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#1350859 - 18.08.18 05:47 Re: Attacke auf reiseradler in Tadschikistan [Re: panse]
Rolly54
Mitglied Übernachtungsnetzwerk
abwesend abwesend
Beiträge: 162
Unterwegs in Mexiko

Wir sind in der gleichen Gegend von nem Jugendlichen mit Steinen beworfen worden. Der schlug dann meiner Frau auf die Hände am Lenker, und wollte das Fahrrad klauen. Andere Dorfbewohner standen blöde glotzend daneben. Ein anderes Mal warf einer nen Stock zwischen die Speichen. Anderen hatten sie Glasscherben im Sand versteckt. Dagegen steht die wirklich grosszügige Gastlichkeit u d Freundlichkeit der Menschen. Was sind diese anderen doch für entfernt .
Was wäre, wenn die Pamir-Radler solidarisch dieses Land meiden würden? Oder am Besten alle Touris. Aber fällt natürlich schwer, wenn man sich lange auf den ersehnten Trip vorbereitet hat, oder die lange Überlandfahrt von BRD hinter sich hat.
Wir mussten in 2012 ohne Pamirhighway von dannen ziehen, weil Militär im Clinch mit der Drogenmafia lag, und die Regierung kurzerhand die Strasse gesperrt hat. Wenn ich diese entfernt von Präsident schon sehe... und seine Enklaven am Fluß bei Dushanbe. Ist doch überall das Gleiche: Korruption, Macht und Geld.

Auch wenn deine persönlichen Erfahrungen im Pamir teilweise mies waren, möchte ich doch darum bitten, bestimmte Kraftausdrücke hier zu unterlassen. Danke!


Geändert von Juergen (18.08.18 06:48)
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#1350871 - 18.08.18 11:07 Re: Attacke auf reiseradler in Tadschikistan [Re: panse]
paschukanis
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 455
Ich möchte mal noch eine Aspekt hier rein bringen, der bisher noch recht wenig beleuchtet wurde. Nämlich inwieweit 'wir' ((Rad-)reisende aus 'westlichen' Ländern) Teil des Problems sind.

Reisen im 21. Jh. ist ja keine 'unschuldige' Tätigkeit, wie weiland Goethes Italientrip, sondern durchdrungen von Machtstrukturen, Geldströmen, Privilegien etc.pp.
Schon allein die Tatsache dass 'wir' in allgemeinen in überschaubarer Zeit die Mittel für eine solche Reise zusammen haben, recht unkompliziert in Tadschikistan einreisen können und von der dortigen Regierung VIP-Behandlung erfahren ist, wenn man ehrlich zu sich selbst ist, eine bodenlose Ungerechtigkeit.

Ich kann mich gut an meine eigene Ressentiments gegen Touristen erinnern: in einer bayerischen Kleinstadt aufgewachsen (12.000 Einwohner, 500.000 Übernachtungen im Jahr), war ich als Teenager stinksauer von der Stadtverwaltung als 'Problem' wahrgenommen zu werden, während für den Tourismus alles getan wurde. Die alltägliche 'Rache' bestand darin mit dem Radl durch die Fußgängerzone zu preschen, dass die Touris nur so spritzten. Dass die Wut eines jungen Tadschiken nochmal deutlich größer ist, kann ich also durchaus nachfühlen.

Ressentiment ist die Triebfeder vieler solcher Taten, vom Steinwurf bis zum Anschlag. Das Gefühl dass die Menschenrechte nur für 'Weiße' gelten, man niemals eine ökonomische Chance haben wird und das in der menschlichen Natur tief verankerte 'mimetische Begehren', also immer das zu wollen, was der Nachbar hat, befeuern diese Wut.

Ich möchte hier nichts rechtfertigen und keine moralischen Urteile fällen. Ich selbst fliege in einem guten Monat nach Südamerika, und profitiere vom Wohlstandgefälle und einigen anderen Missverhältnissen.
Die Logik diktiert mir aber, dass man nicht ewig die Früchte der Erde für sich in Anspruch nehmen kann, ohne dass die, die von ihnen ausgeschlossen sind, irgendwann einmal Rache nehmen könnten. Ich denke fast jeder Mensch kennt die Wut auf 'die da oben'. Man muss sich halt aber auch eingestehen, dass man selber für einen Gutteil der Menschheit zu 'denen da oben' gehört.

Nix für Ungut,
Felix
“Fear is the path to the dark side. Fear leads to anger. Anger leads to hate. Hate leads to suffering.”

– Yoda
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#1350872 - 18.08.18 11:17 Re: Attacke auf reiseradler in Tadschikistan [Re: paschukanis]
panta-rhei
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 5574
Unterwegs in Britisches Territorium im Indischen Ozean

Lieber Paschukanis,


In Antwort auf: paschukanis

Reisen im 21. Jh. ist ja keine 'unschuldige' Tätigkeit,

Auch Radreisen nicht.

In Antwort auf: paschukanis

Schon allein die Tatsache dass 'wir' in allgemeinen in überschaubarer Zeit die Mittel für eine solche Reise zusammen haben,... ist, wenn man ehrlich zu sich selbst ist, eine bodenlose Ungerechtigkeit.
Ich kann mich gut an meine eigene Ressentiments gegen Touristen erinnern: ... Dass die Wut eines jungen Tadschiken nochmal deutlich größer ist, kann ich also durchaus nachfühlen.
...
Ressentiment ist die Triebfeder vieler solcher Taten, vom Steinwurf bis zum Anschlag. Das Gefühl dass die Menschenrechte nur für 'Weiße' gelten, man niemals eine ökonomische Chance haben wird... dass man selber für einen Gutteil der Menschheit zu 'denen da oben' gehört.


Vielen Dank für diese sehr treffende Zusammenfassung der sozialpsychologischen Hintergründe dieser Mordtat. Der Boden ist genauso bereitet, da Bedarf es nur noch eines "Anführers" mit einer "passenden" aber letztendlich beliebigen Ideologie.

Viel Spass in Südamerika!
Liebe Grüsse - Panta Rhei
"Leben wie ein Baum, einzeln und frei doch brüderlich wie ein Wald, das ist unsere Sehnsucht." Nâzim Hikmet, Dâvet

Geändert von panta-rhei (18.08.18 11:19)
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#1350877 - 18.08.18 13:05 Re: Attacke auf reiseradler in Tadschikistan [Re: paschukanis]
kangari
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 1594
In Antwort auf: paschukanis
Ich möchte mal noch eine Aspekt hier rein bringen, der bisher noch recht wenig beleuchtet wurde. Nämlich inwieweit 'wir' ((Rad-)reisende aus 'westlichen' Ländern) Teil des Problems sind.

Reisen im 21. Jh. ist ja keine 'unschuldige' Tätigkeit, wie weiland Goethes Italientrip, sondern durchdrungen von Machtstrukturen, Geldströmen, Privilegien etc.pp.
Schon allein die Tatsache dass 'wir' in allgemeinen in überschaubarer Zeit die Mittel für eine solche Reise zusammen haben, recht unkompliziert in Tadschikistan einreisen können und von der dortigen Regierung VIP-Behandlung erfahren ist, wenn man ehrlich zu sich selbst ist, eine bodenlose Ungerechtigkeit.

Ich kann mich gut an meine eigene Ressentiments gegen Touristen erinnern: in einer bayerischen Kleinstadt aufgewachsen (12.000 Einwohner, 500.000 Übernachtungen im Jahr), war ich als Teenager stinksauer von der Stadtverwaltung als 'Problem' wahrgenommen zu werden, während für den Tourismus alles getan wurde. Die alltägliche 'Rache' bestand darin mit dem Radl durch die Fußgängerzone zu preschen, dass die Touris nur so spritzten. Dass die Wut eines jungen Tadschiken nochmal deutlich größer ist, kann ich also durchaus nachfühlen.

Ressentiment ist die Triebfeder vieler solcher Taten, vom Steinwurf bis zum Anschlag. Das Gefühl dass die Menschenrechte nur für 'Weiße' gelten, man niemals eine ökonomische Chance haben wird und das in der menschlichen Natur tief verankerte 'mimetische Begehren', also immer das zu wollen, was der Nachbar hat, befeuern diese Wut.

Ich möchte hier nichts rechtfertigen und keine moralischen Urteile fällen. Ich selbst fliege in einem guten Monat nach Südamerika, und profitiere vom Wohlstandgefälle und einigen anderen Missverhältnissen.
Die Logik diktiert mir aber, dass man nicht ewig die Früchte der Erde für sich in Anspruch nehmen kann, ohne dass die, die von ihnen ausgeschlossen sind, irgendwann einmal Rache nehmen könnten. Ich denke fast jeder Mensch kennt die Wut auf 'die da oben'. Man muss sich halt aber auch eingestehen, dass man selber für einen Gutteil der Menschheit zu 'denen da oben' gehört.

Nix für Ungut,
Felix


Kann die Argumentation gut nachvollziehen. Aber auch hier gilt: auch wenn die Touris sich wie die S... am Trog benehmen, rechtfertigt das noch keinen Mord.

Davon abgesehen distanzieren sich weit über 99 % aller Tadschiken von solch einer Attacke. Und das nicht nur wegen der fehlenden Touri-Einnahmen.
Der eigentlich Angriff wird wohl der Regierung von Tadschikistan gegolten haben. Der Präsident agiert sehr repressiv und autoritär.

Die Ressentiments dürften auch regional unterschiedlich verteilt sein. Persönlich habe ich keine negativen Erfahrungen gemacht. Allerdings war ich im Gegensatz zu den Ermordeten auf der Nordroute unterwegs.

Aller Wahrscheinlichkeit bin ich in 2 Jahren dort wieder unterwegs.
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#1350918 - 19.08.18 12:03 Re: Attacke auf reiseradler in Tadschikistan [Re: panse]
yebogogo
Mitglied Übernachtungsnetzwerk
abwesend abwesend
Beiträge: 49
Unterwegs in Thailand

Many people ask why I travel by bicycle and I think one of the main reasons is the humility that comes attached with it. I camp with locals, drink the same water as locals and eat anything offered by locals. It hides any 1st world elitism and in return gives a humble connection that far exceeds expectations - Palmwag, Namibia





Diese Saetze hat Andrew Murphy http://www.thebikeabout.org/ auf seinem Instagrammaccount veroeffentlicht und mir und vielen anderen aus der Seele gesprochen.



Ich bin vor 21 Jahren zu meiner ersten Radreise aufgebrochen, mehr als 200.000 km auf 5 Kontinenten spaeter (mehrheitlich Alltagskilometern in Deutschland) halte ich das Fahrrad noch immer fuer das beste Fortbewegungsmittel und vorallem das beste Reisemittel.



Die Radreisegemeinschaft ist in dieser Zeit unglaublich gewachsen, auf meiner ersten Radreise durch Afrika bin ich in 13 Monaten einem einzigen Radler begegnet Ale Rizzo der inzwischen in Genf lebt. Heute bin ich allein ueber die Whatsappgruppe “cycle the world” mit 256 anderen Reiseradlern jeglichen Alters und aus allen Herren Laendern verbunden. So unterschiedlich wir alle auch sein moegen so stark verbindet uns doch die Liebe zu dem was wir tun, diese Welt mit dem Rad zu erkunden.

Demensprechend sind alle erschuettert da jetzt nach Holger Franz Hagenbusch und Krzysztof Chmielewskiy im April in Chiapas,Mexiko http://www.tageblatt.lu/headlines/bewegender-abschied-weltenbummler-in-mexiko-getoetet/

am 29.07.2018 in Tadjikistan in den Pamirbergen auf einer der weltweit beliebtesten Radrouten mit



Lauren Geoghegans, Jay Austin http://www.simplycycling.org/about/



Markus Hummel https://www.2initinere.com



und Renee Wokke



4 weitere Reiseradler gewaltsam zu Tode gekommen sind https://www.n-tv.de/panorama/Tadschikistan-gibt-Iran-Mitschuld-an-Angriff-article20553483.html





Das Geschehene ist so unfassbar tragisch, dass es mir wie vielen anderen geht, es faellt mir schwer zu begreifen, dass das wirklich passiert ist.

Derzeit ist Hochsaison im Pamir und mans kann in der Gruppe die verstaendliche Verunsicherung derjeniger spueren die im Begriff sind diese Route in den naechsten Tagen in Angriff zu nehmen bzw. die bereits unterwegs sind.

Manche wollten sich zu einer Gruppe zusammenschliessen, ein anderer hat vermutlich recht wenn er zu bedenken gibt, das fuer solche Anschlaege gerade Gruppen ein Ziel darstellen und man allein evtl. sicherer ist. Die Entscheidung welche Laender man bereist, muss jeder fuer sich treffen – es gibt kein richtig oder falsch.

Steve von Caravanistan hat das in seinem Kommentar recht gut auf den Punkt gebracht https://caravanistan.com/letter-from-the-silk-road/danghara-attack.



Ich glaube das es richtig ist weiterhin den Pamirhighway zu radeln und wuensche dafuer allen das sie eine so wunderbare Zeit dort haben, wie ich sie im Oktober 2016 haben durfte.



Niemand sollte aufgrund dieses tragischen Ereignisses Tadjikistan als gefaehrlich einstufen. Es ist ein Land mit vielen Problemen, die anscheinend junge Maenner anfaellig fuer die Anwerbung durch Extremisten machen. Es war der erste und hoffentlich letzte Anschlag dieser Art. Leider haben die letzten Jahre gezeigt das der Terrorismus ueberall zuschlagen und jeden treffen kann, leider hat er nun auch im Pamir unschuldige Reiseradler getroffen, dies macht mich unglaublich traurig, aendert aber nichts daran das die Mehrheit der Menschen in Tadjikstan und weltweit gut ist. Daran glaube ich und danach lebe ich – jetzt erst recht.



Moegen Holger, Krzysto, Lauren, Jay, Rene und Markus in Frieden ruhen. Es mag uns troesten das sie ihren Traum gelebt haben.
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#1350921 - 19.08.18 12:17 Re: Attacke auf reiseradler in Tadschikistan [Re: yebogogo]
yebogogo
Mitglied Übernachtungsnetzwerk
abwesend abwesend
Beiträge: 49
Unterwegs in Thailand

http://www.rferl.org/a/tajikistan-cyclists-ca…/29417683.html


Geändert von yebogogo (19.08.18 12:17)
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#1350965 - 19.08.18 22:28 Re: Attacke auf reiseradler in Tadschikistan [Re: paschukanis]
max saikels
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 703
Volle Zustimmung.
Grüße, Stephan
Radreisen und -touren
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#1350971 - 20.08.18 00:41 Re: Attacke auf reiseradler in Tadschikistan [Re: paschukanis]
StephanBehrendt
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 12286
Gut geschrieben.
Ich möchte hinzufügen: Was wir beim Reisen suchen machen wir durch unsere Reisen kaputt.
------------------------
Grüsse
Stephan
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#1350973 - 20.08.18 01:57 Re: Attacke auf reiseradler in Tadschikistan [Re: StephanBehrendt]
Wendekreis
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 2990
Das siehst du zu pessimistisch. Zu den Destruktoren von Landschaft und Gesellschaft auf Reisen zuhause oder in ferne Länder gehörst du nicht als Radler, und bestimmt ich nicht. Im Gegenteil konnte ich manchmal in bescheidenem Maße positive Ansätze einbringen.

Nachgeschoben ein oft unbeachteter Anteil des deutschen Tourismus: Die deutschen Touristen-Milliarden haben zum wirtschaftlichem Aufschwung vieler ausländischer Regionen beigetragen.
Gruß Sepp

Geändert von Wendekreis (20.08.18 02:06)
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#1351064 - 20.08.18 16:25 Re: Attacke auf reiseradler in Tadschikistan [Re: Wendekreis]
StephanBehrendt
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 12286
In Antwort auf: Wendekreis
Das siehst du zu pessimistisch. Zu den Destruktoren von Landschaft und Gesellschaft auf Reisen zuhause oder in ferne Länder gehörst du nicht als Radler, und bestimmt ich nicht.
In vielen touristischen Destinationen waren es die Individualreisenden, besonders Aussteiger, Hippies und Ähnliche low budget traveller, die dem Massentourismus mit seinen negativen und positiven Auswüchsen erst den Weg bereitet haben. Und wenn ich hier manchmal lese, dass man selbst im armen Indien Zelten möchte anstatt die lokale Infrastruktur zu nutzen, dann profitiert das Land auch heute noch nicht. Aber du hast recht, wo es gelingt dass das Geld im Lande zu lassen und es nicht von den Reiseveranstaltern ins Ausland transferiert wird, profitiert das Land.

Und um aufs Thema zurückzukommen, hier wird der Tourist zur wohlfeilen Geisel der politischen Verhältnisse. In der Türkei läuft es derzeit ja ein wenig auch so.
------------------------
Grüsse
Stephan

Geändert von StephanBehrendt (20.08.18 16:28)
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#1351067 - 20.08.18 16:44 Re: Attacke auf reiseradler in Tadschikistan [Re: paschukanis]
Toxxi
Moderator Übernachtungsnetzwerk
abwesend abwesend
Beiträge: 17699
Schöner Beitrag, danke! bravo

Allerdings bist du bei einer Sache etwas auf dem Holzweg:
In Antwort auf: paschukanis
Reisen im 21. Jh. ist ja keine 'unschuldige' Tätigkeit, wie weiland Goethes Italientrip, sondern durchdrungen von Machtstrukturen, Geldströmen, Privilegien etc.pp.

Goethe wurde in Malcesine (am Ostufer des Gardasees) verhaftet, weil er das Kastell in sein Notizbuch zeichnete. Heute würde man das "Fotografieren militärischer Anlagen" nennen. Zwischen Malcesine und Torbole verlief damals die Grenze zu Österreich, und man hielt ihn schlicht für einen Spion.

Er wurde einen Tag später freigelassen, nachdem seine Identität festgestelt wurde. Er war nämlich zu der Zeit schon eine Berühmtheit, die man nicht einfach so festsetzen konnte oder wollte. Letzten Endes ein entfernt ähnliches Szenario wie in Tadshikistan.

Gruß
Thoralf
Meine Räder und Touren im Radreise-Wiki
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#1351069 - 20.08.18 17:07 Re: Attacke auf reiseradler in Tadschikistan [Re: Toxxi]
StephanBehrendt
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 12286
Ich würde die Festsetzung von Goethe eher mit dem heutigen Zustand in der Türkei vergleichen. Goethe wurde schließlich von Staatsorganen belästigt und nicht von kriminellen Fanatikern umgebracht.
------------------------
Grüsse
Stephan
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Off-topic #1351071 - 20.08.18 18:16 Re: Attacke auf reiseradler in Tadschikistan [Re: StephanBehrendt]
MatthiasM
Mitglied
anwesend und neutral anwesend
Beiträge: 6121
In Antwort auf: StephanBehrendt
In Antwort auf: Wendekreis
Das siehst du zu pessimistisch. Zu den Destruktoren von Landschaft und Gesellschaft auf Reisen zuhause oder in ferne Länder gehörst du nicht als Radler, und bestimmt ich nicht.
In vielen touristischen Destinationen waren es die Individualreisenden, besonders Aussteiger, Hippies und Ähnliche low budget traveller, die dem Massentourismus mit seinen negativen und positiven Auswüchsen erst den Weg bereitet haben. Und wenn ich hier manchmal lese, dass man selbst im armen Indien Zelten möchte anstatt die lokale Infrastruktur zu nutzen, dann profitiert das Land auch heute noch nicht. Aber du hast recht, wo es gelingt dass das Geld im Lande zu lassen und es nicht von den Reiseveranstaltern ins Ausland transferiert wird, profitiert das Land.

Und um aufs Thema zurückzukommen, hier wird der Tourist zur wohlfeilen Geisel der politischen Verhältnisse. In der Türkei läuft es derzeit ja ein wenig auch so.


Daß die Individualreisenden ungewollt den Boden für den Massentourismus bereiten ist ein guter Aspekt. Das ist so ähnlich wie die Gentrifizierung in ehemaligen Glasscherbenvierteln, wo die ansäßige Wohnbevölkerung ihr Viertel zuerst schöner macht. Dann wird es attraktiv und interessant für andere, und dann sorgt "die unsichtbare Hand des Marktes" dafür, daß u.a. die Reichen und Schönen diese Viertel für die ehemals dort wohnenden Menschen unerschwinglich werden lassen.
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Off-topic #1351402 - 22.08.18 17:21 Re: Attacke auf reiseradler in Tadschikistan [Re: MatthiasM]
stekuli55
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 258
bin seit heute in Tadschikistan und will mal schauen, wie es mir hier ergeht. Der Grenzer hat mir bei der Einreise die Telefonnummer der tadschikischen Fremdenverkehrspolizei in die Hand gedrückt und mir auf meine explizite Nachfrage zu dem Überfall gesagt, dass es jetzt sicher sei, aber auf Wunsch auch eine Polizeieskorte ab Dushanbe gestellt werden könnte. Bin.ja mal gespannt.
Reich ist, wer keine Schulden hat; glücklich, wer ohne Krankheit lebt (mongolisches Sprichwort)
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#1353379 - 09.09.18 14:16 Re: Attacke auf reiseradler in Tadschikistan [Re: stekuli55]
panse
Mitglied
Themenersteller
abwesend abwesend
Beiträge: 77
Dushanbe - Osh ist für uns Geschichte. Wir haben den Pamir überquert. Alles mit eigener Muskelkraft! Wir fühlten uns jeden Tag und auch in der Nacht im Zelt sehr wohl und genossen die wirklich grossartige Gastfreundschaft der Tadschiken. Selten berührte mich ein Volk so wie dieses. Von der Landschaft muss ich gar nicht zu erzählen beginnen. Sie ist in Worten fast nicht beschreibbar. Majestätisch, bombastisch, surreal. Einfach der absolute Wahnsinn. Für micht DAS Highlight meiner Radreisekarriere!
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