondern darauf, das andere ebenfalls schlechter gestellt werden.

Wer nicht in die Gewerkschaft geht und keinen Betriebsrat gründet, ist selber für die Konsequenzen verantwortlich. Die schlechten Arbeitsbedingungen im Hotel- und Gaststättengewerbe liegen auch und besonders daran.
------------------------
Grüsse
Stephan
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#797261 - 03.02.12 20:07 Re: Das Land Hessen zockt uns ab. [Re: Mirko-DE]
rolf7977
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 622
In Antwort auf: Mirko-DE
Ich empfinde die Praxis bei der Lehrerbesoldung als angehender Lehrer ohnehin mehr als fragwürdig. Da müsste viel mehr Wettbewerb herrschen. Leistungsabhängige Bezahlung ist nicht unbedingt was schlechtes. Natürlich müssen Vorkehrungen getroffen werden, dass sowas nicht zu einem "teaching to the test" wird...

Oder jemand studiert dringend benötigte Fächer und beißt sich dafür durch ein schwieriges Studium, wofür sich die Erdkunde- und Sozialkundelehrer zu fein waren? Die einzig logische Konsequenz wäre doch eine bessere Bezahlung (Angebot und Nachfrage...)!

Ich hoffe ernsthaft, dass sich in dieser eingefahrenen Situation wirklich mal was tut. Viel von dem Frust und der aktuellen Burnout-Problematik kommt meines Erachtens nach daher, dass Lehrer die sich wirklich reinknien keine entsprechende Würdigung auch seitens ihres Arbeitgebers bekommen.


Normal soll man ja nicht alles zitieren, aber ich will als Betroffener (Vater zweier Kinder) mal was zu allem sagen.
Meine Tochter macht gerade Abi. Das ist auch gut, dann ist sie endlich von diesem bekloppten Gymnasium runter. Die Organisation dieser Schule ist in den letzten Jahren so schlecht geworden, dass ganze Leistungskurse in der Oberstufe sinnlos werden. Es fehlen Lehrer. Dieses Gymnasium wirbt öffentlich, dass man dort Abi Bac (französisches Abi in bilingualem System) machen kann. Der einzige Lehrer, der dafür noch da ist, ist momentan unberechenbar krank. In der Oberstufe fällt dann der Unterricht aus- wie soll man da Abi machen? In anderen Fächern ist es ähnlich, da gibt es Stundenkürzungen. Es gäbe zwar Lehrer auf dem Markt, aber die werden nicht eingestellt. Und wenn doch, dann zu geradezu abenteuerlichen Bedingungen, welche kein normaler Arbeitnehmer akzeptieren würde. Zeitvertrag, Zeitvertrag, und dann erstmal 6 Monate Zwangspause, damit dann wieder ein Zeitvertrag kommen kann. Die Schulverwaltung ist mir inzwischen ein Greuel.

Dann die Frage: wer wird heute Lehrer? Wenn ich mir das Personal angucke, was heute da ist, dann wird mir richtig bange. Ein Lehrer sollte fachlich kompetent, persönlich gefestigt und pädagogisch gebildet sein. Die wenigsten Lehrer auf dem Gymnasium meiner Tochter erfüllen diese Bedingungen auf einmal. Besonders die pädagogische Kompetenz von Gymnasiallehrern emfinde ich als überwiegend erschreckend schlecht. Mein Sohn geht auf eine Realschule+ (in Rheinland-Pfalz ein Mischmasch aus Realschule und ausgedienter Hauptschule). Da gibt es noch ein paar Lehrer, die (meine) Bedingungen an einen guten Lehrer erfüllen.

Zum Schluss noch die Frage, wie man Lehrer leistungsabhängig bezahlen soll? Ich kann mir auf Anhieb nicht vorstellen, wie das funktionieren könnte. Ich befürchte wieder ein Experiment auf dem Rücken des Lehrerpersonals und der Schüler.

Am allerschlimmsten sind die Parteien im Landtag: Die Regierenden rühmen sich unentwegt, wie toll doch die Schulen in Rheinland-Pfalz wären. Die Opposition mit ihrer Chefin befürchtet den nahen Untergang des zivilisierten Abendlandes.

Rolf

Geändert von rolf7977 (03.02.12 20:08)
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#797293 - 03.02.12 22:42 Re: Das Land Hessen zockt uns ab. [Re: rolf7977]
Leif
Mitglied Übernachtungsnetzwerk
abwesend abwesend
Beiträge: 521
..

Ich denke, es hat wenig Sinn, sich über dieses Thema und den damit zusammenhängenden Komplex auszulassen, aber es macht trotzdem irgendwie Spaß, auch andere Blickwinkel zu sehen.

Ich plaudere mal aus dem Nähkästchen:Es gibt hier eine "Brennpunktschule". 24 Schüler in der Klasse. 4 Deutsche, ca. 10 weitere Nationen. Eine Eltern konnten auf der Anwesenheitsliste am Elternabend kaum den eigenen Namen schreiben. Viele der Deutschen, die in diesem Viertel leben, schaffen es, ihre Kinder irgendwie auf eine andere Schule zu bringen.
Die Folge: Die Schule ist auch eine der baufälligsten in der Stadt. Es gibt ekine Eltern, die Druck machen - die meisten sind überhaupt froh, dass ihr Kind eine Schule besuchen kann. Es fehlt an allem: sogar an Papier für die Kopierer. Hinzu kommt ein tolles "laisser-faire"-Konzept der Schulleitung und andere tolle Konzepte, die vielleicht Sinn an einer Schule mit gemischter Schülerschaft und besseren sozioökonomischen Ressourcen hätten.

Anererseits gibt es einen Run auf die Gymnasien. Hier haben ALLE 5. Klassen von Beginn 34 Schüler. 1 Min 20 S pro Schüler könnte der Lehrer aufbringen. Leider haben Schüler Bedürfnisse. Die, die auf die Unterstützung des Lehrers (Lernberater) angewiesen sind, haben Pech. Gut läuft es für die Kinder aus stabilen Elternhäusern, in denen "Bildung" als Wert anerkannt sind. In denen miteinander gesprochen wird und Lernen gelernt. Scüler ohne die Vorraussetzungen sammeln wir ja erfolgreich auf "Versagerschulen", an denen stigmatisierte Kinder mit wenigen familiären Ressourcen voneinander nicht lernen könne, weil es im Umfeld von Schule und Familie keine Vorbilder gibt.

Was machten die Politiker für die Lehrer, die sich diesen Schwierigkeiten gegenüber sehen? Einfache Antwort: Druck. Vergleichbare Tests werden eingeführt - wie genau die Umstände sind,das interessiert keinen. Ergebnisse zählen.

Die Frage, die daraus entsteht ist, wo denn daraus "mündige Menschen" entstehen sollen...denn es gibt ja ein gewissen Bildungsideal, dass in einer Demokratie Jeder mündig sein müsste, um Politik erfolgreich zu gestalten. Inzwischen bin ich der Meinung, dass in Wahrheit doch keinen den Mündigen haben will - der ist nämlich ein schlechter Kunde, der sich nicht mal eben 10.000 Euro "Easy Credit" holt, um damit ein Auto zu kaufen, das, wenn er das Geld + 9% Kreditzins jährlich nach 15 Jahren abgezahlt hat, sicherlich nicht mehr fährt.

Zum Thema Lehrerbezahlung möchte ich noch hinzufügen, dass ein Lehrer erst dann ordentlich bezahlt ist, wenn er nach Jahren beamtet wird. Und mit der Wirtschaft ist das kein Vergleich - ein Ingenieur (das wurde uns damals erzählt) könne mit einem Einstiegsgehalt jenseits der 40.000 Euro im Jahr rechnen.

Das Problem sind ja Angebot und Nachfrage: Warum sollte jemand, der ein Mathe oder Physikstudium durchziehen kann Lehrer werden? Bei den Arbeitsbedingungen (Berufsunfähigkeitsversicherung Spitzensatz), dem Gehalt und der Perspektive?



Geändert von Leif (03.02.12 22:44)
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#797294 - 03.02.12 22:45 Re: Das Land Hessen zockt uns ab. [Re: StephanBehrendt]
Leif
Mitglied Übernachtungsnetzwerk
abwesend abwesend
Beiträge: 521
In Antwort auf: StephanBehrendt
In Antwort auf: Leif
Wenn Du bei einem normalen Unternehmen in der Probezeit bist, bekommst Du auch nicht automatisch weniger geld.

Du irrst.
Häufig wird eine Erhöhung nach der Probezeit vereinbart.


Aber eine Probezeit von 24 Monaten ist doch eher unüblich, oder?
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Off-topic #797297 - 03.02.12 22:50 Re: Das Land Hessen zockt uns ab. [Re: Leif]
HeinzH.
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 5192
Moin Leif,
derlei Probleme werden sich verschärfen, wenn bis 2014 die meisten Sonderschulen aufgelöst und im Rahmen der Inklusion deren Schüler auf die Regelschulen verteilt werden...
Gruß aus Münster,
HeinzH.

Geändert von HeinzH. (03.02.12 22:50)
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#797298 - 03.02.12 22:54 Re: Das Land Hessen zockt uns ab. [Re: Leif]
Flying Dutchman
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 2214
Ne du kriegst erstmal einen Jahres- oder 2jahresvertrag und dann sieht man weiter. Ein windiger Grund für die Befristung findet sich immer. Ein unbefristetes Arbeitsverhältnis mit 6 Monaten Probezeit , wo bitte gibt es das denn heute noch ???
LG Robert
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#797303 - 04.02.12 00:13 Re: Das Land Hessen zockt uns ab. [Re: Leif]
slayerman
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 518
Zitat:
Das Problem sind ja Angebot und Nachfrage: Warum sollte jemand, der ein Mathe oder Physikstudium durchziehen kann Lehrer werden? Bei den Arbeitsbedingungen (Berufsunfähigkeitsversicherung Spitzensatz), dem Gehalt und der Perspektive?


Was ist an einem sicheren Arbeitsplatz (bei den Beamten) oder einem Studienratsgehalt so schlimm? Und wer sich über die Perspektiven in diesem Beruf beschwert, hat in den vielen, vielen Schuljahren offensichtlich gepennt. Welchen Beruf lernt man zu Schulzeiten denn schon so gut kennen wie den des Lehrers?
Gruß,
Manu
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#797304 - 04.02.12 00:24 Re: Das Land Hessen zockt uns ab. [Re: slayerman]
Oppa
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 264
In Antwort auf: slayerman
hat in den vielen, vielen Schuljahren offensichtlich gepennt. Welchen Beruf lernt man zu Schulzeiten denn schon so gut kennen wie den des Lehrers?
Gruß,
Manu


Genau diese Aussage ist falsch. Nur weil man 12/13 Jahre zur Schule gegangen ist, hat man noch lange keine Ahnung, was es heißt Lehrer zu sein.

PS: Ich habe keine Ahnung worum es hier eigentlich ging, aber diese Aussage wollte ich nicht so stehen lassen.

Grüße
Gregor
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#797337 - 04.02.12 09:32 Re: Das Land Hessen zockt uns ab. [Re: Leif]
Hobo61
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 472
Zitat:
ordentlich bezahlt

was ist das?

Zitat:
ein Ingenieur (das wurde uns damals erzählt) könne mit einem Einstiegsgehalt jenseits der 40.000 Euro im Jahr rechnen.

das ist aber nicht mehr up to date.
Oder aber der Blick richtet sich nur auf die berufliche high society - dann ist das Argument gesamt-gesellschaftlich nicht relevant.

Leider hab ich Die Fragmente Deines threads erst heute entdeckt. Wahrscheinlich hätte mich das Ausgangsthema sehr interessiert - weil aber nicht mehr vorhanden, ist das schade.

LG
Hobo61
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Off-topic #797379 - 04.02.12 11:32 Re: Das Land Hessen zockt uns ab. [Re: HeinzH.]
weasel
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 2158
In Antwort auf: HeinzH.

derlei Probleme werden sich verschärfen, wenn bis 2014 die meisten Sonderschulen aufgelöst und im Rahmen der Inklusion deren Schüler auf die Regelschulen verteilt werden...

schockiert entsetzt Der blanke Wahnsinn solche weltfremden Experimente. Dann wird an den Regelschulen auch der letzte Rest an Schulbildung kaum mehr vermittelbar sein und sie werden vollends zu Jugendaufbewahrungsanstalten verkommen. Wahrscheinlich werden die Leistungsanforderungen an den Regelschulen dann wieder zum Xten mal soweit heruntergesetzt, daß trotzdem jeder einen Abschluß erhält und unsere Politiker aller Parteien brüsten sich dann mit den Bildungserfolgen ihrer Schulpolitik.
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Off-topic #797395 - 04.02.12 12:06 Re: Das Land Hessen zockt uns ab. [Re: weasel]
bikeman
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 113
In Antwort auf: weasel
In Antwort auf: HeinzH.

derlei Probleme werden sich verschärfen, wenn bis 2014 die meisten Sonderschulen aufgelöst und im Rahmen der Inklusion deren Schüler auf die Regelschulen verteilt werden...

schockiert entsetzt Der blanke Wahnsinn solche weltfremden Experimente. Dann wird an den Regelschulen auch der letzte Rest an Schulbildung kaum mehr vermittelbar sein und sie werden vollends zu Jugendaufbewahrungsanstalten verkommen. Wahrscheinlich werden die Leistungsanforderungen an den Regelschulen dann wieder zum Xten mal soweit heruntergesetzt, daß trotzdem jeder einen Abschluß erhält und unsere Politiker aller Parteien brüsten sich dann mit den Bildungserfolgen ihrer Schulpolitik.


So sehe ich das auch. Und irgendwann ist die Leistungsanforderung soweit gesunken, das nicht mal mehr ein Realschüler eine Lehrstelle bekommt. Früher hat man noch als Hauptschüler eine Lehrstelle im Handwerk bekommen. Heute wollen die meisten schon mindestens Realschulabschluß.
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#797415 - 04.02.12 12:35 Re: Das Land Hessen zockt uns ab. [Re: Leif]
mgabri
Moderator
abwesend abwesend
Beiträge: 7036
In Antwort auf: Leif
Und mit der Wirtschaft ist das kein Vergleich - ein Ingenieur (das wurde uns damals erzählt) könne mit einem Einstiegsgehalt jenseits der 40.000 Euro im Jahr rechnen.

33000 ist die Latte. Dank "Fachkräftemangel" und der blue card.
Aber jammer weiter, das kennt man von deinem Berufsstand ja zu genüge.
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#797425 - 04.02.12 12:56 Re: Das Land Hessen zockt uns ab. [Re: rolf7977]
Toxxi
Mitglied Übernachtungsnetzwerk
abwesend abwesend
Beiträge: 2300
In Antwort auf: rolf7977
Dann die Frage: wer wird heute Lehrer?


Dazu kann ich was sagen, denn ich kenne es von meinem eigenen Fach Chemie relativ gut. Leif hat es überspitzt auf den Punkt gebracht:

In Antwort auf: Leif
Das Problem sind ja Angebot und Nachfrage: Warum sollte jemand, der ein Mathe oder Physikstudium durchziehen kann Lehrer werden?


Bei uns wird böse behauptet: Diejenigen, die fürs Chemiestudium zu blöd sind und durch die ersten Klausuren fallen, satteln um auf Lehramt. Das ist in der Pauschalität natürlich unfair, es sind natürlich nicht alle so, und es gibt auch wirklich engagierte und fähige Leute unter den Lehrämtlern.

Trotzdem ist es manchmal erschreckend, wie wenig naturwissenschaftliches Grundverständnis bei manchen Kandidaten vorhanden ist. (*)

Gruß
Thoralf

PS: Klassisches Beispiel: Es war einigen partout nicht beizubringen, dass man nur ein viertel Mol Natriumtetraborat braucht (in einer Formeleinheit sind vier Atome Bor), um ein Mol Borsäureester herzustellen.

Man kann die Frage auch analog formulieren: Wieviel Autos muss ich klauen, um 100 Reifen zu bekommen? Da wurde ich mit großen Augen angeguckt und die Analogie wurde nicht verstanden....
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#797477 - 04.02.12 15:17 Re: Das Land Hessen zockt uns ab. [Re: rolf7977]
Mirko-DE
Mitglied Übernachtungsnetzwerk
abwesend abwesend
Beiträge: 530
In Antwort auf: rolf7977

Dann die Frage: wer wird heute Lehrer? Wenn ich mir das Personal angucke, was heute da ist, dann wird mir richtig bange. Ein Lehrer sollte fachlich kompetent, persönlich gefestigt und pädagogisch gebildet sein. Die wenigsten Lehrer auf dem Gymnasium meiner Tochter erfüllen diese Bedingungen auf einmal. Besonders die pädagogische Kompetenz von Gymnasiallehrern emfinde ich als überwiegend erschreckend schlecht.

Mir auch! Ich studiere in NRW im Bachelor/Master System. Im Bachelor hatte ich vor allem in Chemie noch das Gefühl, dass mir das Arbeiten für die Uni Spaß macht, die Kommilitonen waren in den meisten Fällen interessiert und haben sich selbst eingebracht.
Wenn ich nun im Master durch die Reihen gucke verstehe ich beim besten Willen nicht, was da für ein Selektionsprozess stattgefunden hat. Der NC lag bei 2,5 (in Chemie wirklich eine respektable Note), also sollten eigentlich nur wirklich gute Studierende (zumindest nach der Note) auch zum Zuge gekommen sein.
Die Didaktikseminare sind mir jedoch mittlerweile total zuwider. Erdkunde und Deutsch habe ich schon immer irgendwie ein bisschen als "Auffangbecken" empfunden aber nun gibts auch in Chemie kaum ernstzunehmende studentische Beteiligung, die über die bloßen Pflichtreferate hinausgeht und dazu ständige Besserwisserei seitens einiger (ich sag jetzt mal) Fachidioten gegenüber den Dozenten.

In Antwort auf: rolf7977

Mein Sohn geht auf eine Realschule+ (in Rheinland-Pfalz ein Mischmasch aus Realschule und ausgedienter Hauptschule). Da gibt es noch ein paar Lehrer, die (meine) Bedingungen an einen guten Lehrer erfüllen.

Die Studierenden der Sekundarstufe 1 erlebe ich auch als "gefestigtere" Persönlichkeiten. Zudem spielt bei denen auch im Bachelor schon früh die Pädagogik eine entscheidende Rolle. Wir hatten hauptsächlich Fachwissenschaften im Bachelor, da wurde das Gleiche gemacht wie bei "normalen" Fachstudenten und nebenbei lief in Wahlpflichtveranstaltungen ein bisschen Pädagogik mir. Diese Struktur empfinde ich als nicht sonderlich gelungen für angehende Lehrer!

In Antwort auf: rolf7977

Zum Schluss noch die Frage, wie man Lehrer leistungsabhängig bezahlen soll? Ich kann mir auf Anhieb nicht vorstellen, wie das funktionieren könnte. Ich befürchte wieder ein Experiment auf dem Rücken des Lehrerpersonals und der Schüler.

Das ist auch wirklich ein schwieriges Thema! Der Trend in den Schulen geht seit dem "Pisaschock" hin zu einer Outputorientierung. Ständig werden irgendwelche Daten in standardisierten Tests erhoben und die Lehrer finden es offenbar unerträglich, weil sich dadurch auch kaum was tut, Unterschiede in den Lerngruppen nicht berücksichtigt werden und es eigentlich keine Konsequenzen gibt. Würde man nun die Ergebnisse aus diesen Test hernehmen um die Lehrer leistungsabhängig zu bezahlen, käme es meiner Meinung nach zu dem "teaching to the test". Wie es anders und vor allem schulfair (also den sozioökonomischen Hintergrund der Schüler an der entsprechenden Schule beachtend) laufen könnte versuch ich schon seit bestimmt nem Jahr herauszufinden und komme auf kein wirklich befriedigendes Ergebnis.


In Antwort auf: HeinzH.

derlei Probleme werden sich verschärfen, wenn bis 2014 die meisten Sonderschulen aufgelöst und im Rahmen der Inklusion deren Schüler auf die Regelschulen verteilt werden...

Inklusion ist vom Ansatz her ne feine Sache. Funktioniert auch in Ländern ganz hervorragend, wo nicht ein einzelner Lehrer vor der Klasse steht, sondern man mindestens zu zweit oder gar mit noch mehr Leuten unterrichtet. Ich fürchte jedoch, dass wir hier mal wieder den deutschen Weg gehen werden: Kosten sparen, die Sonderschulen auflösen (und die dortigen Lehrer als mobile Problemlöser missbrauchen) und alle "Problemfälle" auf den Regelschulbetrieb abwälzen. Die Gefahr, dass die Standards dann wieder deutlich gesenkt werden müssen sehe ich ebenfalls.

In Antwort auf: mgabri


Aber jammer weiter, das kennt man von deinem Berufsstand ja zu genüge.


Tut mir leid, aber so eine Aussage finde ich absolut daneben. Im Lehrerberuf gibt es statistisch nachgewiesen mit den höchsten Anteil an berufsbedingten psychischen Erkrankungen. Geht man nun davon aus, dass nicht nur besonders labile Personen ein Lehramt ergreifen, muss man wohl akzeptieren, dass die Arbeitsbedingungen (meines Erachtens vor allem aufgrund einer nicht leistungsgebundenen Entlohnung und geringer Wertschätzung seitens des Arbeitgebers) einfach nicht gut sind.
Ich denke mal ein Ingenieur würde sofort die Firma wechseln wenn er merken würde, dass er hervorragende Ideen einbringt die den Umsatz der Firma deutlich steigern und er trotzdem die gleiche Bezahlung bekommt wie ein unmotivierter Kollege, der nur Dienst nach Vorschrift schiebt und dem alles recht egal ist.

In Antwort auf: Toxxi

Trotzdem ist es manchmal erschreckend, wie wenig naturwissenschaftliches Grundverständnis bei manchen Kandidaten vorhanden ist.

Das kenne ich zur Genüge. Ein guter Freund von mir ist aktuell Tutor am Institut. Im Moment ist ja Prüfungsphase und er meint, derart schlechte Klausuren wie in diesem Jahr musste er noch nie korrigieren. Ich finde es ja echt in Ordnung, dass die Einführungsveranstaltungen stark selektiv ausgelegt sind, aber eine Durchfallquote von über 40% beim ersten Versuch ist schon heftig (zumal der Prof. sein Klausuren seit Jahren nie großartig umstellt und immer nur Zahlenangaben oder Stoffe verändert, Stichwort Altklausuren).

In Antwort auf: Toxxi

Bei uns wird böse behauptet: Diejenigen, die fürs Chemiestudium zu blöd sind und durch die ersten Klausuren fallen, satteln um auf Lehramt.

Versteh ich nicht, die Lehramtsstudenten müssen doch jetzt nach Bologna die gleichen Prüfungen am Anfang bestehen wie die Fachstudenten oder? Außerdem ist der Zugang zum Master zumindest hier in Münster sehr strikt begrenzt.

In Antwort auf: Toxxi

Klassisches Beispiel: Es war einigen partout nicht beizubringen, dass man nur ein viertel Mol Natriumtetraborat braucht (in einer Formeleinheit sind vier Atome Bor), um ein Mol Borsäureester herzustellen.

Der Molbegriff ist ohnehin für unglaublich viele Menschen ein Buch mit sieben Siegeln. Ich glaube das Problem ist hausgemacht und es wird seitens der Schüler einfach nicht verstanden, dass es sich um eine simple Stoffmengenangabe handelt. Ändern könnte man das vermutlich nur durch andere Unterrichtskonzepte und viel viel Modellarbeit!
Liebe Grüße

Mirko
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Off-topic #797496 - 04.02.12 16:25 Re: Das Land Hessen zockt uns ab. [Re: weasel]
Oldmarty
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In Antwort auf: weasel
In Antwort auf: HeinzH.

derlei Probleme werden sich verschärfen, wenn bis 2014 die meisten Sonderschulen aufgelöst und im Rahmen der Inklusion deren Schüler auf die Regelschulen verteilt werden...

schockiert entsetzt Der blanke Wahnsinn solche weltfremden Experimente. Dann wird an den Regelschulen auch der letzte Rest an Schulbildung kaum mehr vermittelbar sein und sie werden vollends zu Jugendaufbewahrungsanstalten verkommen. Wahrscheinlich werden die Leistungsanforderungen an den Regelschulen dann wieder zum Xten mal soweit heruntergesetzt, daß trotzdem jeder einen Abschluß erhält und unsere Politiker aller Parteien brüsten sich dann mit den Bildungserfolgen ihrer Schulpolitik.


Klar in allen anderen Länder der OECD, wo das schon länger üblich ist, wird keine Schuldbildung vermittelt. Das ist nicht weltfremd sondern weltüblich .... auch wenn du so was nicht kennst
Lerne hier Probleme kennen, von denen ich ohne das Forum nie was gewusst hätte schmunzel
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#797507 - 04.02.12 16:44 Re: Das Land Hessen zockt uns ab. [Re: Mirko-DE]
Toxxi
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In Antwort auf: Mirko-DE
Versteh ich nicht, die Lehramtsstudenten müssen doch jetzt nach Bologna die gleichen Prüfungen am Anfang bestehen wie die Fachstudenten oder?


Okay, den Schuh muss ich mir anziehen. Ich sprach noch über die alten Diplomstudiengänge. Und da ist ein gehöriger Teil Redensart dabei, einfach so mir nichts Dir nichts zu wechseln, ging auch nicht.

In Antwort auf: Mirko-DE
Der Molbegriff ist ohnehin für unglaublich viele Menschen ein Buch mit sieben Siegeln. Ich glaube das Problem ist hausgemacht und es wird seitens der Schüler einfach nicht verstanden, dass es sich um eine simple Stoffmengenangabe handelt.


Ja, das stimmt einerseits. Ich habe ihnen auch gesagt, dass sie sich vorstellen können, dass da statt "Mol" einfach "Dutzend" steht. Läuft aufs gleiche hinaus. Ich habe aber festgestellt, dass dejenigen, die nicht genügen Abstraktionsfähigkeit haben um "Mol" zu verstehen, auch mit dem Begriff "Dutzend" nicht viel anfangen können. traurig

Eine gewisse Fähigkeit zum abstrakten Denken muss für das Chemiestudium grundsätzlich vorhanden sein (für Physik, Mathe etc. genauso). Wenn das fehlt, dann weiß ich nicht wirklich, wie man das den Leuten beibringen kann.

Was sagt die Pädagogik dazu? Kann man Abstraktionsvermögen lernen? verwirrt

In Antwort auf: Mirko-DE
Ändern könnte man das vermutlich nur durch andere Unterrichtskonzepte und viel viel Modellarbeit!


Völlig korrekt. Aber das ist m.E. nicht die Aufgabe der Unis, sondern der Schule. Und genau dort müsste man ansetzen.

Okay, insofern doch in der Uni, weil es ja bei den Lehramtsstudenten anfängt.

Gruß
Thoralf
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#797509 - 04.02.12 16:48 Re: Das Land Hessen zockt uns ab. [Re: Mirko-DE]
MatzeOnTheRoad
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In Antwort auf: Mirko-DE

Ich finde es ja echt in Ordnung, dass die Einführungsveranstaltungen stark selektiv ausgelegt sind, aber eine Durchfallquote von über 40% beim ersten Versuch ist schon heftig (zumal der Prof. sein Klausuren seit Jahren nie großartig umstellt und immer nur Zahlenangaben oder Stoffe verändert, Stichwort Altklausuren).


Ich studiere Informatik und im ersten Semester waren Durchfallquoten von 60-70% eher die Regel als die Ausnahme. Ich bin jetzt im 7. Semester und von den anfangs 90 Leuten sind noch etwa 30 übrig. Die meisten sind nach dem 2. Semester abgehauen.
Ich find das passt schon, trotzdem sind jetzt immer noch ein paar Leute dabei wo ich mich wirklich frage wie die es geschafft haben lach

Geändert von MatzeOnTheRoad (04.02.12 16:49)
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#797519 - 04.02.12 17:24 Re: Das Land Hessen zockt uns ab. [Re: Toxxi]
Mirko-DE
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In Antwort auf: Toxxi


Eine gewisse Fähigkeit zum abstrakten Denken muss für das Chemiestudium grundsätzlich vorhanden sein (für Physik, Mathe etc. genauso). Wenn das fehlt, dann weiß ich nicht wirklich, wie man das den Leuten beibringen kann.

Was sagt die Pädagogik dazu? Kann man Abstraktionsvermögen lernen? verwirrt



Schwer zu sagen... Ich stehe ja grundsätzlich (und deswegen werde ich vermutlich auch Lehrer schmunzel ) auf dem Standpunkt, dass jeder gesunde Mensch quasi alles lernen kann. Natürlich gibt es "Begabungen", sodass manchen Leuten einiges leichter fällt, aber die geistigen Grenzen jedes Menschen sind verdammt weit und Erziehung und Vorwissen spielen die größte Rolle, was auch von unzähligen Studien bestätigt wird.
Gerade in der scientific literacy kommt es ja neben dem Lernen auf das wiederholte Anwenden an. Wenn man also viel Übung im abstrakten Denken hat fällt es immer leichter. Und auch wenn jetzt wieder der Chemielehrer rauskommt: Modelle helfen (zumindest mir) immer cool
Liebe Grüße

Mirko
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Off-topic #797525 - 04.02.12 17:28 Re: Das Land Hessen zockt uns ab. [Re: Mirko-DE]
Leif
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Ich würde gerne einen Mod bitten, dieses Thema zu schließen.

Es scheint ja sehr zu polarisieren. Auf gewisse Äußerungen bezüglich des Berufsstandes, das Schulsystem etc. gehe ich nicht weiter ein.

Ich werde einfach alles dransetzen meinen PR-Job, den ich jetzt mache, zu behalten. Unabhängig davon, wie viel ich dort verdiene, habe ich da super Bedingungen. Da ich zu den 10% "der Besten und Geeignetsten" gehöre, komme ich sicherlich auch irgendwo anders unter.
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#797551 - 04.02.12 18:50 Re: Das Land Hessen zockt uns ab. [Re: Uwe Radholz]
JoMo
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Zitat:
Nein, der Mensch ist nicht SO. Nicht von Natur. Er wurde so zugerichtet.


Wieder was gelernt. Nun stellt sich die Frage, ob man das unserer Rasse kollektiv wieder abtrainieren kann, oder ob es sich schon festgesetzt hat. Ich befürchte schon.

jomo
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#797560 - 04.02.12 19:16 Re: Das Land Hessen zockt uns ab. [Re: Leif]
Juergen
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35 Antworten und 1.071 klicks.
Kann mir jemend sagen, um was es hier geht? verwirrt
eine Radreise bietet vielfältigste Möglichkeiten, sich selber auf den Weg zu machen. Reiseberichte und Photoalben
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#797561 - 04.02.12 19:24 Re: Das Land Hessen zockt uns ab. [Re: Juergen]
veloträumer
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Steht doch im Betreff des Startbeitrages! lach

.... die Inspiration stammt wohl aus der Börsenwelt (Leerverkäufe <=> Leerthemen = viel Moos <=> viel Beiträge).
Liebe Grüße! Ciao! Salut! Saludos! Greetings!
Matthias
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#797614 - 04.02.12 21:48 Re: Das Land Hessen zockt uns ab. [Re: veloträumer]
JoMo
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Das ist einfach Esoterik pur grins
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#797617 - 04.02.12 21:53 Re: Das Land Hessen zockt uns ab. [Re: Andreas R]
JoMo
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Zitat:
Nun stelle man sich vor, 1000 EUR im Monat zusätzlich zu bekommen, alle anderen Angestellten aber 2000 EUR zusätzlich. Wäre das immer noch positiv?


Für mich schon. Nach momentaner Erkenntnis, wie Menschen so reagieren, würden sich die meisten aufregen. Hätte der Betrieb eine Gewerkschaft, gäbe es Ärger.
Die Frage ist eben auch, ob uns solch ein Verhalten wirklich anerzogen wurde, oder ob es ein Überlebensmerkmal ist, das sich in unserer Gesellschaft als eine Art von Sozialneid zeigt.
Dieser regt sich bei mir auch, wenn ich sehe, daß jemand bei gleicher Leistung mehr bekommt, als ich. Mehr, als ein bischen regen tut sich da aber nicht bei mir.

jomo
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#797651 - 04.02.12 23:08 Re: Das Land Hessen zockt uns ab. [Re: Mirko-DE]
mgabri
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In Antwort auf: Mirko-DE

Tut mir leid, aber so eine Aussage finde ich absolut daneben. Im Lehrerberuf gibt es statistisch nachgewiesen mit den höchsten Anteil an berufsbedingten psychischen Erkrankungen. Geht man nun davon aus, dass nicht nur besonders labile Personen ein Lehramt ergreifen, muss man wohl akzeptieren, dass die Arbeitsbedingungen (meines Erachtens vor allem aufgrund einer nicht leistungsgebundenen Entlohnung und geringer Wertschätzung seitens des Arbeitgebers) einfach nicht gut sind.
Ich denke mal ein Ingenieur würde sofort die Firma wechseln wenn er merken würde, dass er hervorragende Ideen einbringt die den Umsatz der Firma deutlich steigern und er trotzdem die gleiche Bezahlung bekommt wie ein unmotivierter Kollege, der nur Dienst nach Vorschrift schiebt und dem alles recht egal ist.

Der Pferdefuß am Lehrer ist die Tatsache daß du wenig Wissen dafür viel Lebensweisheit vermitteln mußt. Genau daran verzweifeln viele.
Ich halte den Lehrerberuf für nicht leicht. Aber die Schwierigkeiten sind in den wenigesten Fällen Fachlicher Natur.
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Off-topic #797658 - 04.02.12 23:40 Re: Das Land Hessen zockt uns ab. [Re: HeinzH.]
falk
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Zitat:
Bei einem Ebook erwerbe ich in der Regel nur eine Lizenz, die an meine Endgeräte gebunden ist. Ich kann es behalten oder löschen - mehr nicht.

Sollte man nicht besser das elend verstaubte und früh selektierende gegliederte Schulsystem abschaffen? Leute, die sich für was Besseres halten, haben wir schon mehr als genug. Im Zug der technologischen Veränderungen der letzten Jahrzehnte sollten wir zu einer allgemeinbildenden zwölfjährigen Schulzeit kommen, vielleicht mit einem Notausgang nach der zehnten Klasse.
Falk, SchwLAbt
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Off-topic #797661 - 04.02.12 23:51 Re: Das Land Hessen zockt uns ab. [Re: falk]
veloträumer
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Beiträge: 6197
Hallo Falk,
das Zitieren musst du nochmal üben. Die unkontrollierte Benutzung der Copy-Taste führt sonst direkt zu von Guttenberg. zwinker
Liebe Grüße! Ciao! Salut! Saludos! Greetings!
Matthias
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Off-topic #797664 - 05.02.12 00:02 Re: Das Land Hessen zockt uns ab. [Re: veloträumer]
falk
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Hast Recht. Wird wohl am Browsercache liegen. Ich wollte eigentlich den Satz von HeinzH einfügen, in dem er dem Schulsystem steigende Probleme bei Abschaffung der Sonderschulen prophezeit.
Falk, SchwLAbt
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#797684 - 05.02.12 02:46 Re: Das Land Hessen zockt uns ab. [Re: slayerman]
tkikero
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In Antwort auf: slayerman
...

Welchen Beruf lernt man zu Schulzeiten denn schon so gut kennen wie den des Lehrers?
Gruß,
Manu


Soso ... wohl auch jeder Clochard, der einmal ein paar Jahre (als Schüler!) auf einer Schule war, "kennt" also den Lehrerberuf ... wirr
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#797685 - 05.02.12 03:12 Re: Das Land Hessen zockt uns ab. [Re: rolf7977]
tkikero
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In Antwort auf: rolf7977

Oder jemand studiert dringend benötigte Fächer und beißt sich dafür durch ein schwieriges Studium, wofür sich die Erdkunde- und Sozialkundelehrer zu fein waren? Die einzig logische Konsequenz wäre doch eine bessere Bezahlung (Angebot und Nachfrage...)!

[ ... ]

Dann die Frage: wer wird heute Lehrer? Wenn ich mir das Personal angucke, was heute da ist, dann wird mir richtig bange. Ein Lehrer sollte fachlich kompetent, persönlich gefestigt und pädagogisch gebildet sein. Die wenigsten Lehrer auf dem Gymnasium meiner Tochter erfüllen diese Bedingungen auf einmal.


1) Was ist besser, ein Lehrer, der ein Fach studiert, weil es gerade benötigt wird, oder einer, der sein Fach wertschätzt? Ein unmotivierter Mathe/Physikpauker richtet auf alle Fälle einen Schaden an, mit größerer Wahrscheinlichkeit als hochmotivierte Sozial- und Erdkundelehrer.


2) Lehrer werden überwiegend an Hochschulen ausgebildet. Fachlich kompetente, persönlich gefestigte und pädagogisch gebildete Hochschullehrer sind da leider längst nicht mehr die Regel. Kooptation statt Leistungsprinzip, Vetternwirtschaft, Klüngeleien vom Feinsten sind da eher der Normalfall.
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#797725 - 05.02.12 10:37 Re: Das Land Hessen zockt uns ab. [Re: mgabri]
Toxxi
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In Antwort auf: mgabri
Ich halte den Lehrerberuf für nicht leicht. Aber die Schwierigkeiten sind in den wenigesten Fällen Fachlicher Natur.


Da bin ich mir nicht sicher. Fachwissen ist neben der Pädagogik die Grundlage des Lehrerberufes.

Wenn das Fachwissen fehlt, Zusammenhänge zu erkennen, dann wird es auch schwer, den Schülern dieses Fachwissen weiter zu vermitteln. Dann ist der Lehrer nämlich nicht in der Lage, anhand von Modellen oder Analogien den Schülern was beizubringen, sondern paukt stumpfsinnig auswendig.

Ob das nun viele oder wenige Lehrer betrifft, kann ich nicht beurteilen.

Gruß
Thoralf
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#797768 - 05.02.12 11:48 Re: Das Land Hessen zockt uns ab. [Re: Toxxi]
Tine
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Ein guter Lehrer - eine gute Lehrerin - zeichnet sich aus durch

* sehr gutes Fachwissen,
* gute methodisch-didaktische Kompetenzen (d.h. er/ sie weiß wann man wieviel und mit welchen Methoden vermittelt, damit Schüler, Auszubildende und andere Lernende dem Unterrichtsstoff folgen können),
* dass er/ sie den Unterrichtsstoff "liebt", d.h. mit Begeisterung dabei ist und begründen kann, warum der Stoff für die Lernenden wichtig ist,
* Einfühlung in Lernschwächen, Lernschwierigkeiten und temporäre Lernbehinderungen der Lernenden und Kompetenz zur Entwicklung kurzfristiger Alternativen,
* und er/ sie ist - das ist für mich das Allerwichtigste - wertschätzend gegenüber den Lernenden, d.h. akzeptiert sie auch mit ihren Einschränkungen, Störungsmustern und Eigenheiten.

Mein pädagogisches Vorbild, dass mich seit vielen Jahren erfolgreich leitet, Carl Rogers, sprach von unabdingbarer Wertschätzung. Eine Forderung, die viele Lehrkräfte als völlig überzogen ablehnen. Eine Haltung, die der Schlüssel zu allen Gruppen war, mit denen ich bisher gearbeitet habe.

Wenn alles zusammenkommt, gibt es immer noch Schwierigkeiten, Störungen, systemische Rahmenbedingungen, die das Lernen behindern. Die "Schwingungen" zwischen Lehrendem und Lernenden jedoch stimmen - das ist der Grundstein. Eine gute bis hervorragende Bezahlung ist ein guter Motivator für Lehrende, an sich selbst hinsichtlich der oben genannten Voraussetzungen zu arbeiten. Ein Garant ist sie nicht, und die staatliche Absicherung hat sich nicht selten eher als Hindernis erwiesen, weil man sich ja nicht immer neu anstrengen muss in der eigenen Weiterentwicklung als Lehrende/r.

Grüße, Tine
wikivoyage.org sucht Unterstützung: Erfahrungen mit Transportmitteln, Unterkünften, Reiserouten weltweit sind gefragt - u.a. zu Orten und Regionen in UK. Infos zur Mitarbeit gerne per PN.

Geändert von Tine (05.02.12 11:52)
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Off-topic #797778 - 05.02.12 12:00 Re: Das Land Hessen zockt uns ab. [Re: tkikero]
slayerman
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Mit seinem/ihrem Dasein als "Clochard" ist er/sie mit Sicherheit besser vertraut, da hast du recht...
Lg,
Manu
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Off-topic #797800 - 05.02.12 12:42 Re: Das Land Hessen zockt uns ab. [Re: Tine]
Leif
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Hallo, Tine!

Ich muss sagen, dass ich deinen Aussagen unbedingt zustimmen muss. Das Problem ist ein anderes. Wenn der Lehrer alles mitbringt, unter anderem

In Antwort auf: Tine


* Einfühlung in Lernschwächen, Lernschwierigkeiten und temporäre Lernbehinderungen der Lernenden und Kompetenz zur Entwicklung kurzfristiger Alternativen,



Was bringt das, wenn er schleicht keine Zeit hat, sich im Rahmen des Unterrichts darum zu kümmern?
Natürlich sollte sich ein Lehrerauf die Bedürfnisse seiner Schüler konzentrieren. Der Schlüssel dazu liegt aber vor allem in einem gesunden Lehrer-Schüler Verhältnis. Das fängt beim Zahlenverhältnis an.

Das mit der unabdingbaren Wertschätzung ist ein gutes Konzept. In der Realität ist es oft schlicht Angst, die eine Annäherung zwischen Schülern und Lehrern verhindert. Top Thema in den Grundseminaren an der Uni ist oft "Unterrichtsstörungen" etc. - weil viele angehende Lehrer sich daran erinnern, wie sie damals den Unterricht wahrgenommen haben. Es gehört bei Vielen einiges an Erfahrung dazu, um zu lernen, dass Schüler Kinder sind - ich hoffe Du verstehst, was ich meine.

Ich denke, die meisten Lehrer machen ihren Job gerne. Aus Leidenschaft. Viele Schulen wären schon längst zusammengebrochen, wenn sie nicht ihr Herzblut und ihre Zeit investiert hätten. Das geht aber nur bis zu einem bestimmten Maße.

Das mit der Bezahlung war der Auslöser für mein Schreiben hier. Der Lehrerberuf ist gut bezahlt. Aber viele Lehrer stecken in prekären Beschäftigungsverhältnissen. Hinzu kommt, dass zumindest hier die Wertschätzung seitens des Kultusministeriums und der Schulämter fehlt. Das kann aber auch daran liegen, dass dort seit Jahren Stellen abgebaut werden. Meine Frau hatte im November ein Vorstellungsgespräch wegen einer Leitungsposition an ihrer Schule, die dringend besetzt werden muss. Die Stelle war zum 01.02 ausgeschrieben, am 29.01 hat Sie ihre Zusage bekommen. Weil der Gesamtpersonalrat die Unterschrift noch nicht geleistet hat, dauert es wieder mindestens 14 Tage länger, bis sie ihre Verbeamtung auf Probe durch hat. Die Probezeit von 24 Monaten, in der die Amtszulage von 150 Euro pro Monat nicht gezahlt wird verlängert sich ebenfalls. Allein diese 14 Tage bedeuten für uns einen Einschnitt von 500 Euro.
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#798305 - 07.02.12 00:17 Re: Das Land Hessen zockt uns ab. [Re: slayerman]
tkikero
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In Antwort auf: slayerman
Mit seinem/ihrem Dasein als "Clochard" ist er/sie mit Sicherheit besser vertraut, da hast du recht...
Lg,
Manu


Tja ...
Über Obdachlose wird am meisten dummes, vorurteilsbeladenes Zeug geredet, gleich danach kommt das Gerede über Lehrer. Jeder weiß sofort, was der Obdachlose besser machen könnte in seinem Leben und was er alles falsch macht oder falsch gemacht hat. Seltsamerweise weiß auch jeder, was die Lehrer besser machen könnten!

Eine verblüffende Parallele, auf die Du mich da gebracht hast. Die Parallel geht ja so weit, dass ein nicht kleiner Teil der Bevölkerung glaubt - wenn nicht gerade mal Winter ist, mit strengen Nachtfrösten - den Obdachlosen hier ginge es noch viel zu gut, die hängen den ganzen Tag nur rum, arbeiten nix, die haben's doch eigentlich gut ... und das bei garantierter staatlicher Absicherung. Wenn es den Obdachlosen schon zu gut geht, dann den deutlich besser bezahlten "Rumhängern und Nixarbeitern" im staatlichen Schuldienst erst recht !!

So wird das nix mit der Bildungsrepublik D.




Geändert von tkikero (07.02.12 00:18)
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Off-topic #798308 - 07.02.12 00:35 Re: Das Land Hessen zockt uns ab. [Re: tkikero]
slayerman
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Auf welche Parallele habe ich dich denn gebracht, du hast das mit dem Clochard doch zuerst erwähnt, warum auch immer?
Lg,
Manu
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#798330 - 07.02.12 09:49 Re: Das Land Hessen zockt uns ab. [Re: tkikero]
KUHmax
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Hallo,

In Antwort auf: tkikero
Was ist besser, ein Lehrer, der ein Fach studiert, weil es gerade benötigt wird, oder einer, der sein Fach wertschätzt? Ein unmotivierter Mathe/Physikpauker richtet auf alle Fälle einen Schaden an, mit größerer Wahrscheinlichkeit als hochmotivierte Sozial- und Erdkundelehrer.


dann kommt aber noch die Frage hinzu: Ist der unmotiviert als Mathematiker/Physiker oder als Lehrer. Die schlimmsten Fälle, die ich kenne, sind fachlich durchaus qualifizierte "Fachidioten", die der Ansicht sind, dass die Schüler eben zu doof sind für ihre heilige Mathematik oder Physik.

Gruß, Karin
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#798339 - 07.02.12 10:38 Re: Das Land Hessen zockt uns ab. [Re: mgabri]
jutta
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Ich finde es vor allem schlimm, dass es keinen Respekt mehr gibt. Sicher ist icht alles, was ein Lehrer veranstaltet, richtig. Aber dann gleich mit Anwalt drohen ...
Und der Standpunkt mancher Eltern: mein Kind muss aufs Gymnasium ... ist schlimm für das Kind und die Kinder, die wirklich das Wissen haben und wertet die Realschule ab. (Meine Mutti erzählte immer, dass sie nicht zur Realschule gehen konnte, weil ihr älterer Bruder schon ging und für beide das Geld nicht reichte)
Gruß Jutta
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#798408 - 07.02.12 13:42 Re: Das Land Hessen zockt uns ab. [Re: tkikero]
Mirko-DE
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In Antwort auf: tkikero

1) Was ist besser, ein Lehrer, der ein Fach studiert, weil es gerade benötigt wird, oder einer, der sein Fach wertschätzt? Ein unmotivierter Mathe/Physikpauker richtet auf alle Fälle einen Schaden an, mit größerer Wahrscheinlichkeit als hochmotivierte Sozial- und Erdkundelehrer.


Das mag ja richtig sein, aber dennoch gibt es eklatante Unterschiede in den Ansprüchen der entsprechenden Studienfächer und dementsprechend in dem Wert der Qualifikation. Ich bekomme/bekam es ja am eigenen Leib zu spüren da ich durch das Bachelor/Master System in beide "Welten" reinsehen konnte. Zudem hat die Wahl eines Faches wie Sozialkunde oder auch Geographie vermutlich ähnlich häufig etwas mit tatsächlicher "Wertschätzung" für das Fach zu tun, wie mit dem Wunsch recht einfach durchs Studium zu kommen. So zumindest die Aussagen etlicher Mitstudierender (ein entsprechendes Studiendesign um das nachzuweisen wäre mal nen interessanter aber kaum machbarer Ansatz für ne Doktorarbeit schmunzel )

Wichtiger als die unterschiedliche Bezahlung der verschiedenen Fachlehrer wäre mir auch eine leistungsabhängige Bezahlung im schulfairem Vergleich. So würden vermutlich etliche Lehrer mehr "den Arsch hochkriegen".
Liebe Grüße

Mirko
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#798432 - 07.02.12 14:33 Re: Das Land Hessen zockt uns ab. [Re: tkikero]
Toxxi
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In Antwort auf: tkikero
1) Was ist besser, ein Lehrer, der ein Fach studiert, weil es gerade benötigt wird, oder einer, der sein Fach wertschätzt? Ein unmotivierter Mathe/Physikpauker richtet auf alle Fälle einen Schaden an, mit größerer Wahrscheinlichkeit als hochmotivierte Sozial- und Erdkundelehrer.


Damit hast Du zweifellos recht.

Das ist aber ein Problem, das nicht nur die Lehrer betrifft, sondern sehr viele Berufe. Warum studieren so viele Leute Jura oder BWL?

Ich will das keineswegs relativieren, nur darauf hinweisen, dass man da eben nicht nur bei den Lehrern ansetzen muss. Und ich sehe da wirklich Schwierigkeiten. Wie will man bei der Wahl des Studienfaches selektieren, ob das jemand aus Motivation studiert, oder nur um einen sicheren Job zu bekommen?


In Antwort auf: tkikero
Kooptation statt Leistungsprinzip, Vetternwirtschaft, Klüngeleien vom Feinsten sind da eher der Normalfall.


Da möchte ich zumindest für die Naturwissenschaften vehement widersprechen.

Gruß
Thoralf
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#798475 - 07.02.12 17:42 Re: Das Land Hessen zockt uns ab. [Re: Mirko-DE]
tkikero
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In Antwort auf: Mirko-DE
In Antwort auf: tkikero

1) Was ist besser, ein Lehrer, der ein Fach studiert, weil es gerade benötigt wird, oder einer, der sein Fach wertschätzt? Ein unmotivierter Mathe/Physikpauker richtet auf alle Fälle einen Schaden an, mit größerer Wahrscheinlichkeit als hochmotivierte Sozial- und Erdkundelehrer.


Das mag ja richtig sein, aber dennoch gibt es eklatante Unterschiede in den Ansprüchen der entsprechenden Studienfächer und dementsprechend in dem Wert der Qualifikation. [...]


Der Unterschied zw. den Studienfächern ist der, dass man es sich in einigen leichter machen kann, nicht, dass sie "anspruchsloser" sind. Durch das "es sich leichter" machen entwertet man natürlich seine Qualifikation, das merken aber viele Studierende leider erst zu spät (und die Studienberater reden sich da den Mund fusslig, es will immer keiner hören ...);

Um mal ein Beispiel an der von Dir leicht "geschmähten" Sozialkunde zu geben: Das Fach war früher zumindest eigentlich ein halbes Politologie- und Soziologiestudium. Beide Fächer teilen sich auf in diverse Teilgebiete. Einige davon verwenden empirische Methoden, die hohe Ansprüche an mathematisches und analytisches Denken stellen (sowie die Bereitschaft, sich mit komplexer Statistiksoftware auseinanderzusetzen; vom Springer Verlag gibt es dazu eine Schwarte über Statistik für Sozialwissenschaften, die auch ein begabter Mathestudent nicht in einer Woche durchackert). Wer sich da durchbeißt, der erwirbt wertvolle Schlüsselqualifikationen (die braucht der Lehrer allerdings gar nicht, wohl aber der Vollblutsoziologe/politologe, spätestens dann, wenn sie nach dem Studienende einen Job suchen, dann haben es die "reinen Philosophen" schwer, falls sie nicht das Talent haben, exorbitant gute Bücher schreiben zu können ...).

Zum Lehrfach an Schulen kann man auch noch etwas Interessantes beitragen: Unter Lehrern gilt Sozialkunde als eines der Fächern, das unter methodisch-didaktischen Gesichtspunkten als eines der Schwierigsten gilt.

Matheunterricht zum Thema Polynomdivision mit einem Fünfer-Block Neonazis in der Klasse ist meist einfacher als Sozialkundeunterricht zu irgendeinem (!) Thema aus diesem Fach.

Vom Matheunterricht erwartet man das Vermitteln mathematischer Kompetenzen, vom Sozialkundeunterricht (und auch vom Geschichtsunterricht) bisweilen sogar die "Reparatur" entgleister Jugendlicher. Das sagt niemand gerne so offen, aber das, was zu mir schon durchdrang, klang so, als hätte man (mal wieder) die Geschichts- und Sozialkundefachlehrer fragend/leicht vorwurfsvoll angeschaut, als der Hintergrund der so genannten "Döner-Morde" bekannt wurde. Die Lehrer in den naturwissenschaftlichen Fächern schaut in solchen Fällen niemand fragend an.
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#798479 - 07.02.12 18:00 Re: Das Land Hessen zockt uns ab. [Re: Toxxi]
tkikero
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In Antwort auf: Toxxi
[

Da möchte ich zumindest für die Naturwissenschaften vehement widersprechen.



Es gibt da eine deutlich bessere finanzielle Ausstattung, ein schnelleres Peer-Review und methodische Vorteile (der Volkswirtschaftler kann leider nicht Griechenland und Spanien mal probeweise pleite gehen lassen, um zu sehen, was dann passiert, und wenn es nicht gut geht, es anders probieren ...), die Karriere trotz "Null-Leistung" erschweren.

Dennoch hat es da in den letzten Jahren "Durchstechereien" von Guttenbergschen Ausmaßen gegeben, leider.

Den berühmten "Herdentrieb" gibt es in den Naturwissenschaften ebenfalls, und Forschungsergebnisse, die sich nach den Wünschen des Finanziers richten, gibt es auch.
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#798484 - 07.02.12 18:23 Re: Das Land Hessen zockt uns ab. [Re: tkikero]
Toxxi
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Damit hast du sicherlich Recht recht. Aber von dem Ausmaß, dass Klüngeleien der Normalfall sind, sind wir doch noch relativ weit entfernt.

Dass es bei uns nicht mehr Guttenbergs gibt, liegt wohl weniger daran, dass die Naturwissenschaftler besser Menschen sind, sondern eher daran, dass solche Betrügereien mehr oder weniger sofort auffliegen würden.

Gruß
Thoralf
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#798661 - 08.02.12 09:57 Re: Das Land Hessen zockt uns ab. [Re: Mirko-DE]
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Hallo!

Ich respektiere den schweren Beruf des Lehrers immer noch sehr. Die im Notenschnitt Besten meiner Klassenkameraden haben diesen Beruf aus echter Überzeugung gewählt. Ihre Noten hätten auch gereicht, um etwa Medizin zu studieren. Meine Töchter musste ich jedoch nicht erst noch warnen, einen Lehrberuf zu ergreifen. Ganz fern der Bildungswelt bin ich als Radreise-Rentner noch nicht. Jetzt im Winter betreibe ich zeitweise freiwillige Hausaufgabenbetreuung - nicht nur für meine Enkel.

Ich lese täglich Bild, auch deren Pendants aus der Schweiz und Österreich. Die deutsche Bundes-Familienministerin - und ihre Anhängsel - fordern "Facebook-Unterricht". Die Bildungsminister der Länder kochen dagegen ihre eigenen Süppchen.
http://www.bild.de/digital/internet/face...10690.bild.html

Die Reformideen reißen nicht ab, endlich eine ganz neue. Ich verfolge die Bildungspolitik nur am Rande. Die zyklisch auftretenden "Reformvorschläge" sind hinlänglich bekannt. Von ernsthaften, systemfernen Reformern vorgebrachte Empfehlungen wurden engstirnig ignoriert, als der Zeitpunkt für echte Reformen noch günstig war. Ich hatte das große Glück, zur Zeit des "Bildungsnotstands", als der Bildungsverfall schon deutlich zu erkennen war, aus dem Öffentlichem Schulbetrieb ausgeschlossen zu werden. Handhabe bot damals den Etablierten der "Radikalenerlass". Der Rausschmiss war das Beste, was mir in meiner beruflichen Karriere passieren konnte. Für mich ist es heute ein Horror, die Zustände an den Schulen zu sehen, wenn ich zufällig zur Pausenzeit an einem Schulhof vorbeiradle. Ich trete ein paar Frequenzen höher, und suche das Weite.

Ich habe einmal einer Dominikanerin, die mir in einem Forum wegen ihrer kompetenten Stellungnahmen aufgefallen war, hilfreiche Empfehlungen gegeben, um ihr katastrophales schriftliches Erscheinungsbild in deutscher Sprache nach und nach zu verbessern. Sie lehnte mein Ansinnen entrüstet ab. Zwei Jahre später zeigte sie sich im Forum mit ansehnlichen deutschen Sprachkenntnissen, auch orthographischen.

Ein Indiz für den allgemeinen Bildungsverfall: Hier im Forum versucht gelegentlich mancher, als Student der XX-Wissenschaft seine Fake-Identität aufzupolieren, auf einem Sprachniveau, das unter dem meiner einstigen, besten Hauptschülerinnen liegt.
Gruß Sepp
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#798860 - 08.02.12 21:46 Re: Das Land Hessen zockt uns ab. [Re: Toxxi]
tkikero
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In Antwort auf: Toxxi

...
Bei uns wird böse behauptet: Diejenigen, die fürs Chemiestudium zu blöd sind und durch die ersten Klausuren fallen, satteln um auf Lehramt. ...


Es gab in Bayern mal Zeiten, da galt die Zwischenprüfung des Lehramtsstudium Gymnasium sogar als schwerer als das Vordiplom.

Vielleicht wurden die Anforderungen gesenkt, damit man überhaupt noch ausreichend Lehrer in den Naturwissenschaften bekommt. Es gibt jetzt ja schon Fälle, in denen man Studenten als Mathelehrer einsetzt ...
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#798913 - 09.02.12 07:31 Re: Das Land Hessen zockt uns ab. [Re: tkikero]
Toxxi
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In Antwort auf: tkikero
Es gibt jetzt ja schon Fälle, in denen man Studenten als Mathelehrer einsetzt ...


In einigen Bundesländern wurden Naturwissenschaftler gesucht, um für einige Jahre als Lehrer zu arbeiten. Pädagogische Grundausbildung wurde gestellt, ebenso Betreuung durch das Schulamt während der zwei Jahre.

Ich habe in den letzten Jahren mehrere solche Stellenanzeigen gelesen.

Gruß
Thoralf
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Off-topic #798914 - 09.02.12 07:31 Re: Das Land Hessen zockt uns ab. [Re: Wendekreis]
Toxxi
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In Antwort auf: Wendekreis
Ein Indiz für den allgemeinen Bildungsverfall: Hier im Forum versucht gelegentlich mancher, als Student der XX-Wissenschaft seine Fake-Identität aufzupolieren, auf einem Sprachniveau, das unter dem meiner einstigen, besten Hauptschülerinnen liegt.


Woher weißt Du, wer eine Fake-Identität hat und wer nicht, und wer davon Student ist und wer nicht? verwirrt
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#799031 - 09.02.12 13:13 Re: Das Land Hessen zockt uns ab. [Re: Toxxi]
Leif
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In Antwort auf: tkikero
Es gibt jetzt ja schon Fälle, in denen man Studenten als Mathelehrer einsetzt ...


In Hessen gab es ein Konzept "Unterrichtsgarantie Plus". Das heißt inzwischen "verlässliche Schule".

Im Rahmen dieses Konzeptes können Privatpersonen im Falle von Unterrichtsausfall Klassen "beaufsichtigen", die Kinder werden nicht nach Hause geschickt, es gibt folglich keinen Unterrichtsausfall, der die Statistik verunreinigt.

Natürlich würden die Schulen gerne quailifizierte Menschen für diesen Job haben. Es hat sich auch herausgestellt, dass fast ausschließlich Lehramtsstudenten diesen Unterricht übernehmen. Theoretisch kann es aber jeder machen, der gewisse pädagogische Grundkenntnisse hat. Ein polizeiliches Führungszeugnis oder eine Erste-Hilfe-Ausbildung werden nicht gefordert.

In der Praxis ist hier ordentlicher Unterricht nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich. Die Vertretungskräfte dürfen keine Noten geben, rechtlich haben sie noch nichteinmal eine ordentliche Aufsichtspflicht. Für die Schüler kann es eine tolle Möglichkeit sein, auszuteste, wie man einen Lehrer zum Heulen treiben kann.

Finanziell ist das Konzept natürlich ein Erfolg. Die Studenten und Hasufrauen bekommen 20-25 Euro pro Unterrichtsstunde. Ein fest angestellter Lehrer, der als Vertretungsreserve fungiert wäre viel teurer.

Es entsteht ein Teufelskreis: Viele Lehramtsstudenten gehen in Hessen an den Schulen arbeiten und sorgen wiederum dafür, dass das Land weniger Lehrer einstellen muss.

Geändert von Leif (09.02.12 13:15)
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#799083 - 09.02.12 17:43 Re: Das Land Hessen zockt uns ab. [Re: tkikero]
Mirko-DE
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In Antwort auf: tkikero

Vielleicht wurden die Anforderungen gesenkt, damit man überhaupt noch ausreichend Lehrer in den Naturwissenschaften bekommt. Es gibt jetzt ja schon Fälle, in denen man Studenten als Mathelehrer einsetzt ...


Die Ansprüche im Bachelor unterscheiden sich nicht, da studiert jeder das Gleiche ob Fachwissenschaftler oder Lehrämtler. Man bewirbt sich mit seinem Bachelorzeugnis dann auf einen weiterführenden Master der dann entweder die Lehramtsqualifikation oder eine fachwissenschaftliche Spezialisierung beinhaltet.

Der Lehrermangel ist derzeit offenbar wirklich eklatant. An einer meiner Praktikumsschulen hätte ich ab der 2. Woche den Chemieunterricht für 2 Klassen übernehmen sollen. Natürlich im Rahmen des Praktikums und unentgeltlich. Das gleiche habe ich von einigen Bekannten auch bereits gehört. Auch arbeiten viele in Angeboten wie Informatik AG's als Betreuer.
Liebe Grüße

Mirko
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Off-topic #799087 - 09.02.12 17:45 Re: Das Land Hessen zockt uns ab. [Re: Wendekreis]
Mirko-DE
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Da du mir antwortet, soll ich das nun als Vorwurf einer "falschen Identität" und mangelnden Deutschkenntnissen deuten? Hoffentlich nicht verwirrt
Liebe Grüße

Mirko
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#799094 - 09.02.12 17:54 Re: Das Land Hessen zockt uns ab. [Re: tkikero]
Mirko-DE
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In Antwort auf: tkikero

Der Unterschied zw. den Studienfächern ist der, dass man es sich in einigen leichter machen kann, nicht, dass sie "anspruchsloser" sind. Durch das "es sich leichter" machen entwertet man natürlich seine Qualifikation, das merken aber viele Studierende leider erst zu spät (und die Studienberater reden sich da den Mund fusslig, es will immer keiner hören ...);


Anspruch und Wirklichkeit liegen an der Uni ja oft sehr weit auseinander.

In Antwort auf: tkikero

Um mal ein Beispiel an der von Dir leicht "geschmähten" Sozialkunde zu geben: Das Fach war früher zumindest eigentlich ein halbes Politologie- und Soziologiestudium. Beide Fächer teilen sich auf in diverse Teilgebiete. Einige davon verwenden empirische Methoden, die hohe Ansprüche an mathematisches und analytisches Denken stellen (sowie die Bereitschaft, sich mit komplexer Statistiksoftware auseinanderzusetzen; vom Springer Verlag gibt es dazu eine Schwarte über Statistik für Sozialwissenschaften, die auch ein begabter Mathestudent nicht in einer Woche durchackert). Wer sich da durchbeißt, der erwirbt wertvolle Schlüsselqualifikationen (die braucht der Lehrer allerdings gar nicht, wohl aber der Vollblutsoziologe/politologe, spätestens dann, wenn sie nach dem Studienende einen Job suchen, dann haben es die "reinen Philosophen" schwer, falls sie nicht das Talent haben, exorbitant gute Bücher schreiben zu können ...).



Auch da hast du absolut recht. Ich selbst habe nur eine Einführung in die Statistik genossen und habe das Themengebiet als sehr umfassend und schwierig in Erinnerung. Vermutlich auch ein Grund warum viele "Vollblutsoziologen" nach dem Studium sehr häufig fachfremd arbeiten müssen. Mein Lieblingsprofessor (bevorzugte Kritik an Erstsemestern: "Waren Sie auf der Baumschule?!") sprach mal recht despektierlich von "Taxifahrerstudenten" lach
Liebe Grüße

Mirko
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Off-topic #799100 - 09.02.12 18:06 Re: Das Land Hessen zockt uns ab. [Re: Mirko-DE]
Wendekreis
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Keineswegs: Ich zweifle weder an Deiner Identität noch an Deinen Deutsch-Kenntnissen. Dazu nehme ich auch nicht Stellung, solange ich persönlich in Ruhe gelassen werde.

Geantwortet habe ich ganz ziellos wegen dieser Passage: "... deswegen werde ich vermutlich auch Lehrer".
Dies wühlt bei manchem Ressentiments auf, und provoziert die allfälligen Kommentare.
Gruß Sepp
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#799202 - 10.02.12 08:42 Re: Das Land Hessen zockt uns ab. [Re: KUHmax]
irg
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Hallo!

Jetzt antworte ich einfach auf irgendeinen Beitrag dieses langen Threads.
Die aktuelle Diskussion dreht sich v.a. um die LehrerInnen, um deren Motivation, deren Können, etc, aber auch deren Schwierigkeiten.
Ich schlage vor, den Blickwinkel weiter zu wählen. Wir müssen das Bildungssystem als Ganzes anschauen, und, wie ich überzeugt bin, ändern. Das, das wir aktuell haben, funktioniert bei den heutigen Anforderungen nicht mehr. (Ich spreche aus praktischen Erfahrungen aus Österreich, soweit ich die Bildungslandschaft in Deutschland verfolgen kann, dürfte es bei euch auch nicht besser sein, vielleicht noch schlimmer.)

Zum Beginn meines Schulbesuches (1967) hat Schule für Kinder und Jugendliche noch v.a. aus Kuschen und dem widerspruchslosen Wiederkäuen von frontal dargebotenen Lerninhalten bestanden. Aktives Denken wurde, abgesehen von seltenen Talenten unter den LehrerInnen, nicht gewünscht, wer eigenständig agierte, war schnell ein "Problemschüler". Diese Schule hat damals vielleicht noch für das Leben gereicht (woran ich aber starke Zweifel habe), in dem im Beruf v.a. erwartet wurde, dass sich der Dienstnehmer ohne eigenen Vorstellungen hinein zu fügen hatte und seinen Job herunter bog, ohne nur irgendetwas zu hinterfragen.
Das funktioniert alles nicht mehr: Wir brauchen kreative Köpfe, selbstständig denkende Personen, möglichst intelligent und belastbar sollen sie auch sein. Eine Schule wie oben pointiert beschrieben kann solche Persönlichkeiten zwar nicht völlig verhindern, Fördern schaut aber ganz anders aus.

Dazu werden die Jugendlichen immer schwieriger, um das einmal plakativ in den Raum zu stellen. (So einfach ist das natürlich bei Weitem nicht.) Wer früher ängstlich gekuscht hat, begehrt heute auf, und die Umgebung der Jugendlichen hat sich gegenüber der unseren dramatisch geändert: Sie müssen weit mehr leisten als wir Älteren in der gleichen Schulstufe (dazu gibt es Studien), die gesamte Welt wird weit komplexer, und dazu wird die Welt der Kinder und Jugendlichen im Schnitt häufig unsicherer. Dass dann einige auffällig werden wundert mich nicht.

Diese Kinder und Jugendlichen sind dann in der Schule, und die LehrerInnen, die zwar brav für ihr Fach gelernt haben, staunen Bauklötze, mit welchen Themen sie plötzlich umgehen müssen, für welche Probleme sie eine Lösung finden müssen, um noch so etwas wie Unterricht stattfinden lassen zu können. Und nach dem Staunen lauert schnell die Überforderung. Für das, was da kommen kann, wurde niemand ausgebildet, und, was weit schlimmer ist, es fehlt auch ein brauchbares Instrumentarium für die Kompetenten. Wir brauchen SozialarbeiterInnen an den Schulen. Wir müssen weit über die Schule mit den Interventionen hinaus reichen können, um denen, die Probleme haben und daher Probleme machen, wirklich helfen zu können und der Schule wieder ihre Aufgabe zurück geben zu können, die sie eigentlich hat: Ein Raum zu sein für Staunen, für Lernen (damit meine ich jetzt nicht stumpfsinniges Stucken), für Experimentieren, für Kreativität.
In nordischen Ländern funktioniert das, weil es gewollt und auch finanziert wird, bei uns habe ich den Eindruck, die handelnden PoliteikerInnen wollen zwar eine Lösung, sie soll aber nichts wirklich ändern. So halt ein bisserl neue Schule, mehr nicht, und das möglichst billiger als bisher.
Das wird u.a. bei der Integration deutlich: Dass Integration funktioniert, wissen wir aus vielfachen Erfahrungen aus vielen Ländern, wie auch aus Österreich. Aber quasi zum Nulltarif, bei dem das behinderte Kind einfach in die Regelkalsse gesetzt und dort weitgehend vergessen wird, wie das offenbar Deutschland vor hat (ich überspitze, ich weiß!), wird das nicht gut gehen.

In Österreich halten sehr oft v.a. die SonderschullehrerInnen die Klasse noch im Lot, denn sie sind es, die in den höheren Schulstufen fast immer in der Klasse stehen. Bei ihnen landen die Probleme. Und sie sind es v.a., die sich häufig überfordern und mehr oder weniger selbst kaputt machen. Aber andere rackern sich genauso mit Problemen ab, die eigentlich nicht die ihren sind.
Und deshalb schaut es in der Teams in den Schulen aus, wie es ausschaut: Sehr viele sind engagiert, viele arbeiten gut, aber nicht übermäßig (schauen also gut auf sich, leider auf Kosten der Engagierten) und manche tun nur mehr, was sie unbedingt müssen (manche aus Resignation und manche aus der Haltung, dass ein Lehrer "am Vormittag recht und am Nachmittag frei hat"; letztere sollten aus der Schule entfernt werden).

Wenn wir unseren Platz auf der Butterseite der Welt behalten wollen, werden wir Bildung völlig anders begreifen und gestalten müssen, und damit auch Schule: als einen Ort, an dem aktiv gelernt wird, in dem Vielfalt als Chance begriffen wird, der Stärken födert und individuelle Entwicklung unterstützt. Dass das geht, hüpfen uns andere Länder vor. Wir brauchen nur den Mut, es auch zu machen.

Und in so einem Schulsystem werden, bin ich mir sicher, viele LehrerInnen wieder Aktivitäten und Stärken entfalten, die ihnen vorher niemand mehr zugetraut hätte. Den anderen müssen wir dann Hilfe beim Ausstieg geben.

lg! georg
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#799215 - 10.02.12 10:00 Re: Das Land Hessen zockt uns ab. [Re: irg]
jovo
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Schöner Text, Georg, der viel Richtiges sagt.
Wo ich aber widerspreche ist dein Anliegen, die Individualität zu fördern.
Natürlich ist der stumpfsinnig handelnde Arbeitnehmer, der nicht denken darf, nicht mehr gewünscht, bzw. wird nicht mehr gebraucht.
Aber trotzdem müssen die Kids erstmal lernen, dass die eigene Individualität auch Grenzen hat. Genau das ist imo heute ein Problem. Ein riesiger Teil der Menschen tut sich verdammt schwer, sich nach anderen zu richten, weil die eigene Individualität Vorrang hat. So funktioniert es aber auch nicht. Zur Schule gehört also auch erstmal dazu zu lernen Anweisungen anzunehmen und auszuführen. Individualität fördern kann dann später, also vielleicht ab der Oberstufe, in der Berufsausbildung oder im Studium gefördert werden.

Wobei ich noch anmerken will: Zu lernen, sich nach anderen zu richten ist nicht nur Aufgabe der Schulen. Da müssen die Eltern auch wieder mitziehen.
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Satzzeichen sind keine Rudeltiere.
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#799227 - 10.02.12 10:57 Re: Das Land Hessen zockt uns ab. [Re: jovo]
irg
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Hallo!

Ein Individuum, das das Seine mit der Brechstange durchzieht, ist nicht selbstbewusst, sondern rücksichtslos. Für mich sind Individualität und Anpassung an die anderen kein Widerspruch. Es kann aber einer sein, besonders wenn eine der beiden Seiten unfaire Spielregeln benützt oder benützen will, muss aber nicht.

Meine Jüngste ist der sturste Bock und eine der individuellsten Persönlichkeiten, die ich jemals kennen gelernt habe, und gleichzeitig ein sehr soziales Kind, das in der Klasse in keinster Weise negativ auffällt. Einen behinderten Mitschüler, der sich u.a. mit dem Anpassen sehr schwer tut, schätzt sie sehr und unterstützt ihn auch. Und das gleiche Kind hatte bei einer pädagogisch sagen wir einmal mäßig kompetenten Kindergartenpädagogin gleich am ersten Tag einen Trotzanfall, der sich gewaschen hatte. Mit dem anderen Team im selben Haus hatte sie nie wieder Probleme.

lg! georg
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#799239 - 10.02.12 11:39 Re: Das Land Hessen zockt uns ab. [Re: jovo]
Toxxi
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In Antwort auf: jovo
Zur Schule gehört also auch erstmal dazu zu lernen Anweisungen anzunehmen und auszuführen. Individualität fördern kann dann später, also vielleicht ab der Oberstufe, in der Berufsausbildung oder im Studium gefördert werden.


Das sehe ich grundsätzlich anders.

Individualität ist ein ganz wesentlicher Bestandeteil des Menschseins. In der Erziehung eines Menschen müssen von vornherein beide Konzepte, also Ausleben der Individualität und Einfügen in die Gesellschaft, vorkommen. Wenn wir nur nickende Masken produzieren, die nicht selbstständig denken und es nie gelernt haben, ihre eigenen Bedürfnisse zu erkennen, dann geht die Gesellschaft unweigerlich den Bach runter.

Nach Deiner Methode würden voll kommmen unselbstständige Wesen die Schulen verlassen, bei denen jeglicher kreativer Individualismus ausgetrieben wurde. Später lernt man das nicht mehr wirklich. Dann kommt es zu solchen Situationen, dass die Menschen meinen, nun genug gekuscht zu haben und nun endlich mal ihre Individualität ohne Rücksicht auf andere ausleben können.

Und bedenke bitte folgendes: nur wer mit sich selbst gut klarkommt, und dazu gehört auch eine gehörige Portion Individualismus, wird keine Probleme damit haben, auf andere Rücksicht zu nehmen. Rücksichtnahme und Individualismus gehen immer Hand in Hand.

Gruß
Thoralf
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Off-topic #799335 - 10.02.12 19:28 Re: Das Land Hessen zockt uns ab. [Re: Toxxi]
martinbp
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Hallo, Thoralf

Eigentlich wollte ich mich ja raushalten, weil es mich persönlich betrifft, aber nun hat es mich doch erwischt:
Individualität ist völlig ok, aber die Freiheit des einzelnen geht eben nur so weit, solange sie die Freiheit der anderen nicht einschränkt. Und wer als Individualist meint, er habe die Freiheit den Unterricht zu stören, schränkt das Recht der anderen auf Lernen ein. Aber das schreibst du ja sinngemäß eigentlich auch.
Leider wird das von den Schülern, die ich unterrichte, immer weniger akzeptiert.

Ganz OT und nicht an dich, Thoralf, gerichtet: Jeder, der über Lehrer herzieht, sollte die Möglichkeit haben, mal eine Weile in diesem Beruf zu arbeiten. Viele beurteilen die Lehrer nur anhand der Erzählungen ihrer Kinder verärgert
Dass sie die ganze Stunde hinter ihrer Tasche/unter der Bank nur gefacebookt haben/ in Tiefschlaf versunken sind/ kein Unterrichtsmaterial mitgebracht hatten/rumgekaspert haben (eine schöne Methode der Selbstdarstellung) , erzählen sie natürlich nicht zu Hause.

Insofern gebe ich Jovo Recht, wenn er sagt, dass Schüler auch mal Anweisungen akzeptieren und ausführen müssen. Ihre eigene Kreativität zeigt sich beim Stundenbeginn nämlich fast immer mit solchen Ausdrücken, wie: heute wollen wir gar nichts machen/ lassen Sie uns nach Hause gehen/ wir wollen uns von der vorherigen Stunde ausruhen u.ä. Da muss ich als Lehrer meinen Willen gegen die individuellen Wünsche der Schüler durchsetzen, was dann einen passiven Widerstand hervorruft.

Ich war 12 Jahre als Chemiker tätig, mittlerweile arbeite ich 20 Jahr als Lehrer, und kenne den Unterschied, der sich in erster Linie in der nervlichen Belastung zeigt, aus eigener Erfahrung.
Es mag schon sein, dass man in mancher Woche vielleicht nicht 40 Stunden mit der Arbeit verbringt, aber das Bedürfnis nach Erholung ist auch höher- zumindest, wenn ich das mit meinen vorherigen Tätigkeiten vergleiche. Damit will ich natürlich nicht sagen, dass alle anderen Berufe weniger Belastung verursachen, nur meine eigene Erfahrung mal darstellen.

VG aus Budapest
Martin
Martin
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#799375 - 10.02.12 23:15 Re: Das Land Hessen zockt uns ab. [Re: jovo]
zaher ahmad
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In Antwort auf: jovo

Natürlich ist der stumpfsinnig handelnde Arbeitnehmer, der nicht denken darf, nicht mehr gewünscht, bzw. wird nicht mehr gebraucht.

Sicher? Manchmal könnte man auch den Eindruck kriegen, dass es da eine versteckte Agenda gibt, damit die 400-Euro-Jobber in Zukunft nicht ausgehen. Interessierte Kreise in der Wirtschaft, die nicht weiter als bis zum nächsten Quartalsabschluss denken können, finden an solchen Arbeitnehmern sicherlich Vorzüge teuflisch

Grüße

zaher
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#799386 - 11.02.12 00:45 Re: Das Land Hessen zockt uns ab. [Re: zaher ahmad]
jovo
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Na da hast du auch ein Stück weit recht...

Nochmal zum Individuum: Der größte Teil der Menschen wird in Zukunft trotz besser Selbstentfaltung im Job einen Chef vor der Nase sitzen haben, der das letzte Wort hat wie die Sache läuft. Dass man das dann zu akzeptieren hat, muss eben schon gelernt werden. Mitdenken und trotzdem dann eine der eigenen Meinung widerstrebende Anweisung auszuführen ist und bleibt auch weiterhin Bestandteil im Job. Und es bleibt auch nicht immer die Zeit alles auszudiskutieren.
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
Satzzeichen sind keine Rudeltiere.
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Off-topic #799420 - 11.02.12 11:42 Re: Das Land Hessen zockt uns ab. [Re: martinbp]
ChrisTine
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Zitat:
Jeder, der über Lehrer herzieht, sollte die Möglichkeit haben, mal eine Weile in diesem Beruf zu arbeiten. Viele beurteilen die Lehrer nur anhand der Erzählungen ihrer Kinder verärgert


Das sehe ich genau so.
Und bitte nicht nur eine Woche, sondern mindestens ein halbes Jahr.
Ich empfehle Brennpunkt-Schulen. Wenn schon, denn schon.

Ansonsten ist das Thema ein Fass ohne Boden.
Ich würde für viele, viele Lehrer eine Lanze brechen.
Engagiert, rastlos (auch mal mutlos), beliebt (auch mal unbeliebt, bloß nichts von den Schülern verlangen), mit leicht proletarischen Zügen teuflisch, ideenreich, hart&fair, liebevoll und und und.
Ja, ich habe auch unvermögende Lehrer gesehen. Minimalistisch.
Das gibt es in jedem Beruf.
Nur, dass ein Dreher ein verkorkstes Stück in die Tonne haut.
Das geht mit Mensch nicht.


Als leichte Lektüre könnte man "Chill mal, Frau Freitag" lesen.
Für schwere Lektüre gibt es dann Fachbücher mit Fallbeispielen.


Chris schmunzel
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#799596 - 12.02.12 03:30 Re: Das Land Hessen zockt uns ab. [Re: irg]
falk
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Zitat:
Zum Beginn meines Schulbesuches (1967) hat Schule für Kinder und Jugendliche noch v.a. aus Kuschen und dem widerspruchslosen Wiederkäuen von frontal dargebotenen Lerninhalten bestanden.

Echt? Ich dachte eigentlich, dass die Trimmung auf »Schnauze halten, nicht widersprechen, jede Zumutung schlucken« anderswo nicht (mehr) Sinn und Zweck der Schule war. Bei uns (ich bin erst ein Jahr später in die Volksbildungsmühle geraten) war es Hauptinhalt, und das auch noch in der Berufsschule. Es hat lange nachgewirkt, erst mit Mitte 20 habe ich mich langsam davon lösen können.
Falk, SchwLAbt
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Off-topic #799648 - 12.02.12 10:57 Re: Das Land Hessen zockt uns ab. [Re: ChrisTine]
Oldmarty
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Hier 2 Blogs frlkrise und fraufreitag
Lerne hier Probleme kennen, von denen ich ohne das Forum nie was gewusst hätte schmunzel
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Off-topic #799669 - 12.02.12 12:04 Re: Das Land Hessen zockt uns ab. [Re: falk]
irg
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Hallo falk!

In Antwort auf: falk
Zitat:
Zum Beginn meines Schulbesuches (1967) hat Schule für Kinder und Jugendliche noch v.a. aus Kuschen und dem widerspruchslosen Wiederkäuen von frontal dargebotenen Lerninhalten bestanden.

Echt? Ich dachte eigentlich, dass die Trimmung auf »Schnauze halten, nicht widersprechen, jede Zumutung schlucken« anderswo nicht (mehr) Sinn und Zweck der Schule war. Bei uns (ich bin erst ein Jahr später in die Volksbildungsmühle geraten) war es Hauptinhalt, und das auch noch in der Berufsschule. Es hat lange nachgewirkt, erst mit Mitte 20 habe ich mich langsam davon lösen können.


Na, in den 60-er Jahren haben wir noch die selben Folgen der Nazi-Zeit geerbt, mit den gleichen Methoden und v.a. den gleichen Knöpfen in den Gehirnen. Aber wahrscheinlich haben sie sich bei euch noch einmal eine kräftige Nummer heftiger benommen wie in Österreich. Aber mein erster Lehrer hat uns gedroschen, alles haben es gewusst, und niemand hat dagegen etwas unternommen. "Kinder müssen lernen, Ungerechtigkeiten auszuhalten" hat es damals geheißen. Ich dagegen habe als Elternteil einen ziemlich schlechten Ruf unter verhaltenskreativen LehrerInnen. (Originalzitat der Klassenlehrerin meines behinderten Kindes: "Das ist ein guter Ruf!") Es ist halt nie gut, auf Lehrerkindern herum zu trampeln. Deren Eltern, auch wenn sie wie ich nur ehemalige Lehrer sind, wissen, dass auch Lehrer nicht sakrosankt sind.

Aber inzwischen hat sich da glücklicherweise viel getan!

lg! georg
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Off-topic #799871 - 13.02.12 01:05 Re: Das Land Hessen zockt uns ab. [Re: irg]
falk
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Eine Runterhauen gab es nicht mehr. Das muss gleich mit dem Kriegsende passiert sein. Unser Direktor hat sogar immermal vor sich her geschoben, dass er aktiv im Widerstand war. Das hat ihn aber nicht vor massiver Selbstherrlichkeit bewahrt.
Falk, SchwLAbt
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#800093 - 13.02.12 22:56 Re: Das Land Hessen zockt uns ab. [Re: Toxxi]
tkikero
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In Antwort auf: Toxxi
In Antwort auf: jovo
Zur Schule gehört also auch erstmal dazu zu lernen Anweisungen anzunehmen und auszuführen. Individualität fördern kann dann später, also vielleicht ab der Oberstufe, in der Berufsausbildung oder im Studium gefördert werden.


Das sehe ich grundsätzlich anders.

Individualität ist ein ganz wesentlicher Bestandeteil des Menschseins. [ ... ]




Individualität treibt man seit einigen Jahren chemisch aus, "schöne neue Welt" ...

Siehe:
http://www.faz.net/aktuell/politik/inlan...n-11645933.html
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#800158 - 14.02.12 10:23 Re: Das Land Hessen zockt uns ab. [Re: tkikero]
irg
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Eh. Jetzt schwingt man halt die chemische Keule und fühlt sich dabei besser. ("Ich hab ihn eh nicht geschlagen!") Was schlimmer ist, wissen die Götter.
Probleme, die nur verdrängt statt aufgearbeitet werden, tauchen leider regelmäßig wieder auf, manchmal in anderer Form. Derzeit wird einfach der Rohrstock mit Ritalin vertauscht.

lg! georg
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#800395 - 15.02.12 00:17 Re: Das Land Hessen zockt uns ab. [Re: irg]
tkikero
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In Antwort auf: irg
Eh. Jetzt schwingt man halt die chemische Keule und fühlt sich dabei besser. ("Ich hab ihn eh nicht geschlagen!") Was schlimmer ist, wissen die Götter.
Probleme, die nur verdrängt statt aufgearbeitet werden, tauchen leider regelmäßig wieder auf, manchmal in anderer Form. Derzeit wird einfach der Rohrstock mit Ritalin vertauscht.

lg! georg



Tja, Hauptsache, die (schulische oder sonstige) Leistung stimmt.

Unsere Sp(r)itzenleistungsportler, gerade auch die Radfprofis, machen es ja vor ...
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#800404 - 15.02.12 01:27 Re: Das Land Hessen zockt uns ab. [Re: irg]
falk
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Zitat:
Jetzt schwingt man halt die chemische Keule und fühlt sich dabei besser.

Ich glaube es nicht. Drogen auf Rezept? Ichg möchte gerne wissen, wie man sich den Entzug oder Ausstieg vorstellt. Sollte nicht die Erkenntnis, das Ritalin abhängig macht, dazu führen, dass die Neuanwendung eingestellt wird und den bereits (wohl meist gegen ihren Willen) abhängig gemachten jede Hilfe zum Ausstieg geboten wird?
Falk, SchwLAbt
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#800418 - 15.02.12 07:59 Re: Das Land Hessen zockt uns ab. [Re: falk]
irg
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Hallo falk!

Ich fürchte, alle bekannten Daten deuten genau darauf hin, dass Kinder mehr und mehr chemisch ruhig gestellt und angepasst werden. Aus den USA kennen wir diesen Trend schon seit Jahren, und in Österreich habe ich auch schon vor Längerem Berichte über ähnliche Entwicklungen gelesen.

Die Rahmenbedingungen legen die Schiene: Eltern, die immer mehr unter Druck geraten (Unsicherheit des Arbeitsplatzes, höhere Belastungen in der Arbeit, Statussorgen, die durch geldintensiven Lebensstil überdeckt werden, ...) und Kinder, die den Druck (höhere Leistungsanforderungen in der Schule, oft nicht gerade hochwertige Nachmittagsbetreuung, Eltern, die keine Energie und Zeit mehr für sie haben, ...) auch immer schlechter weg stecken können.
Dazu kommen Ärzte, die immer weniger Zeit für eine gründliche Anamnese und Therapie haben. So liegt der Griff zum Ritalin-Rezept nahe, noch dazu, wo derzeit sehr gerne und meistens ziemlich freihändig irgendeine Störung in der Körperchemie festgestellt wird, die sich ja so praktisch und energieschonend für alle Beteiligten (außer für die Kinder) entsorgen lässt. Es ist viel angenehmer, sich für ein ADHS-Kind bemitleiden zu lassen, als den Gründen der Auffälligkeit nachzugehen.

lg! georg
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#800427 - 15.02.12 08:59 Re: Das Land Hessen zockt uns ab. [Re: falk]
mgabri
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In Antwort auf: falk

Ich glaube es nicht. Drogen auf Rezept?
Droge ist ja ein Bääh-Wort. Im neudeutschen Sprachgebrauch ist sowas "Neurodoping". Stellt damit einen Bezug zum Leistungssport dar. Und Leistung sollen die Kurzen doch bringen, oder?
teuflisch
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#800446 - 15.02.12 10:04 Re: Das Land Hessen zockt uns ab. [Re: falk]
hawiro
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In Antwort auf: falk
Ich glaube es nicht. Drogen auf Rezept? Ichg möchte gerne wissen, wie man sich den Entzug oder Ausstieg vorstellt. Sollte nicht die Erkenntnis, das Ritalin abhängig macht, dazu führen, dass die Neuanwendung eingestellt wird und den bereits (wohl meist gegen ihren Willen) abhängig gemachten jede Hilfe zum Ausstieg geboten wird?

Das wäre die absolut richtige und wünschenswerte Richtung.

Die Realität ist leider eine andere: Aus der F.A.Z.: Ritalin gegen ADHS - Wo die wilden Kerle wohnten
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