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#1043594 - 23.05.14 13:18 Von Bukarest nach Istanbul
Rasu
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Themenersteller
abwesend abwesend
Beiträge: 156
Dauer:19 Tage
Zeitraum:30.4.2014 bis 18.5.2014
Entfernung:900 Kilometer
Bereiste Länder:bgBulgarien
roRumänien
trTürkei

18 Tage Urlaub, mehr liess sich nicht herausholen, was also Anfangen mit der freien Zeit? Lange hab ich nicht Überlegt ich möchte auf jeden Fall eine kleine Radreise unternehmen. Wohin? Eigentlich auch nicht schwer, immerhin will ich seit Jahren mal nach Istanbul. Bis jetzt hat es mich nie dorthin verschlagen, aber 2014 ist es endlich so weit.

Wo soll ich starten? Ich lebe derzeit in Irland, Cork-Istanbul geht sich in der Zeit nicht aus, ich muss mich meinem Ziel also irgendwie annähern. Nach einigem hin und her entscheide ich mich schliesslich dafür von Bukarest aus zu starten. Neben der Tatsache dass ich günstig an die Flugtickets gekommen bin kann ich so auch ungefähr an meine letzte längere Tour anschliessen, damals gings von Wien nach Rumänien, diesmal von Rumänien über Bulgarien in die Türkei.

Wo soll ich lang fahren? Routenplanung ist immer eine interessante Sache, soviele Möglichkeiten - so wenig Zeit.... Ich entscheide mich nicht an der Schwarzmeerküste entlang, sondern eher durchs Landesinnere zu fahren. Eine große Hilfe bei der Routenplanung ist folgende Bulgariatravel]Link zu Karte Seite. Ich plane meine Route also entlang zahlreicher Ausgrabungen, Klöster, Naturschönheiten und was sich sonst so findet.

Letztenendes sieht due Route folgendermaßen aus.

(RO) Bukarest - Giurgiu - (BG) Ruse - Ivanovo - Byala - Veliko Tarnovo - Gabrovo - Kazanluk - Haskovo - (TR)Edirne - Lüleburgaz - Silivri - Istanbul

Link zu Karte


Fremdes Bild in Link umgewandelt. Zur Erläuterung siehe hier.



Eigentlich wäre ich gerne noch weiter in den Süden an die griechische Mittelmeerküste gefahren, und von dort weiter in den Osten, das wäre sich aber nicht ausgegangen, ab einem gewissen Zeitpunkt muss ich leider doch meinen Rückreisetermin im Auge behalten und die Route entsprechend wählen.

Die Flüge habe ich schon im Jannuar gebucht, viel zu viel Zeit für Vorfreude, Planung usw. aber der Tag der Abreise rückt immer näher, um ja keine Urlaubszeit zu verschwenden habe sitze ich am Tag der Abreise noch im Büro, nach der Arbeit gehts nachhause die bereits an Vorabend gepackten Sachen werden aufs Rad geschnallt und das Ganze in den Zug nach Dublin verladen, wo mein Flug am nächsten morgen startet.

Pass auf dich auf sagen Freunde und Kollegen, ob sowas nicht gefährlich sei, ganz alleine? Ich denke eigentlich nicht viel über mögliche Gefahren und Probleme nach, ich bin ja in Europa unterwegs, was soll schon passieren, einzig die teils wilden Geschichten die man über aggresive Strassenhunde hört machen mir ein wenig Sorgen, ich mag Hunde zwar, aber von einem Rudel gejagt zu werden wenns möglicherweise grad nicht bergab geht scheint mir doch irgendwie nicht so angenehm zu sein, trotzdem, mit Pfefferspray und ähnlichem will ich mich nicht bewaffnen.

Am Tag der Abreise hab ich dennoch irgendwie ein mulmiges Gefühl, und plötzlich denke ich doch darüber nach was alles schiefgehen kann. Irre Axtmörder die nur darauf warten einsame Fahrradfahrer anzuspringen, Wölfe, Bären und wer weiss was sonst noch auf mich lauern könnte... Diese Reise ist ja erst meine zweite längere Tour, beim letzten mal hat alles gut geklappt, insofern werde ich mich auch jetzt nicht von einem flauen Magen aufhalten lassen, und als ich im Zug nach Dublin sitze ist die Nervosität auch schon wieder der Vorfreude gewichen.

Ein paar Worte zur Ausrüstung will ich euch nicht vorenthalten, ist auch für mich immer wieder interessant zu lesen was andere Leute so an Equipment auf ihren Reisen nutzen. Da ich nur ein Fahrrad habe fällt die Wahl nicht schwer, mein Surly wird mich hoffentlich ohne gröbere Probleme von A nach B bringen. Ausgestattet ist das Rad mit der laut Forenmeinung nicht reisetauglichen 11 Gang Alfine, BB7 Bremsen, Racktime Trägern vorne und hinten, breiten Kenda Khan Reifen, sowie einem bequemen Tourenlenker mit recht starker Kruemmung, persönlich finde ich das angenehmer als einen Rennlenker, aber da hat jeder seine eigenen Vorlieben.



Hinten drauf sind 2 recht kleine aber eigentlich ausreichende Altura Fuse Packtaschen, nicht 100%ig wasserdicht, aber ich hab noch ein Plastiksackerl und meherer wasserdichte Packsäcke drinnen, so bleibt eigentlich alles trocken. Im grossen wasserdichten roten Packsack befinden sich Schlafsack und Kochzeug sowie andere Campingutensilien. Zusaetzlich auch noch Werkzeug, Wasser, Nahrung, und allerhand kram den ich gerne schnell zur Hand haben will ohne die Packtaschen durchwühlen zu müssen. In der gelben Ortlieb Lenkertausche (erstaunlich was da alles reinpasst) ist die gesmate Elektronik ( iPad mini/Smartphone/Akkupack/ Ladegerät (Kamerakku und AA Akkus) / Reisesteckeradapter usw.) untergebracht und im türkisen Packsack sind Zelt (Wild Country Duolite) sowie die grosse faltbare und leiche Reisetasche in die das Ganze Gerümpel für den Flug kommt untergebracht.

Schön bunt die Sache, ich hoffe besonders dass der rote Packsacke und die orangenen Taschen mit Reflektoren hinten drauf für Autofahrer gut wahrnehmbar sind und so vielleicht ein wenig zu meiner Sicherheit beitragen.

Also gut, los gehts...

Tag 1

Büro - nachhause - ab zum Zug

Am Bahnhof in Cork drucke ich mein Ticket am Automaten aus, seit ich in Irland lebe hab ich immer den Bus nach Dublin genommen und gemeckert dass der Zug viel zu teuer und langsam ist, stellt sich heraus, das Ticket kostet inkl. Fahrradmitnahme unter 20 Euro und man ist in 2,5 Stunden auch schon in Dublin.
Beim Versuch durch die Schranke auf den Bahnsteig zu gelangen scheite ich, mein Ticket öffnet leider nicht Tür und Tor für mich und der freundliche Angestellte der Bahn weist mich darauf hin dass mioen Ticket für den morgigen Tag ist. Trotzdem darf ich mitfahren und muss auch nicht aufzahlen. Platz für das Fahrrad findet sich im letzten Wagon, wo ich es mit meinen Gummispannern sicher verstaue, leider rutscht mir dabei einer der Spanner ab und der Plastikhaken knallt gegen das Display meines GPS (Garmin Etrex 30), das Glass hat einen Sprung, aber das Geraet funktioniert noch, nur lässt sich das Display nicht mehr so gut ablesen.
Um das GPS vor Regen und Staub zu schützen kebe ich das Display mit transparentem Klebeband ab, was die Ablesbarkeit nochmals ein wenig verschlechtert. Überhaupt ist das GPS ein wenig zickig, ich habe mir zuhause allerhand Wegpunkte erstellt und über Basecamp importiert, die sollten leider im weiteren Verlauf der Reise verschwinden.

Gegen Mitternacht komme ich am Flughafen in Dublin an, mien Flug geht am nächsten morgen gegen 7 Uhr. Hier gibt es Wlan, und zur Not einen 24 Stunden MaDonalds, es lässt sich also die paar Stunden lang durchaus aushalten.
Nachdem ich das Rad reisefertig gemacht habe versuche ich ein wenig zu rasten, aber ich schlafe kaum und bin entsprechend müde als ich endlich in Flieger sitze.



Am frühen Nachmittag komme ich in Bukarest an, mein Plan war eigentlich gleich loszufahren und am Abend in der Gegend um den Comana Nationalpark zu campieren, aber da ich auch im Flieger nicht wirklich geschlafen habe und seit mehr als 24 Studnen mehr oder weniger wach bin beschliesse ich doch ein Zimmer zu nehmen. Online buche ich also das erstbeste Hostel und lande damit einen Volltreffer.

Die fahrt vom Flughafen in die Stadt ist recht problemlos, ich fahre einfach immer die Hauptstraßen entlang, der Verkehr hält sich in Grenzen und das Hostel ist schnell gefunden. Als ich mit dem Fahrrad auftauche begrüsst mich Christian überschwenglich und sichtlich erfreut, das Hostel hat er erst vor einigen Monaten gemeinsam mit seiner Frau Dana eröffnet und offenbar bin ich der ertse radelnde Gast. Christian ist selbst Mountainbiker und zeigt mir gleich seine und die Räder der Familie, geparkt wird ganz selbstverständlich im Haus. Zur Begrüßung gibts auch gleich einen Schnaps sowie Kaffee. Nach einer Dusche und kurzen Rast mache ich mich mit Christian auf in die Stadt, er will mir Bukarest im Rahmen einer kleinen Radtour zeigen und das nehme ich natürlich gerne an.





Abends kocht Dana fuer die Familie sowie zwei weitere Hostelgaeste und mich, bei einigen Bieren wird noch Chaqmppionsleauge geschaut und geplaudert und so endet der ertse Tag miner kleinen Reise durchaus erfreulich und spätestens jetzt scheinen die Sorgen der Vortages schon ganz weit weg zu liegen.

Aus dem zeitigen Aufbruch wird nichst, erst gibts noch Frühstück und viel Kaffee, mehrmals habe ich im Verlauf des vorigen Abends sowie am Morgen versucht für das Zimmer (Bett im Schlaafsal)zu bezahlen, aber davon wollen Christian und Dana nichts wissen, sie freuen sich einem Radreisenden weiterhelfen zu können und werden von mir kein Geld annehmen. Irgendwann gebe ich meinen sanften Widerstand auf und mache mich dankbar für so viel Gastfreundschaft auf den Weg.










Geändert von Rennrädle (24.05.14 21:06)
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#1043635 - 23.05.14 15:56 Re: Von Bukarest nach Istanbul [Re: Rasu]
Rasu
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Tag 2

Bukarest - Ivanovo ca. 120km



Karte 1

Den Comana Nationalpark lasse ich dann doch aus, nachdem ich schon jetzt ein wenig hinter dem Zeitplan bin will ich gleich direkt zur Grenze fahren und dann ev. noch ein bisschen weiter. Es ist der 1. Mai, Feiertag, wenig Verkehr und ich fahre einfach immer die Hauptstrasse (E70 und E 85) entlang

Bei gutem Wetter gehts flott dahin, ich habe eigentlich für den Tag nichts geplant, nichst was ich gerne sehen will, also sollte ich eigentlich ein gutes Stueck weiterkommen.



Ich hatte mit Regen gerechnet, es wird aber den Tag über immer sonniger und als ich nachmittags in Giurgiu ankomme und Sonnencreme kaufe ist es eigentlich schon zu spät, die Arme sehen schon etwas gerötet aus.

Nach einer kleinen Stärkung gehts auch gleich weiter Richtung Donaubrücke und somit zur Grenze



Auf der bulgarischen Seite liegt Ruse, die 5. größte Stadt Bulgariens und auch wenns von der Brücke aus nicht ganz so aussieht eigentlich ein recht ansehnliches Städtchen






Trotzdem verweile ich nicht lange und mache mich auf den Weg in Richtung Ivanovo, an der Grenze habe ich miene erste kleine Begegnung mit Strassenhunden aber besonders motiviert sind die auch nicht, und mit energisch anschreien lassen Sie sich auch schnell in die Flucht schlagen ohne dass ich vom Rad absteigen muss. Ansonsten gehts sehr schnell, kurzer Blick in den Pass und Gute Reise. Mein Pass ist fast 10 Jahre als und das Passphoto noch etwas älter, ca. 18 Jahre Jung muss ich da gewesen sein, das bringt mir im Verlauf der Zeit so einige misstrausche Blicke von Grenzbeamten, aber problematisch wird es nie.

Als ich In Ivonovo ankomme wird es bereits dunkel und es beginnt zu regnen, ich suche mir daher doch lieber ein quartier anstatt zu campieren, die Campingunlust sollte mir im Verlauf der Reise erhalten bleiben, ansich schlafe ich ja gerne und gut im Zelt, aber irgendwie war es immer einfach eine ansprechende und günstige Bleibe zu finden und so habe ich nur sehr selten gezeltet.
Ansich habe ich auch versucht das Campingzeug nachhause zu schicken, daran bin ich aber konsequent gescheitert und so habe ich ca. 5 - 10 kg Gepaeck nahezu sinnlos durch die Gegend geschleppt.


Tag 3

Ivanovo - Byala ca. 60 km


Karte 2

Bevor ich Ivanovo verlasse will ich noch die dortige Felsenkirche besuchen, ab dem 12. Jahrhundert wurden natürliche Höhlen in den Felsen genutzt und erweitert und auch heute noch, 400 Jahre nachdem die letzten Mönche abgewandert sind kann man noch bunte Fresken bewundern.
Es muss hier mal sehr bunt und farbenfroh gewesen sein, was die Mönche dazu bewogen hat dieses Kloster aus dem Fels zu schlagen und welcher Aufwand das gewesen sein muss kann ich mir nur schwer vorstellen.








Die Felsenkirchen wurden zum Unesco Weltkulturerbe ernannt und sind touristisch erschlossen, nach kurzer Besichtigung und Miniwanderung durch die schöne Gegend schwinge ich mich in den Sattel und mache mich auf den Weg.
Ich habe kein Etappenziel für diesen Tag aber merke schon bald dass mir die Strecke des Vortages recht schwer in den Beinen liegt. Es geht sanft hügelig dahin, ohne schwere Anstiege, auf der Strasse ist praktisch kein Verkehr und wenn mich mal jemand überholt macht eigentlich jeder einen großen Bogen um mich. Die Strasse ist in sehr gutem Zustand, warm und sonnig ist es auch, eigentlich wunderbar, einziges Problem mist wie schon angemerkt, dass meine gespeicherten Wegpunkte verschwunden sind. Gestern Abend hatte ich in der Pension zwar köstlich gegessen, den selbstgebrannten sowie den lokalen Wein verkostet, aber leider kein Internet gehabt, insofern weiss ich nicht so recht was mich auf der Strecke erwartet und ob ich mir irgendetwas ansehen wollte.

Irgendwann sehe ich dann aber eine kleine Straße abzweigen und die Orlova Chuka Höle ist ausgeschildert. Seit Jahren war ich nicht in einer Tropfstein Höhle, aber faszinierend fand ich die Stalagmiten und Stalagtiten schon immer. Alleine darf man nicht in der Höhle herumwandern und so muss ich warten bis eine größere Gruppe beisammen ist und der Guide die Tour startet. Allerhand wissenswertes und interessantes erzählt er, leider auf Bulgarisch und so verstehe ich kein Wort. Trotzdem toll hier in der Höhle und angenehm kühl.








Es ist noch nicht späte als ich in Borovo ankomme und von dort erwartet mich eine herrliche 8km lange Abfahrt nach Byala wo ich die Nacht verbringe.

Tag 4 und 5

Byala - Veliko Tarnovo 75 km


Karte 3

Mittlerweile bin ich doch recht gut verkohlt, ich schmiere zwar massiv Sonnencreme, aber es nutzt nicht mehr so wirklich, recht gut erkennt man dass ich Handschuhe trage beim Radeln



Nach Byala verlasse ich die angenehme Nebenstrasse um auf der E85 nach Veliko Tarnovo zu radeln, der Verkehr nimmt leider deutlich zu, vor Allem sind die vielen LKWs unangenehm die teilweise doch recht zügig und ohne viel Abstand zu halten vorbeirasen.

Die Gegend bleibt hügelig aber nach wie vor ohne nennenswerte Steigungen immer ein wenig bergauf und bergab, ich bin sehr froh als ich irgendwann die Hauptstrasse verlasse um zur alten Römerstadt Nikopolis ad Istrum (Stadt des Sieges an der Donau / eigentlich ist die Donau mittlerweile schon ein Stück entfernt, aber ok) zu gelangen. Gegründet von Kaiser Trajan um 100 nach Christus zu Ehren seines Sieges über die Daker war die Stadt wohl eine von vielen in diesem Großraum gegründeten Siedlungen und Militärlagern die der Herrschaftsabsicherung und urbanisierung der Region dienten.

Heute ist ein recht großel Areal zugänglich und viele der Fundstücke kann man auch im archäologischen Museum von Veliko Tarnovo besichtigen.









Ich verbringe einige Zeit in und um die Ruinen und kehre dann in einem kleinen Gasthaus ein wo ich auf zwei etwas ältere Wohnwagentouristen aus England treffe mit denen ich mich während des Essens über unsere Touren unterhalte, die beiden sind unterwegs zur Küste um dort Verwandte zu besuchen.


Das Quartier in Veliko Tarnovo hab ich schon am Tag zuvor gebucht, und nachdem mir die Stadt ausgesprochen gut gefällt verlängere ich meinen Aufenthalt gleich um einen Tag. Zum Teil will ich auch eine Pause einlegen weil mein Hintern völlig wundgescheuert ist, normalerweise habe ich ja keine Probleme und mein Ledersattel ist auch gut eingefahren, ich vermute dass die Kombination aus Hose über der Radhose nicht gut gewählt war, aber um weiterem Sonnenbrand vorzubeugen bin ich die letzten 2 Tage mit langer Hose sowie langärmeligen shirt gefahren. Naja, Details und Bilder will ich euch ersparen, aber ein paar Photos von der Stadt werde ich nicht vorenthalten.











Veliko Tarnovo war im Mittelalter die Hauptstadt des Bulgarischen Reiches und erlebte seine Blütezeit im 13. und 14 Jhd. heute kommen zahlreiche Touristen, wodurch die Stadt voller netter Bars und Cafes ist, oft mit Terrasen die einem tolle Ausblicke ermöglichen

Am 5. Tag der Reise unternehme ich eine kleine Wanderung nach Arbanasi wo ich mehrer wunderschöne Kirchen bestaunen kann, leider habe ich die Camera imn der Pension vergessen. am Rückweg gerate ich in ein Gewitter mit Hagel und allem drum und dran und bin heilfroh als zufällig ein Taxi vorbeikommt und mich zurück in die Stadt bringt. Kurz danach bereuhe ich es auch schon an den tollkühnen Taxler geraten zu sein, während alle anderen Verkehrsteilnehmer langsam und vorsichtig durch den Hagelschauer die Serpentinen hinabfahren drücken wir aufs Gas, Waghalsige Überholmanöver und verwegene Kurvengeschwindigkeiten sorgen dafür das die Fahrt kaum 5 Minuten dauert.

Uasserdem nutze ich die Zeit Geschenke für die Familie zu besorgen, Wein und Schnaps sowie verschiedene Rosenprodukte (nicht unweit von hier im sogenannten Tal der Rosen werden wohl ätherische Öle und Essenzen gewonnen und dann zu Cremes und Seifen usw. verarbeitet.

Ich klappere mehrere Schuhgeschäfte ab bis ich genug Kartons gesammelt hab um 2 ansehnliche Pakete zusammenzuschustern, eines soll nach Wien gehen, das andere mit den Campingsachen nachhause nach Irland. In den nächsten Tagen will ich über die Berge, da will ich gerne Ballast abwerfen, ausserdem habe ich es bisher nicht benötigt.

Am nächsten Tag versuche ich mein Glück auf der Post, die wollen aber nur kleine Pakete bis 2 kg annehmen und das andere Postamt das internationalen Paketservice bietet hat leider geschlossen. Kurierservice finde ich auch nicht wirklich ( ich hätte wohl genauer suchen müssen ) Insofern mache ich mich anstatt um 5 bis 10 kg leicher mit 5 kg mehr Gepaeck auf den Weg, der Packsack hinten drauf ist deutlich gewachsen.





Geändert von Rennrädle (24.05.14 21:11)
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#1043651 - 23.05.14 16:52 Re: Von Bukarest nach Istanbul [Re: Rasu]
Rasu
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Tag 6

Veliko Tarnovo - Gabrovo 47 km

Karte

Nach einem Tag Pause bin ich wieder gut motiviert weiter zu radeln, auch wenn ich sicher noch ein wenig hier bleiben hätte können, schliesslich muss ich doch weiter.

Die Hügel werden mittlerweile etwas höher und im Hintergrund kann ich langsam aber sicher echte Berge sehen, sogar mit ein wenig Schnee auf den Gipfeln, dort will ich hin...

Aber erstmal versuche ich die Evolutionsleiter emporzuklettern und zum Höhlenmenschen zu werden indem ich die Bacho Kiro Höhle besichtige ( benannt nach einem Dichter und Denker sowie Revolutionär und Widerstandskämpfer gegen die osmanische Herrschaft)









Kurz danach komme ich auch schon in Gabrovo ich bin vollständig Nass und es ist kalt, es ist zwar noch nicht spät und ich hätte auch noch problemlos einige Kilometer in den Beinen, aber recht bald nach Gabrovo beginnt der lange Anstieg den Shipka Pass hinauf und ob ich da noch drüber komme weiss ich nicht. Also soche ich mir lieder eine Unterkunft in der Stadt und versuche meine nassen Sachen auf der Heizung zu trocknen. Ich spaziere noch ein wenig durch die Stadt und finde einen Billa Supermarkt, die letzten Tage über war ich immer nur in den kleinen Läden oder ev. mal an der Tankstelle also beschliesse ich hineinzuschaun und ev. gleich Abendessen zu besorgen. Ich bin allerdings überwältigt von dem Warenangebot, nicht dass ich zuhause keine Supermärkte betrete, aber ein paar Tage abseits dieser Einkaufstempel reichen schon um ein komisches Gefühl beim betreten hervorzurufen. Naja, vermutlich wird es auch hier nicht anders laufen als sonstwo und in ein paar Jahren werden Billa und Co. wohl die meisten kleinen Läden aus den Städten und Dörfern vertrieben haben.

Tag 7

Gabrovo - Kazanluk 63 km


Karte

Tag 7 beginnt mit einem Schock, das Fahrrad ist weg, am Vorabend habe ich es in den Innenhof der Pension gestellt und abgesperrt, heute ist es nicht mehr da. Es war auch niemand da bei dem man sich erkundigen könnte und so mache ich mich erstmal auf in die Stadt um mein Paket zu verschicken. Das Campingzeugs werde ich wohl weiter mitnehmen, jetzt nochmal alles neue verpacken usw. ist mir auch zu mühsam und wer weiß ev. braucxhe ich es ja doch noch. Aber zumindest das Paket nach Österreich will ich loswerden bevor ich mich selbst am Schnaps vergreife...

Auf dem Weg überlege ich wies weitergehen soll, was macht man denn als Radreisender ohne Rad? Heimfliegen? Weiter mit Bus/Bahn nach Istanbul? Anzeige bei der Polizei? Bringt wohl nix, bin ich versicher? Vermutlich unzureichend...
Nebenbei hab ich mich für meine Dummheit, das Rad nicht mit ins Zimmer genommen zu haben verflucht, dazu noch gedankliche Hasstiraden in Richtung der Fahrraddiebe aller Welt abgefeuert. Das wäre sicher schon das 7. Oder 8. rad das Dieben zum Opfer fällt, aber auf der Tour gestohlen wurde mir noch keines.

Die Mission Post ist mal wieder gescheitert, es ist immer noch Feiertag, langsam fange ich an mich gedanklich mit einer Karriere als bulgarischer Postler zu befassen....

Auf dem Rückweg zur Pension klammere ich mich an die Hoffnung, dass jemand das Rad nur weggeräumt hat damit es nicht halb im Freien steht, aber eigentlich bin ich sicher das es weg ist. Bei meiner Ankunft wirkt die Pension schon etwas belebter und ich finde den Betreiber der mir gleich erzählt dass er mein Rad im Innenhof gesehen und es sicherheitshalber über Nacht in die Garage gestellt hat, natürlich ist es dort auch noch und ich kann nach einem reichhaltigen Früstück weiterradeln.

Tagelang hab ich mich schon damit befasst, heute ging es tatsächlich in die Berge, ich starte in Gabrovo auf ca. 400m Seehöhe und will über den Schipka Pass auf 1200m radeln, ich weiss schon das 800 hm für viele hier um Board nicht der Rede wert sind, aber bei meiner momentanen Fitness und geschätztem Systemgewicht von ca. 155 kg graut mir ein wenig vor der Vorstellung. Ich bin sicher bislang auch nie auf eine Solche Höhe geradelt, vor 2 Jahren war ich in Rumänien zwar auf 1800m aber da habe ich das Rad einen guten Tag lang den Berg hinauf geschoben. In Irland führen meine Touren um Cork herum selten in luftigere ahöhen als 200m und im Wienerwald wo ich Mountainbikend unterwegs war gehts bekanntlich auch nicht hoch hinaus.

Realistisch gehe ich also davon aus das ich nach ein paar km oder nach 2 bis 300 hm schlapp machen und schieben werde, aber Anfangs gehts flott dahin, auf 500m bin ich schon als der lange Anstieg beginnt, bei 700m fühle ich mich noch top fit, bei 850 fängts an schwierig zu werden, auf 1000m plage ich mich sehr und eigentlich will ich gerne absteigen und schieben, aber dann denke ich mir, dass ich wahrscheinlich nicht nochmal die Gelegenheit haben werde diesen Pass zu fahren und dass es doch schade wäre so kurz vor dem Ziel schlapp zu machen.

auf 1150m wünsche ich mir dass mein Fahhrad gestohlen worden wäre....

Aber am Ende komm ich oben an, ohne Schieben oder Schummeln. Dann noch ein paar Stufen zum Schipkadenkmal (Denkmal für die Gefallenen im türkisch - russischen Krieg) emporgeklettert und schon kann ich mich an die Abfahrt machen.
Das Denkmal ist sehr beeindruckend und besteht aus meheren Etagen bei besserem Wetter hätte man sicher auch eine tolle Aussicht, leider ist es recht stark bewölkt und auch ziehmlich kalt. Die Camera hatte ich beim Fahrrad vergessen, daher gibts von dort oben selbst auch keine Bilder





Im Tal geht es vorbei am wunderschönen Schipka Klooster sowie einem Thrakischen Hügelgrab nach Kazanluk wo ich über warmshowers einen Schlafplatz für die Nacht organisiert habe.















Geändert von Rennrädle (24.05.14 21:18)
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#1043660 - 23.05.14 18:02 Re: Von Bukarest nach Istanbul [Re: Rasu]
Rasu
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Tag 8

Kazanluk - Haskovo 110 km

Karte

Es war nett mal wieder einen Abend in Gesellschaft zu verbringen, ich hab Glück gehabt, irgendwie hab ich keine gute Unterkunft gefunden, bin zwar bei der Einfahrt in die Stadt an einem Campingplatz vorbeigekommen, aber dann wollt ich auch nicht mehr unbedingt zurückradeln. Also kurz auf warmshowers geschaut und tatsächlich ein Mitglied in der Stadt gefunden. Also kurz ein SMS geschickt und 15 Minuten später holt mich Stojan auch schon mit dem Fahrrad vom Hauptplatz ab und läßt mich im weiteren Verlauf die volle Härte der bulgarischen Gastfreundschaft spüren, ich darf kein Bier kaufen, nicht geschirrspülen oder sonstirgendwie produktiv sein sondern werde rundum versorgt. Dankbar lasse ich mir das natürlich auch durchaus gefallen und freue mich eine warme Mahlzeit zu bekommen sowie darüber mich sogar auf deutsch unterhalten zu können.



Endlich gelingt es mir auch mein Paket zu verschicken, die Post hat endlich offen, nimmt es aber nicht weil ich versehentlich ausplaudere dass Alkohol drin ist und das geht scheinbar nicht, aber mit Stojans Hilfe finde ich einen Kurierdienst der das Paket annimmt und innerhalb von 10 Tagen auch tatsächlich zugestellt hat.

Am morgen bevor es weiter geht noch einen kurzen Abstecher zu einer weiteren Thrakischen Grabstätte gemacht, diese Grab aus dem 4. Jahrhundert vor Christus wurde von Soldaten zufällig entdeckt und die Decken und Wandbemalungen gehören zu den am besten erhaltenen Kunstwerken der Thraker.





Ich versuche flott voran zu kommen, mittlerweile muss ich mir ein wenig Gedanken über den weiteren Routenverlauf machen, direkt weiter nach Edirne? oder doch wie geplant weiter nach Süden durch die Berge....

Abends fahre ich in Dimitrovgrad ein, dort sieht es aber nicht besonders einladend aus und ich fahre direkt weiter nach Haskovo



Als ich dort ankomme ist es bereits dunkel



Da ich schon ein wenig müde bin frage ich bei der ersten Gelegenheit gleich nach einer Übernachtungsmöglichkeit und werde direkt über den Platz zum Hotel Aida geschickt. Wäre ich noch fitter würde ich weitersuchen, erstens ist das das teuerste Zimmer der ganzen Reise und außerdem ist mir das Etablissement auch nicht so ganz geheur. Eigentlich sieht es nicht so aus als ob das Hotel geöffnet hat, Ich bin auch der einzige Gast, zumindest leuchtet keines der Fenster, die Ausstattung ist alt und auch recht heruntergekommen, was mich ansich nicht stören würde das das Zimmer sauber ist, aber zusammen mit den leeren spärlich beleuchteten Gängen macht das ganze einen etwas gruseligen Eindruck.





Die Bilder sind erst am nächsten morgen entstanden, als das Tageslich schon durch die Fenster gekommen ist, am abend davor hatte ich Szenen aus the Shining im Kopf und habe Hannes Wader's Hotel zur Dämmerung vor mich hingesummt.

Tag 9 und 10


Karte

Weiter gehts im Eiltempo nach Edirne, leider kann ichs nicht mehr so gemütlich angehen, sogar auf dem direkten Weg sind es noch deutlich über 300km bis ich in Istanbul bin und eigentlich will ich gerne in 3 Tagen dort sein um zumindest 4 Tage zeit zu haben umd die Stadt zu sehen, ohnehin zu wenig, einen Tag Pause in Edirne werde ich auch noch einlegen, seit Veliko Tarnovo bin ich jeden Tag am Rad gesessen.
Bei Harmanli verfahre ich mich und lande versehentlich auf der Autobahn, als es mir dämmert dass ich hier falsch bion ist es auch schon zu spät, als Geisterfahrer in die andere Richtung will ich auch nicht unterwegs sein, und außerdem radelt es sich hier eigentlich sehr angenehm, es geht leicht bergab, der Asphalt ist schön glatt und ich ahbe den ganzen Pannenstreifen für mich alleine. Ausserdem ist sowieso nichts los auf der strasse und so spule ich 20 oder 30 km bis zur nächsten Abfahr ab und komme unbeschadet sowie von der Polizei unbehelligt wieder auf die Landstraße, eine Umleitung zwingt mich durch eine hügelige Region mit kleinen Dörfern zu radeln wo ich schliesslich eine kleine Rast einlege und zu meiner Überraschung nahe der bulgarsich - türkischen Grenze ein Österreichisches Bier im Kühlschrank eines kleinen Ladens finde, das gönne ich mir dann auch und schlafe kurz danach im Schatten ein.



Als ich wieder aufwache bin ich in Gesellschaft einiger älterer Herren die mein Fahrrad mit dem ganzen Gepäck bestaunen, mithilfe von Anastasia einer Bekannten der Herren unterhalten wir uns per sms oder telefonkonferenz, ich schicke entweder sms oder telefonire mit Anastasia, die dann wiederum auf bulgarisch übersetzt und in umgekehrer Richtung. Das ist ungefähr so mühsam wie es kling, aber auch irgendwie ganz witzig.

Ausgeruht und erfrischt geht es dann weiter zur türkischen Grenze nachdem ich die bulgarische Kontrolle schnell hinter mir habe dauert es auf der türkischen Seite etwas länger vor der Einreise muss ich ein Visum kaufen, ok, kein Problem, warum ich das Visum aber auf der anderen Seite des Grenzpostens ( dort wo die aus der Türkei ausreisenden durchfahren) und nicht auf der Einreiseseite kaufen muss ist mir irgendwie unverständlich, der Grenzbeamte der mich dort hinschickt will sich scheinbar einen Spass mit mir erlauben und meint er behält meinen Pass bis ich mit den Visum zurückkomme, ich habe aber wenig Lust im Niemandland an der EU Außengrenze ohne Pass herumzulaufen, außerdem kenn ich das so, dass die Visumsbestätigung in den Pass eingeklebt wird, also diskutiere ich so lange bis er den Pass wieder rausrückt und kurz dann dauert es auch nicht mehr lange bis ich weiter kann.
In Edirne mache ich wie gesagt einen Tag Pause den ich unter anderem nutze um nutze um die Selimiye-Moschee zu besuchen.


















Geändert von Rennrädle (24.05.14 21:16)
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#1043666 - 23.05.14 18:36 Re: Von Bukarest nach Istanbul [Re: Rasu]
Rasu
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Tag 11

Edirne - Lüleburgaz 80 km


Karte

Tag 11 ist ein Regentag, nicht stark aber konstant den ganzen Tag lang, so wird man auch nass, aber es ist warm, insofern stört mich der Regen eigentlich kaum, bis jetzt hatte ich erst einen Regentag und ansonsten viel Sonne, also eigentlich kein Grund zur Klage.

Wie man hoffentlich am Höhenprofil im Bild oben erkennen kann ist dei Strecke furchtbar, bergauf, bergab, bergauf, bergab und immer so weiter, nie über 150m nie besonders steil, aber einfach nicht enden wollend. Bei jedem Anstieg hoffe ich ein Plateau zu erreichen, oder nach der Abfahrt in einem Tal zu landen, aber das passiert nicht, es geht weiter rauf und runter. Hideki aus Japan den ich vor 2 Tagen in die Gegenrichtung radelnd getroffen habe hatte mich schon gewarnt, der war übrigens auch mit einem Surly Troll unterwegs, etwas anders aufgebaut als meiner, aber er war auch sehr zufrieden. Überhaupt stelle ich fest dass extrem viele auf Surlys durch die Welt strampeln, meistens aber LHT order Disc Truckers...

Am morgen brettert eine Art Oldtimer Rally unter massivem Hupen an mir vorbei, leider greife ich erst zur Camera als die tollen Gefährte schon vorne weg sind, aber für ein paar Käfer hats noch gereicht.





Lüleburgaz ist dann nicht so spannedn, viel gibst nicht zu sehen oder zu tun für mich, oder ev. feht mir auch die Energie mir was zu suchen, aber die nasse Wäsche trocknet über Nacht im warmen Zimmer und so kann ich am nächsten morgen in trockene Schuhe steigen und weiterradeln.




Tag 12

Lüleburgaz - Silivri 95 km

Karte


Die Strecke bleibt an Tag 12 weiter hügelig, am Vormittag begegne ich 2 belgischen Radreisenden (ausnahmsweise keine Surlys) die in die gleiche Richtung fahren, die beiden sind ein bisschen langsamer als ich unterwegs, aber wir haben das gleiche Ziel, einen Campingplatz in der Nähe von Silivri und so verabschiede ich mich bald wieder von den beiden und fahre schonmal voraus. Tag 12 bringt mich erstmals seit Beginn meiner Reise ans Meer, als Inselbewohner der ich momentan bin hab ich es fast schon ein bisschen vermisst, ausserdem wird heute endlich mal campiert...
Der Verkehr hat seit ich nin der Türkei bin leider wieder etwas zugenommen und es sind viele LKWs unterwegs, aber es gibt eigentlich durchgehend einen breiten und gut befahrbahren Seitenstreifen (erst bei Silivri verschwindet der teilweise) und so muss man eigentlich nicht um sein Leben fürchten, manchmal freue ich mich sogar wenn ich einen Lkw heranfahren höhre, das bisschen Sog das entsteht macht das bergauf radeln gleich ein wenig leichter.



Karte




So, jetzt sitze ich fast schon den ganzen Tag an diesem Reisebericht, Photos zusammensuchen, Garmin Tracks editieren usw. hab keine Lust mehr, der Rest folgt übers Wochenende.


Geändert von Rennrädle (24.05.14 21:14)
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#1043977 - 24.05.14 21:20 Re: Von Bukarest nach Istanbul [Re: Rasu]
Rennrädle
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Hallo Rassu, bitte beachte in Zukunft, dass keine fremden Bilder eingestellt werden dürfen. (und als reine zusätzliche Info auch keine Texte/Zitate)

Zur Erläuterung siehe hier.

Gruß Rennrädle

Geändert von Rennrädle (24.05.14 21:21)
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#1044758 - 28.05.14 13:59 Re: Von Bukarest nach Istanbul [Re: Rasu]
Rasu
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Weiter gehts mit der Ankunft in Istanbul

Tag 13 ca 80 km davon ca. 50 mit dem Bus
Karte

Tag 13 ist ein Hitzetag, nachdem ich das Zelt in der Sonne trocknen lasse bgreche ich erst recht spät vom Campingplatz auf, ich versuche schon seit ein paar Tagen einen Gastgeber über warmshowers zu finden, leider ohne Erfolg, daher buche ich dann doch ein günstiges Hostel in Beşiktaş also nahe am Stadtzentrum.

Leider wird der bis jetzt immer gut befahrbare Seitenstreifen stetig weniger gemütlich, viel Verkehr, Hitze und unangenehme Steigungen tun Ihr uebriges so dass ich recht bald eine Pause einlege, zufälligerweise bin ich am Busbahnhof gelandet und faul wie ich bin versuche ich auszuloten ob ich mit dem Fahrrad wohl mitfahren darf. Ein wenig muss ich warten aber der 3. Bus nach Istanbul nimmt mich schliesslich mit und ehrlichgesagt bin ich froh mir so ein gutes Stück der Strecke zu sparen.

Bei der Einfahrt in die Stadt wird mir bewusst wie groß Istanbul ist und dass ich sicherlich noch nie in so einer riesigen Metropole war, kurz nach der Ankunft bei Versuch mich mit dem Rag in den Verkehr einzuordnen merke ich auch schnell, dass ich noch nie is einer solchen Stadt fahrradgefahren bin.
Es gelingt mir nicht wirklich eine gute Route zu finden, ich versuche ohne direkt auf der vielspurigen strasse zu fahren doch Ihrem Verlauf zu folgen, was allerdings damit endet dass ich das Rad hin und her rauf und runter ueber die steilen Straßen schiebe oder pedalliere bis ich eine mit dem Rad passierbare Brücke über das Goldene Horn finde.

Kurz darauf komme ich auch im Hostel an, mehr als ein kleiner Spaziergang durch die naehere Umgebung geht sich aber nicht mehr aus, bevor ich Abends mit den anderen Hostelbewohnern zusammentreffe und den ersten von mehreren gemütlichen Abend in einer grösseren Runde verbringe. Viele Australier sind hier eingekehrt, Steven und Claire sind schon seit mehreren Monaten am Reisen durch Asien und Europa, Owen verbringt hier seine letzten Reisetage nachdem es nach 9 Monaten wieder heim nach Sidney geht und alle haben sie viel zu erzahälen.
Mir wird mal wieder bewusst wie kurz die 18 Tage doch sind auch wenn mich nicht der Neid frisst, so zehrt doch ein wenig die Sehnsucht nach mehr Reisen, mehr Zeit und weniger Arbeitsalltag






Tag 14

Ich mache mich auf den Weg nach Eminönü dem historischen Stadtzentrum, das Fahrrad steht im Hostel und wird dort die nächsten Tage über bleibe, meine einerseits hat mir meine gestrige Erfahrung mit dem Stadtverkehr gereicht, andererseits will ich mir keine Sorgen machen müssen wenn es irgendwo abgesperrt steht. Mein erstes Ziel für heute ist die Hagia Sophia, im 6. Jahrundert als Kirche im byzantinischen Reich errichtet und im 15 Jahrhundert nach der Eroberung durch das osmanische Reich zur Moschee adaptiert wird das Bauwerk heute als Museum genutzt, wodurch man sowohl christliche als auch muslimische Motive zu sehen bekommt.











direkt gegenüber befindet sich die Sultan-Ahmed-Moschee, erbaut von Mehmet Ağa, einem Schüler Sinan's (Selimiye-Moschee)im frühen 17. Jahrhunderts. Mit Ihren 6 Minaretten, der großen Kuppel und dem wunderschönen Innenraum, den ich aufgrund der vielenen Betenden nicht photographieren wollte ist die Moschee auf jeden Fall einen Besuch wert.



Am Nachmittag flüchte ich vor der Sonne und begebe mich in den Untergrund, Die Cisterna Basilica trägt ihren Beinahmen als versunkener Palast nicht zu unrecht. Schön kühl ist es hier und wenig füle ich mich wieder wie in den besuchten Höhlen in Bulgarien.







Den frühen Abend verbringe ich im nahegelegenen Gülhane Park der einst teile der Gartenanlagen des Palasts war. Im schatten der Platanen mit guter Musik im Ohr schlafe ich ein wenig ein bevor ich mich bei Einbruch der Dunkelheit zurück auf den Weg ins Hostel mache.












Geändert von Rasu (28.05.14 14:05)
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#1044776 - 28.05.14 15:34 Re: Von Bukarest nach Istanbul [Re: Rasu]
Rasu
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Tag 15 und 16

Ich mache mich wieder auf den Weg in die gleiche Gegend Istanbuls da ich gerne ins archäologische Museum will, dort verbringe ich auch fast den ganzen Tag. Ich komme einfach nicht weg von dieser phantastischen Sammlung an Reliefen, Sarkophargen, Mosaiken usw.












Ich hätte hier noch mehr Zeit verbringen können und es ist hauptsächlich der Hunger der mich dann doch wieder nach draußen treibt. Bevor ich mich aber auf die Nahrungssuche mache schaue ich noch in der Hagia Irene die im 4. Jahrhundert als erste Kirche Konstantinopels erbaut wurde vorbei.

Ich hatte gelesen dass die Kirche nicht für die Öffentlichkeit zugänglich ist und so will ich mir die Gelegenheit nicht entgehen lassen. Drinnen gibt es leider nicht viel zu sehen, kahle Wände und Decken, keine Informationen zur Geschichte der Kirche, und so bleibe ich nicht lange.



Tag 16 ist leider ein fauler Tag, das ganze Hostel scheint heute träge zu sein, und so verbringe ich den Großteil des Tages im schattigen Innenhof bei Brettspielen, Tee/Kaffe und Shisha.

Im nachinein bereue ich es natürlich ein wenig nicht mehr gemacht zu haben, wer weiß wann ich das nächste mal nach Istanbul komme, aber es gibt nunmal Tage da ist man so überhaupt nicht unternehmungslustig und einen solchen habe ich offenbar erwischt. Trotzdem ist der Tag keineswegs verschwendet, ich lerne meine kurzzeit Zimmergenossen besser kennen und gemeinsam relaxieren wir durch den Tag.


Tag 17

Abreise

Ich weiß nicht warum ich den Rückflug nicht von Istanbul nach Dublin gebucht habe, aber umbuchen will ich dann doch nicht, also muss ich zurück nach Bukarest. Vor ein paar Tagen war ich schon am Bahnhof um mich zu versichern das ich das Fahrrad im Zug mitnehmen kann und es wurde mir gesagt dass das problemlos klappen wird. Der Zug fährt um 10 Uhr Abend ab, also noch genug Zeit um ein weiteres mal in die Stadt zu gehen. Gemeinsam mit Owen mache ich mich also auf zum großen Bazar, er will dort einen Teppich kaufen. Ich hatte die Tage zuvor schon einige nette Bekanntschaften mit den Teppichhändlern gemacht und mir ein paar Kleinigkeiten aufschwatzen lassen, insofern will ich huete nur beim verhandeln zusehen. Auf dem Weg zum Bazar plane ich am Bahnhof das Ticket für den Zug zu kaufen was leider mit einer unangenehmen Überraschung endet. Der freundliche Herr am Schalter meint, der Zug fahrt nicht direkt nach Bukarest, zwe verschiedene Züge müßte ich nehmen und 2 Teilstrecken mit dem Bus fahren, Fahrradmitnahme im Bus geht leider nicht.
Sein Kollege bestätigt das und meint ich sollte doch einen Nachtbus nehmen, genauere Auskunft dazu kann er aber auch nicht geben. Ich hatte im Vorfeld schon gelesen dass der Bosphorus Express teilweie Schienenersatzverkehr mit dem Bus beeinhaltet, allerdings war ich der Meinung das die Bauarbeiten abgeschlossen sind und eine durchgehende Zugfahrt wieder möglich ist.

Nach kurzer Überlegung beschliesse ich lieber zurück ins Hostel zu gehen und dort zu überlegen wie ich am besten nach Bukarest komme. Direktflug von istanbul finde ich zwar auch einen, aber bei so kurzfristiger Buchhunng wäre das mit erheblichen Kosten verbunden. So fällt die Entscheidung auf einen Nachtbus, der allerdings schon am frühen Abend die Stadt verläßt. Leider fährt der nicht vom großen Busbahnhof sondern von einer kleineren Station ab, und ich kann zwar telefonisch herausfinden dass Fahrradmitnahme kein Problem ist, die genaue Lage der Station kann mir aber nicht erklärt werden, und da ich mittlerweile nur noch 2 Stunden bis zur Abfahrt habe mache ich mnich lieber gleich auf den Weg.

Die Fahrradfahrt zum busbahnhof ist aberteuerlich, ich mache es aber einfach wie die Mopedfahrer und fahre überall wo ich einen Weg finde, Gehtsteig, Strassenbahnschienen usw. chaotisch aber eigentlich recht gemütlich radle ich durch die Strassen, und finde dann doch problemlos mein Ziel. Dort angekommen stellt sich heraus, dass der Bus voll ist, es sind zwar außer mier noch kieine Passagiere da, aber die Laderäume sind gut gefüllt mit Pflazenöl, fest verklebeten Säcken, und einigen Regalen, also gehts ans Tetris spielen, hier ein wenig wegnehmen, dort dazugeben, Dinge drehen und schlichten, bis ich schliesslich nachdem ich das Vorderrad demotiert und den Lenker gedreht habe ein Plätzchen finde in dem das Rad gerade so Platz hat. Wenigstens kann es nicht umfallen oder auf der Fahrt hin und her geschleudert werden.

Pünktlich um 5 Uhr abens geht die Reise los, die Ankunft in Bukarest verzögert sich aufgrund des 5 stündigen Aufenthalts an der Grenze, und auch wenn der fahrer sein bestes gibt und mittels verrückter Überholmanöver versucht ein wenig Zeit gut zu machen ist es schon 10 Uhr vormittags als wir in Bukarest ankommen. Mir ist das ganz recht, denn um 5 Uhr früh auf der Strasse zu landen wäre nicht so angenehm. Die Rückfahrt verlaüft teilweise auf der gleichen Strecke auf der ich Tage davor in die Gegenrichtung gestrampelt bin und so komme ich an vielen bekannten Orten vorbei.


Tag 18


Zurück in Bukarest

Viel geschlafen habe ich auf der Busfahrt nicht, und besonders viel Beinfreiheit gabs auch nicht, ein wenig groggy und mit Schmerzenden Gliedern steige ich also Samstag vormittags aus dem Bus. Sontag mittag geht der Flug nach Dublin und am späten Abend gegen 22 Uhr weder ich schliesslich wieder zuhhause sein. Istanbul nach Cork, in ca. 53 Stunden....

Nachdem ich mein Quartier für die Nacht gefunden und bezogen, sowie ein wenig geschlafen habe mache ich noch einen kurzen Ausflug in die Stadt.



Sonnbtags gehts dann eigentlich nur noch zum Flughafen, auf dem weg wird noch Verpackungsmaterial fürs Fahrrad besorgt, am Ende muss ich aber an einer der Stationen am Flughafen komplett mit Frischhaltefolien umwickeln lassen, das ist insofern ungünstig da es einerseits nicht gratis ist und andererseit kann ich das Rad nicht mehr schieben sondern muss es gemeinsam mit einer großen und schweren Reisetasche tragen.

Ansonsten verlaufen Flug sowie die Busfahrt nachhause problemlos und so komme ich nach 18 Tagen wieder in Cork an.

Meine zweite größere Radreise liegt nun also hinter mir, ein paar Tage mehr wären gut gewesen, dann hätte ich vor Allem in der Türkei mehr Zeit gehabt um eine schönere Route zu fahren, oder Istanbul weiter erkunden zu können. Ansonsten bin ich aber froh dass Alles geklappt hat, keine irren Axtmörder, keine Hundebisse, nicht mal eine Reifenpanne.

Am Hinflug habe ich zwar den Einstellknopf für den äusseren Belag der BB7 verloren, wodurch die Vorderbremse manchmal ein wenig eigenwillig war. Ab dem 3. Tag hatte ich ein manchmal nur ganz leichtes, manchmal auch recht heftigfes Knacken, scheinbar vom antriebsseitigen Pedal, nachdem es aber meist nur ganz leicht zu spüren war habe ich es ingnoriert und mittlerweile ist es auch wieder verschwunden.
Die Alfine Nabenschaltung bhat sich hervorragend gehalten, war zwar nach dem Flug ein wenig verstellt aber nachdem ich das gerichtet hatte gabs kaum Verschalter und auch im bergigen Gelände bin ich meistens noch tretend vorangekommen, wenn ich mal abgestiegen bin um zu schieben, dann meist aus Unlust weiter zu pedalieren und weniger weils nicht mehr ging.
Die Lenker Vorbaukombination hätte ruhig steifer sein können, vollbeladen war die Lenkung eher spannend, aber eigentlich auch nicht problematisch. Auch ansonsten hatte ich angenehmerweise beim Fahren kaum Beschwerden, keine Rücken oder Nackenschmerzen, manchmal wären mehr Griffpositionen gut gewesen um die Hände ein wenig zu entlasten.
Einen Rückspiegel werde ich mir besorgen, sowas habe ich doch immer wider vermisst.


Die nächste Tour, wohin auch immer sie gehen wird folgt bestimmt, aber eventuell fahr ich dann doch mit dem Motorrad. (Die nächste Radreise kommt aber auch ganz bestimmt)


Liebe Grüße

Sebastian
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#1044850 - 28.05.14 20:20 Re: Von Bukarest nach Istanbul [Re: Rasu]
freidurchatmen
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Unterwegs in Deutschland

Hallo Sebastian,

Wir beide hätten uns zufällig treffen können.
Ab Edirne sind wir den gleichen Weg nach Istanbul geradelt.
Bis du auch über die Bosporusbrücke geradelt?
Dein Bericht spiegelt auch meine Erlebnisse und Erfahrungen wieder, ich könnte schon wieder los .....
Meinen kleinen Bericht stelle ich nächste Woche hier ein.

Beste Grüße - Robert
Schaut doch mal rein bei: www.freidurchatmen.de
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#1044962 - 29.05.14 13:00 Re: Von Bukarest nach Istanbul [Re: freidurchatmen]
Rasu
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Hi Robert

Ja, es sind einige Radreisende auf der Route unterwegs, nach Edirne hab ich einige gesehen, leider meist an Streckenabschnitten wo der Mittelstreifen schlecht ueberwindbar war, und/oder der Verkehr so stark dass man sich ohnehin eher anschrein als unterhalten muesste, so blieb oft nur das hinueberwinken auf die andere Strassenseite.

In Fahrtrichtung bin ich einem paar aus Belgien begegnet, habe aber ansonsten keine weiteren Radreisenden in der Tuerkei getroffen, die Welt ist zwar maanchmal klein, aber doch gross genug um sich nicht ueber den Weg zu fahren.

Ueber die Bruecke bin ich nicht geradelt, muss zu meiner Schande gestehen ueberhaupt nicht in den asiatischen Teil der Stadt gekommen zu sein. Ein guter Grund mehr bald nochmal hin zu fahren.
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#1044988 - 29.05.14 14:29 Re: Von Bukarest nach Istanbul [Re: Rasu]
indomex
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Hallo Sebastian,

vielen Dank für deinen langen und ausführlich bebilderten Bericht. Er macht Lust, dort selbst mal hinzufahren. Seit ich damals (von Griechenland her kommend) nach Istanbul geradelt bin, lockt mich eine Tour über Osteuropa zurück nach Deutschland. Und wenn ich deinen Bericht so sehe, lohnt sich das auf jeden Fall.
Jedenfalls noch einmal Danke für die Mühe, die du dir mit diesem Reisebericht gemacht hast.
Leben und leben lassen
Liebe Grüße, Peter
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