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#1315699 - 25.12.17 21:08 Bremsenlösung für Radanhänger auf Reisen?
chenenin
Mitglied
Themenersteller
abwesend abwesend
Beiträge: 8
Unterwegs in Deutschland

Hallo zusammen,

wir sind passionierte Radreisende und bevorzugt mit dem Pino Tandem unterwegs. Nun haben wir Nachwuchs, der im Anhänger mitreisen soll. Wir haben beim Pino bereits bei Passfahrten so manche Bremsprobleme erfahren, es ist also wirklich nicht viel Bremskapazität für einen zusätzlichen Radanhänger übrig.

Gibt es Erfahrungsberichte bei für Reisen mit Radanhänger?

Thule hat ein Bremssystem, aber fürs Joggen statt zum Radeln :-/

Gibt es Möglichkeiten, eine Bremsanlage nachzurüsten und ans Tandem vorzulegen?

Oder bei starken Abfahrten einen Radkeil untern Anhängerreifen legen?

Gibt es andere Ideen?

Ich freue mich auf den Austausch,

Severin
Unsere Tandemtour nach Persien: http://radlduett.wordpress.com/
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#1315713 - 25.12.17 22:08 Re: Bremsenlösung für Radanhänger auf Reisen? [Re: chenenin]
derSammy
Mitglied Übernachtungsnetzwerk
abwesend abwesend
Beiträge: 14951
Hallo ihr beiden,
Sagt doch mal, was ihr für Bremsen am Pino habt. Eventuell ist da ja noch Potential?

Mit Kinderanhänder wird euer Tempo sicher merklich langsamer sein und -auch wenn ihr das wohl nicht hören wollt- ganz so sportlich werdet ihr die größten Pässe wohl nicht angehehen. Damit relativiert sich das Problem etwas. Sich der Thematik erst mal bewusst zu sein, ist ja schon Teil der Lösung. Zur Not macht man halt ein paar Abkühlpausen auf der Abfahrt.

Von aktiv gebremsten Kinderanhängern habe ich noch nie gehört. Aber stimmt, es gibt diese Bremsen für die Jogger. Da die per Bowdenzug angesteuert werden, ist es auch denkbar auf diese Bremse vom Tandem selbst zuzugreifen, Kupplungen für mechanische Bowdenzubremsen gibt es auch. Nur ob die Bremse vom Hänger wirklich als Schleppbremse auf einer Passabfahrt einsetzbar ist? Und bei der Leitungslänge wirst du mit einem katastrophalen Druckpunkt rechnen dürfen. Ich würde vorerst versuchen das Tandem selbst optimal zu bremsen (vorn und hinten mit 200er DH-Bremsanlagen - wenn möglich). Zusätzlich V-Bremsen als Zweit-/Notbremse sind auch noch denkbar.

Das mit dem Keil habe ich entweder nicht verstanden, oder ist konstruktiver Quatsch.
Keile sind nur für Parkbremsen sinnvoll und euer Gespann an Ort und Stelle zu halten, das sollte eigentlich sogar ne Stempelbremse schaffen.
Komm wir grillen Opa. Satzzeichen können Leben retten.

Geändert von derSammy (25.12.17 22:09)
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#1315718 - 25.12.17 23:14 Re: Bremsenlösung für Radanhänger auf Reisen? [Re: chenenin]
macbookmatthes
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 595
Also bei Weber,

gibt AFAIK gebremste Lastenhänger. Ich kenne deren Funktionsweise aber nicht im Detail. Fragen kostet aber max. den Telefonanruf. lach
Ich fahre nur bei schönem Wetter...in Europa also gar nicht
https://bikephreak.wordpress.com
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#1315724 - 26.12.17 10:08 Re: Bremsenlösung für Radanhänger auf Reisen? [Re: chenenin]
Zaubermann
Mitglied Übernachtungsnetzwerk
abwesend abwesend
Beiträge: 369
Hi schau dir mal den Burley Travoy an!
Gruss Rainer und noch ein schönes Fest .
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#1315726 - 26.12.17 10:44 Re: Bremsenlösung für Radanhänger auf Reisen? [Re: Zaubermann]
MatthiasM
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 6023
In Antwort auf: Zaubermann
Burley Travoy
Ähm, das ist ein Trolley = rollender Einkaufswagen. Meinst Du einen anderen Burley, der optional eine (Auflauf)bremse hat?

Ansonsten: Mir bekannt ist auch nur das System von Weber, nur ob das mit einem Kinderanhänger (Prinzip "Wanne" und damit zwingend seitlich angebrachte Deichsel) kombinierbar ist, glaube ich nicht. Bei der Auflaufbremse ist man beim Kargo Custom, den die Weber in Abstimmung mit dem Kunden individuell zusammenbauen, und da scheint Mitteldeichsel. Im Netz finden sich Bilder zur Konstruktion und irgendwo die Aussage, daß sie die Bremse nur bei eigenen Anhängern anbieten oder nachrüsten, wohl auch beim Ritchie, den man dann irgendwo gebraucht auftreiben müßte.
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#1315728 - 26.12.17 11:53 Re: Bremsenlösung für Radanhänger auf Reisen? [Re: chenenin]
Behördenrad
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 1747
In Antwort auf: chenenin
Wir haben beim Pino bereits bei Passfahrten so manche Bremsprobleme erfahren, es ist also wirklich nicht viel Bremskapazität für einen zusätzlichen Radanhänger übrig.

Das Pino hat ja auch nur eine normale (Einzelfahrer-)Bremsanlage, die zwei Personen plus "doppeltes" Gepäck verkraften muss. Da noch einen ungebremsten Anhänger dran, und die Bremse dürfte sich buchstäblich in Rauch auflösen.
Da letztlich dann drei Menschen an der einen Bremsanlage hängen, würde ich von irgendwelchen Bastellösungen weiten Abstand nehmen.

Das Problem liegt meiner Kenntnis nach grundsätzlich erstmal in der Verfügbarkeit von Fahrradanhängern, die eine vernünftige Bremsenmontage zulassen - idealerweise Disc-Aufnahme. Zwischen die Hinterradbremse und den Anhänger dann eine Hydraulikweiche / -Kupplung einzubauen, ist das geringste Problem.
Der Anhänger von Aidoo bietet eine Plattform mit verschiedenen individualisierbaren Grundformen und eben dieser Disc-Bremsen-Option (die Preisliste ist allerdings "stramm" entsetzt ). Ideal wäre eine Bremsenansteuerung, die den Anhänger früher und stärker bremst wie das Zugfahrzeug, um das Gespann gestreckt zu halten und den Schub durch den Anhänger beim Bremsen zu vermeiden.
Ob die auch eine Lösung für den witterungsgeschützten Kindertransport haben, müsste man nachfragen (da geht mit Sicherheit was). Die Anhänger bieten auch Drehstab-/Torsionsfederung - das ist ja grundsätzlich auch nicht verkehrt - wird den / die junge / -n Passagier/ Passageuse auch freuen zwinker

Auflaufbremse ist technische Steinzeit - die Bremswirkung ist weder kalkulierbar noch modulierbar, also letztlich ein Glückspiel.

Matthias
******************************

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#1315736 - 26.12.17 16:53 Re: Bremsenlösung für Radanhänger auf Reisen? [Re: Behördenrad]
schneller66
Mitglied Übernachtungsnetzwerk
abwesend abwesend
Beiträge: 697
Hi,
ev. mal darüber nachdenken ob ein E Motor da helfen kann. Ein Direktläufer kann als Generator bergab auch bremsen. Würde ev. in das Hinterrad des Pino paßen.

Eine Bremsenlösung ist relativ aufwendig für den Hänger. Aber machbar. Nur ist der Markt sehr klein dafür. Im Alltag ohne Berge braucht man das nicht um einen Kinderhänger zu bewegen. Zumindest wenn man in "normalem" Gelände wohnt.

Schöne Grüße Jürgen der gerade eine Lastenhänger mit Auflaufscheibenbremsen baut...
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#1315744 - 26.12.17 21:58 Re: Bremsenlösung für Radanhänger auf Reisen? [Re: macbookmatthes]
jan13
Mitglied Übernachtungsnetzwerk
abwesend abwesend
Beiträge: 2475
gab mal von Weber den Rischie mit Auflaufbremse.
Ist ja nicht nur die Masse- das Teil drückt ggf. auch ordentlich aus der Spur.
Ansonsten Respekt- Tandem mit Gepäck und Kinderanhänger bergauf- das lohnt sich.

Geändert von jan13 (26.12.17 21:59)
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#1315746 - 26.12.17 23:09 Re: Bremsenlösung für Radanhänger auf Reisen? [Re: chenenin]
Stylist Robert
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 2653
Die Aidoo Hydraulik-Kupplung läßt eine Integration einer Scheibenbremse oder Magura HS Felgenbremse sehr einfach zu.
Ein Aufbau des Hängers mit Bremsaufnahme ist aber noch ein ganz anderes Thema...
Ein Fahrrad von der Stange? Soo kompromißbereit bin ich nun auch wieder nicht...
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#1315751 - 27.12.17 07:39 Re: Bremsenlösung für Radanhänger auf Reisen? [Re: chenenin]
AndreMQ
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 2480
Ein Kinderanhänger (z.B. 15kg) hinter einem Tandem (z.B. 185kg) kann nicht viel Bremskraft auf das Zugfahrzeug übertragen, sonst blockieren die Räder. Eine Auflaufbremse verzögert daher gerade nur den Anhänger und schubst noch ein wenig das Zugfahrzeug. Die ganze 200kg-Fuhre hat einen verhältnismäßig geringen Luftwiderstand und aus Sicherheitsgründen (Kind!) kann man auch nicht schnell den Pass runter fahren, um ihn zu nutzen. D.h. die Bremsen müssen alles abfangen, wobei die üblichen Fahrradbremsen zwar auf genügend Bremskraft ausgelegt sind, aber nur kleine Dauerbremsleistung haben und sich mit Überhitzung schnell verabschieden. Wer hier selbst bastelt, sollte die Effekte gut kennen, da die Gesundheit von 3 Leuten auf einmal dran hängt.
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#1315752 - 27.12.17 09:22 Re: Bremsenlösung für Radanhänger auf Reisen? [Re: chenenin]
panta-rhei
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 5435
Unterwegs in Britisches Territorium im Indischen Ozean

Hallo Chenenin

In Antwort auf: chenenin


wir sind passionierte Radreisende und bevorzugt mit dem Pino Tandem unterwegs....
Gibt es Erfahrungsberichte bei für Reisen mit Radanhänger?


Habe auch ein Pino und war viel auf langen Radreisen auch mit Kinderanhänger unterwegs.
Eure Fading-Probleme sind nicht ungewöhnlich und bekannt bei Radreisenden, die mit dem Pino ins (Hoch-)Gebirge reisen.

Mein Vorschlag:

- würde kein Geld für eine Auflaufbremse o.ä. rausschmeissen - Hänger und Baby (max 20kg = <10% des Gesamtgewichts) sind euer kleinstes Problem - euren Trümmer kriegt ihr nicht über die Hängerdeichsel gebremst, die Probleme hattet ihr ausserdem schon OHNE Hänger

- Bremsscheibengrösse ausreizen (sollte v-h mind. 203er sein) (vgl. Sammy)

- Sockel für V-Brakes vorne und hinten anlöten lassen, braucht ihr als Notbremse (vorne, für Stoker) /Schleppbremse (hinten)

Angesichts der Touren, die ihr schon gemacht habt, würde ich dringend etwas Geld in die Hand nehmen und in eine Doppelscheibenbremskonstruktion (natürlich mit 200ern) investieren:
Fahrradzukunft 11 - Tandemgabel - solche Konstruktionen gibts auch fürs Pino. Einfach mal im Pinoforum nachfragen.
Liebe Grüsse - Panta Rhei
"Leben wie ein Baum, einzeln und frei doch brüderlich wie ein Wald, das ist unsere Sehnsucht." Nâzim Hikmet, Dâvet

Geändert von panta-rhei (27.12.17 09:24)
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#1315762 - 27.12.17 12:36 Re: Bremsenlösung für Radanhänger auf Reisen? [Re: panta-rhei]
Stylist Robert
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 2653
Oder alternativ auch umrüsten auf eine Cargo Reiseradgabel mit 254 mm Bremsscheibe.
Ein Fahrrad von der Stange? Soo kompromißbereit bin ich nun auch wieder nicht...

Geändert von Stylist Robert (27.12.17 12:36)
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#1315766 - 27.12.17 14:40 Re: Bremsenlösung für Radanhänger auf Reisen? [Re: schneller66]
AndreMQ
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 2480
In Antwort auf: schneller66
Hi,
ev. mal darüber nachdenken ob ein E Motor da helfen kann. Ein Direktläufer kann als Generator bergab auch bremsen. Würde ev. in das Hinterrad des Pino paßen. ...
Da läßt sich verschiedenes vorstellen, natürlich auch ein komplettes Pedelec-System, das rekuperieren kann. Wichtig: der Akku darf nicht voll sein. Wer es elektronikfrei haben möchte: die klassische Ankerkurzschlußbremsung eines einschwenkbaren Magnetmotors (DC oder AC) auf einen Bremswiderstand. 500W Dauerheizleistung bei 25km/h helfen - gerade als Dauerbremsleistung - viel und blockieren auch die Anhänger-Räder nicht. Die Rechnerei und Auslegung aus käuflichen Komponenten ist aber nicht ganz einfach.
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#1316093 - 30.12.17 18:52 Re: Bremsenlösung für Radanhänger auf Reisen? [Re: chenenin]
chenenin
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Themenersteller
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Beiträge: 8
Unterwegs in Deutschland

Wow,
tausend dank für das große Interesse und die konstruktiven Beiträge. Wie so oft ist das konkrete Formulieren einer Problematik der erste Schritt einer Lösung schmunzel

Wir haben eine Shimano-Zee 4 Kolben Öldruckbremse, die Bremsscheiben sind für den Rahmen bereits maximal ausgelegt, eben wegen bekannter Fadini-Problematik.

Ich würde folgendermaßen vorgehen:
- von einer Motorlösung erhoff ich mir keine effiziente Wirkung.
- von Bremsen am Hänger absehen.
- von Doppelscheibenbremsen erstmal absehen: teuer? Erfahrungswerte? extra Bremsgriff oder ein Griff mit 2 Kolben?
- Räder umspeichen, und mit einer Felgenbremse ergänzen, die vom zweiten Fahrer bedient wird, quasi als Back-up-Bremse

Alles Gute derweil,
Severin
Unsere Tandemtour nach Persien: http://radlduett.wordpress.com/
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#1316113 - 30.12.17 20:10 Re: Bremsenlösung für Radanhänger auf Reisen? [Re: chenenin]
jan13
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Hinten kann man über die 180 mm weggehen. 200 gehen mit bastel auch noch rein...
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#1316129 - 30.12.17 22:04 Re: Bremsenlösung für Radanhänger auf Reisen? [Re: jan13]
hansano
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Beiträge: 1034
Wie wär es dem Anhänger eine extra Bremse zu verpassen? Scheibenbremse rechts und links würde ich verbauen.

Du würdest dann evt drei Hebel vorne haben oder der hinten sitzende Fahrer darf diese bedienen.

Mit einer etwas lose verlegten Hydraulikleitung und der Bremshebel ist ja eh nur mit zwei Schrauben fixiert, kann diese dann schnell demontiert werden falls der Anhänger mal abgekuppelt wird.
Gruß Michael

Geändert von hansano (30.12.17 22:05)
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#1316138 - 30.12.17 22:25 Re: Bremsenlösung für Radanhänger auf Reisen? [Re: hansano]
chenenin
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Unterwegs in Deutschland

Das hatte ich mir auch überlegt, erscheint mir aber unpraktischer, als das Tandem so gut wie möglich zu bremsen. Es wären doch beträchtlich lange Hydraulikleitungen bis zum vorderen Mitfahrer. Zudem haben manche Hänger nur eine Achsenaufhängung (etwa Thule, die ich grad favorisiere) ohne "Rahmen" um das Rad, sodass weder eine übliche Felgen- oder Scheibenbremse aufgehängt werden könnte.
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#1316162 - 31.12.17 09:01 Re: Bremsenlösung für Radanhänger auf Reisen? [Re: chenenin]
jan13
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Beiträge: 2475
Das Pino ist auch kaum auf dem Hinterrad zu leicht, damit drückt der Anhänger das auch kaum aus der Spur... Vorn dicke Bremsen und gut. Und halt mal in Abfahrten Abkühlpausen. An die Reiseradgabel habe ich bei unserm Pino gedacht. Am Alltagsrad scheint sie sich ( jetzt) gut zu machen...

Geändert von jan13 (31.12.17 09:04)
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#1316325 - 01.01.18 17:48 Re: Bremsenlösung für Radanhänger auf Reisen? [Re: chenenin]
MatthiasM
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Beiträge: 6023
Hmm, die webersche oder selbstkonstruierte Auflaufbremse wäre immer noch eine Option, und bedienungsmäßig sicherer und einfacher als alles, wo man dann in Fahrt mit dann dem 4. Bremshebel (wenn man vorn Scheibe VR, Scheibe HR, Felgenbremse als Backup = 3 Hebel) hantieren muß. Bedenke, man muß eh schon im gegensatz zum Auto mit ABS händisch die sichere Aufteilung der Bremskraft zwischen vorn, hinten und ggf. Anhänger hinbekommen und ein Blockieren vermeiden. Vom Prinzip her wäre eine Auflaufbremse eigentlich optimal selbstregelnd ohne Blockiergefahr.
Wegen Eigenbau und Achsenaufhängung: Für eine Scheibenbremse braucht es nix, was das ganze Rad umfaßt, man braucht halt spezielle Naben für die verwendeten Steckachsen mit Scheibenbremsaufnahme und muß am Anhängerboden irgendwas hinzaubern, wo der Bremssattel befestigt werden kann. Und ein Paar klassischer Seitenzugbremsen, die keine Cantisockel brauchen sondern mit dem einen Gewindebolzen normal an der Gabelkrone bzw. dem Bremssteg/der Pletscherplatte etc. befestigt wären, ließe sich an einem Querträger, der breit genug und verdrehsicher am Wagenboden befestigt ist, montieren. Das Teil muß etwas breiter als die Spurweite sein. Das komplizierteste ist dann wahrscheinlich, den Auflaufdruck auf die Deichsel auf die beiden Bremszüge umzuleiten und irgendwo ein verstellbares Federelement und verstellbare Hebelwege vorzusehen, um das Ansprechverhalten, den "Druckpunkt" etc. der Auflaufbremse zu optimieren (Aufschaukeln verhindern...).
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#1316362 - 01.01.18 23:44 Re: Bremsenlösung für Radanhänger auf Reisen? [Re: chenenin]
derSammy
Mitglied Übernachtungsnetzwerk
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Beiträge: 14951
Eine Doppelscheibenbremsanlage realisiert man meines Wissens in der Regel mit der Magura Big Twin: Ein Hebel, zwei Bremssättel. Kann sein, dass es mittlerweile auch noch andere Anbieter gibt. Bei Trikeherstellern kann man schauen, was die verbauen, da kommen solche Bremsen zum Einsatz.

Nabe ist wohl meist ein Nabendynamo von SON, zumindest bauen die definitiv sowas für Doppelscheibe.

Das größte Problem ist eine passende Gabel zu bekommen. Allesdings sollte das bei den einschlägigen Rahmenbauern (Juchem, Gebla, ...) möglich sein.

Erfahrungen gibt es wohl bestenfalls eine Hand voll. Die Teile sind alle arg teuer - entsprechend selten wird das realisiert. Aber das Problem wird so nachhaltig gelöst.

Wir kommen unter vergleichbaren Voraussetzungen mit zwei 200er Scheiben an Code Rs, zwei Notfall-V-Bremsen und ggf. mal Bremspausen aus.
Komm wir grillen Opa. Satzzeichen können Leben retten.
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Off-topic #1316365 - 02.01.18 00:32 Re: Bremsenlösung für Radanhänger auf Reisen? [Re: hansano]
Stylist Robert
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Beiträge: 2653
In Antwort auf: hansano
Du würdest dann evt drei Hebel vorne haben oder der hinten sitzende Fahrer darf diese bedienen.
Besser das dem Stoker vorne überlassen - der hat eh nur mitzutreten und sich an der Lenkstange festzuhalten. zwinker
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#1316395 - 02.01.18 12:13 Re: Bremsenlösung für Radanhänger auf Reisen? [Re: derSammy]
Schnubu
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Hallo,

am (Kinder-)Anhänger würde ich gar nichts machen, denn sie sind strukturell nicht auf adäquate Bremsanlagen vorbereitet. Die Disc-Bremsen am Chariot CX/Thule Sport sind eine Spielerei und dürften ob der massenhaft verbauten Kunststoffe keinerlei Hitze abkönnen. Auch gibt es für die Teile nicht überall Ersatzbeläge.
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#1316399 - 02.01.18 12:37 Re: Bremsenlösung für Radanhänger auf Reisen? [Re: Schnubu]
Schnubu
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Beiträge: 434
Schiet: Sendebutton zu früh geklickt...hier der zweite Teil:

Die Bremsen am Thule/Chariot sind per Zug betätigt. Man könnte den Zug verlängern und über die Deichsel zum Lenker des Pino führen. Trotzdem bleibt es mehr oder weniger ein Feststellbremse und keine Schleppbremse.
Letztlich bleibt a.m.S. nur die Bremsanlage am Pino max. auszubauen: mindestens 203er Rotoren rundum, 4-Kolben-Bremssättel (a la Saint, Zee, MT5/7 o.ä.), Discs mit breitem und wenig durchlöchertem Reibring, Beläge aus Sintermetall mit Kühlrippen, Rotoren mit mindestens 2mm-Breite und schwimmend gelagerten Reibring.
Doppelbremsscheiben für das Vorderrad wurden schon genannt. Tektro bietet mit der Auriga Twin ein recht günstiges Set an (sogar mit Feststellmöglichkeit).
Ob diese Doppeldisc-Bremse genügend Energie aufnehmen kann, bleibt letztlich nur auszutesten. Offizielle Angaben wird es von den Herstellern wohl kaum geben. Einzig Magura veröffentlicht eine Tabelle mit Empfehlungen bzgl. Gesamtgewicht und Bremsanlage. Aber auch das ist nur ein Anhaltspunkt.
Es gibt auch innenbelüftete Discs von Hope, die aber nur mit zwei Hope-Bremsen kompatibel sind. Angeblich sind 15% mehr Energieaufnahme möglich. Das wäre dann in etwa das Gewicht des Anhängers, das es zu kompensieren gilt.

Letztlich bleibt nur, abzuwägen, was aus dem Reigen der Möglichkeiten für dich preislich machbar ist. Die innenbelüftete 4-Kolben-Doppelbremsanlage sollte das Optimum darstellen, wird aber preislich ordentlich ins Kontor schlagen. Der obligatorische Gabelumbau und eine neue Vorderradnabe kommen noch dazu.

Eventuell können die Cracks hier im Forum mal mathematisch nachhelfen und mal konkrete Wattzahlen und deren Vernichtung errechnen. Ich tippe mal darauf (ist aber nur eine Vermutung), dass viel Geld in Bremsprojekte versenkt werden kann, aber das Ergebnis überschaubar bleibt und letztlich Abkühlpausen je nach Außentemperatur, Untergrund und Wegbeschaffenheit trotzdem nicht zu vermeiden sind.
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Off-topic #1316462 - 02.01.18 22:21 Re: Bremsenlösung für Radanhänger auf Reisen? [Re: Stylist Robert]
jan13
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Beiträge: 2475
Welche Lenkstange?
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Off-topic #1316466 - 02.01.18 22:28 Re: Bremsenlösung für Radanhänger auf Reisen? [Re: jan13]
Stylist Robert
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Beiträge: 2653
Lenken kann man damit zwar nicht, aber es fiel mir kein anderer Begriff für die Haltegriffe ein. unsicher
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#1316478 - 03.01.18 00:24 Re: Bremsenlösung für Radanhänger auf Reisen? [Re: Schnubu]
derSammy
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Das mit den konkreten Wattzahlen ist extrem schwierig. Auszurechnen, was bei welchem Gefälle und welcher konstanten Geschwindigkeit bei Masse X vernichtet werden muss, ist noch so halbwegs machbar. Aber es dürfte zahlenmäßig kaum zu fassen sein, welchen Einfluss Umgebungstemperatur und vor allem Fahttempo auf die Wärmeabfuhr der Bremse haben. Ohne eine solide Messreihe wird da wohl kaum was machbar sein.
Komm wir grillen Opa. Satzzeichen können Leben retten.

Geändert von derSammy (03.01.18 00:25)
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#1316510 - 03.01.18 12:10 Re: Bremsenlösung für Radanhänger auf Reisen? [Re: derSammy]
AndreMQ
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Solche Diskussionen und Zahlen gab es schon im Forum (www.sudibe.de). Mal das alte Zeug rausgekramt und für den Jaufenpass runter nach Sterzing (1150hm / 15km also 7,7%) aktualisiert:
- Tandem mit Kinderanhänger, 200kg, 25km/h, 36min: notwendige Dauerbremsleistung rechnerisch 1045W, davon Luftwiderstand 150W, Bremsen 895W.
- Tandem mit Kinderanhänger, 200kg, 50km/h, 18min: notwendige Dauerbremsleistung rechnerisch 2090W, davon Luftwiderstand 1200W, Bremsen 890W.
- MTB, 100kg, 25km/h, 36min: notwendige Dauerbremsleistung rechnerisch 522W, davon Luftwiderstand 90W, Bremsen 432W.
- MTB, 100kg, 50km/h, 18min: notwendige Dauerbremsleistung rechnerisch 1045W, davon Luftwiderstand 720W, Bremsen 325W.
Rollwiderstand ist jeweils vernachlässigt. Geschwindigkeit hilft beim Einzelrad (MTB) viel, die Bremsen zu entlasten und auch noch besser zu kühlen. Beim Tandem weniger und mit dem Kinderanhänger wird es gefährlich. Jetzt fehlt noch die andere Seite. Was kann eine Scheibe an Wärmeleistung (Konvektion + Strahlung) wegbringen? Bekannte Rechenverfahren der Altvorderen (laminare Strömung, Prandtl-Zahl, ..., VDI-Wärmeatlas, ...) liefern (200er-Scheibe, 15mm Reibring, 10°C Umgebung):
- Bei 25km/h: 300W (210°C), 470W (310°C), 640W (410°C)
- Bei 50km/h: 430W (210°C), 650W (310°C), 890W (410°C)
Wäre schön, wenn es Messwerte irgendwo gibt oder wenn anwesende Physiker mal in der Thermodynamik etwas suchen würden (ergibt vielleicht auch schöne Prüfungsaufgaben für Studenten grins). Elektroniker mit ihrer Kühlkörperberechnung ist auch ein Weg.
Fazit: danach müssen beim Tandem bei 25km/h zwei Scheiben durch Intervallbremsung (bzw. Bremsen vor Kehren, laufen lassen nach der Kehre) zwischen z.B. 400°C und 200°C (mittel ca. 300°C) gehalten werden, um die 895W weg zu bringen (Dauerbremsen auf 300°C dürfte fading-mäßig nicht zulässig sein, normaler Stahl hat bei 300°C bereits blaue Anlaßfarbe!). Für den Nothalt muss zumindest einmal hohe Bremskraft aufgebracht werden können und die ganze kinetische Energie in die zwei Scheiben gepumpt werden, was zusätzlich ca. 50K Temperaturhub nach oben bringt. Der Jaufenpass ist mit gemittelt 7.7% ein harmloser Straßenpass, mit dem MTB bin ich den etwa wie oben (50km/h) gefahren und mich dann unten gewundert, wie wenig belastet die Bremsen wirkten. Mit den obigen Zahlen ist mir das jetzt klar. Mit dem Tandem und Kinderanhänger wird es schon kniffliger.
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#1316817 - 05.01.18 21:40 Re: Bremsenlösung für Radanhänger auf Reisen? [Re: AndreMQ]
chenenin
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Themenersteller
abwesend abwesend
Beiträge: 8
Unterwegs in Deutschland

Werte Schreiberlinge, ich bin begeistert von den engagierten Beiträgen, das hätte ich mir nicht erhofft!

Wie gesagt, halte ich zusätzliche Felgenbremsen für die effizienteste Lösung (bzgl. Aufwand und Kosten), auch wenn die Lösung mit der Doppelscheiben die Bremskraft wohl am effektivsten ist. Das kann ja dann immer noch gemacht werden. Oder der Nachwuchs tritt bis dahin selbst in die Pedalen grins

Auf jeden Fall werde ich in dieser Diskussion immer wieder nachlesen, wenn ich mich erneut mit dem Thema beschäftigen werde, vielen Dank für all die Expertise!

Elternzeit steht im Sommer an, anschließend werde ich berichten zwinker

Beste Grüße,
Severin
Unsere Tandemtour nach Persien: http://radlduett.wordpress.com/
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#1317115 - 08.01.18 14:07 Re: Bremsenlösung für Radanhänger auf Reisen? [Re: chenenin]
derSammy
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Beiträge: 14951
Noch ne physikalische Richtigstellung:

Die Bremskraft ist nicht das Problem. Das ist die Verzögerung von voller Fahrt auf Null, die du realisiert bekommst. Das sollte eigentlich immer ausreichend gut gehen, sofern deine Bremsen mindestens V-Bremsen sind.

Der Knackpunkt ist die Standfestigkeit der Bremse/Bremsanlage, sprich wie viel Bremsleistung die dauerhaft ab kann. Da geht es nicht um (starke) Verzögerung, sondern darum das Gefährt nicht zu schnell werden zu lassen.
Komm wir grillen Opa. Satzzeichen können Leben retten.
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#1318041 - 14.01.18 17:53 Re: Bremsenlösung für Radanhänger auf Reisen? [Re: derSammy]
snoopy_226k
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... da können wir mitreden schmunzel

Wir haben aus den genannten Gründen eine Doppelscheibenbremse am Pino vorn montiert und haben damit 10.000km quer durch Europa zurückgelegt. Unser Abfluggewicht war in der Spitze 250kg (Tina, ich, Pino, Packtaschen, Anhänger, Futter, Trinken und Beladung). Geniale Verzögerung, vergleichbar mit dem Solorad, lange Passfahrten sind gut machbar. Nicht nur, dass man ab da endlich an die Tempogrenze des Luftwiderstandes fahren konnte... man kann dann auch zuverlässig und hart runterbremsen.

Lediglich an einem Pass haben wir (aus Angstgründen schmunzel ) mehrere Abkühlstopps eingelegt: Der Trollstigen lässt Tempolimitieren per Luftwiderstand nicht zu, da haben wir zur Sicherheit alle 3-4 Kehren einen kurzen Stopp zum Abkühlen der Bremsen gemacht.

Der Umbau kostet schon ein paar Euronen, ist aber für uns der totale Bringer. Meines Erachtens dürfte ein Pino ohne solche Bremsen nur im Flachland bewegt werden schmunzel
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