Putzen, aber wie?

von: bluesaturn

Putzen, aber wie? - 24.04.15 08:25

Hallo Radfahrer.
Ich möchte heute endlich mein Rad reinigen. Aber ich bin nicht so ganz sicher, wie ich das am besten mache. Ich wollte mit Frosch Spueli das Rad reinigen. Ich habe noch gelesen, dass Glasreiniger hilfreich sein kann.
Ich weiss nicht, welches Oel ich nutzen soll, um meine Bremshebel einzufetten. WD40?
Ich weiss, dass ich die Kette nicht entfetten darf. Darf ich sei trotzdem mit Spülwasser abwaschen?
Ansonsten habe ich bisher immer einen trocknen Lappen oder Zahnbürste genommen, und den Dreck einigermassen abgeschrubbt. Dabei ging aber nie alles an Dreck weg. Ich habe auch versucht mit so einem Zacken den Dreck zwischen den Ritzeln herauszubekommen, aber das war immer so la la. Wie macht ihr das so?
Teure Reinigungsmittel wollte ich nicht kaufen, Kettenöl habe ich da. Die Kette macht Geräusche, also nehme ich an, sie braucht wieder Oel.
Ein schönes Wochenende!
Danke.
von: derSammy

Re: Putzen, aber wie? - 24.04.15 08:59

Hallo Saturn,
ich nehme, wenn ich mal putze, auch nur Allzweckreiniger. Die Bremshebel brauchst du nicht fetten und mit WD40 entfetten musst du sie gleich gar nicht. Falls die wirklich schwergängig sein sollten, dann kannst du etwas Allzweckfett (Galli, etc.) an die Drehstelle geben (wenn du da irgendwie ran kommst).
Kann es sein, dass du deine Kette zu großzügig fettest? Denn normalerweise geht das bissl Dreck von allein oder spätestens wie von dir praktiziert mit einem Lappen weg. Wenn du allerdings zu sehr fettest, dann bildet das überschüssige Öl mit dem Straßenschmodder eine eklig-klebrige Masse.
Bezüglich Kettenöl gibt es ja die vielfältigsten Philosophien und Mittelchen. Ich bin mit dem Finishline-Crosscountry-Zeug bisher immer sehr gut gefahren. Sehr ergiebig und nicht so leicht abwaschbar. Also allwettertauglich. Aber man darf wie gesagt nicht zu großzügig damit sein, dann hat man die Klebepaste.
von: Flying Dutchman

Re: Putzen, aber wie? - 24.04.15 09:16

Wenn du Kassette und Kettenblätter wirklich wieder frei vom "Schmadder" haben willst, dann hilft nur Ausbauen und in Waschbenzin mit einem Borstenpinsel den Dreck abbürsten. Mit der Kette kann man das im Prinzip auch machen, sollte dann aber Petroleum oder Diesel nehmen um die Kette nicht völlig zu entfetten.

Für die Bremsflanken der Felgen reicht Wasser mir Spülmittel oder bei Fett auf der Felge Bremsscheibenreiniger.
Sonst putz ich mein Rad mit "Altlantik Radglanz".
von: Levty

Re: Putzen, aber wie? - 24.04.15 09:25

Hi,
ich nehme zum Putzen nur ein Schwammtuch und einen Eimer mit klarem Wasser. Die Ketten der Alltagsräder bekommen das Rohlofföl, das schmiert schön lange und wäscht sich bei Regenfahrten nicht so schnell raus. Ansonsten bekommen die Schaltungs und Bremsteile ab und an einen Spritzer Brunox.
Die Zwischenräume der Ritzel mache ich nur mal oberflächlich sauber wenn ich das Ritzelpaket demontiert habe um verschlissene Ritzel zu tauschen.
Damit fahre ich nach einigem Rumprobieren ganz gut.

Grüße,
Tom
von: Falk

Re: Putzen, aber wie? - 24.04.15 09:31

Kette entfetten ist nicht das Problem. Das passiert ganz von selber und dazu muss es nichtmal in Strömen regnen. Schmierstoffe werden gerade an solchen offenen Gelenken schlicht und einfach verbraucht, Wasser beschleunigt das noch. Die »werksseitige Dauerschmierung« ist ein inzwischen nicht mehr modernes Märchen. Sie hat schon was mit dem Abstand zu tun, den viele Menschen von derartigen Arbeiten haben. Auch wenn es einige nicht hören wollen, am Schreibtisch kriegt man sowas einfach nicht mit.
Die meisten Schmierstoffe wirken dreckanziehend. Geschmiert werden müssen bei einer Rollenkette auch nur die Gelenke. Das sind einmal die Bolzen, die in den Innengliedern beweglich sein müssen und zusätzlich die Rollen, die es auf den Innengliedern tun. Die Schmiermittel kommen am Besten an diese Stellen, wenn du wirklich nur einen Tropfen auf jedes Gelenk gibst. In Längsrichtung an der Kette langziehen, wie das selbsternannte Helden gerne machen, ist nur Sauerei und Ölverschwendung. Nach dem Schmieren ein paar Kilometer fahren, hinterher die Kette von außen wieder trockenwischen. Dazu brauchst Du ausgesprochene Sifflappen. Hinterher kann man die nur noch wegschmeißen. Küchenpapier ist nicht geeeignet, es ist nicht stabil genug. Der Dreck landet damit nur auf den Händen.
»Abschrubben« lohnt beim Fahrrad eigentlich nicht und zuviel Brühe muss man bei den Teilen, die man im Betrieb nicht anfassen muss, auch nicht machen. Kettenspann- oder -schaltwerkskäfige und die Schaltrollen sind echte Dreckfänger, insbesondere bei zu intensiver Schmiermitelanwendung. Gelegentlich ist es einfacher, die Spannrollen auszubauen als von außen drauf rumzukratzen. Ritzelpakete sind ein Scheißspiel und effektiv hilft nur Ausbauen und Zerlegen. Letzteres nur, swenn überhaupt vorgesehen. Seit fünfzehn Jahren habe ich keine mehr und so richtig fehlen sie mir auch nicht.

Eins ist sicherlich wichtig: Es ist ein Unterschied, ob Du Dein Fahrzeug betriebsfähig halten oder in ausstellungsreifen Zustand versetzen willst. Der letztere ist mit vernünftigem Aufwand im Betrieb nicht zu halten. Ich verzichte vollkommen darauf, ihn erreichen zu wollen. Wenn Du sowieso mal Teile ausbauen musst, dann ist das immer eine Gelegenheit, die sich so bietenden Stellen abzuwischen.
von: Toxxi

Re: Putzen, aber wie? - 24.04.15 10:12

In Antwort auf: bluesaturn
Ich weiss nicht, welches Oel ich nutzen soll, um meine Bremshebel einzufetten. WD40?

Wen oder was willst du an den Bremshebeln fetten? verwirrt WD40 ist in jedem Falle ganz schlecht - das fettet nicht, sondern ENTfettet. Es ist kein Schmierstoff!!!

Ich benutzt eigentlich nur zwei Schmierstoffe: Kettenöl (das relativ dickflüssig ist) und Lagerfett (entweder Campagnolo Galli oder Castrol LMX). Bedarf für dünnflüssige Schmierstoffe hatee ich bisher nicht.

In Antwort auf: bluesaturn
Ich weiss, dass ich die Kette nicht entfetten darf. Darf ich sei trotzdem mit Spülwasser abwaschen?

Hmmm... was ich mache: etwas(!) WD40 auf einen Lappen sprühen (den Lappen nur anfeuchten, nicht drin baden) und dann entlang der Kette ziehen. Das macht die gröbste Schmiere ab.

In Antwort auf: bluesaturn
Ich habe auch versucht mit so einem Zacken den Dreck zwischen den Ritzeln herauszubekommen, aber das war immer so la la. Wie macht ihr das so?

Ein wunderbares Instrument, um an unzugängliche Stellen zu gelangen, ist eine Zahnbürste. schmunzel Wenn ich die Ritzel richtig putzen will, dann baue ich sie aus. Dann kann ich auch mit WD40 rangehen (was ich anschließend mit Seifenwasser wegwasche), ohne dass ich Kette oder Nabe damit versehentlich entfette.

In Antwort auf: bluesaturn
Die Kette macht Geräusche, also nehme ich an, sie braucht wieder Oel.

Zu viel Öl hat noch nie eine Kette versaut... träller

Gruß
Thoralf
von: Faltradl

Re: Putzen, aber wie? - 24.04.15 10:51

Erster Schritt: Suchfunktion des Forums nutzen. Dieses Thema kommt nämlich regelmäßig jedes Frühjahr. Und so viel Neuigkeiten gibt es das Jahr nicht, so dass man das Thema jedes Mal wieder neu aufrollen müsste.
von: bluesaturn

Re: Putzen, aber wie? - 24.04.15 12:13

Guten Tag, alle miteinander.
Danke fuer Eure Antworten.

Re: Suchfunktion.
Das dachte ich mir auch. Zum Thema Putzen kamen aber andere Threads hoch.
Ich habe gesucht, aber wohl falsch.

Re der Sammy:
Also kein WD40. Gut, brauche ich mir nicht zu kaufen. Eigentlich wollte ich nur die Schrauben, Teile vor Rost ein wenig schuetzen.
Es kann sein, dass ich meine Kette zu grosszuegig fette. Aber dann passiert es immer. Meine Vorgehensweise: Ich nehme einen Lappen (oder ein Stueck alten Stoff), reibe die Kette so gut wie moeglich sauber. Dann nehme ich mein Kettenoel und setze auf jedes Glied einen Tropfen Oel. Dann drehe ich die Kette ueber alle Ritzel, so dass sich das Oel verteilt. Es folgt ein sauberer Lappen, der das ueberschuessige Oel aufnehmen soll.
Die ekelig klebrig Masse kenne ich. Die finde ich immer zwischen den Ritzeln und an den kleinen Raedern des Schaltwerks.


Re Dutchman:
Schoenen Gruss nach HL. Nein, da wird nichts ausgebaut. Ich fasse lieber nichts an, was komplizierter werden koennte.

Re Levty: Brunox besitze ich leider nicht.

Re Falk:
Klar verliert die Kette das Fett. Es gibt dann Geraeusche. Wenn ich sie wieder etwas fette, sind die Geraeusche weg und ich kann besser radeln.
Ja, ich weiss auch, dass die Schmierstoffe Dreck anziehen. Beim ersten Mal hatte ich dann bald eine verdreckte Kette. Weniger ist mehr beim Fetten der Kette.
Das Rad soll betriebsfaehig sein und kein Schmuckstueck. Aber ein wenig Komponentenpflege schadet sicherlich nicht. Ich mache sonst naemlich nichts.

Re Toxxi:
Ja, exakt. Ich habe schon wieder drei Zahnbuersten, die fuer das Rad bereitliegen und die Kette.
Meine Frage war u.a. ob Spueli-Wasser so stark ist, die Kette zu entfetten? Ich wollte ja nur ein wenig die Raeder unter dem Ritzelpaket etwas sauberer bekommen.
Zu viel hat vielleicht keine Kette versaut, aber zu wenig ist sicherlich auch nicht gut. Das Rad faehrt sich einfach bloeder.

Ich wollte eigentlich nur Hausmittel nutzen: Spueli, Glasreiniger, meine Zahnbuersten, Lappen.
Nur mit einem Schmierstoff fuer die Bremsteile (nicht Bloecke) tue ich mich schwer. Ein paar andere Buersten habe ich ebenfalls.


Danke nochmals!
Viele Gruesse.
von: felixs

Re: Putzen, aber wie? - 24.04.15 12:17

Wasser mit Spüli ist für den Rahmen geeignet. Aber normalerweise lohnt es sich nicht, da viel sauberzumachen. Trocken drüberwischen reicht meist völlig aus.

Für die Kette ist WD-40 ganz ok, danach aber wieder einölen. Es gibt auch Leute, die behaupten, an die Kette dürfe kein WD-40. Überhaupt gibt es betreffs der Kette verschiedenste Ansichten. Einigkeit gibt es fast nur darüber, dass irgendwas drauf sollte.

Für die Felgen ist Glasreiniger super. Auch für Bremsscheiben habe ich das schon mit gutem Erfolg genommen.
Mechanische Teile kann man äußerlich auch ganz gut mit Wasser-Spüli bearbeiten, sollte dann aber danach einölen. Ich wäre für Silikonöl, weil das weniger Dreck zieht.

Auf keinen Fall zu viel Feuchtigkeit. Abtrocknen und dann in die Sonne stellen wäre gar nicht übel.
von: derSammy

Re: Putzen, aber wie? - 24.04.15 12:42

In Antwort auf: felixs

Für die Kette ist WD-40 ganz ok, danach aber wieder einölen.

Das Problem ist, dass WD40 sehr kriechfähig ist, das holt dir das Öl auch zwischen den Bolzen und Hülsen der Kette (wo es eigentlich benötigt wird) und wo du es mit nachschmieren kaum wieder hin bekommst.
Ich öle jede Gelenkeinheit der Kette doppelt, einmal auf der Innen- und einmal auf der Außenseite. Den Minitropfen Öl dabei genau auf die den Kontaktbereich der Laschen appliziert. Von dort hat er noch am ehesten die Chance in den Raum zwischen Bolzen und Hülse zu wandern. Beim Nachwischen mit dem Lappen bekommt dann die Kette auch außenrum noch eine ganz feine Ölschicht ab, die korrosionsvorbeugend wirkt.
von: felixs

Re: Putzen, aber wie? - 24.04.15 13:15

Aha, ein Vertreter der "Grundschmierungs"-Fraktion. ^^
Kann sein, dass Du recht hast.

Wenn man sich darum Sorgen macht (hat sich bei mir bisher in der Praxis nicht bestätigt, aber da hängen viele Faktoren dran): WD-40 auf einen Lappen und Kette damit nur äußerlich reinigen. Die Kontaktflächen außen bekommt man damit gut sauber und man entfernt Dreck, der sonst nach innen wandern könnte.

WD-40 ist halt schon genial, um Dreck von der Kette zu bekommen. Ob das wirklich nötig ist, hängt auch wieder von vielen Faktoren ab. Ich würde behaupten, dass ein bißchen Restdreck nicht soo schlimm ist, wenn man ausreichend schmiert. Klar wirkt der als Schmirgel, aber wann macht sich das wirklich bemerkbar? (Wenn es nicht gerade Sand ist...)
von: Toxxi

Re: Putzen, aber wie? - 24.04.15 13:24

In Antwort auf: bluesaturn
Eigentlich wollte ich nur die Schrauben, Teile vor Rost ein wenig schuetzen.

Entweder einen Tropfen Kettenöl auf die Gewinde oder etwas Lagerfett. Das sollte reichen.
von: FfmdRnR2015

Re: Putzen, aber wie? - 24.04.15 18:19

Wenn ich meinen Rennhobel sauber mache, gehe ich wie folgt vor:

1. Rad aufhängen und Reifen ausbauen
2. Rahmen mit Spüli abwaschen und trockenputzen.
3. Das Ritzelpaket reinige ich mit einem alten Unterhemd: Die geölten Träger des Hemdes lassen sich perfekt zwischen die Zahnräder hindurrchziehen.
4. Die Schaltröllchen baue ich auch aus und reinige sie penibel mit einem alten Lappen.
5. Die Kette schruppe ich zunächst mit einer Zahnbürste ab und lasse sie danach durch einen Lappen laufen, bis sie sauber ist.
6. Danach wird alles mit Kettenöl von Rohloff gefettet.
7. Dann kommt an alle Bewegungspunkte etws Allzwecköl.
8. Den Rahmen wische ich noch einmal mit einem sehr leucht geölten (Fahrrdpflegeöl)Lappen ab.

Bei mit läuft das Rad dann immer wie ein Schweizer Uhrwerk

Tipp am Rande: Wenn man sich vor der Sauerei die Hände mit Vaseline eincremt, lassen sie sich danach leichter sauber machen zwinker
von: derSammy

Re: Putzen, aber wie? - 24.04.15 18:27

In Antwort auf: FfmdRnR2015

Tipp am Rande: Wenn man sich vor der Sauerei die Hände mit Vaseline eincremt, lassen sie sich danach leichter sauber machen zwinker

Anderere Möglichkeit: Einmalhandschuhe. Wenn man etwas aufpasst und das Zeug nicht zerrunkst, muss man danach gar nicht putzen. zwinker
von: JaH

Re: Putzen, aber wie? - 24.04.15 18:28

In Antwort auf: Toxxi
Zu viel Öl hat noch nie eine Kette versaut... träller

Der Dreck der an zuviel Öl gerne umso mehr und besser anhaftet, hingegen schon.
von: Nordisch

Re: Putzen, aber wie? - 24.04.15 18:35

bravo Aber Hallo!!!

Eine richtig verdreckte Kette verschleißt binnen 10 km so stark wie sonst auf ein paar 100 km.
von: bluesaturn

Re: Putzen, aber wie? - 24.04.15 18:55

Was ist denn dein Allzwecköl? Ich nutze immer Waschmittel hinterher um die Hände sauber zu bekommen.
von: Margit

Re: Putzen, aber wie? - 24.04.15 19:07

meine Räder lasse ich von Fachmännern putzen bier
von: espresso

Re: Putzen, aber wie? - 24.04.15 19:53

Wieso so kompliziert?

1. Fahrradreiniger draufsprühen.
2. Drei Minuten warten
3. Abspritzen. Fertig.

Jetzt kommen vermutlich gleich folgende Einwände:

"Das ist nicht gründlich genug!"
Vorteil der Methode ist, dass ich das auch im Winter machen kann, wenn die meisten wenig Lust haben, sich mit Schwamm und Eimer vors Haus zu setzen und 40min die Speichen zu wienern. Stattdessen nehme ich mein Rad kurz in die Wohnung mit, rein in die Badewanne, in nicht mal 5 min ist alles vorbei und der gröbste Winterdreck ist weg. Das Fahrrad ist nicht perfekt sauber danach, aber viel sauberer als vorher. Die Methode verhindert außerdem, dass der Dreck schichtenweise sich an das Rad hinklebt. Im Frühjahr sieht mein Rad aus, als sei es im Winter maximal 3 Tage auf der Straße gewesen, tatsächlich fahre ich auch bei Schnee.

Im Frühjahr, Sommer und Herbst wird dann jeweils einmal richtig gründlich geputzt mit Ausbau der Räder etc.

Die Fahrradreiniger kosten nicht die Welt und sind biologisch abbaubar. Ich putze nicht mehr ohne.

Alex
von: Margit

Re: Putzen, aber wie? - 24.04.15 20:04

In Antwort auf: espresso
Jetzt kommen vermutlich gleich folgende Einwände:
Gönnst mir wohl keinen Spaß wirr Mein Rad in die Badewanne ja pfuideifi, wer soll denn dann die Badewanne schruppen verwirrt
von: huxtebude

Re: Putzen, aber wie? - 24.04.15 20:05

Am wichtigsten ist, dass die Kette einigermaßen geschmiert ist, aber auch nicht voller Schmodder hängt und dass bewegliche Teile auch beweglich bleiben. Alles andere ist nur Optik und kann nach persönlichem Belieben gereinigt werden oder auch nicht.
Mein Trekkingrad wird eigentlich nie geputzt. Am MTB hängt dann aber auch schonmal so viel Matsch, dass selbst ich dann zumindest das Gröbste davon entferne ^^
Und bleib mit dem Hochdruckreiniger weg vom Rad.

Grüße
Florian
von: huxtebude

Re: Putzen, aber wie? - 24.04.15 20:08

In Antwort auf: espresso
[...] rein in die Badewanne, in nicht mal 5 min ist alles vorbei und der gröbste Winterdreck ist weg.


Da hätte ich Bedenken, dass mir irgendwann der Abfluss dicht ist. Denn Sand und Schlamm ist schwer und setzt sich am Boden ab. Sieht man in der Badewanne ja direkt. Im Siphon passiert das gleiche.

Grüße
Florian
von: Sickgirl

Re: Putzen, aber wie? - 24.04.15 20:16

Das würdest du auch nicht so oft machen, wenn du wie ich das Rad dazu 5 Stockwerke hochtragen müßtest.

Wenn mir zum putzen ist, fahre ich mit dem jeweiligen Rad zur Arbeit. Da haben wir einen Waschplatz sogar mit Ölabscheider und gehe da mit einem Eimer Wasser drüber.

Wenn ich bei Gelegenheit mal die kurbel oder Kassette runtermachen, dafür haben wir noch eine Waschstelle um Getriebeteile und ähnliches zu reinigen. Da sehen die Teile hinterher wie neu aus. Einen feuchten Lappen mit dieser Reinigungsflüssigkeit benutze ich zum Kette sauber wischen. Danach behutsam ölen.
von: Ozzy

Re: Putzen, aber wie? - 24.04.15 20:27

Ich spritze mein Rad zuerst mit dem Gartenschlauch ab. Dann sprühe ich es gründlich mit Fahrradreiniger ein und lass es 5 min einwirken. Die Kette ziehe ich durch eine mit Fahrradreiniger benetzte Grunge Brush von Finishline. Danach mit dem Gartenschlauch gründlich abspritzen.

Wenn die Grunge Brush nicht ausreicht, kommt das Kettenreinigungsgerät zum Einsatz, befüllt mit etwas Universalöl. Wird schön sauber. Danach durch einen Lappen ziehen und mit Kettenöl dry auf jedes Kettengelenk etwas ölen. Ansonsten bewegliche Teile mit Brunox Turbo einsprühen.

Fertig ist das saubere und funktionierende Bike!
von: espresso

Re: Putzen, aber wie? - 24.04.15 21:18

In Antwort auf: Sickgirl
Das würdest du auch nicht so oft machen, wenn du wie ich das Rad dazu 5 Stockwerke hochtragen müßtest.


.. ich muss 4 Stockwerke hoch - auch ein Grund, warum mein Rad 11,5 kg in Vollausstattung wiegt und nicht 18kg wie manche Reiseräder.

Das mit dem Sand ist ein guter Punkt. Allerdings klebt an meinem Rand nur sehr wenig Sand. Und ganz sicher weniger als in den Kleidern und Gummistiefeln meiner Kinder, die sonst in der Badewanne gewaschen werden.

Der Trick ist einfach, nicht zu lange zu warten mit dem Reinigen. Wenn das Rad einmal zugesifft ist nach wochenlang draussen stehen, mit mehreren Schichten Dreck und Gummifabrieb kommt man mit Fahrradreiniger nicht mehr weiter. Ich stelle das Rad im Winter alle 4-6 Wochen in die Badewanne.

Und wie gesagt, im März sieht es ohne einmal mit Lappen putzen besser aus als viele Räder, die den Winter über im Keller standen.

Fahrradreiniger macht das Leben leicht.

Alex
von: Falk

Re: Putzen, aber wie? - 24.04.15 21:30

Dran gewöhnen, dass es ein Fahr- und kein Putzzeug ist, macht das Leben noch deutlich leichter. Beim Winterhobel reicht es, die Salzreste im Frühjahr abzuwaschen. Außerdem ist Vorbeugen besser als nach hinten fallen. Mit Fett eingebaute rostfreie Schrauben ersparen viel Ärger.
von: Sickgirl

Re: Putzen, aber wie? - 24.04.15 21:30

Wenn ich eines der Räder, die im Keller stehen nehme, sind es sogar 7 Stockwerke.

Wohnst du zur Miete oder Eigentumswohnung?

Manche Vermieter sehen das vielleicht nicht so entspannt.
von: bluesaturn

Re: Putzen, aber wie? - 24.04.15 21:35

Guten Abend.
Ich bin bisher wie folgt vorgegangen.
Wassereimer mit Spueli ansetzen. Rad mit Schwamm so gut es ging einseifen. Dabei habe ich die Kette ausgelassen.
Rad habe ich trocknen gelassen.
Spaeter bin ich noch mal runter und habe mit einem sauberen Tuch die Kette versucht abzureiben. Sie hat die Farbe von schwarz nach einigermassen silber wieder gewechselt. Dabei flog viel verharztes Fett runter.
Dann habe ich mit einer Bürste die Zwischenraeume der hinteren Ritzel so gut es ging saubergemacht. Es kam wieder verharztes Zeug runter. Jetzt kann man wenigstens durch die Ritzelzwischenraeume wieder sehen.
Vorne habe ich die Ritzel (?) auch geputzt mit dieser Bürste und einem trocknen Stofflappen.
Wieder kam verharztes Zeugs runter. Die kleinen Rädchen habe ich versucht, ebenfalls mit einem trocknen Lappen zauberzubekommen.
Jetzt habe ich erstmal alles so gelassen, weil ich Euch um Rat fragen wollte.

Ich verstehe nicht, warum da soviel verharztes Oel heruntergekommen ist. Ich tropfe auf jedes Kettenglied Oel. Dann drehe ich die Kette. Das Oel verteilt sich. Dann fahre ich mit dem Rad, und lasse die Kette über alle Ritzel gleiten. Das hatte ich irgendwo gelesen, damit die Ritzel auch Fett abbekommen. Aber vielleicht ist das nicht so gut?
Dann versuche ich das Fett wieder runterzuholen, indem ich mit einem sauberen Lappen über die Kette gehe, wenn diese sich bewegt. Aber vielleicht mache ich etwas falsch oder nutze zu viel Fett?
Die Kette hat grundsätzlich seit Ende letzten Jahres auch keine Pflege mehr gesehen.

Ich habe noch ein Allzweckreinigungsoel / Kettenöl gefunden, aber es scheint mir zu dickflüssig zu sein.

Hier ( http://www.fahrrad-workshop-sprockhoevel.de/Ketten_pflege.htm ) scheint man ja durchaus mit Spueli an die Kette zu gehen. Vielleicht bekomme ich sie dann noch sauberer ohne sie zu entfetten?
Diese Grunge Brush finde ich interessant.
Ihr habt Fahrradreiniger von Rose vorgeschlagen. Die entfetten wirklich nicht?

Was haltet ihr denn von solchen Produkten?
http://www.rosebikes.de/artikel/dynamic-kettenreiniger/aid:471451
von: borstolone

Re: Putzen, aber wie? - 25.04.15 05:10

Der Thread mit dem Sockenstopfen hat mir auch gut gefallen! grins

Jakob
von: Velo.Chris

Re: Putzen, aber wie? - 25.04.15 08:21

Hat jemand Erfahrungen mit dem "Innotech 105 Kettenfluid" gemacht? Das wird mir immer von meinem Radladen angepriesen. Soll ja scheinbar sowohl reinigen als auch schmieren. Aber ich vertraue dieser Allzweckanwendung nicht so ganz...
von: iassu

Re: Putzen, aber wie? - 25.04.15 13:32

In Antwort auf: Faltradl
Und so viel Neuigkeiten gibt es das Jahr nicht, so dass man das Thema jedes Mal wieder neu aufrollen müsste.

Das Schöne aber ist, daß bei diesem Thema jeder etwas beitragen kann, und sei es, daß er das Thema nicht mag.... zwinker
von: espresso

Re: Putzen, aber wie? - 26.04.15 07:31

In Antwort auf: Sickgirl
Wenn ich eines der Räder, die im Keller stehen nehme, sind es sogar 7 Stockwerke.

Wohnst du zur Miete oder Eigentumswohnung?

Manche Vermieter sehen das vielleicht nicht so entspannt.


In Berlin gibt es für einigermaßen hochwertige (d.h. über 300 EUR Zeitwert) Räder genau drei Möglichkeiten:

a) nachts in einen mit einer stabilen Stahltür abschließbaren Keller
b) nachts in die Wohnung damit
c) auf der Straße oder im Hinterhof stehen lassen, und sich das Rad nach kurzer Zeit klauen lassen.

Mein Rad in die Wohnung zu nehmen widerspricht keiner Klausel meines Mietvertrags. Ich frage den Vermieter aber auch nicht um Erlaubnis.

Fahrrad in der Wohnung ist in Berlin normal.

Alex
von: Bilancia

Re: Putzen, aber wie? - 26.04.15 08:40

Zitat:
Hat jemand Erfahrungen mit dem "Innotech 105 Kettenfluid" gemacht? Das wird mir immer von meinem Radladen angepriesen.

Ich habe mir vor 20 Jahren einen dieser Plexiglas- Kästen zum Reinigen der Kette gekauft.
Das teuerste hierfür war das (die?) entsprechende Fluid. Bis mir aufgefallen ist, dass sie genauso riecht wie mein 1 DM Grillanzünder. Seitdem reinige ich Kette, Kassette, Schaltröllchen, Kettenblätter und anderer stark verschmutzte Teile mit ebendiesem Grillanzünder.Auf Tuch oder Pinsel aufgetragen ist das Ganze billig, effektiv und schnell.Mit trockenem Lappen nachbearbeiten und anschliessend geeignete Schmiermittel
auftragen.
Weder bei meinen zahlreichen MTBs, noch bei den noch zahlreicheren Familienrädern noch bei meinem mittlerweile 20 Jahre altem Reiserad konnte ich unerwünschte Effekte wie erhöhten Verschleiss, vermehrte Korrosion oder Schwergängigkeit beobachten.
Gruss Bilancia
von: iassu

Re: Putzen, aber wie? - 26.04.15 10:47

Ich habe diese Kettenreinigungsgeräte lange Jahre benutzt, zuerst mit Benzin, dann mit Diesel, zuletzt mit Petroleum. Man braucht eine entsorgbare Unterlage und Gummihandschuhe. Richtig neuwertig sehen die Ketten danach dennoch nicht aus. Außerdem ist es eine optische, olfaktorische und sensorische Sauerei.

Ich bin daher dazu übergegangen, den Dekadenzquotienten weiter voranzutreiben und kaufe mir die Ketten neu, wenn sie mir zu oll werden. Wobei ich allerdings das Märchen mit dem entfetteten Innenleben, das man nie mehr geschmiert kriege, für vollkommenen Schmarrn halte.
von: Gitanesraucher

Re: Putzen, aber wie? - 26.04.15 11:41

Guten Tag in die Runde,

wohl war: Das Thema ist unerschöpflich und jeder kann etwas beisteuern … also:

Grundreinigung außen: nur mit Mitteln, die keine, wohlgemerkt keine 100prozentige entfettende Wirkung haben und - wichtig - schnell verdunsten wie z. B. (Wasch)benzin aus der Drogerie für Campingkocher, nicht aus der Apotheke (!), billiger: Brennspiritus (Drogerie), Diesel oder Petroleum oder auch der oben schon angesprochene Grillanzünder. Reinigung der Glieder innen mit geeigneten Teilen (Wattestäbchen vom ALDI, dicke Pfeifenreiniger etc.).
Danach "Dynamic 2-K Kettenschmierstoff" (100ml-Fläschen ca. 7,50 EU), kann man punktgenau auftragen: eine Emulsion aus schmierenden Anteilen und Alkohol. Gute Kriechfähigkeit (durch den Alkoholanteil) bis in die beweglichen Teile der Kette. Nach dem Ablüften fühlt sich die Oberfläche trocken an und bindet wenig Schmutz und Staub, wirklich gute Resistenz gegen Wasser.
Habe entsprechende Erfahrungen gemacht, insbesondere bei Ausfahrten im Regen und Gelände.
Der Vorteil gegenüber dem ebenfalls guten (und ähnlich teuren) allwettertauglichen Schmiermittel "Brunox High Speed" liegt m. E. darin, dass es für mindesten. 200 Km reicht. "Brunox" leistet unterm Strich auch eine sehr gute Performance, muss aber unbedingt sehr häufig aufgetragen werden.

Alter Smolik-Tipp: Am Ende der Prozedur das ganze mit Sprühwachs schön einnebeln, hat lange Zeit Ruhe …

Tot ziens
Gitanesraucher
von: Keine Ahnung

Re: Putzen, aber wie? - 26.04.15 15:18

Für die gründliche Kettenreinigung gibt es eigentlich nur eine Vorgehensweise: siehe HIER zwinker .

Dennoch verwende ich meist einfach Wasser mit ein wenig Spüli oder in schlimmen Fällen zusätzlich noch das Kettenreinigungsgerät. Danach wird mit Kettenöl wieder geschmiert. Dass die Kette nach dem Reinigen mit dem Kettenreinigungsgerät nicht mehr gut geschmiert war, ist mir noch nie aufgefallen. Habe ich ein neues Ritzelpaket, achte ich darauf, dass die Kette nicht gelängt ist. Dann wird sie nämlich nicht mehr gereinigt, sondern entfernt. Bei der dritten Kette fahre ich Kette und Ritzelpaket "zu Ende", d. h., bis die Kette springt (gerissen ist sie mir noch nicht). Dann ist natürlich die Reinigung immer wieder einmal nötig.

Der Rest des Fahrrads wird zuerst mit schwachem Wasserstrahl grob gereinigt und "eingeweicht". Danach geht es mit Lappen und warmem Wasser mit Spüli ans Saubermachen. Mit einer Ritzelbürste und -kratzer, evtl. unterstützt mit etwas Motorreiniger, wird der Dreck aus dem Zahnkranz, Schaltung usw. geholt. Am Ende werden Schaltung usw. wieder nachgeölt. Mein Fahrrad muss nur sauber werden, nicht rein (um alte Werbeslogans hervorzuholen) zwinker . Ich will es ja nicht in ein Museum stellen.
von: simonk

Re: Putzen, aber wie? - 12.05.15 20:09

Die normale Reinigung erfordert lediglich Spülwasser mit haushaltsüblichen Putzmitteln. Ein Microfasertuch leistet mir stets gute Dienste bei hartnäckigen Flecken. Diverse Bürsten und alte Zahnbürsten sind gut für Ecken und Zwischenräume. Ich habe mir durch Werbelink entfernt eine gratis Probe von F100 ergattert - mal schauen wie gut der ist.

Im ersten Beitrag einen Produktlink zu platzieren wird hier gar nicht gern gesehen.
von: ntvaxel

Re: Putzen, aber wie? - 13.05.15 09:22

Auch wenn es einen Aufschrei gibt: zwei-drei mal im Jahr dampfstrahlen. Man muß ja nicht unbedingt auf die Lager halten. Danach gleich alles wieder schön einölen und gut is.
von: goerdy

Re: Putzen, aber wie? - 14.05.15 06:16

Hallo,

als Azubi im Radladen darf ich natürlich häufiger mal ein Rad putzen ;-)

Oben wurde Radklanz erwähnt. Kann man nehmen, isz relativ teuer und *subjektive Meinung an* stinkt wie Sau *subjektive Meinung aus*.
Genauso gut wenn nicht gar besser funktioniert billiges Silikonspray. Den Rahmen goßzügig einsprühen (Bremsflanken/Scheiben/Beläge auslassen!) dann Mittagspause machen und nach ner halben Stunde mit nem sauberen Lappen abwischen. Ist danach alles ziemlich sauber, glänzt und ist erstmal wieder konserviert. (Einatmen sollte man den Kram aber besser nicht)

WD40 hat am Rad eigentlich garnichts verloren! Mit MultiFettSpray kann man auch gut z.B. die Kette reinigen, spühlt damit aber den Dauerschmierstoff nicht aus.

Bei matt lackierten Rahmen ist Radklanz/Silikonspray immer doof, wenn man eine Ecke vergisst sieht man sofort die übergänge. Hierfür gibt es (teures) Pflegezeug, ausprobiert habe ich das noch nicht.

Nach dem Putzen sollten korrosionsanfälige und bewegte Teile wieder geschmiert werden. Für mich hat sich da MultiFettSpray bewährt.

beste Grüße

Philipp