DSLR und Polfilter

von: HyS

DSLR und Polfilter - 18.03.07 16:45

Hallo,
benutzt ihr bei eurer DSLR noch Polarisationsfilter oder läßt sich der Effekt bei DSLR durch Einstellungen in der Kamera ersetzen?
von: Falk

Re: DSLR und Polfilter - 18.03.07 17:21

Nein, die Polarisationsfiltereffekte sind zumindest nicht sinnvoll elektronisch nachzuahmen. Bei Sonne muss Polfilter einfach sein (zumindest ist es immer ein Versuch wert).
Eine andere Frage ist, linear oder zirkular (und damit deutlich teuerer)? Entgegen vieler Empfehlungen habe ich bei der Wirkung keine Unterschiede bemerkt, auch die verschiedenen Autofokussysteme hatten damit keine Probleme.

Falk, SchwLAbt
von: tirb68

Re: DSLR und Polfilter - 18.03.07 18:00

Hallo Falk,

hast du schon mal mit Polfiltern im Hochgebirge fotografiert und wenn ja, welche Filter hast du da benutzt?

Brit
von: Falk

Re: DSLR und Polfilter - 18.03.07 18:22

Klar, habe ich, eigentlich bei gutem Wetteer immer. Dass der Himmel tintig wird, passiert eigentlich nur sehr selten. Es kann auch ohne Polfilter vorkommen, vor allem bei Schnee.
Zu billig dürfen die Filter nicht sein. Wenn Du durchguckst, es dabei drehst und dabei verändern sich Winkel, dann taugt das Filter nichts. Immerhin sind Polfilter keine plangeschliffenen Glasscheiben, sondern eine zwischen Scheiben eingeschlossene Gelatineschicht. Wenn die Glas-Luft-Grenzflächen entspiegelt sind, ist das auch sehr sinnvoll. Spezielle Hersteller sind mir nicht als »besonders gut« aufgefallen.

Falk, SchwLAbt
von: JochenDT

Re: DSLR und Polfilter - 18.03.07 20:16

Hallo Falk!

Tintig ? Bitte erklär doch mal kurz!

Danke Jochen
von: Falk

Re: DSLR und Polfilter - 18.03.07 21:06

Ganz einfach, der Himmel gerät hier im Flachland regelmäßig zu flau. Genau das behebt das Polfilter, indem das Streulicht herausgehalten wird (leider abhängig von Sonnenstand, am wirkungsvollsten bei etwa 90°). Im Hochgebirge ist einerseits die Luft deutlich klarer, damit entfällt das Streulicht weitgehend, andererseits liegt die Horizontlinie höher (wenn Du nicht auf der Gipfelhöhe bist), dort ist der Himmel ohnehin kräftiger blau. Wenn dazu noch ein größerer Anteil Schnee kommt, dann wird die Innenmessung noch etwas knappere Belichtung ergeben, der Himmel bekommt einen gewissen Tintenton. Weil es aber wenig Streulicht gibt, macht das Polfilter so auch keinen Schaden mehr. Kräftige Weitwinkel neigen übrigens ohnehin zu dunkleren Ecken, das kann eine zu hohe Filterfassung aber durchaus noch verstärken.

Falk, SchwLAbt
von: JochenDT

Re: DSLR und Polfilter - 18.03.07 21:35

Hallo nochmal!

Zur Erklärung: Habe jetzt seit einer Woche eine D40, vorher analog SRT 101 und später X5 von Minolta. Das Polfilter habe ich oft und viel eingesetzt mit den Vorteilen und Wirkungen die auch mir weitgehend bekannt sind. Möchte mittels eines Adapters 52/55 mm das Polfilter auch zukünftig nutzen.
In dem Zusammenhang verwirrt mich ein wenig der von Dir gebrauchte Begriff "hohe Filterfassung", was meinst Du damit? Und, sind nicht Deine Aussagen zu (schlechten) Weitwinkeln eher allgemein zu sehen, ohne den Zusammenhang mit Polfiltern zu bemühen?

Gruß Jochen
von: Falk

Re: DSLR und Polfilter - 18.03.07 21:57

Eine zu hohe Filterfassung erzeugt bei kurzen Brennweiten gelegentlich Abschattungen in den Ecken. Leider sind extraflache Fassungen schwerer zu bekommen (dummneudeutsch heißt es wohl »Slim-Fassung«), aber gegen die Vignettierungen wirklich wirksam. Bei einer Sensorkamera ist doch das Ergebnis gleich zu sehen, das ist ein richtiger Vorteil. Chemiker wissen es nach dem ersten Film.
Das Problem besteht übrigens bei jedem Filter. Gerade Weitwinkel mit weit vornstehender und großer Frontlinse sind gegen Schäden empfindlich, ein UV-Sperrfilter, das man ständig drauflässt, ist ein guter Schutz. Dazu noch ein Polfilter, schon fallen die Vignettierungen auf. Das Sucherbild ist leider kein richtiges Indiz, einmal ist es etwas kleiner als der endgültige Ausschnitt, auch sind die Vignettierungen abhängig von der Blende. Bei Offenblende ist nichts zu bemerken, bei Blende 11 wird es entsetzlich.

Falk, SchwLAbt
von: Dickermichel

Re: DSLR und Polfilter - 18.03.07 22:00

Filterfassungen gibt es in der Regel 'normal' und besonders flach, was gemein hin als 'slim' bezeichnet wird. Der Unterschied ist, dass bei Weitwinkelobjektiven ein so grosser Blickwinkel durch das Objektiv erfasst wird, dass auf dem Foto der Rand des Filters sichtbar sein kann. Bei analogen SLRs trifft das ab ca. Brennweite 18 zu, bei digitalen ab Brennweite 16 oder 14.
Bei flachen Filtern (Slim-Filter) besteht diese Gefahr nicht, da das Objektiv durch die flache Bauweise des Filters nur geringfuegig verlaengert wird (d.h. die Laenge des Objektivgehaeuses).

Ich habe uebrigens auch eine D40 mit dem Kit-Objektiv (18-55mm) und einen zirkular-Polfilter von B&W. Bei 18mm Brennweite ist bei Objektiven, die fuer digitale Kameras gerechnet sind, kein extra flaches Filter notwendig, da tut es ein normaler. Bei einer analogen wuerde ich da schon ueberlegen. Der Unterschied hat etwas mit der Bildentstehung im Objektiv zu tun, aber das fuehrt jetzt etwas zu weit.

Ich suche mal noch schnell zwei Beispielbilder von meinem letzten Urlaub raus, eines mit Polfilter und eins ohne. Beide Bilder wurden im Erzgebirge auf ca. 1000m aufgenommen. Darauf ist dann der Effekt schoen zu sehen. Moment ...
von: Flying Dutchman

Re: DSLR und Polfilter - 18.03.07 22:04

Moin Falk,

1. schraubt man keine 2 Filter übereinander, wenn der Polfilter drauf kommt muß der UV Sperrfilter runter ! Vignetierungen kann es bei normalen Polfilterfasungen und Bildwinkeln größer 80Grad aber trotzdem geben.

2. Die Vignetierrung nimmt durch Abblenden ab.

Gruß Robert
von: JochenDT

Re: DSLR und Polfilter - 18.03.07 22:17

Danke soweit!

@ Falk und Dickermichel,
habe verstanden, muß ich halt ausprobieren mit dem Filteradapter und dem Polfilter und den Brennweiten!

Gruß Jochen
von: Falk

Re: DSLR und Polfilter - 18.03.07 22:22

Zitat:
2. Die Vignetierrung nimmt durch Abblenden ab.

Einspruch, euer Ehren!
Schön wäre es, aber alle Erfahrungen sprechen dagegen.
Warum haben den die Filterfassungen vorn ein eigenes Filtergewinde? Spätestens das 1,4/50 von Carl Zeiss (höchstpersönlich) mit seiner weit vorgewölbten Frontlinse wird nie entuvsperrfiltert.
Fehlt nur noch, dass Du riesengroße Gegenlichtblenden empfiehlst! (Galt mal als Allheilmittel wie Stativ und später Fahrradhelm, ist aber genauso unpraktisch).
@dickermichel, beim Tamron 2,5/24 reicht die normale Polfilterfassung schon, da wird es sowieso nicht mit zwei Filtern.

Falk, SchwLAbt
von: tirb68

Re: DSLR und Polfilter - 18.03.07 22:23

Das 18-55er habe ich auch und das 55-200er. Vor der nächsten Tour wollte ich mir endlich mal UV- und Polfilter gönnen.
Hast du noch andere Filter ausprobiert oder ist B&W deine generelle Empfehlung?
Als Weitwinkel habe ich bisher nur einen Vorsatz, den man auf das 18-55er aufsetzt, aber ganz gute Aufnahmen macht. Ob sich da ein Filter überhaupt lohnt oder tuts die Blende auch? (Ich denke da an die krassen Lichtverhältnisse im Hochgebirge.)

Brit
von: Flying Dutchman

Re: DSLR und Polfilter - 18.03.07 22:26

Hallo Jochen,

eine Möglichkeit vignetierungen durc die Polfikterfassung an (extrem) Weitwinkeln zu verhindern, ist einen großen Filter mit Adapterring ans Objektiv zu schrauben. Ich hab an meinem 24er mit 52mm Filtergewinde ein normales Polfilter 62mm mit Apapterring, tadelose Ergebnisse. Wirkungsvolle Sonnenblende kannste bei den Brennweiten eh vergessen, Frontlinse muß bei Seitenlicht mit der Hand abgeschattet werden (oder vom Helfer).

Gruß Robert
von: Dickermichel

Re: DSLR und Polfilter - 18.03.07 22:27

In Antwort auf: Flying Dutchman
1. schraubt man keine 2 Filter übereinander, wenn der Polfilter drauf kommt muß der UV Sperrfilter runter ! Vignetierungen kann es bei normalen Polfilterfasungen und Bildwinkeln größer 80Grad aber trotzdem geben.

Warum nicht? Ich habe schon mehrfach einen Polfilter unter einen Rot- oder Gelbfilter geschraubt, um bei sw-Bildern besondere Durchzeichnung zu erreichen. Den UV-Filter nehme ich dann natuerlich runter.
In Antwort auf: Flying Dutchman
2. Die Vignetierrung nimmt durch Abblenden ab.


Schon klar, jedoch schraenkst Du Dich dann damit in der Bildgestalltung ein.

Gruesse,

M.
von: Falk

Re: DSLR und Polfilter - 18.03.07 22:41

Kommt darauf an, was Du filtern willst. Blende und Filter haben doch unterschiedliche Aufgaben. Wenn es bewölkt ist, lässt sich mit einem Verlauffilter die Wolkenhelligkeit etwas verringern. Sonst saufen vor allem bei Vollautomaten die Schatten vollkommen ab.
Bei mehrfachvergüteten Objektiven sind UV-Sperrfilter nicht mehr notwendig - sagt die Industrie in der Werbung. Da verlasse ich mich besser nicht drauf, sonst sind ausgerechnet die unwiederholbaren Bilder leicht unscharf und zu blau.
Ob Konversionsfilter bei Sensorkameras noch was bringen, darüber kann man streiten. Der eingebaute Weißabgleich kann es eigentlich besser. Chemisch sind zumindest im Sommer am Mittelmeer R3 und R6 um die Mittagszeit kein Fehler. Was nützt mir die Empfehlung, mittags nicht zu schießen, wenn die Gelegenheit später nicht wiederkommt?

Falk, SchwLAbt
von: Dickermichel

Re: DSLR und Polfilter - 18.03.07 22:50

In Antwort auf: tirb68

Das 18-55er habe ich auch und das 55-200er. Vor der nächsten Tour wollte ich mir endlich mal UV- und Polfilter gönnen.
Hast du noch andere Filter ausprobiert oder ist B&W deine generelle Empfehlung?
Als Weitwinkel habe ich bisher nur einen Vorsatz, den man auf das 18-55er aufsetzt, aber ganz gute Aufnahmen macht. Ob sich da ein Filter überhaupt lohnt oder tuts die Blende auch? (Ich denke da an die krassen Lichtverhältnisse im Hochgebirge.)
Brit


Ich habe momentan ausschliesslich ein Polfilter, da sich dieses Filter nicht nachtraeglich ins Bild 'reinrechnen' laesst. Weiterhin ueberlege ich, mir noch ein Grau-Verlauffilter und ein Orange-Verlauffilter zu kaufen. Farbfilter, die keine Verlauffilter sind, lassen sich nachtraeglich ins Bild reinrechnen, z.B. Gelbfilter oder Rotfilter, um anschliessend ein effektvolles sw-Bild zu erzeugen.
Der Unterschied zwischen einem reinen Farbfilter und einem Verlauffilter besteht darin, dass ein Verlauffilter meist zur Haelfte klarsichtig ist und ab der Haelfte zunehmend gefaerbt ist. Damit kann man beispielsweise Sonnenuntergaenge etwas kraftvoller machen, in dem man ein Orange-Verlauffilter nimmt und die orangefarbene Seite des Filters auf den Himmel legt.
Reine Farbfilter sind komplett in einer Farbe gehalten, deshalb kann man sie problemlos spaeter ins Bild reinrechnen.

Ich bevorzuge Filter aus dem Hause B&W, da diese eine sehr gute Verguetung (MRC) erfunden haben und diese Filter m.E. nach eine sehr gute Qualitaet haben. Dafuer haben sie aber auch einen ordentlichen Preis schmunzel
Ich habe ehrlich gesagt noch nie Filter von anderen Herstellern probiert.


Es kommt darauf an, was Du mit einem Weitwinkel-Objektiv machen willst. Fuer mich reicht das 18-55 bisher aus. Das klassische Mass fuer Landschaftsfotografie bzw. Fotos in der Stadt ist eigentlich 28 (gerne auch 24 oder mal ein 35). Selten braucht man etwas unter 20mm.
Da ich gerne und recht viel fotografiere, stehen die beiden Nikkor-Objektive AF-S 18-200 VR und AF-S 12-24 auf meinem Wunschzettel fuer Weihnachten bzw. meinen naechsten Geburtstag. Aber beide sind wahrlich kein Schnaeppchen!

Gruss,

M.
von: JochenDT

Re: DSLR und Polfilter - 18.03.07 22:52

Hallo Robert,
da genau dieses bei mir gegeben ist, von 52 auf 55 mm, bin ich optimistisch und werde ich mal die Ergebnisse abwarten.

Spannend finde ich den Unterschied zwischen analog und digital, mit dem Verlust der Dunkelkammer (eigene Erfahrungen allerdings nur mit SW) und der Bearbeitung mittels Software am PC.

Danke und Gruß Jochen
von: HyS

Re: DSLR und Polfilter - 19.03.07 06:24

Hallo,
Zitat:
ein UV-Sperrfilter, das man ständig drauflässt, ist ein guter Schutz.

Das gilt zwar nach wie vor, jedoch soll bei Digitalfotografie ein UV Filter nicht mehr notwendig sein, da der Chip im Gegensatz zum Film nicht vom UV-Licht beeinflußt wird. (kein Blaustich)
von: Dickermichel

Re: DSLR und Polfilter - 19.03.07 08:31

In Antwort auf: HvS

Hallo,
Zitat:
ein UV-Sperrfilter, das man ständig drauflässt, ist ein guter Schutz.

Das gilt zwar nach wie vor, jedoch soll bei Digitalfotografie ein UV Filter nicht mehr notwendig sein, da der Chip im Gegensatz zum Film nicht vom UV-Licht beeinflußt wird. (kein Blaustich)


Schon klar. Das Argument des Schutzes bezog sich mehr auf das Zerkratzen der Frontlinse am Objektiv. Ein neuer Filter ist mit leichterem Herzen gekauft, als ein neues Objektiv zwinker
von: Flying Dutchman

Re: DSLR und Polfilter - 19.03.07 09:55

Moin Michel,

Wenn es sich vermeiden läßt, schraube ich keine Filter übereinander, weil das wieder 2 Luft/Glasübergange sind, trotz aller Vergütung tut das der Schärfe und dem Kontrast nicht wirklich gut, so ein Zoom hat eh schon zu viele Linsen zwinker
Das Kontrastreichste Objektiv, das ich je besessen habe, war ein einfach vergütetes 2,8/50mm Tessar (4Linser) in einer Contaflex. Ich frag mich immer noch, wo die Zeissler den Polfilter im Objektiv versteckt hatten, so kräftig war die Farbwiedergabe von der Linse.

SW Farbfilter und Conversionsfilter sind bei den Digis eh kein Thema mehr. Es bleibt nor noch der Polffilter und (Grau)Verläufe. Für die Verlaufsfilter brauchts aber eigentlich ein Kompendium und schön größe rechteckige Filterscheiben. So kann man den Filter der Horizontlinie anpassen und über den Abstand zur Frontlinse auch die Stärke des Übergangs in Grenzen noch steuern.

Gruß Robert
von: schlafradler

Re: DSLR und Polfilter - 19.03.07 14:02

Wie schon geschrieben, Polfilter sind bei 90 Grad Winkel zur Sonne am Wirkungsvollsten. Bei 0 Grad (Sonne direkt im Ruecken oder Gesicht), wird die Wirkung sehr schwach. Ein Weitwinkel hat nun aber einen Bildwinkel von >80 Grad. Damit deckt es oft sowohl einen Bereich mit viel als auch wenig Filterwirkung ab. Da bekommt man dann u.U. einen merkwuerdigen horizontalen Verlauf. Insofern sind Polfilter bei Weitwinkeln manchmal keine so gute Idee.

@Falk: Die Vignettierungen sind nur bei offener Blende zu bemerken. Wenn Du abblendst, nutzt Du den kritischen Bereich am Rand des Objektiv nicht mehr.

Gruss,
Michael
von: Falk

Re: DSLR und Polfilter - 19.03.07 14:06

Zitat:
da der Chip im Gegensatz zum Film nicht vom UV-Licht beeinflußt wird. (kein Blaustich)

Bist Du da so richtig sicher? Guck Dir mal die LED einer Fernsteuerung von irgendwas durch den Sucher einer Videokamera an und drück dann irgendeine Taste auf dieser Fernsteuerung. Für Infrarot sind die Sensoren auf jeden Fall empfindlich, Ultraviolett lässt sich nicht so einfach prüfen. Der Blaustich ist auch gar nicht das Problem, sondern die Unschärfe. Man erinnere sich an den Infraroteistellpunkt auf ordentlichen Objektiven. Der »UV-Einstellpunkt« müsste, wenn es ihn gäbe, auf der anderen Seite sein.
So grobpixelig, dass man es nicht merkt, sind die Kamerasensoren heute nicht mehr.

Falk, SchwLAbt
von: fabchief

Re: DSLR und Polfilter - 20.03.07 09:30

Bin ich eigentlich der einzige der die Wirkung von Polfiltern als unnatürlich bis unangenehm empfindet?
Ich mag den Effekt einfach nicht.
von: JoMo

Re: DSLR und Polfilter - 20.03.07 09:44

Sind wir schon zwei. Schöne Spielerei, aber die Bilder kommen dann doch oft wie auf Ostblockansichtskarten raus.
Hatte mal einen für die alte Nikon FM, aber habe mir keinen mehr zugelegt.

Gruß
Josef
von: 2blattfahrer

Re: DSLR und Polfilter - 20.03.07 09:48

Immer und überall ist mir ein Polfilter auch zuviel und kann kitschig sein, aber bei Spiegelungen (im Wasser beispielsweise) kann es Dir die ein oder andere Aufnahme ermöglichen, die sonst nicht drin wäre.

Andi
von: JohnyW

Re: DSLR und Polfilter - 20.03.07 09:50

Hi,

ich verwende den Polfilter hauptsächlich nur, um Spiegelung (Wasser, Glas) zu unterdrücken.

Gruß
Thomas
von: HyS

Re: DSLR und Polfilter - 20.03.07 17:41

In Antwort auf: fabchief

Bin ich eigentlich der einzige der die Wirkung von Polfiltern als unnatürlich bis unangenehm empfindet?
Ich mag den Effekt einfach nicht.


Hallo,
ich bin beim Polfilter auch etwas vorsichtig. Man muß ihn ja nicht zwangsläufig auf den maximalen Wert stellen, dann wirken die Bilder teilweise unnatürlich "knallig", wie es ein Profifotograf mal genannt hatte. Ein bißchen gefällt mir aber fast immer.
von: tirb68

Re: DSLR und Polfilter - 20.03.07 18:05

Ich würde Polfilter gerne mal ausprobieren, um die "überscharfen" Effekte im Hochgebirge, die durch die hohe Lichtintensität entstehen, zu unterbinden. Ich hatte dort schon oft Aufnahmen, die aussahen, als hätte jemand einen zusätzlichen Scheinwerfer aufgestellt. Mit Blende und Belichtungszeit ist man da schnell am Ende. Als ich das letzte Mal im Hochgebirge war, hatte ich allerdings noch keine DSLR. Ob das klappt, keine Ahnung.

Brit
von: JohnyW

Re: DSLR und Polfilter - 20.03.07 20:06

Hi,

komme gerade aus einem Fotofachgeschäft. Der Einsatz eines Polfilters ist derselbe wie analogen Fotografieren. Ich werde mir welche anschaffen, denn ich will nicht die ganzen Bilder nachbearbeiten. Da schraube ich lieber einen Filter drauf und habe 2 Abzüge. Einen mit, einen ohne. Aus die Maus.

Gruß
Thomas
von: HyS

Re: DSLR und Polfilter - 20.10.07 12:46

Zitat:
Filterfassungen gibt es in der Regel 'normal' und besonders flach, was gemein hin als 'slim' bezeichnet wird. Der Unterschied ist, dass bei Weitwinkelobjektiven ein so grosser Blickwinkel durch das Objektiv erfasst wird, dass auf dem Foto der Rand des Filters sichtbar sein kann. Bei analogen SLRs trifft das ab ca. Brennweite 18 zu, bei digitalen ab Brennweite 16 oder 14.
Bei flachen Filtern (Slim-Filter) besteht diese Gefahr nicht, da das Objektiv durch die flache Bauweise des Filters nur geringfuegig verlaengert wird (d.h. die Laenge des Objektivgehaeuses).


Nun habe ich eine Canon EOS 400D und dazu ein Tamron 17-50/2,8.
In der Bedienungsanleitung steht zum Thema Filter, man solle einen Filter mit niedrigem Profil verwenden, da die hervorstehende Kante eines normalen Filters Vignettierung hervorrufen könne.
Da frag ich mich nun:
1. wie sieht denn das mit der Sonnenblende aus, die ist doch noch viel höher? (oder geht das, weil sie etwas weiter absteht?)
2. Gibt es einen Slim-Filter (oder "halb-slim-Filter), der noch genügend Gewinde besitzt, um die Objektivabdeckung zu befestigen? Das ist nämlich das einzige was mich an den Slim-Filtern stört, das man da teilweise keine Abdeckung mehr anbringen kann, was in der Lenkertasche nicht besonders gut ist.
von: Ilai

Re: DSLR und Polfilter - 20.10.07 13:15

In Antwort auf: HvS


1. wie sieht denn das mit der Sonnenblende aus, die ist doch noch viel höher? (oder geht das, weil sie etwas weiter absteht?)


Die Blenden haben normalerweise einen größeren Radius, so dass sie nicht in den Konus rein reichen, ab dem Vignettierungen anfangen. Außer, man benutzt z.B. eine Sonnenblende für eine lange Brennweite auf einem Weitwinkelobjektiv. Die Brennweiten, für die eine Sonnenblende geeignet ist, steht normalerweise bei der Blende mit dabei - aber manchmal nur auf der Verpackung.
von: Flying Dutchman

Re: DSLR und Polfilter - 20.10.07 14:09

Moin,

es gibt auch Objektivdeckel, die außen auf die Filterfassung gesteckt werden, oder noch besser außen auf die Sonnenblende. Frag mal bei Filterherstellern (B&W, Heliopan , Hoya) an.
Die original Sonnenblende zum Objektiv sollte nicht vignetieren. Um dies zu vermeiden sind bei Weitwinkel(zoom) objektiven bei den Sonnenblenden meist die "Ecken" eingeschnitten. Der Nutzen einer Sonnenblende am Objektiv ist bei Weitwinkeln aber eh begrenzt, hier ist es sinnvoller, die Frontlinse mit der Hand , der Mütze oder dem "Assi" abzuschatten.

Gruß Robert
von: iassu

Re: DSLR und Polfilter - 20.10.07 14:20

In Antwort auf: HvS

Zitat:
Filterfassungen gibt es in der Regel 'normal' und besonders flach, was gemein hin als 'slim' bezeichnet wird. Der Unterschied ist, dass bei Weitwinkelobjektiven ein so grosser Blickwinkel durch das Objektiv erfasst wird, dass auf dem Foto der Rand des Filters sichtbar sein kann. Bei analogen SLRs trifft das ab ca. Brennweite 18 zu, bei digitalen ab Brennweite 16 oder 14.
Bei flachen Filtern (Slim-Filter) besteht diese Gefahr nicht, da das Objektiv durch die flache Bauweise des Filters nur geringfuegig verlaengert wird (d.h. die Laenge des Objektivgehaeuses).


Nun habe ich eine Canon EOS 400D und dazu ein Tamron 17-50/2,8.
In der Bedienungsanleitung steht zum Thema Filter, man solle einen Filter mit niedrigem Profil verwenden, da die hervorstehende Kante eines normalen Filters Vignettierung hervorrufen könne.
Da frag ich mich nun:
1. wie sieht denn das mit der Sonnenblende aus, die ist doch noch viel höher? (oder geht das, weil sie etwas weiter absteht?)
2. Gibt es einen Slim-Filter (oder "halb-slim-Filter), der noch genügend Gewinde besitzt, um die Objektivabdeckung zu befestigen? Das ist nämlich das einzige was mich an den Slim-Filtern stört, das man da teilweise keine Abdeckung mehr anbringen kann, was in der Lenkertasche nicht besonders gut ist.

Ganz einfach: das ist bei dir kein Problem. 17 mm Brennweite sind an der 400 D etwa 27 mm bezogen aufs Vollformat und damit weit außerhalb des kritischen Bereichs. Sonnenblenden sind im Superweitwinkelbereich meistens in sog. Schmetterlingsform und damit auch unschädlich.
Außer, daß er eben mehr aufträgt, hat ein normaler Filter keine Nachteile. Beim Polfilter ergibt sich das Problem schon eher, da er mehrstufig aufgebaut ist (drehbar) und damit naturgemäß höher baut, dennoch bei der Brennweite sicher kein Problem. Polfilter gibt es schon viel länger, als Slimfilter und der bevorzugte Einsatz ist am Weitwinkel schon immer gewesen. Ein Polfilter willst du aber doch nicht dauerhaft auf dem Objektiv lassen, oder? Im übrigen lassen sich die meisten, nicht alle, Effekte des Polfilters leicht und besser dosierbar über die Nachbearbeitung erreichen.
Gruß Andreas
von: Flying Dutchman

Re: DSLR und Polfilter - 20.10.07 14:38

Moin,

nun ja, der Polfilter hat ja nun genau 2 Effekte:
1. Verstärkung des Himmelblau. Das geht am besten mit Aufnahmerichtung 90grad zur Sonne. Ist bei Weitwinkeln problematisch, da Verlauf im Himmel. Das geht per Photshop sicher schöner.

2. Reduktion von Reflexen auf nicht metallischen Oberflächen - da wünsch ich dir in der Bildbearbeitung dann viel Spaß. grins

Gruß Robert
von: HyS

Re: DSLR und Polfilter - 20.10.07 16:06

Zitat:
Ganz einfach: das ist bei dir kein Problem. 17 mm Brennweite sind an der 400 D etwa 27 mm bezogen aufs Vollformat und damit weit außerhalb des kritischen Bereichs.

Das ist richtig für Objektive, die für Vollformat entwickelt wurden. Mein Objektiv ist aber für den kleineren Bildkreis der Digitalkameras mit Cropfaktor 1,5-1,6 entwickelt. Damit kommt es wieder in den kritischen Bereich, obwohl es, wie du richtig schreibst, 27mm bezogen auf das Vollformat sind.

Zitat:
Polfilter gibt es schon viel länger, als Slimfilter

?
Polfilter gibt es in herkömmlicher Bauweise und als Slimfilter. Slim ist an sich kein Filter sonder nur die Bauart.
Ich dachte an so einen Slim-Polfilter, bin aber nicht sicher, ob da der Objektivdeckel noch draupasst.

Zitat:
Ein Polfilter willst du aber doch nicht dauerhaft auf dem Objektiv lassen, oder?
nein, der kommt nur drauf, wenn ich das für günstig halte.

Zitat:
Im übrigen lassen sich die meisten, nicht alle, Effekte des Polfilters leicht und besser dosierbar über die Nachbearbeitung erreichen.

Nach allem was ich bisher gelesen habe ist das nicht möglich.
von: Ilai

Re: DSLR und Polfilter - 20.10.07 17:07

In Antwort auf: HvS


Nach allem was ich bisher gelesen habe ist das nicht möglich.


Sehe ich auch so: versuch mal, die Reflexionen einer Wasseroberfläche statt mit dem Polfiter mit Software zu entfernen, um ein 'Unterwasserfoto' zu machen... ;-)

Die reinen UV-Filtereffekte wie das schönere Blau des Himmels bekommt man in Software hin, aber das ist genau genommen nur ein Nebeneffekt des Polfilters.
von: iassu

Re: DSLR und Polfilter - 20.10.07 21:17

In Antwort auf: HvS

Zitat:
Ganz einfach: das ist bei dir kein Problem. 17 mm Brennweite sind an der 400 D etwa 27 mm bezogen aufs Vollformat und damit weit außerhalb des kritischen Bereichs.

Das ist richtig für Objektive, die für Vollformat entwickelt wurden. Mein Objektiv ist aber für den kleineren Bildkreis der Digitalkameras mit Cropfaktor 1,5-1,6 entwickelt. Damit kommt es wieder in den kritischen Bereich, obwohl es, wie du richtig schreibst, 27mm bezogen auf das Vollformat sind.

Zitat:
Polfilter gibt es schon viel länger, als Slimfilter

?
Polfilter gibt es in herkömmlicher Bauweise und als Slimfilter. Slim ist an sich kein Filter sonder nur die Bauart.
Ich dachte an so einen Slim-Polfilter, bin aber nicht sicher, ob da der Objektivdeckel noch draupasst.

Zitat:
Ein Polfilter willst du aber doch nicht dauerhaft auf dem Objektiv lassen, oder?
nein, der kommt nur drauf, wenn ich das für günstig halte.

Zitat:
Im übrigen lassen sich die meisten, nicht alle, Effekte des Polfilters leicht und besser dosierbar über die Nachbearbeitung erreichen.

Nach allem was ich bisher gelesen habe ist das nicht möglich.

Das waren einige Mißverständnisse.
Bei den Objektiven und der kritischen Vignettierungsgefahr kommt es auf den Bildwinkel an, nicht auf die Zahl der Brennweite. Sonst wären ja alle Objektive von Kompakten im Ultrafisheyebereich. Also du kannst getrost , was das Vignettieren angeht, von dem Bildwinkel entsprechend einem 27er Weitwinkel ausgehen. Das ist ja gerade der Grund für das Umrechnen nach dem Cropfaktor.
Natürlich ist ein Slimfilter keine besondere Art sondern bezieht sich auf die Bauhöhe. Ich wollte damit nur sagen, daß man auch in Zeiten, als es noch keine ultraflach bauenden Filter gab, an Weitwinkelobjektiven Polfilter benutzt hat und nicht alle Bilder hatten dadurch dunkle Ecken.
Ebenso natürlich kann man den Haupteffekt (Entspiegeln) des Polfilters schlecht per Software erzeugen. Aber, Hand auf´s Herz, wann wirklich benutzt man das schon? Das probiert man eine Weile aus, wenn der Polfilter neu ist, aber so viele Motive mit Schaufensterscheiben im passenden Winkel, mit Wasseroberflächen, die man wirklich entspiegelt schöner findet usw. gibt es nun auch nicht. Und die Farb- und Kontraststeigerung kann man leicht digital erzeugen.
Wenn du den Polfilter nicht beim Transport am Objektiv lassen willst, dann ist es doch egal, ob er noch den Deckel trägt, oder?Gruß Andreas
von: JohannW

Re: DSLR und Polfilter - 20.10.07 23:50

Hi @ all,
Na dann gebe ich hier auch noch meinen Senf dazu.

Aufgrund der digitalen Nachbearbeitungsmöglichkeiten hat es sich für mich als sinnvoll erwiesen, nur noch 2 Polfilter dabei zu haben – das eine zur schon angesprochenen Entspiegelung bei natürlichen Lichtverhältnissen, am Objektiv. Für das zweite Polfilter habe ich mir eine kleine Vorrichtung gebaut mit der es sich (immer wieder exakt in der gleichen Position) vor dem Blitzaustritt positionieren lässt. Mit dieser Vorrichtung lässt sich bei exakter Einstellung des zweiten Polfilters (beste Qualität der beiden Filter Voraussetzung), vor dem Objektiv nahezu jeder Reflex des Blitzes auf glänzenden Flächen herausfiltern – Polarisationsebene des Polfilters vor dem Blitz quer zur Polarisationsebene des Filters vor dem Objektiv lässt praktisch nur noch das Streulicht durch. Bereits beim banalen Abfotografieren einer Landkarte auf Papier möchte ich auf diese Möglichkeit nicht mehr verzichten.
M f G, Johann
von: Ilai

Re: DSLR und Polfilter - 21.10.07 01:55

aber dafür braucht man doch gegenüber einer Anordnung ohne Polfilter einen Blitz mit der 8-fachen Leitzahl, oder nicht?

Davon abgesehen ein sehr interessanter Aspekt.
von: JohannW

Re: DSLR und Polfilter - 21.10.07 10:17

Hallo,
klar, dass bei dieser Anordnung, neben anderen Aspekten, allerhand an Licht verloren geht – lässt sich aber, bei kürzeren Distanzen zum Objekt, durch eine entsprechende Belichtung ausgleichen und auch nach bearbeiten...

Was natürlich sehr stark verschwindet ist die räumliche Tiefe – d. h. es entsteht der Eindruck von diffuser, indirekter Beleuchtung, ähnlich wie bei stark bedecktem Himmel. Das lässt sich aber, falls gewünscht, ebenfalls digital nach bearbeiten, ohne allzu viel Kontrast und Farbtiefe an den verbliebenen glänzenden Stellen zu verlieren.

Haupteinsatzbereich dieser Anordnung ist bei mir fast ausschließlich die Dokumentation, von Objekten auf kürzere Distanz, wenn ich unterwegs bin – Post- und Visitenkarten, Landkarten, glänzende Bilder, glänzende Objekte hinter Schaufensterscheiben – ersetzt unterwegs praktisch einen Scanner...

M f G, Johann
von: JohnyW

Re: DSLR und Polfilter - 21.10.07 11:07

Hi,

schon mal dran gedacht, das im Fotofachgeschäft auszupobieren?

Ich hab einen B+M non-Slim-Polfilter und keine Vignettierung am 17-55 mm Objektiv.

Gruß
Thomas
von: Pedalen-Paule

Re: DSLR und Polfilter - 21.10.07 11:20

Polarisationsfilter werden heute übermäßig oft eingesetzt, so dass es schon fast ein bisserl ausgelutscht aussieht. Besonders Bilder vom Hochgebirge haben manchmal einen extrem dunklen Himmel, besonders wenn die Berge schneebedeckt sind und somit der Belichtungsmesser auf kürzere Verschlusszeiten drängt. Man muss ja nicht immer alles zeigen, was der Filter kann, sondern ihn dezent einsetzten.

Beim Nacharbeiten von Bildern denkst du wahrscheinlich an das Einfügen eines azurblauen Himmels. Das ist sicherlich möglich, aber den Glanz von Dächern oder einer Wiese wirst du wohl so einfach nicht beseitigen können - mal ganz abgesehen vom "ethischen" Ansatz von Nachbearbeitungen.

Jeder weiterer Aufsatz verschlechtert die optische Abbildungsleistung (interessiert aber eher die Leute, die mit Fotos ihre Brötchen verdienen). Selbst wenn du dir einen hochwertigen Filter mit mehrfacher Vergütung gönnst, so ist auch dieser eine weitere Möglichkeit, wo sich Staub und Schmutz absetzten kann.

Beim Polfilterkauf solltest du auch bedenken, dass es wesentlich angenehmer ist, wenn das entsprechende Objektiv Innefokussierung hat, d.h. die Frontlinse dreht sich beim Scharfstellen nicht mit.

Auch wenn Falk keine Probleme mit linearen Polfiltern auf seiner Autofokuskamera hatte, das Risiko würde ich nicht eingehen und mir lieber einen entsprechenden zirkularen Polfilter besorgen.

Gruß, Paul
von: JohannW

Re: DSLR und Polfilter - 21.10.07 13:34

Kleiner Nachtrag zu meinem Beitrag

Die Verwendung eines zirkularen Polfilters am Objektiv der Kamera empfiehlt sich natürlich auch bei meinem Beispiel an Kameras, welche intern z. B. halbdurchlässige Optische Systeme oder sonstige polarisationsabhängige Elemente enthalten.

Das Polfilter vor dem Blitz kann ein lineares sein – falls es ein zirkulares Filter ist muss die zirkulierende Schicht auf der Seite der Blitzröhre sein, da die Objekte sonst kein polarisiertes Licht erhalten.

Als Anhang noch zwei Bespiele, welche die Wirkung des Polarisationsfilters vor Blitz und Objektiv verdeutlichen.

ohne Polfilter:


mit 2 Polfiltern:

Mfg, Johann
von: Falk

Re: DSLR und Polfilter - 21.10.07 14:19

Dein Beispiel ist ein wirklich schlechtes. Das zweite Bild wäre auch ohne Blitz gelungen. Du hast sehr wahrscheinlich beide Filter um 90° versetzt eingestellt und damit den Blitz im Ganzen ausgelöscht. Der Schatten auf der linken Seite zeigt das ganz gut. Spiegelungen lassen sich mit Polfiltern am besten bei Winkeln von etwas über 30° und nur auf nichtmetallischen Oberflächen auslöschen.

Falk, SchwLAbt
von: Falk

Re: DSLR und Polfilter - 21.10.07 14:26

»Slimfassungen« haben in keinem Fall ein vorderes Filtergewinde. Das macht sie ja aus. Wenn Du beides zugleich willst, dann verwende einen Adapterring und ein größeres Polfilter. Das Sucherbild ist auch kein Maßstab für Vignettierungen, es ist i.d.R. so etwa 5% kleiner als das Ergebnis. Bei einer Pixelkamera ist das aber durch ein paar einfache Probeschüsse und Betrachtung auf einem Monitor schnell zu erkennen (mal eine echter Vorteil gegenüber den chemischen Verfahren).

Falk, SchwLAbt
von: JohannW

Re: DSLR und Polfilter - 21.10.07 15:55

Na dann halt die selbe Demo noch mal bei völliger Dunkelheit – einzige Lichtquelle ist der Blitz. Das Wesentliche ist natürlich, wie von Dir erkannt, die beiden Filter exakt um 90 Grad zu versetzen, um eben gerade diesen Effekt zu bekommen. Sämtliche Spiegelungen des Blitzes werden dabei natürlich ausgelöscht, weil sich die Polarisationsebene an metallischen Flächen i. R. nicht ändert. An nichtglänzenden, nichtmetallischen Oberflächen dagegen löst sich die Polarisationsebene i. R. auf – und damit wird der Blitz eben an diesen Stellen nicht im Ganzen ausgelöscht.


nochmal ohne Polfilter


mit 2 um 90 Grad versetzten Polfiltern


qed

M f G, Johann
von: Falk

Re: DSLR und Polfilter - 21.10.07 16:11

Zwei ideale Polfilter um 90° versetzt bedeuten völlige Dunkelheit. So wurde bei der guten alten MiG 21 das Sichtgrät vom Funkmessvisier, sagen wir mal, gedimmt. Ganz ideal sind Polfilter natürlich nicht, dass, was das zweite Bild aufbaut, ist das Lecklicht, das beide Filter fehlerhaft noch passiert. Guck Dir mal das Bildrauschen im zweiten Bild an, da hat die Kameraregelung heftig verstärkend eingreifen müssen. Nochmal: so funktioniert die Auslöschung von Spiegelungen durch Polarisationsfilter nicht.

Falk, SchwLAbt
von: JohannW

Re: DSLR und Polfilter - 21.10.07 18:25

Hi Falk,
was Du mit Deinem Denken nicht berücksichtigst ist der Umstand, dass optisch raue Flächen polarisiertes Licht weitestgehend depolarisieren, bzw. dass die Polarisationsebene des per Blitz ausgesendeten Lichtes, nur von den (senkrecht zum Lichteinfall stehen) glänzenden Flächen erhalten wird – nur dieses Licht, welches die ursprüngliche Polarisationsebene hat wird vom 2. Polfilter gelöscht. Das diffuse Licht, welches durch das Auftreffen des polarisierten Lichtes entsteht wird durchgelassen, da es entweder in eine andere Richtung, oder gar nicht mehr polarisiert ist.

Zitat: „...Guck Dir mal das Bildrauschen im zweiten Bild an, da hat die Kameraregelung heftig verstärkend eingreifen müssen...“

Natürlich korrigiert die Kamera den Umstand, dass der Blitz durch 2 Polfilter wesentlich dunkler ist, je nach Grundeinstellung der Kamera entweder über die Belichtungszeit, oder über die Blende oder über die Empfindlichkeit des Bildchips – im gezeigten Fall habe ich die Empfindlichkeit des Bildchips etwas erhöht (deshalb das höhere Rauschen) um bei gleichen Belichtungs- und Blendenwerten bleiben zu können. Diese höhere Lichtempfindlichkeit benötigte man auch dann, wenn beide Polarisationsebenen parallel wären.

Zitat: „...dass, was das zweite Bild aufbaut, ist das Lecklicht, das beide Filter fehlerhaft noch passiert...“

Wer sich das „Lecklicht“ zweier um 90 Grad versetzter Polfilter genauer ansieht, wird feststellen können, dass es sich um die Blauanteile des Lichts (kurze Wellenlängen) handelt welche noch durchgehen – je besser die Filter sind, um so mehr verschiebt es sich in Richtung UV-Bereich... Es ist schon deshalb völlig unlogisch, dass sich mein zweites Bild aufgrund des Lecklichtes aufbauen soll. Es müsste dann extrem blaustichig sein.

M f G, Johann
von: Flying Dutchman

Re: DSLR und Polfilter - 21.10.07 18:56

Moin,

deine Blitzlicht/Polfilteranordnung gab es sogar mal zu kaufen. Ich hab hier einen Ringblitz für das Olympus OM- System, auf den man einen zweiteiligen Polfilter aufschrauben kann. Der äußere Teil polarisiert das Licht der Ringblitzröhre, der innere Filter ist um/bei 90° versetzt. Damit habe ich schon einige Makroaufnahmen völlig ohne Blitzreflektionen gemacht. Es ist allerdings ein sehr diffuses Licht, der Bildkontrats ist ohne Eingriffe am PC/im Labor eher flau.

Gruß Robert
von: JohannW

Re: DSLR und Polfilter - 21.10.07 20:57

Hallo Robert,
danke für Deinen Beitrag!
War mir gar nicht bekannt, dass es eine solche Kombination zu kaufen gibt – ist natürlich genial, die beiden Filter fest verbunden zu haben. Ich muss das eine Polfilter mit ein paar Probeschüssen immer noch fein abstimmen, wenn ich wirklich die exakte Neutralisation der Blitzreflexe erzielen will.

M f G, Johann
von: webmantz

Re: DSLR und Polfilter - 24.10.07 11:03

Moin Ilai,
In Antwort auf: Ilai

... Die reinen UV-Filtereffekte wie das schönere Blau des Himmels bekommt man in Software hin, aber das ist genau genommen nur ein Nebeneffekt des Polfilters.

Ja und nein. UV-Filtereffekte kann man tatsächlich per EBV recht gut nachahmen, allerdings nicht vollständig ersetzen. Soweit ich weiß, sind UV-Filter vor Digitalkameras aber überflüssig, weil die Sensoren bereits mit einem UV-Filter versehen sind. Das ist aber nur Halbwissen, ich habe es mal irgendwo gehört/gelesen.

Das "nein" bezieht sich auf die Aussage bezüglich eine Polfilters. Dieser hat nämlich keinen UV-Filtereffekt. Wa so aussieht, nämlich strahlend blauer Himmel und verringerter Dunst, sind Ergebnisse einer Entspiegelung. Entspiegelt werden nämlich auch die Myriaden von Wassertröpfchen in der Luft, was dann zu kräftigerem Hintergrund führt. Daher werden Himmel so blau, Rapsfelder so gelb und auch andere Farben verstärkt.

Ich selbst experimentiere auch gerne mit meinen Polfilter herum. Ich habe einen von B&W, zirkular und MRC-vergütet. Das Teil ist zwar teuer, aber auf jeden Fall sein Geld wert.

Nach längerem Suchen in meinem Fotoarchiv habe ich auch ein Motiv gefunden, welches ich sowohl mit als auch ohne Polfilter aufgenommen habe:



Das zweite Bild ist übrigens mit UV-Filter (ebenfalls B&W, MRC-vergütet) aufgenommen. Man erkennt deutlich, daß der Polfilter viel stärker wirkt als der UV-Filter, was das Blau des Himmels angeht.
Aber es ist nicht nur das kräftige Blau des Himmels, was den Unterschied ausmacht. Auch im Bereich der Wiese und der Bäume kommen die Farben und Kontraste besser heraus. Vor allem die Flügel der Windmühle profitieren von dem Polfilter. Diese heben sich nun viel plastischer vom Hintergrund ab. Das gilt leider auch für den weiß-roten Strommast, der sich da mit ins Bild geschlichen hat.

Ich finde übrigens das Bild mit Polfilter nicht weniger verfremdet als das ohne Polfilter. Mit Polfilter wirkt vielleicht der Himmel etwas übertrieben blau, ohne dafür viel zu schwammig. Die Realität liegt irgendwo dazwischen. Zum Anschauen finde ich aber das Bild mit Polfilter um Längen besser.

Gruß, André

Edit: Dieser Faden heißt ja "DSLR und Polfilter". Trotzdem sind meine Bilder mit einer Konsumerkamera (Panasonic Lumix FZ20) aufgenommen, auf eine DSLR muß ich noch sparen. Aber für die Frage Polfilter ja/nein spielt das ja keine Rolle.
von: Blackadder

Re: DSLR und Polfilter - 24.10.07 15:09

In Antwort auf: HvS

Polfilter gibt es in herkömmlicher Bauweise und als Slimfilter. Slim ist an sich kein Filter sonder nur die Bauart.
Ich dachte an so einen Slim-Polfilter, bin aber nicht sicher, ob da der Objektivdeckel noch draupasst.


Ich habe die gleiche Kombination (400D mit Tamron 17-50) und verwende einen Pro1 Digital-Polfilter von Hoya. Er ist für einen Nicht-Slim-Polfilter sehr schmal, hat aber trotzdem ein Gewinde für den Objektivdeckel. Und über die optische Qualität kann man auch nicht meckern, Vignettierung konnte ich noch keine feststellen!

Gruß

Christian
von: HyS

Re: DSLR und Polfilter - 24.10.07 18:07

Das ist eine gute Nachricht, denn den habe ich auch ins Auge gefasst. In manchen Gebieten mit extremer Sonneneinstrahlung (Gebirge, Wüsten) habe ich den Filter tagsüber fast immer drauf und ohne Deckel würde die Vergütung in der Lenkertasche schnell zerstört.