Re: Beratungsbitte Reiserad

von: AndreMQ

Re: Beratungsbitte Reiserad - 12.07.19 09:15

Kann jetzt nicht mehr alles nachvollziehen und wie Entscheidungen gefallen sind, daher einfach meine Meinung:
- Sollen die Teile für die Weiterverwendung über dieses Rad hinaus ausgesucht werden? Meine Antwort wäre viermal nein. a) Weil man nicht vorhersehen kann, was später ein neues Wunschrad sein könnte. b) Weil wir günstige Teile in nicht mehr aktueller Technik hier verbauen und uns auf dieses Rad konzentrieren. In einem alten Rahmen ist das völlig ok, aber in einem neuen Rahmen in der Zukunft nicht. c) Weil genau dieses Rad als späteres Alltags- und Stadtrad benötigt wird. d) Ein Ausschlachten vorhandener Räder ergibt beim neuen Rad immer unklare Baustellen und hinterlässt das alte Rad als unbrauchbare und unverkäufliche Ruine. Ich schlachte keine funktionierenden Räder aus, selbst wenn es ein inzwischen selten genutztes Speedhub-Rad mit Scheibenbremsen, SON, B&M-Leuchten und Tralala ist. Standschäden lassen sich leicht vermeiden und als gutes Ersatzrad in stimmiger Technik seiner Zeit, ist es immer sehr hilfreich. Die Gebrauchtradpreise sind mir zu niedrig und die Interessenten zu nörgelig, um so etwas mühsam und weit unter Nutzwert zu verkaufen.
- 4-kant-Kurbeln neu niemals mehr, vor allem wenn der Shimano-Standard für HT-II-Lager bereits in der 50€-Klasse angekommen ist. Im Gegensatz zu 4-kant können diese (von Feinmotorikern) ohne Spezialwerkzeug unterwegs gewechselt werden. Zwei neue Lagerschalen können sogar als relativ leichte und wenig Raum benötigende Ersatzteile eingepackt werden (würde ich aber nie machen). Das gleiche gilt für die SRAM-Variante GXP. 4-kant ist so eine typische, historisch erklärbare Fehlkonstruktion der Fahrradtechnik (wie vieles andere auch). Wenn es an einem Rad verbaut ist und keinen Ärger macht, muss man nicht umstellen. Vielleicht mal die Patrone wechseln, zumindest aber mal aus-/einschrauben und fetten, bevor der Kram festgegammelt ist (Kurbelabzieher und Vielzahnschlüssel notwendig!). Aber Neukauf bei Wahlfreiheit - niemals.
- Der heutige 32-Loch-Standard reicht bei 54kg. 2.0/1.8/2.0 sind der Speichen-Standard - einfach nehmen, man kann nichts falsch machen. Die seinerzeit vorgeschlagene ZAC421 war genau ausgelegt auf genügend Maulweite (21mm) auch für die dicksten Schlappen (geht bei 54kg) und mit 560g noch nicht übertrieben schwer, aber bereits genügend robust. Meine Alufelgen wiegen 330g und da muss man sich ab 100kg Systemgewicht schon Sorgen machen.
- Keine Scheibenbrems-Naben. Erstens - siehe oben - werden diese Naben niemals ein anderes Rad sehen und zweitens kann man dann wenigsten vorne symmetrisch einspeichen.