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#1402322 - 09.10.19 23:33 Rennrad-Kurzreise franz. Alpen September 2019
Tom72
Mitglied
Themenersteller
abwesend abwesend
Beiträge: 496
Dauer:3 Tage
Zeitraum:16.9.2019 bis 18.9.2019
Entfernung:260 Kilometer
Bereiste Länder:frFrankreich



Grenoble – Col du Lautaret – Col du Galibier – Col du Télégraphe – Col du Mollard – Col de la Croix de Fer – Grenoble, drei Tage plus jeweils ein Tag An- und Rückreise mit der Bahn

Seit ich mir vorletztes Jahr (Frühjahr 2017) ein Rennrad gekauft habe, habe ich neben meinen traditionellen jährlich ein bis zwei mehrwöchigen Reisen mit Reiserad, Gepäck und Zelt (einige davon habe ich hier im Forum ja dokumentiert; auch zur diesjährigen, auf der ich im Juli zum wiederholten Mal in den Pyrenäen war, habe ich mir vorgenommen, demnächst einen Bericht zu erstellen) auch ein gutes halbes Dutzend mehrtägige Touren mit maximal zwei Übernachtungen mit ebenjenem neuen Rennrad und sehr leichtem Gepäck (nur mit Rucksack) absolviert und auch an dieser Art des Radreisens Gefallen gefunden. Während ich im Rahmen meiner „klassischen“ Radreisen bereits zahlreiche Hochgebirgspässe vor allem in den Alpen, den Pyrenäen und Nordspanien bewältigt hatte, war es an der Zeit, auch einmal mit dem Rennrad, das ich bisher nur im Mittelgebirgseinsatz im Thüringer Wald, Erzgebirge, Lausitzer, Zittauer, Jeschken-, Iser- und Riesengebirge genutzt hatte, Hochgebirgserfahrung zu sammeln.

Die Idee ergab sich dann aus der Erfahrung meiner Radreise vom Vorjahr (2018), die mich in Grenoble startend (nach einer zweitägigen Runde durch das Vercors) über den Col du Lautaret und den Col d‘Izoard in die Provence, auf den Mont Ventoux und dann entlang der Mittelmeerküste und nach einer Pyrenäenüberquerung über den Col d’Ares nach Katalonien geführt hatte. Bei der Abbfahrt vom Lautaret nach Briançon, um anschließend den Col d’Izoard in Angriff zu nehmen, hatte ich mir bereits vorgenommen, ein anderes Mal von der Passhöhe des Lautaret nach Norden abzubiegen und die noch etwa 600 weiteren Höhenmeter zum Col du Galibier zu fahren.

Somit ergab sich folgender Plan, der mehrere interessante Pässe einbezieht, von denen ich bislang nur den Lautaret kannte:

Ausgangs- und Endpunkt das mir vom letzten Jahr bereits bekannte Grenoble, nach der bereits vorhandene Erfahrung mit dem TGV Frankfurt – Lyon (– Marseille) (den ich bereits zahlreiche Male genutzt habe) und anschließendem Regionalzug Lyon – Grenoble verhältnismäßig gut erreichbar, wenn man bereit ist, das Rad für den TGV teilweise zu demontieren und zu verpacken, was für mich aber langjährige Praxis und Routine ist. Mit dem Rennrad geht das noch einfacher und schneller.

Ich habe für die Reise einen Bahn-Anreise-Tag vorgesehen, drei Tage für die eigentliche Tour und einen Bahn-Rückreisetag. Ich habe mir folgende Runde mit Ausgangs- und Endpunkt Grenoble zusammengestellt:

Grenoble – Col du Lautaret (2058 m) – Col du Galibier (2642 m) – Col du Télégraphe (1566 m) – Col de la Croix de Fer (2067m) – Grenoble

Außerplanmäßig kam dann noch wegen einer unerwarteten Umleitung der Col du Mollard (1638 m) hinzu.

Da es mit vier Übernachtungen die längste bisher mit dem Rennrad durchgeführte Tour war (bisher maximal zwei Übernachtungen) und weil ich bisher mit dem Rennrad immer Zugverbindungen mit Fahrradmitnahme nutzen konnte, nun aber für den TGV meine Fahrrad-Transport-Hülle mitnehmen musste, habe ich zusätzlich zum Rucksack noch eine mittelgroße Lenkertasche dabeigehabt.

Die vier Übernachtungen habe ich vorgebucht: Lyon (Hotel Helder) für die erste und letzte Nacht, eine einfache Unterkunft in La Grave (Gîte le Rocher) auf etwa halber Strecke und halber Höhe zwischen Grenoble und dem Col du Galibier sowie St.-Jean-de-Maurienne (Hotel St.-Georges). Für die rein analoge Navigation hatte ich die Michelin-Karte „Französische Alpen Nord (Isère, Savoye)“ 1:150 000.

Leider konnte ich aufgrund des auf ein Minimum beschränkten Gepäcks keine „richtige“ Kamera mitnehmen, so dass ich den Bericht nur mit Smartphone-Bildern illustrieren kann.

Anreisetag (15.09.2019), Bahnanreise Stuttgart – Lyon

Die Anreise erfolgt von Stuttgart, da ich die Tour mit einem dortigen Besuch bei meinen Eltern verbunden habe. Regionalexpress mit kostenloser Fahrradmitnahme nach Karlsruhe, knapp eine Stunde. Dort Rad verpacken für den durchgehenden TGV nach Lyon, der einmal täglich gegen 14.00 Uhr in Frankfurt startet (Karlsruhe kurz nach 15.00 Uhr) und den ich im Rahmen meiner Radreisen in beide Richtungen, teils bis Lyon, teils bis/von Marseille, bereits zahlreiche Male genutzt habe.

Ankunft Gare de Lyon Part-Dieu kurz vor 20.00 Uhr, Rad auspacken und fahrbereit machen





Nachdem ich mich im gebuchten Hotel (Hotel Helder, etwas östlich des Rhône-Ufers) einquartiert habe, das ich recht zügig finde und das nicht allzu weit vom Bahnhof entfernt liegt, radle ich spätabends bei noch angenehm warmen Temperaturen durch die mir von mehreren Radreisen bekannte und sehr sehenswerte Stadt auf der Suche nach einem geeigneten Restaurant zum Abendessen.

Um angesichts der vorgerückten Stunde nicht unnötig Zeit zu verlieren, steuere das Viertel bei der Kathedrale an, in dem es meiner Erinnerung zufolge in engen Altstadtgassen zahlreiche Restaurants gibt. Dazu überquere ich zunächst die Rhône und dann die Saône, die beiden Flüsse, die in Lyon zusammenfließen, und kann dabei noch einige Eindrücke der auch am späten Sonntagabend noch, insbesondere am Rhône-Ufer, sehr belebten Stadt genießen. Entgegen meinen Befürchtungen finde ich ein Restaurant, in dem ich auch um kurz nach 22.00 Uhr noch bedient werde; es ist noch warm genug, um draußen zu sitzen. Ich entscheide mich für ein sehr leckeres Lammfleischgericht mit einem sehr großzügig mit Knoblauch gewürzten Kartoffelgratin als Beilage und bin regelrecht begeistert.

Ich habe von Lyon keine weiteren Fotos gemacht, kann aber insoweit auf die Bilder in meinen Reiseberichten Lyon-Kantabrien und Korsika (jeweils am Anfang) verweisen.

1. Tag (16.09.2019), Grenoble – La Grave
Strecke: 78 km
Fahrzeit: 3 Std. 47 min
Höhenmeter aufwärts: 1326
Höhenmeter abwärts: 134


Der stündlich verkehrende Regionalzug (TER) mit kostenloser Fahrradmitnahme bringt mich in 1 Stunde 24 Minuten von Lyon nach Grenoble, wo ich kurz vor elf eintreffe. Ich erinnere mich an die Anreise nach Grenoble im Vorjahr, als ich (siehe meinen Bericht ) noch am selben Tag abends in Lyon vom TGV in den TER umsteigen wollte, mir daher für den Anreisetag ein Hotel in Grenoble, statt wie dieses Jahr in Lyon, gebucht hatte und dann unerwartet mit einem langwierigen Schienenersatzverkehr Vorlieb nehmen musste. Diesmal habe ich die Zugfahrt Lyon – Grenoble wie gesagt auf den Morgen des ersten Fahrtages verschoben, und der TER fuhr auch tatsächlich planmäßig.





Ergänzend zu den hier gezeigten Smartphone-Bildern möchte ich für die Strecke von Grenoble zum Col du Lautaret (die Route dieses Tages und ein Teil der Route des zweiten Tages) auf die Bilder und den Text in meinem Bericht zu meiner Radreise vom letzten Jahr (2018) verweisen. Die Strecke bis zum Lautaret fahre ich nun also zum zweiten Mal.

Vom Vorjahr ist mir daher Grenoble bereits bekannt, eine sehr sehenswerte Stadt, nicht nur wegen ihrer Lage am Zusammenfluss der Isère und des Drac, umgeben auf allen Seiten von hochaufragenden Gebirgszügen (dem Vercors im Westen und den Alpen im Osten). Da ich mir letztes Jahr einen Vormittag Zeit für ein wenig Sightseeing genommen habe, vor allem für eine Fahrt mit der Seilbahn zur hoch über der Stadt gelegenen Festung (Bastille) mit traumhaftem Panoramablick, begnüge ich mich diesmal mit ein paar Fotos und einem schnellen Mittags-Snack, bevor ich auf der schnurgerade von der Innenstadt und dem Isère-Ufer nach Süden führenden Ausfallstraße (Cours Jean Jaurès) die Stadt verlasse.

Grenoble war Ende der 1980er-Jahre eine der ersten französischen Städte, die die Straßenbahn wieder eingeführt haben.





Am Ufer der Isère



Die Seilbahn auf die Bastille



Im Hintergrund erhebt sich die Bastille.



Wohin man in Grenoble auch schaut, im Hintergrund fällt der Blick immer auf Berge.



In Le Pont-de-Claix, der südlichen Nachbargemeinde von Grenoble, bietet sich noch einmal ein Blick auf das Vercors. In diesem spektakulären Gebirgsmassiv bin ich letztes Jahr zum Auftakt der Reise eine zweitägige Runde gefahren, bevor es, wie jetzt erneut, auf den Weg Richtung Col du Lautaret ging.



Nochmal das Vercors



Nun geht es in die Alpen, zunächst mit mäßiger Steigung. Die Départementalstraße 1091 über den Col du Lautaret nach Briançon ist zwar eine Hauptverkehrsachse, aber der Verkehr hält sich in erträglichen Grenzen, und sie hat zudem überwiegend markierte Radstreifen, wohl auch deswegen, weil sie für Rennradler eine wichtige Bedeutung als Zufahrt aus dem Großraum Grenoble zu verschiedenen bei Radsportlern beliebten Alpenpässen hat, nicht nur zum Lautaret, zum Galibier und generell zur Route des Grandes Alpes, sondern auch z. B. zum Col de la Croix de Fer und anderen mehr. Die Straße folgt dem Tal der Romanche, eines Nebenflusses des Drac, aufwärts.



In Rochetaillée komme ich an der Einmündung der vom Col de la Croix de Fer herabführenden Straße vorbei; hier werde ich bei planmäßigem Verlauf übermorgen herabgerollt kommen und ab hier wieder zurück nach Grenoble fahren. Heute fahre ich aber weiter geradeaus auf der D 1091.

Ich erreiche Bourg d’Oisans.



Hier nehme ich einen späten Mittagsimbiss ein. Der Ort ist bei Radsportlern wegen der zahlreichen von hier aus anfahrbaren Pässe beliebt. Das fällt mir sofort, wie auch schon letztes Jahr, bei meiner Einkehr im Ortszentrum anhand der vielen Rennräder auf, deren Fahrer zahlreich die Cafés und Restaurants bevölkern. So beginnt hier die berühmte Auffahrt nach Alpe-d’Huez. Diese mythische Bergankunft stand im Vorjahr, 2018, einmal mehr auf dem Programm der Tour de France, eine gute Woche nachdem ich durch Bourg d‘Oisans kam (Bild vom Vorjahr an fast gleicher Stelle; die Radfahrer-Skulptur vom vorigen Bild ist im Hintergrund in der Bildmitte):



Für mich geht es von hier weiter auf der D 1091 Richtung Col du Lautaret. Es wird nun bis zum Stausee Barrage du Chambon deutlich steiler (Bild ebenfalls vom Vorjahr).



Kurz vor dem Stausee komme ich durch den kleinen Ort Le Freney-d’Oisans, in dem ich letztes Jahr übernachtet hatte und wo ich das Halbfinalspiel der Fußball-WM angesehen hatte (1:0 für den späteren Weltmeister Frankreich gegen Belgien). Gerne erinnere ich mich daran zurück; der Betreiber der örtlichen Tankstelle hatte vor seinem kleinen Laden Bierbänke und einen Fernseher aufgestellt und so für die Dorfbewohner ein bescheidenes Public Viewing organisiert.

Wenige Kilometer weiter erreiche ich die Staumauer des Lac du Chambon, zu dem die Romanche hier aufgestaut ist.





Am Nordufer verläuft die Straße in einem Tunnel im Hang oberhalb des Stausees. Der Tunnel ist erst Ende 2017 wieder für den Verkehr freigegeben worden, nachdem er durch einen Erdrutsch beschädigt wurde, was zur Folge hatte, dass die D 1091 als eine der wichtigsten Verkehrsverbindungen der Region an dieser Stelle mehr als zwei Jahre lang gesperrt war. Beim Blick zurück erkennt man, dass der links zu sehende ursprüngliche Tunnel aus den 1930er-Jahren (eigentlich zwei aufeinanderfolgende Tunnel) im Zuge der Wiederherstellung durch einen neuen, tiefer in den Hang verlegten Tunnel ersetzt wurde, um den durch den Erdrutsch destabilisierten Bereich zu umgehen.



Hier beginnt die Region Provence Alpes Côte d’Azur (PACA).



Kurz vor 19.00 Uhr erreiche ich La Grave auf ca. 1500 m Höhe. Vorzeigbare Bilder sind mit mir dem Smartphone bei tiefstehender Sonne nicht gelungen, daher nochmal ein Foto vom Vorjahr (zu einer früheren Tageszeit):



Beeindruckend der Blick nach Süden auf das auch jetzt, im September, in den Hochlagen noch schneebedeckte Massif des Écrins, dessen Gipfel bis zu 4000 m aufragen.

Ich habe in der Gîte Le Rocher für 25 € ein Vierbettzimmer mit zwei Doppelstockbetten gebucht, das ich aber für mich allein habe. Offenbar vermieten sie in der Nebensaison die Mehrbettzimmer als Einzelzimmer. Die Herberge hat auch ein Restaurant, so dass ich zum Abendessen gleich dort bleiben kann. Die Küche ist hervorragend, heute Abend gibt es ein leckeres Hühnerfleischgericht, das ich auf der Terrasse mit Blick auf die Berge genießen kann. Auch hier oben ist es spätabends noch warm genug, um draußen zu sitzen.

2. Tag (17.09.2019), La Grave – St.-Jean-de-Maurienne
Strecke: 70 km
Fahrzeit: 3 Std. 44 min
Höhenmeter aufwärts: 1287
Höhenmeter abwärts: 2151


Heute stehen der Col du Lautaret, der Col du Galibier und der Col du Télégraphe auf dem Programm. Ab dem Lautaret werde ich dann auch die mir bereits bekannte Strecke verlassen und Neuland erradeln und mit dem Galibier meinen bisher höchsten Pass in Angriff nehmen.

Nach einem Frühstück in meiner Herberge geht es los. Bis zum Col du Lautaret sind es von La Grave noch 11 km und nur noch ca. 550 Höhenmeter. Oberhalb des Ortes noch einmal der Blick auf das Massif des Écrins



Hier ein etwas besser gelungenes Foto an gleicher Stelle aus dem Vorjahr:



Das Landschaftserlebnis ist traumhaft.



Wie auf vielen Passstraßen in Frankreich gibt es eine Beschilderung speziell für Radfahrer; jeden Kilometer gibt eine Hinweistafel die verbleibenden Kilometer bis zum Pass, die aktuelle Höhe und die Steigung des folgenden Kilometers an.





Nach 54 min Fahrzeit erreiche ich den Col du Lautaret (2058 m). Die Steigung war durchgehend relativ mäßig.



Die Einkehrmöglichkeiten auf der Passhöhe sind um die Mittagszeit gut ausgelastet und werden natürlich auch von den zahlreichen Radfahrern rege genutzt. Auch ich esse hier zu Mittag. Ein weiteres Mal auf der Reise bin ich mit der Auswahl sehr zufrieden (eine Art Rindergeschnetzeltes, sehr lecker).



Auf dem Col du Lautaret treffe ich auf die Route des Grandes Alpes, die touristische Strecke vom Genfer See zum Mittelmeer über ein gutes Dutzend mehr oder weniger bekannter Alpenpässe. Sie führt hier vom etwa 600 m höheren Col du Galibier herab zum Lautaret und entspricht dann hinab nach Briançon der D 1091. Dorthin bin ich letztes Jahr weitergefahren und anschließend über den Col d’Izoard. Diesmal geht es weiter aufwärts, der Col du Galibier wartet.



Die auf dem Col du Lautaret von der D 1091 abzweigende Straße zum Galibier hat verkehrstechnisch eine deutlich geringere Bedeutung, so dass es sehr wenig Kfz-Verkehr gibt. Sie ist auch schmaler. Ohne auch nur einen Höhenmeter zu verlieren, geht es direkt weiter aufwärts. Etwa 600 Höhenmeter sind es noch und etwa 8 km. Die Straße schlängelt sich durch die grandiose Hochgebirgslandschaft. Die Steigung ist zunächst mäßig anspruchsvoll.



Die Tour de France ist, wie so oft, auch dieses Jahr (2019) über den Col du Galibier gekommen, ebenfalls in meiner Richtung (18. Etappe, die zuvor über den Col d’Izoard führte).



Etwa einen Kilometer vor der Passhöhe durchsticht ein kurzer Tunnel den Berg, der aber für Radfahrer gesperrt ist. Dies war ursprünglich die eigentliche Passquerung; die Scheitelstrecke von hier über die Passhöhe wurde erst später angelegt. Die Ampel, die den Einbahnverkehr im Tunnel regelt, ist, wie ich irgendwo gelesen habe, die höchstgelegene Verkehrsampel Europas.



Hier wurde dem Gründer der Tour de France, Henri Desgrange, ein Denkmal gesetzt.



Vom Tunnel ist es noch etwa ein Kilometer zum Pass. Die Steigung ist nun deutlich heftiger als bisher mit 10 % und mehr.





Dann ist der höchste Punkt der Tour und mein bisher höchster Pass erreicht.



Für die Statistik: Vom heutigen Startpunkt La Grave bis zum Col du Galibier waren es laut meinem Fahrradcomputer 20 km, 1080 Höhenmeter und 1 Std. 53 min.

Jetzt kann ich die wunderschöne, 18 km lange Abfahrt nach Valloire genießen. Die Landschaft ist traumhaft.







Valloire ist ein relativ großer und bedeutender Wintersportort, der aber jetzt, im September, ziemlich ausgestorben wirkt. Ich muss eine Weile suchen, bis ich eine Einkehrmöglichkeit finde, um mich für die Galibier-Überquerung mit einem Bierchen zu belohnen. Bevor es ins Tal des Arc hinuntergeht, in dem mein heutiger Etappenort, St.-Jean-de-Maurienne, liegt, ist noch der Col du Télégraphe zu überwinden. Das sind aber von Valloire nur noch weniger als 200 Höhenmeter und knapp 5 km.



Der Col du Télégraphe (1566 m) verdankt seinen Namen nicht einem elektrischen, sondern einem optischen Telegraphen, also einem Posten des um 1800 für militärische Zwecke errichteten Netzes von Signalmasten, die mittels verschiedener Stellungen beweglicher Arme, wie wenige Jahrzehnte später die Kombinationen aus kurzen und langen Stromimpulsen beim „klassischen“ Telegraphen, die verschiedenen Zeichen darstellen und so Nachrichten über weite Entfernungen übermitteln konnten. Die Anlagen befanden sich in Fernrohr-Sichtweite voneinander entfernt. Dieser Signalposten, von dem aber offenbar nichts erhalten ist, war Teil der Linie Paris-Mailand, wie einer Info-Tafel zu entnehmen ist. Sie weist auch auf ein nahegelegenes historisches Fort aus dem späten 19.Jahrhundert hin; leider fehlt mir die Zeit für eine Besichtigung.

Nun kann ich die durch den kurzen Anstieg von Valloire zum Col du Télégraphe unterbrochene Abfahrt fortsetzen; nach den 18 km und ca. 1200 Höhenmetern, die ich vom Col du Galibier nach Valloire hinabgerollt bin, kann ich nun bis zum Talort St.-Michel-de-Maurienne weitere 11 km und ca. 850 Höhenmeter Abfahrt genießen.



Die herrliche lange Abfahrt durch zahlreiche enge Serpentinen endet in St.-Michel-de-Maurienne im Tal des Flusses Arc.



Ich habe heute wesentlich mehr Höhenmeter „vernichtet“ als „geleistet“, das liegt daran, dass ich gestern zwischen Grenoble und La Grave schon etwa die Hälfte der Höhe zum Galibier absolviert habe.

Die etwa 15 km von St.-Michel-de-Maurienne bis St.-Jean-de Maurienne, meinem heutigen Übernachtungsort und Ausgangspunkt der Straße auf den Col de la Croix de Fer, sind nicht besonders angenehm, das Arc-Tal ist stark besiedelt, und es verlaufen hier bedeutende Verkehrsachsen. Ich fahre auf dem Radstreifen der stark befahrenen D 1006; parallel verläuft die Autobahn. Durch das Arc-Tal führt auch eine Bahnlinie; ein Schild weist auf die Bauarbeiten für den umstrittenen Bahntunnel (Mont-Cenis-Basistunnel) für die Verbindung Lyon-Turin hin.

In St.-Jean-de Maurienne finde ich recht zügig mein gebuchtes Hotel St-Georges, mit dem ich sehr zufrieden bin. Im Ortszentrum wird an einem Kirchturm an das diesjährige 100-jährige Jubiläum der Einführung des gelben Trikots bei der Tour de France erinnert, deren 19. Etappe dieses Jahr (2019) hier ihren Start hatte.



3. Tag (18.09.2019), St.-Jean-de-Maurienne – Grenoble
Strecke: 112 km
Fahrzeit: 6 Std. 14 min
Höhenmeter aufwärts: 2062
Höhenmeter abwärts: 2434


Heute geht es über den Col de la Croix de Fer und dann wieder zurück nach Grenoble. Es wird die mit Abstand längste der drei Etappen und zugleich die mit den meisten Höhenmetern, so dass ich den heutigen Tag als eine gewisse Herausforderung ansehe. St.-Jean liegt auf etwa 550 m, der Pass hat eine Höhe von 2067 m. Ich bin gespannt, wann ich in Grenoble sein werde – Hauptsache noch bei Tageslicht; der letzte Regionalzug nach Lyon, wo ich wieder das Hotel von vor drei Tagen gebucht habe, fährt um 21.22 Uhr.

Wie üblich, stehe ich später als geplant auf und komme später als geplant los. Als ich nach dem Frühstück in meinem Hotel die sehr freundliche und kommunikative Wirtin frage, wo es zur Straße zum Col de la Croix de Fer geht, die hier im Ort ihren Anfang hat, weist sie mir den Weg, merkt aber an: „Mais il y a une petite déviation par le Col du Mollard, mais évidemment vous êtes en forme“. Eine „kleine“ Umleitung also, aber über einen weiteren Pass… Das klingt nicht nach einer Kleingkeit, sondern nach einer weiteren Erschwerung der heutigen Etappe. Ich schaue in meiner Karte: Der Col du Mollard hat eine Höhe von immerhin 1638 m, es ist schwer abzuschätzen, wie viele zusätzliche Höhenmeter mir die Umleitung bescheren wird, d. h. auf welcher Höhe sie wieder auf die eigentliche Passstraße zum Croix de Fer, die D 926, stoßen wird.

Anhand der Ausschilderung bestätigt sich, dass es derzeit zum Col de la Croix de Fer nur über die D 110 und über den Col du Mollard und nicht über die direkte Strecke geht (eine spätere Internetrecherche ergibt, dass der Grund Bauarbeiten an der D 926 sind).

Zunächst geht es recht flach durch ein schmales bewaldetes Tal, dann geht es durch zahlreiche Serpentinen aufwärts mit ordentlicher Steigung, die sich, soweit ich mich erinnere, überwiegend zwischen 6 und 9 % bewegt. Trotzdem gewinne ich zügig an Höhe; am gegenüberliegenden Hang ist die parallel verlaufende gesperrte D 926 zu sehen, die ich „normalerweise“ gefahren wäre.



Da ich gut vorankomme und die Auffahrt landschaftlich recht reizvoll ist und die D 110 zudem ein kaum befahrenes Sträßchen, habe ich mich mit der Umleitung schnell arrangiert.



In Albiez-Montrond knapp unterhalb des Col du Mollard kehre ich kurz auf ein Bier ein, dann sind es noch wenige Minuten bis zum Pass.





Der Spaß an der Abfahrt wird etwas durch den schlechten Zustand des Straßenbelags getrübt; das wird aber durch den Landschaftseindruck mehr als ausgeglichen.



Ich rolle auf etwa 7 km etwa 400 m abwärts, dann trifft die D 110 auf die eigentliche Passstraße zum Col de la Croix de Fer, die D 926. Hier endet somit die Umleitung. Sie hat also etwa 400 zusätzliche Höhenmeter mit sich gebracht, mir hat die Strecke über den ungeplanten zusätzlichen Pass aber landschaftlich sehr gut gefallen.



Gegen 14.00 Uhr esse ich in St.-Sorlin-d’Arves eine Pizza. Bis hier führte die Straße ohne allzu starke Steigung das Tal aufwärts. Nun beginnt der landschaftlich spektakuläre Teil; die Straße schlängelt sich in zahlreichen Serpentinen den steilen Hang hinauf bis zur Passhöhe, was man bereits von Weitem erkennen kann. Sie ist kaum befahren, die Auffahrt trotz der ordentlichen Steigung ein Genuss.











Dann ist gegen halb vier mit dem Col de la Croix de Fer der dritte 2000er-Pass der Tour erreicht.




Mein Radcomputer gibt für den heutigen Tag bis hierher eine Strecke von 37 km, 1841 Höhenmeter und eine Fahrzeit von 3 Std. 35 min an. Trotz der beachtlichen noch zu bewältigenden Strecke bis Grenoble (wenn auch praktisch nur abwärts) von 60 bis 70 km nutze ich erstmal die willkommene Einkehrmöglichkeit auf der Passhöhe, um mich mit einem Bier zu erfrischen und eine Weile das Gebirgspanorama zu genießen.

Auf der Passhöhe, etwas abseits der Straße, steht auch das namengebende eiserne Kreuz. Wer es wann errichtet hat (es wirkt schon recht historisch), konnte ich dem Internet nicht entlocken. Im Hintergrund fällt der Blick nach Westen auf das Belledonne-Massiv, dessen „Rückseite“ von Grenoble aus zu sehen ist.





Die Abfahrt ist herrlich. Nach ein paar Kilometern komme ich an der Abzweigung zum Col du Glandon (1924 m) vorbei, wohin es nur wenige hundert Meter und nur 20 Höhenmeter sind und über den man wieder zurück ins Arc-Tal gelangen würde, wo ich heute gestartet bin. Ich fahre stattdessen weiter auf der D 926 abwärts und gelange zum Stausee Lac de Grand Maison. Hier geht es nochmal kurz aufwärts, da die Straße etwas erhöht im Hang oberhalb des Seeufers geführt wird. Dann kann ich die Abfahrt fortsetzen.



Einmal geht es noch ordentlich mit einigen Serpentinen aufwärts, nachdem die Straße das Flüsschen, in dessen Tal sie verläuft (Eau d’Olle), überquert und die Talseite gewechselt hat. Damit habe ich nicht gerechnet, ich beginne, mir Sorgen zu machen hinsichtlich meines Zeitplans und meines Zuges in Grenoble, da es schon gegen halb sechs ist.

Ich komme durch den ersten Ort seit der Passhöhe, Le Rivier d‘Allemond, es geht nun endgültig abwärts, an einem weiteren Stausee (Lac du Verney) entlang, und schließlich erreiche ich gegen 18.00 Uhr in Rochetaillée die Einmündung in die D 1091 Grenoble – Briançon, auf der ich vorgestern Richtung Col du Lautaret hier vorbeigekommen bin. Hier schließt sich also der Kreis. Ab hier fahre ich die Strecke hinunter nach Grenoble, die ich vorgestern heraufgefahren bin. Bis Grenoble sind es noch etwa 40 km.

Das Gefälle ist nun geringer als auf der Abfahrt vom Croix de Fer, es reicht nur teilweise, es einfach nur rollen zu lassen. Trotzdem komme ich dank engagierten Pedalierens überraschend zügig voran; als ich am südlichen Stadtrand von Grenoble, in Le Pont-de-Claix, erstmals wieder auf die Uhr schaue, ist es erst viertel nach sieben, so dass sich abzeichnet, dass ich nicht erst den letzten Zug um 21.22 Uhr, sondern bereits denjenigen eine Stunde vorher erreichen werde. Eine gute halbe Stunde später bin ich in Grenoble am Bahnhof und habe sogar noch Zeit, die halbe Stunde Wartezeit bis zur Abfahrt des TER nach Lyon um 20.23 Uhr zu nutzen, um in einem nahegelegenen Bistro die heutige wunderschöne Etappe (112 km und gut 2000 Höhenmeter) mit einem Bierchen ausklingen zu lassen.

Die Bahnfahrt im TER nach Grenoble dauert wieder, wie vorgestern auf der Hinfahrt, 1 Stunde 24 Minuten.



In Lyon habe ich wieder dasselbe Hotel (Hotel Helder) gebucht, in dem ich bereits vor-vorletzte Nacht übernachtet habe. Als ich mich einquartiert, geduscht und umgezogen habe, ist es schon recht spät, trotzdem sehe ich mich nochmal ein wenig in der spätabendlichen Stadt um.

Rückreisetag (19.09.2019), Bahnrückreise Lyon-Stuttgart

Mein TGV fährt um 10.00 Uhr; ich stehe zeitig auf, um vorher noch ein wenig Zeit für Sightseeing in Lyon zu haben, und fahre auf dem mir von früheren Reisen bereits bekannten Radweg entlang der Rhône bis zu deren Zusammenfluss mit der Saône und wieder zurück. So sehe ich viel von der Stadt, es ist aber auch ein wenig stressig, da ich (es ist Donnerstag Morgen) mitten in den Fahrrad-Berufsverkehr gerate und feststelle, dass die Strecke entlang des Flusses sich bei Berufspendlern mit dem Fahrrad einer großen Beliebtheit erfreut.

In Karlsruhe steige ich um in den Regionalexpress nach Stuttgart.

Trotz des erheblichen zeitlichen Aufwands hinsichtlich der An- und Rückreise für die lediglich drei Tage Radtour war es eine sehr gelungene Reise. Ich hatte vor allem großes Glück mit dem Wetter. Ich bin sehr zufrieden mit meinem ersten Rennrad-Einsatz in den Alpen; es wird sicher nicht die letzte alpine Rennrad-Kurzreise gewesen sein. Mit Rennrad und minimalem Gepäck ist es eben doch ein Unterschied zu meinen bisherigen Hochgebirgserfahrungen mit Tourenrad und Reisegepäck für mehrere Wochen.

Zum Abschluss noch ein wenig Statistik: Ausweislich der Messungen meines Radcomputers waren es in den drei Tagen 260 km und knapp 4700 Höhenmeter bei einer reinen Fahrzeit von 13 Std. 45 min.
Gruß
Tom
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#1402324 - 10.10.19 00:03 Re: Rennrad-Kurzreise franz. Alpen September 2019 [Re: Tom72]
iassu
Mitglied
anwesend und zufrieden anwesend
Beiträge: 20486
bravo
Gruß Andreas

Geändert von iassu (10.10.19 00:04)
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#1402346 - 10.10.19 09:51 Re: Rennrad-Kurzreise franz. Alpen September 2019 [Re: Tom72]
talybont
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 612
toll! Und wieder was für die todo-Liste (die ich wohl nie abarbeiten werde)!
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#1402357 - 10.10.19 12:26 Re: Rennrad-Kurzreise franz. Alpen September 2019 [Re: Tom72]
natash
Moderator Übernachtungsnetzwerk
abwesend abwesend
Beiträge: 6054
In der Ecke war ich im Sommer auch, bin allerdings beim Galibier andersherum gefahren, hatte Zeltgepäck dabei, habe noch einen Schlenker über das Piemont, die Lombardei, das Tessin und Graubünden eingelegt und bin daheim gestartet und bis ins Donautal retour. Das hat dann knappe 2 Wochen gebraucht.
Das ist das gute an der Ecke,sie ist nicht nur schön, sondern auch sehr entspannt erreichbar.
Ich bin erstaunt, wie trocken und warm es dort im September noch ausschaut. Das klappt nicht jedes Jahr.
Gruß
Nat
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#1402385 - 10.10.19 15:41 Re: Rennrad-Kurzreise franz. Alpen September 2019 [Re: natash]
sugu
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 690
In Antwort auf: natash

Ich bin erstaunt, wie trocken und warm es dort im September noch ausschaut. Das klappt nicht jedes Jahr.

Vor zwei Jahren war es Ende September auch so gut, wie jetzt (Sion-Aostatal-Bourg=St.Maurice-Lausanne). Dieses Jahr war ich in der ersten Septemberwoche unterwegs (Ventimiglia - Bonette - Izoard - Galibier - Iséran) und auf dem Iséran war nachts Wintersperre wegen Schneeefall. Selbstverständlich hat der Schnee nicht in der Luft angehalten. Allerdings war es nicht so schlimm, wie beim Abbruch der Tour de France, sonden nur leichter Nieselregen.

Beneidenswert, wenn man kurzfristig das gute Wetter nutzen kann.
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#1402430 - 10.10.19 21:51 Re: Rennrad-Kurzreise franz. Alpen September 2019 [Re: natash]
Tom72
Mitglied
Themenersteller
abwesend abwesend
Beiträge: 496
Ja, ich hatte mit dem Wetter großes Glück. Ich war im Vorfeld auch skeptisch, hatte den Wetterbericht aufmerksam beobachtet und erst wenige Tage vorher, als es sich auf den einschlägigen Wetter-Homepages abzeichnete, dass nicht mit Kälte und Niederschlag zu rechnen war, kurzfristig die Hotels gebucht. Meine ebenfalls relativ kurzfristig gebuchten nicht stornierbaren Super-Sparpreis-Fahrkarten für den TGV hätte ich bei ungünstigerer Wetterprognose schweren Herzens verfallen lassen. Was ja zum Glück nicht nötig war.
Gruß
Tom
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#1402432 - 10.10.19 22:14 Re: Rennrad-Kurzreise franz. Alpen September 2019 [Re: Tom72]
Biotom
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 77
Sehr schöne Eindrücke einer tollen Tour! Danke!
TGV Lyria (= TGVs in die Schweiz) nimmt Velos nur bei einem Packmass unter 90x120 cm mit. Ist das für die deutschen TGVs auch so? Dein Paket war grösser, oder? Ich finde die Zuganreise eine gute Sache, und in Frankreich wäre TGV-Kompatibilität ein Gewinn für mich.
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#1402450 - 11.10.19 00:05 Re: Rennrad-Kurzreise franz. Alpen September 2019 [Re: Biotom]
Tom72
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Die 120 cm überschreiten meine verpackten Räder deutlich, sowohl das Rennrad als auch mein für längere Reisen verwendetes Tourenrad. Allerdings habe ich in den vergangenen gut 10 Jahren und auf mittlerweile wohl fast zwei Dutzend TGV-Fahrten mit verpacktem Rad die Erfahrung gemacht, dass das Packmaß das Zugpersonal nie interessierte, mein verpacktes Rad nie beanstandet wurde und erst recht nie nachgemessen wurde. Im Gegenteil wurde ich vom Personal bisweilen unterstützt beim Verstauen meines Fahrradpakets, wenn der TGV besonders voll war und dementsprechend auch viel Gepäck an Bord war. Ich weiß nicht, ob ich bisher einfach nur Glück gehabt habe...
Gruß
Tom
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#1402653 - 12.10.19 23:38 Re: Rennrad-Kurzreise franz. Alpen September 2019 [Re: Tom72]
Cruising
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Hi Tom,

schöner Bericht und gute Bilder schmunzel Da kommen Erinnerungen auf - bin den Galibier auch zweimal gefahren, das letzte Mal allerdings 2012. Wir waren auf der Rückreise von Südfrankreich nach Hause; ich bin damals am Lautaret ausgestiegen, bis Ste. Maurienne geradelt und hatte also den Luxus eines Begleitfahrzeugs. Eigentlich wollte ich durch den Tunnel und habe da auch gemerkt, dass er für Radler gesperrt ist. Oben drüber war ich schon ein paar Jahre vorher gekommen zwinker

Zum Tunnel habe ich mich dann kundig gemacht, weil ich aus alten TdF-Berichten weiß, dass das Rennen da früher durch ging. Der Tunnel kam definitiv später als die Scheitelstrecke (1890) und sollte die Überfahrt vereinfachen, weil diese damals (quasi noch in der Postkutschenzeit), für die Querenden nur schwer machbar war. Mehr dazu hier. In der "Neuzeit" war er dann wegen Baufälligkeit einige Jahre geschlossen (bis 2002). Ich war damals traurig, dass dieses einstige TdF-Feature nicht mehr zugänglich ist - m.W. war es sogar für das Rennen mit einer Notbeleuchtung versehen...

Ein toller Pass auf jeden Fall. Viel Spaß bei weiteren solchen Touren dafür

Gruß Thomas
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