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#1479030 - 11.09.21 13:38 Österreichrundfahrt 2021 - längere Variante
oktopus
Mitglied
Themenersteller
abwesend abwesend
Beiträge: 257
Unterwegs in Österreich

Dauer:27 Tage
Zeitraum:14.8.2021 bis 9.9.2021
Entfernung:1772 Kilometer
Bereiste Länder:deDeutschland
atÖsterreich

Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt …

Die Geschichte wiederholt sich. 2020 hatte ich bereits vor, eine Tour WIEN - TRIEST - TURIN - MONACO - CÁDIZ zu fahren. Dann kam Corona und warf mir meine Pläne über den Haufen. Als Alternativprojekt machte ich eine Radrundreise durch Österreich. Aufgehoben ist nicht aufgeschoben. Ich werde die große Tour (vielleicht?) nächstes Jahr fahren. Schaumamal.

Mein Alternativprojekt für 2021 war noch einmal eine (diesmal erweiterte) Radrundreise durch Österreich.
Hier die Route: Österreichrundfahrt 2021 - die gefahrene Tour

Highlights waren die Pack, eine Woche Aufenthalt in Graz 🙂, die Kärntner Seen, der Drautalradweg, der Glockner, die Krimmler Wasserfälle, die Silvretta Hochalpenstraße (Bieler Höhe), der Bodensee, der Bregenzer Wald mit dem Hochtannbergpass und die Salzkammergutseen. Ein bissl Regen war auch dabei, aber dank meiner Überzeugungskraft haben sich die Regenwolken letztendlich doch wieder verzogen. :-)

Tag 1: Wien bis Mönichkirchen am Wechsel
Mein Rad ist schon seit ein paar Tagen fertig gepackt. 30 kg Gesamtgewicht. Doch mehr als ich gehofft hatte, aber immerhin um 22,5 kg leichter als bei meiner Tour an den Atlantik!
Die heutige Strecke bin ich schon mehrere Male gefahren. Ich kenn schon jede Ecke.
Um 7 Uhr 38 fuhr ich los. Sonnig, kaum Wolken am Himmel, KEIN Wind (sehr ungewöhnlich), vorerst angenehme Temperaturen. Ich suchte den kürzesten Weg zum Thermenradweg.

Der Thermenradweg ist Teil des EuroVelo 9 (auch Baltisch-Adriatische Route genannt, ehemals bekannt als Bernsteinroute). Der EuroVelo 9 ist ein europäischer Radfernweg, der über ca. 1900 Kilometer von Danzig an der Ostsee nach Pula an der Adria führt. Von Wien bis Bad Radkersburg folgt die Route dem niederösterreichischen Thermenradweg (bis Wiener Neustadt fährt man direkt den Wiener Neustädter Kanal entlang).

Ab Laxenburg fuhr ich den Wiener Neustädter Kanal entlang nach Wiener Neustadt.







Nach Wiener Neustadt führte mich der Radweg die Leitha entlang und ab Haderswörth folgte ich der Pitten bis Aspang Markt. In Aspang begann es leicht zu tröpfeln, hörte aber bald wieder auf. Ich beschloss, den Anstieg auf den Wechsel auf dem Thermenradweg über Langegg und Unterhöfen zu fahren und nicht auf die Wechselbundesstraße auszuweichen. Steil (bis 15 %), aber landschaftlich schön. Man fährt durch eine ländliche Gegend, durch Waldabschnitte, vorbei an Bauernhöfen und Weiden.



Mönichkirchen erreichte ich um 17 Uhr 30 und bezog mein vorgebuchtes Hotel. Natürlich erwischte mich auf dem Weg zum Hotel der angekündigte Wolkenbruch.

Gesamtstrecke 107,18 km
Temperatur in der Früh noch kühl bei um die 23 °C, im Laufe des Tages immer wärmer, mittags 32 °C, spätnachmittags immer noch 29 °C
bis auf einen kurzen Regenschauer in Mönichkirchen sonnig bis leicht bewölkt
Summe aller Steigungen: 967 m

Tag 2: Mönichkirchen am Wechsel bis Graz
Um 8 Uhr 03 fuhr ich los - gleich einmal bergab. Leicht bewölkt, 22 °C. Dabei blieb es heute aber nicht. Bald schon war es warm und richtig schwül, die Sonne kam heraus, und um 11 Uhr erreichte die Temperatur bereits 33 °C.

Wenn man glaubt, dass man den Wechsel nur bergab fährt, irrt man sich. Die steirische Seite des Wechselgebiets ist ziemlich hügelig. Kein Wunder. Hier ist man in der Buckligen Welt.

Die Bucklige Welt ist ein Hügelland am Alpenostrand. Die Höhe beträgt zwischen 375 und 900 m ü.A. Ihren Namen erhielt die Bucklige Welt von ebendiesen zahlreichen Hügeln, die von der einheimischen Bevölkerung "Buckln" genannt werden. Durch ihre Topografie ist diese Landschaft auch als "Land der 1000 Hügel" bekannt.

Im Südwesten wird die Bucklige Welt vom Wechselmassiv und im Westen vom Semmering-Gebiet begrenzt. Gegen Norden fällt sie zum Wiener Becken ab, wohin sie auch über die Pitten entwässert, die ich gestern entlang gefahren bin. Im Nordosten bildet das Rosaliengebirge die Grenze zum Wulkabecken als Teil des Neusiedler Seebeckens, östlich liegen die Ödenburger Berge als Ostspitze des Nordsporns der ostalpen, südlich davon läuft die Bucklige Welt gegen Oberpullendorf in die mittelburgenländische Bucht aus. Im Süden liegen das Günser Gebirge und das Südburgenländische Hügel-/Riedelland, im Südwesten das Joglland. Ein bissl lustig finde ich es immer, Hügel im Burgenland als Berge zu bezeichnen. Aber vielleicht werden damit die Hügel ein wenig interessanter oder imposanter :-)

Bis Hartberg war ich am Thermenradweg unterwegs, der teilweise die alte Wechselbundesstraße und teilweise Güterwege nutzte.





In Hartberg verließ ich den Thermenradweg und fuhr mehr oder weniger auf der B54 weiter. Ab und zu konnte ich auf verkehrsarmen Nebenstraßen fahren, aber das klappte nicht immer. Oft brettelten auf der B54 die LKWs und Autos dicht an mir vorbei. No jo ...
Abschnittweise entdeckte ich sogar ein Stück alte Wechselbundesstraße! Es gibt sie noch! Bei meiner nächsten Fahrt nach Graz such ich mir noch mehr von den alten Abschnitten.

Graz erreichte ich um 15 Uhr 11.

Gesamtstrecke 98,61 km
Temperatur in der Früh 22 °C, tagsüber bis zu 33 °C
anfangs bewölkt, im Laufe des Tages zunehmend sonnig
Summe aller Steigungen: 1.017 m

Tag 3-8: PAUSE in Graz (Family :-))

Tag 9: Graz bis Völkermarkt
Oder ab in den Süden.

Ich fuhr aus Graz raus und gleich auf die B70, die Packer Bundesstraße. Die Straße war anfangs noch stark von Autos und LKWs befahren. Ich kannte den Anstieg auf die Pack schon von der anderen Seite. Die steirische Seite ist ähnlich, zieht sich nur ein bissl länger. Bis Köflach ging es nur moderat bergauf. Der eigentliche Anstieg ab Köflach ist in zwei Teile unterteilt. Der erste Teil endet in Edelschrott. Die nächsten 3 km sind flach bis moderat. Danach geht es wieder bergauf bis zum Packsattel. 20 km ab Köflach für 700 Höhenmeter bei einem Steigungsgrad von bis zu 10 %. Insgesamt macht man ab Graz 852 Höhenmeter auf 63 km.



Die Pack oder der Packsattel verbindet das Lavanttal (Kärnten) mit der Weststeiermark. Die Pack ist ein alter Übergang einer Poststraße. Bereits 1594 ist eine ständige Postverbindung von Klagenfurt über Völkermarkt und die Pack nach Graz belegt. Auf alten Landkarten wird der Packsattel mit "Vier Thöre" bezeichnet. Das bezieht sich darauf, dass die am Sattel zusammenstoßenden vier Wege jeweils mit einem Tor verschlossen waren, um zu verhindern, dass sich Weidevieh auf andere Grundstücke verlief. Die Höhe ist auf Karten mit 1.169 m ü. A. angegeben. Auf der Tafel "Packsattel" steht 1.200 m.

Der Sattel selbst zog sich über 5 km. In der Nähe der Tafel ist auch die Landesgrenze zwischen Kärnten und der Steiermark.





Danach ging es bergab bis Twimberg. Die Pack ist richtig schön! Ich fuhr teilweise einen Bach entlang, meistens durch Wald oder eine Wiese, sah Kühe, ab und zu fuhr ich durch ein Dorf. Die Straße war kurvenreich mit ein paar Kehren. Alles schattig bei angenehmen Temperaturen.





Ab Wolfsberg war es dann wieder aus mit der Idylle und ich musste mir die Straße wieder mit LKWs und Autos teilen. Kurz nach Wolfsberg ging es über den Griffener Berg - kurz und knackig noch 230 Höhenmeter zum Drüberstreuen. Der Blick auf Griffen und die Burg hat den Anstieg aber lohnenswert gemacht. Danach fuhr ich endgültig nur noch bergab bis Völkermarkt. Mein Quartier (Privatzimmer mit Gemeinschafts-WC und Gemeinschaftsbadezimmer - no jo, ich hab schon spartanischer übernachtet :-) - erreichte ich um 18 Uhr 21. Das Wetter hat gehalten! BIS JETZT! Jetzt schüttet es nämlich. Wie ich heute noch zu einem Abendessen komme, steht noch in den Sternen.

Gesamtstrecke 127,43 km
Temperatur in der Früh 20 °C, tagsüber bis zu 29 °C
anfangs sonnig, am Nachmittag zogen Wolken auf (Regenschauer erst NACH der Ankunft!)
Summe aller Steigungen: 1.541 m

Tag 10: Völkermarkt bis Döbriach am Millstättersee
In der Nacht hat es geschüttet wie aus Schaffeln. In der Früh war noch alles nass. Mein Frühstück war ein bissl spartanisch, passend zum spartanischen Zimmer. Die Wirtsleute waren jedoch sehr nett und hilfsbereit, haben mir beim Gepäck geholfen, meine Wasserflaschen aufgefüllt. Und ich konnte pünktlich um 8 Uhr losfahren. OHNE Regen!

Ich fuhr ohne Umschweife auf die B70, die Packer Bundesstraße, auf der ich bis Klagenfurt blieb. Der Radweg hätte für mich zu viele Kilometer bedeutet. Lustig war es allerdings nicht, ständig zischten LKWs und Autos knapp an mir vorbei. Ich war froh, als ich Klagenfurt erreichte.

Durch Klagenfurt kam ich fast ausschließlich auf Radwegen gut durch, ohne mich zu verfahren.





Nachdem ich letztes Jahr von der Nordseite des Wörthersees so enttäuscht war, fuhr ich diesmal das Südufer entlang. Das war richtig schön! Ich bekam viel vom See zu sehen, war meistens auf einem Radweg unterwegs. Die Entscheidung war richtig!







Nachdem ich durch Velden durch war - ich kann noch immer nicht verstehen, warum Velden so ein Magnet ist? - peilte ich die Drau an und fuhr auf dem Drautalradweg. Ich kannte ihn schon vom Vorjahr. Richtig schön, teils Schotterradweg, teils asphaltiert. Man hat immer Blick auf die Drau. In Villach machte ich einen Mittagessen-Stopp direkt an der Drau.



Je näher ich dem Millstättersee kam, desto mehr zeigte sich die Sonne. Die Wetterprognosen konnte ich wieder einmal ignorieren. Ich fuhr sozusagen der Sonne entgegen.

In Feistritz an der Drau überquerte ich die Drau und fuhr den Döbriach-Berg rauf. Steil, ziemlich steil, immer steiler, bis 13 % Steigungsgrad für 325 Höhenmeter. Aber diesmal überraschte er mich nicht. Ich kannte ihn noch vom Vorjahr. Der Berg nennt sich "Glanzer Höhe", hab ich in der Zwischenzeit herausgefunden, und ist 837 m hoch. Aber mich erwarten in den nächsten Tagen mehr als dieser Anstieg. Somit war er ein gutes Training. Bei der Abfahrt nach Döbriach hatte ich immer wieder einen schönen Blick auf den Millstättersee. Mein Hotel in Döbriach erreichte ich um 17 Uhr. Diesmal bin ich zum Ausgleich für gestern feudal untergebracht.

Gesamtstrecke 102,50 km
Temperatur in der Früh 17 °C, tagsüber bis zu 27 °C
anfangs stark bewölkt, am Nachmittag zunehmend sonnig
Summe aller Steigungen: 1.100 m

Tag 11: Döbriach am Millstättersee bis Heiligenblut
Ein Spitzenfrühstück mit allem, was das Herz begehrt :-). Es hatte 12 °C, die Sonne schien, der Himmel war blau. Was will man mehr. Um 8:09 Uhr saß ich auf meinem Rad. Mein Hotel war nicht weit vom See entfernt, ich brauchte nur losfahren.



Den Millstättersee fuhr ich das Nordufer entlang auf dem Millstättersee Radweg bis Seeboden.





Richtig kitschig:-) Man fährt meistens sehr nahe den See entlang. Ich fand die Fahrt auf dem Millstättersee Radweg richtig schön.

Danach fuhr ich auf verschiedenen Landstraßen bis Altenmarkt. Hier beschloss ich spontan, nicht auf dem Drautalradweg bis Lienz weiterzufahren, sondern ins Mölltal abzubiegen. Durch das Mölltal kann man auf dem Radweg R8 fahren, dem Glockner Radweg, der von Heiligenblut bis Möllbrücke durch das gesamte Mölltal verläuft und dort nahtlos in den Drautalradweg übergeht. Die Strecke ist fast durchgehend asphaltiert. Die Möll entspringt am Großglockner und läuft durch das Mölltal bis in die Drau.



Allmählich gewann ich an Höhe und erreichte in Winklern die B107, die Großglockner-Bundesstraße, wie sie bis Heiligenblut heißt. Auch auf der B107 war ich weiterhin im Mölltal unterwegs.





Der Drautalradweg, auf dem ich letztes Jahr bis Lienz unterwegs war, ist landschaftlich etwas naturbelassener. Dafür ließ ich den Iselsbergpass aus und hatte somit ein bissl weniger Höhenmeter. Richtig knackig war der Anstieg nach Heiligenblut erst auf den letzten Kilometern bzw. den letzten 300 Höhenmetern. Ein Vorgeschmack auf die noch auf mich wartenden Anstiege.



Mein Quartier direkt an der Großglockner-Bundesstraße, erreichte ich um 16 Uhr 30. Mein Plan für morgen - ebenfalls eine spontane Idee - steht schon fest. Ich brauch nur noch ein gutes Wetter!

Gesamtstrecke 97,6 km
Temperatur in der Früh 12 °C, tagsüber bis zu 28 °C
anfangs stark bewölkt, am Nachmittag zeitweise sonnig
Summe aller Steigungen: 1.210 m

Tag 12: Heiligenblut bis Kaiser-Franz-Josefs-Höhe
COOOOOL! Einfach nur cool!

In der Früh zeigte mein Thermometer frostige 8 °C an, der Blick aus dem Fenster zeigte aufgelockerte Bewölkung, ich sah sogar blaue Flecken am Himmel. Sehr gut! Ich fuhr raus aus der Ausfahrt des Hotels und gleich steil bergauf. Nach der Kehre im Ort Heiligenblut, dem eigentlichen Beginn der Großglockner Hochalpenstraße, wurde es gleich noch steiler. 13 bis 15 % Steigung, die sich nach etwa einem halben Kilometer bei 11 bis 12 % einpendelte. Ich kannte den Anstieg schon vom Vorjahr, war daher nicht überrascht. Anfangs war ich fast alleine unterwegs.

Nach 620 Höhenmetern (8 km) erreichte ich das Guttal bzw. den Kreisverkehr Guttal. Hier treffen der Talabschnitt aus Heiligenblut mit der Scheitelstrecke der Großglockner Hochalpenstraße, die zum Hochtor führt, und die Gletscherstraße zusammen. Die Gletscherstraße ist eine Stichstraße zur Kaiser-Franz-Josefs-Höhe.



Ich machte eine kurze Pause, bevor es weiter bergauf ging. Es war noch immer recht frostig, daher fuhr ich nun doch mit Jacke weiter. Die Gletscherstraße beginnt zuerst moderat, wird aber bald genauso steil mit bis zu 13 % Steigungsgrad. Fein war ein kurzes Flachstück im Bereich des Karl-Volkert-Hauses und des Glocknerhauses. Eine sehr gute Möglichkeit, sich ein wenig zu erholen.



Oberhalb vom Glocknerhaus kann man schon erkennen, wie es weitergeht! Bald nach dem Glocknerhaus geht es nämlich richtig zur Sache. 2 km Steilanstieg mit bis zu 14 % Steigungsgrad. Um 11 Uhr 30 war ich oben. Zusammen mit 657420022478620 Autos, Motorrädern und Bussen ..... Seit dem Kreisverkehr Guttal war ich nicht mehr fast alleine unterwegs. Ich glaube, man muss das als Radfahrer einfach ausblenden und ignorieren, dass es hier zugeht wie auf der Südosttangente in Wien. Nervös darf man nicht werden.













Es war eine kurze, aber knackige Etappe mit Übernachtung im Panorama-Restaurant auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe! Ich hab hier ein Zimmer bezogen!

Der Aussichtspunkt Kaiser-Franz-Josefs-Höhe ist nach einem Besuch des Kaiserpaares Franz Joseph I. und Elisabeth (Sisi) am 7. September 1856 benannt. Der Kaiser wünschte die Pasterze zu sehen und wanderte von Heiligenblut mit Gefolge hinauf bis zu jenem Punkt, an dem dieses Ereignis bis heute in Stein gemeißelt zu sehen ist: der Kaiserstein auf der historischen Kaiser-Franz-Josefs-Höhe.

Beim Besuch des Kaisers Franz Joseph I. rastete der Kaiser oberhalb der Pasterze (die damals noch knapp bis auf die Höhe des heutigen Nationalparkplatzes am Ende der Gletscherstraße reichte). Mit Erlaubnis des Kaisers wurde von 1904 bis 1906 die Schutzhütte "Kaiser Franz Josef Haus" erbaut. Zuvor stand dort die Ochsnerhütte, in die seinerzeit der Kaiser eingekehrt war. Diese Stelle, von der aus der Kaiser den Großglockner bewunderte, wurde nach ihm benannt. Bald wurde die Gletscherstraße um einige hundert Meter verlängert. Heute wird der gesamte Bereich zwischen dem Kaiser Franz Josef Haus und dem Nationalparkplatz mit dem Besucherzentrum am Ende der Gletscherstraße als "Kaiser-Franz-Josefs-Höhe" bezeichnet.

Die Schutzhütte existiert in der ursprünglichen Form heute nicht mehr. Sie wurde 1935 in ein Alpenhotel umgebaut, das 1997 zur Gänze ausbrannte. In weiterer Folge wurde das alte "Kaiser Franz Josef Haus" in der historischen Form wiedererrichtet. Es liegt genau oberhalb des Panorama-Restaurants, in dem ich mein Zimmer habe.

Kaiserin Sisi begnügte sich mit einem Ritt von Heiligenblut hinauf bis zum Bretterboden, den man nach ihrem Besuch Elisabethruhe nannte. 1876 erbaute dann die Klagenfurter Alpenvereinssektion an dieser Stelle das Glocknerhaus mit Platz für 40 Personen.

Den Nachmittag verbrachte ich mit Spazierengehen und Landschaftgenießen. Ich hab sogar Murmeltiere beobachtet. Das Wetter hat gehalten, die Wolken haben sich im Laufe des Nachmittages größtenteils verzogen. Einfach schön :-)

Das Kaiser Franz Josef Haus oberhalb vom Panorama-Restaurant:



Blick auf die Gletscherstraße:



Auf dem Panoramarundweg Kaiserstein:









Abendessen hab ich im Haus bekommen, eh klar :-) In der Zwischenzeit haben sich die letzten Wolkenreste verzogen. Perfekt!

Gesamtstrecke 17,68 km
Temperatur in der Früh 8 °C, tagsüber bis zu 12 °C
anfangs aufgelockert bewölkt, am Nachmittag zunehmend sonnig
Summe aller Steigungen: 1.128 m

Tag 13: Kaiser-Franz-Josefs-Höhe bis Bruck an der Großglocknerstraße
Die (verkürzte) Königsetappe

Es geht noch kühler. Eh klar, ich hab in den Bergen übernachtet. Mein Thermometer zeigte in der Früh 4 Grad an! Aufgelockerte Bewölkung. Genau, was ich mir erhofft hatte. Mein Rad war über Nacht in meinem Zimmer (das übrigens richtig geräumig war). Da das Haus an den Hang gebaut ist, gelangte ich gleich direkt aus dem zweiten Stock, in dem die Zimmer waren, auf den Wanderweg und auf eine kleine Auffahrt von der Gletscherstraße. Einen letzten Blick auf den Glockner und das Panorama gönnte ich mir noch, bevor ich losfuhr. Danach ging es erst einmal bergab. Und wie! Dick eingemummt mit Softshelljacke, Jacke, geschlossenen Handschuhen, Schlauchschal (beim Bergabfahren wird es einem immer ganz besonders schnell kalt) rauschte ich die 8 km lange Gletscherstraße bis zum Kreisverkehr Guttal.



Eine Schicht verstaute ich wieder in meiner Packtasche, machte ein paar Minuten Pause, holte tief Luft. Und von nun an ging's bergauf auf der Scheitelstrecke der Großglockner Hochalpenstraße. Auch heute war ich nur anfangs fast alleine unterwegs. Das änderte sich sehr bald. Beim Wallackhaus machte ich einen Zwischenstopp. 30 kg Gesamtgewicht (Fahrrad plus Gepäck) hängen sich ordentlich an. Ich merke das Gewicht bei jedem Anstieg. Und der Anstieg vom Guttal zum Hochtor hat immer wieder Abschnitte mit um die 13 % Steigungsgrad! Nach einem kurzen Stopp fuhr ich die restlichen 200 Höhenmeter bis zum Hochtor durch, dem kärntnerischen Pass an der Großglockner Hochalpenstraße. Das Thermometer auf dem Tunnelportal zeigte 6,6 Grad an.





Weiter ging’s an der Fuscher Lacke und dem Mankeiwirt vorbei:







Die Fuscher Lacke ist ein kleiner Gebirgssee und eines der Naturjuwele an der Großglockner Hochalpenstraße.

Anschließend ging es noch einmal bergauf (166 Höhenmeter) zum Fuscher Törl, dem salzburgischen Pass an der Großglockner Hochalpenstraße.



5,2 Grad zeigte das Thermometer an. Die Berge waren ein wenig wolkenverhangen. Aber Hauptsache es regnete nicht, so wie die Wetterprognosen ursprünglich gelautet hatten!











Nun noch rauf auf die Edelweißspitze, dem höchsten Punkt der Großglockner Hochalpenstraße und gleichzeitig der höchsten befestigten Straße Österreichs.







Von nun an ging's auf der salzburgischen Seite bergab. Die Wolken wurden allmählich dunkler, die blauen Flecken am Himmel verschwanden. Trotzdem konnte ich die Abfahrt nach Ferleiten und weiter nach Bruck an der Großglocknerstraße genießen.













Die heutige Etappe war anspruchsvoll und anstrengend, aber die Krönung meiner Tour :-) Es ist ein Erlebnis, in den Bergen mit dem Rad zu fahren, das Gebirge zum Greifen nahe zu sehen. Die Straße selbst ist ein gigantisches und beeindruckendes Bauwerk. Nur die vielen Autos und Motorräder haben ein wenig gestört.

Bruck an der Großglocknerstraße erreichte ich um 15 Uhr und suchte gleich mein Hotel auf. Mein Hotel ist direkt an der Glocknerbrücke, dem Beginn der Großglockner Hochalpenstraße. Hier an der Brücke steht der Kilometerstein mit der Markierung "0". Kurz nach meiner Ankunft im Hotel begann es zu regnen. Timing ist alles :-)



Gesamtstrecke 51,53 km
Temperatur in der Früh 4 °C, am Berg um die 5-6 °C, in Bruck bei meiner Ankunft um die 17 °C
anfangs aufgelockert bewölkt, am Nachmittag zogen immer dichtere Wolken auf
Summe aller Steigungen: 979 m

Tag 14: Bruck an der Großglocknerstraße bis Krimml
In der Nacht hatte es stark geregnet, in der Früh war es bewölkt bei 8 Grad, die Wetterprognosen sagten Regen für den ganzen Tag und für die nächsten Tage voraus. Hmpf... Heimfahren? Nach dem Frühstück zeigten sich ein paar blaue Flecken am Himmel.

Heimfahren ist gestrichen. Ich fuhr los - gerüstet mir Regenschutz für die Packtasche, Regenschutz für meinen Helm und Gamaschen über meinen Schuhen. Ich fuhr auf direktem Weg zur Salzach, um auf dem Tauernradweg Richtung Westen zu fahren. Die Salzach entlang ging es anfangs noch eben dahin. Das Wetter hielt eine Zeitlang, auch wenn die Wolken sich wieder verdichteten.





Nach ca. 2 Stunden Fahrzeit begann es dann leider doch zu regnen, und ich hielt Ausschau nach einem Baum, der mir ein bissl Schutz vor dem Regen gab.





Den Baum konnte ich leider nicht mitnehmen, also fuhr ich im Regen weiter.
Singin' in the rain,
I'm singin' in the rain, just singin' in the rain.
What a glorious feeling, I'm happy again.
I'm laughing at clouds so dark above.
The sun's in my heart ....

Nach einer Stunde Regenfahrt hatte ich den Regen "weggeträllert" und fuhr wieder im Trockenen weiter. Die letzten 4 km bis Wald im Pinzgau fuhr ich die Bahnlinie entlang und musste feststellen, dass die Bahn aufgrund der Unwetter und Murenabgängen vor ein paar Wochen noch immer unterbrochen war. Spuren von Überschwemmungen an der Salzach waren mir schon die ganze Zeit aufgefallen, große Schlammfelder waren immer wieder an beiden Ufern der Salzach zu sehen, Bagger waren mit Aufräumarbeiten beschäftigt. Aber die Schienen waren abschnittweise richtig unterspült und weggerissen oder von Geröll und Schlamm bedeckt. Der Bahnhof in Krimml / Gemeinde Wald im Pinzgau war ebenfalls von zwei Murenabgängen überrollt worden. Auch da waren Bagger am Werk, um die Geröllmassen abzutragen.





In Wald entdeckte ich ein Sportgeschäft, das Fahrradreparaturen durchführte. Ich machte einen kurzen Einkehrschwung, um meine Bremsen nachstellen zu lassen. Meine Bremsen ließen sich bereits bis zum Anschlag durchdrücken. Ich hatte in den letzten Tagen wohl viel gebremst :-) In Wald machte ich auch eine kurze Zwangspause in einem Café. Es begann nämlich gerade wie aus Schaffeln zu schütten. Somit wartete ich den Wolkenbruch bei einem kleinen Imbiss ab.

Von hier hatte ich nicht mehr weit bis Krimml. Die alte Gerlospassstraße ließ ich wetterbedingt aus und fuhr auf direktem Weg nach Krimml.



Um 13 Uhr 45 erreichte ich mein Hotel mitten im Ort. Ich checkte ein, sprang unter die Dusche und spazierte zu den Krimmler Wasserfällen. Die Wasserfälle sind einfach wunderschön und einen Besuch wert! Leider begann es wieder zu regnen, so dass ich auf dem Weg zu den oberen Wasserfällen umkehrte. Trotzdem war der Besuch ein Highlight :-)





Krimmler Wasserfälle

Gesamtstrecke 61,79 km
Temperatur in der Früh 8 °C, am frühen Nachmittag bei meiner Ankunft in Krimml 12 °C
anfangs aufgelockert bewölkt, bald zogen aber immer dichtere Wolken auf, teilweise Regen
Summe aller Steigungen: 535 m

Tag 15: Krimml bis Innsbruck
Gerlos die neue steht auf dem Plan. Meine größte Befürchtung war der vorhergesagte Regen. Die Wetterprognosen hatten sich seit gestern nicht verändert: Regen für die nächsten Tage. Ich mag Pässe nicht bei Regen fahren. Draußen hing der Nebel, es hatte 8 Grad, aber KEIN Regen! Sehr gut! Ich fuhr nach dem Frühstück gleich los. Mein Hotel war in der Nähe der Krimmler Wasserfälle, somit hatte ich es nicht weit bis zur Gerlosstraße bzw. bis zum Beginn der Gerlos Alpenstraße.



Die Nebelschwaden hingen in der Landschaft, dafür fuhr ich so gut wie alleine den Pass rauf. Kurz bevor ich das Passschild "Filzsteinalpe" erreichte, begann es zu tröpfeln. Aus dem Tröpfeln wurde ein Graupelschauer. Immerhin hatte es nur 5 Grad am Pass. Bei der Talfahrt freute ich mich über jedes einzelne Grad, das es wärmer wurde. Regen UND kalt war schlimm!





Auch bei der Talfahrt waren kaum Autos unterwegs. Ein paar Kühe spazierten mitten auf der Gerlos Alpenstraße. :-)



Anfangs ging es nur moderat bergab, richtig zügig war die Talfahrt erst ab Hainzenberg. Eigentlich eine richtig tolle Abfahrt, wenn das Wetter besser gewesen wäre. Bis Zell am Ziller verlor ich mehr als 1000 Höhenmeter UND gleichzeitig stieg die Temperatur auf 12 °C! Immerhin!





Ab Zell am Ziller fuhr ich die Ziller bis zur Mündung in den Inn entlang, danach folgte ich dem Inntalradweg. Das Wetter besserte sich ab Zell am Ziller. Ab und zu tröpfelte es noch, meistens regnete es aber nicht mehr.









Der Inntalradweg ist genauso ein schöner und gepflegter Radweg wie der Zillertalradweg.



Um 16 Uhr 30 war ich bereits in Innsbruck, mein Hotel in der Innenstadt erreichte ich kurz vor 5 Uhr.



Hier war erst einmal PAUSE angesagt. Auf dem Programm stand Wäsche waschen, relaxen und Sightseeing. Für den nächsten Tag war nach wie vor Regen angesagt. Aber vielleicht ist die Altstadt auch bei Regen nett :-)

Gesamtstrecke 103,68 km
Temperatur in der Früh 5 °C, ansonsten um die 16 °C
anfangs bewölkt und nebelig, teilweise Regen
Summe aller Steigungen: 930 m

to be continued ...
Auch der längste Weg beginnt mit dem ersten Schritt (oder dem ersten Tritt in die Pedale)

Geändert von oktopus (11.09.21 13:46)
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#1479043 - 11.09.21 15:20 Re: Österreichrundfahrt 2021 - längere Variante [Re: oktopus]
oktopus
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Unterwegs in Österreich

TEIL 2:


Tag 16 und 17: PAUSE in Innsbruck
Kein einziger Regentropfen am Tag 16! Ganz Innsbruck hab ich mir trotzdem nicht angeschaut :-) Am Tag 17 holte mich doch der Regen ein, und ich verlängerte meine Pause um einen weiteren Tag.

























Störend fand ich an Innsbruck, dass die Flugzeuge so tief über die Stadt fliegen. Direkt über die Innenstadt. Aber vermutlich geht es gar nicht anders, weil rundherum Berge sind? Das war zeitweise ein wenig ungemütlich.

Tag 18: Innsbruck bis Ischgl
Der Regen verfolgte mich ....

Ich fuhr heute bei leichtem Regen los. Einmal um den Häuserblock, und ich war wieder am Inntalradweg. Im Laufe des Tages wurde es immer trockener, die Regentropfen machten sich rar, ich sah sogar blaue Flecken am Himmel. Aber dann holte mich der Regen doch noch einmal ein.

Trotzdem war es wieder ein Genuss, auf dem Inntalradweg zu fahren. Ich fuhr meistens nahe am Inn entlang, teilweise war ich auf Waldabschnitten unterwegs. Bis Landeck ging es fast flach dahin, ich gewann nur wenig an Höhe.

Nach etwa 50 gefahrenen km begann mein Rad auf einmal zu quietschen. Ich fuhr dahin wie die Feuerwehr. Wenn ich schneller fuhr, war das Quietschen lauter, wenn ich langsamer fuhr, war es leiser. Sehr seltsam! Ich blieb stehen und ging der Sache auf den Grund. Das Geräusch kam von meinem hinteren Reifen oder besser gesagt von unterhalb des Kotflügels. Ich suchte alles ab, fand allerdings nichts. Ein Radfahrer blieb stehen und fragte mich, ob ich Hilfe brauche. Ich erklärte ihm mein Problem Er suchte ebenfalls alles ab und wurde fündig. Der hintere Kotflügel hatte eine Kabelführung auf der Innenseite (für die Kabelverbindung, falls man Dynamo-Licht verwendet), die sich zu lösen begann. Und da es immer wieder regnete, hatten sich Gras, kleine Astln und ähnliches verheddert. Und das streifte an meinem Reifen. Er ließ die Luft aus meinem Reifen (HILFEEEEE! Das muss ich ja wieder aufpumpen!), um besser unter den Kotflügel greifen zu können. Er nahm eine kleine Zange aus seinem Werkzeug und begann, das Gewirr Stück für Stück herauszuziehen. Mit ERFOLG! Alles weg, alles sauber, und das Quietschen war ebenfalls weg. Er pumpte anschließend mein Rad wieder auf, und ich konnte weiterfahren.

Man trifft doch immer wieder hilfsbereite Radfahrer, wenn man auf Tour ist. So eine kleine Zange muss ich mir auch zulegen. Die kann man immer wieder brauchen.











Ja, diese 18 % hatte ich auch beim Bergauffahren! Allerdings war es nur ein kurzer Anstieg. In der Nähe von Imst beobachtete ich einen Paddel-Kurs.



Mittagspause machte ich bei einer Autobahnraststation, die man auch vom Radweg aus erreichen konnte. In Landeck verließ ich den Inn und somit auch den Radweg und fuhr die Sanna, einen Nebenfluss des Inns, auf der B171 entlang weiter. Die Sanna entsteht aus dem Zusammenfluss von Rosanna und Trisanna bei Schloss Wiesburg. Die Rosanna fließt durch das Stanzertal, die Trisanna entspringt in der Silvretta und durchfließt das Paznaun. Ich fuhr ab dem Zuasammenfluss die Trisanna entlang weiter oder in anderen Worten, ich bog ins Paznauntal ein und fuhr auf der B188, der Silvrettastraße, weiter.



Auf der Silvrettastraße musste ich gleich 3 mal durch einen Tunnel fahren, da es keine Umfahrung gibt! Gleich der erste war 460m lang geschlossen und danach noch weitere 550m halboffen. Einen ganzen km lang in einer Röhre zu fahren, die nach allen Seiten hin ohrenbetäubend hallt, wenn ein Auto in den Tunnel einfährt, und nur schwach beleuchtet ist, macht ein mulmiges Gefühl, obwohl mein Fahrrad gut beleuchtet ist.





Auf den letzten 25 km hörte der Regen gar nicht mehr auf. Ischgl erreichte ich um 17 Uhr 30 und suchte gleich mein Hotel auf.



Gesamtstrecke 107,98 km
Temperatur in der Früh 11 °C, ansonsten um die 20 °C
anfangs bewölkt, zeitweise aufgelockert, immer wieder Regen, vor allem am Nachmittag
Summe aller Steigungen: 1.104 m

Tag 19: Ischgl bis Lustenau
JA! Ich bin im Ländle. Und wie bin ich ins Ländle gelangt? Über eine Traumstraße. Die Silvretta Hochalpenstraße. Ein Wahnsinn von einer Straße!

Dazu ein bissl Hintergrundinformation:

Die Silvretta Hochalpenstraße ist ein wahres Meisterwerk im Gebirge. Für mich vergleichbar und genauso beeindruckend wie die Großglockner Hochalpenstraße, nur mit einem etwas anderen Hintergrund und einer etwas anderen Geschichte.

Die 22,3 km lange Mautstraße der Illwerke - Vorarlbergs dritte Verbindung zu Tirol - entstand im Zuge des Kraftwerkbaus. Sie wurde in Etappen realisiert. Erstmals zwischen 1925 und 1930 wurde b eim Bau des Vermuntwerks das Gebiet von Partenen zur Bielerhöhe mit Materialbahnen erschlossen.
Das erste Teilstück der Alpenverbindung entstand jedoch 1938 beim Bau von Obervermuntwerk und Silvrettaspeicher als Baustraße zwischen Vermuntsee und Bielerhöhe. Ab 1947 setzten die Illwerke den Ausbau an der Oberen Ill und mit Bachüberleitungen aus dem Paznaun fort. Für die massiven Baustellentransporte wurde der historische Viehtrieb von der Bielerhöhe durchs Kleinvermunt nach Galtür zu einer Werkstraße verbreitert. Nun war das Fundament der Ostrampe nach Tirol gelegt. Der schwierigste Teil der Strecke zwischen Partenen und Vermunt fehlte aber 1951 noch. Mit einem riesigen Bagger vom Staumauerbau wurde die spektakuläre Trasse - abwärts - durchs Steilgelände gebahnt.

Und damit war eine durchgehende Straße von Partenen nach Galtür geschaffen, die am 23. Juni 1954 für den öffentlichen Verkehr freigegeben wurde. Bis 1961 wurde sie zweispurig ausgebaut.

Heute ist die Straße natürlich asphaltiert, verbreitert und wird laufend gewartet.

So viel zur Geschichte. Ich bin heute ENDLICH bei besten Wetterbedingungen nach dem Frühstück losgefahren. Etwas frisch war es, 7 °C, anfangs noch ein wenig wolkenverhangen. Aber man konnte sehen, dass sich der blaue Himmel durchsetzen würde. Die Sonne schien. Perfekt!

Der Anstieg war anfangs die Fortsetzung von gestern. Es ging moderat bergauf. Ab und zu hatte ich ein kurzes steileres Stück. Aber meistens blieb es bei 3 bis 5 % Steigung, so dass ich nur allmählich an Höhe gewann.





Nach der Mautstelle ging es etwas zügiger bergauf. Die letzten Wolken verschwanden allmählich. Und ich konnte die Bergwelt und die Natur bewundern.





Richtig knackig wurden erst die letzten 200 Höhenmeter mit einem Steigungsgrad von bis zu 13 %. Trotzdem muss ich sagen, erst bei der Abfahrt auf der Vorarlberger Seite konnte ich einen Vergleich ziehen. Die drübere Seite ist die wesentlich schwierigere. Ich hatte die leichtere Variante.



Nach knapp 20 km seit Ischgl erreichte ich die Passhöhe - die Bielerhöhe. Keine Wolke mehr am Himmel. Richtig kitschig sah das Blau aus :-) Dazu das kitschig grüne Wasser des Stausees.



Die Abfahrt auf der Vorarlberger Seite war ein richtiges Erlebnis! 32 Kehren, alpine Kulisse, dazu ein Traumwetter. Gott sei Dank waren kaum Autos unterwegs. Ich konnte die Abfahrt richtig genießen und blieb auch ein paarmal stehen, um Fotos zu machen.







Nach der zweiten Mautstelle war es vorbei mit den Kehren. Aber bergab fuhr ich noch eine ganze Weile. Mein Navi zeigt mir einen negativen Höhenunterschied von insgesamt 1.785 m an!



In Bludenz verließ ich die B188, die Montafoner Straße, wie sie in Vorarlberg heißt, und fuhr auf dem Radweg an der Ill weiter.



Mein Hotel in Lustenau erreichte ich um 17 Uhr 40.

Gesamtstrecke 110,52 km
Temperatur in der Früh 7 °C, auf der Bielerhöhe 5 °C, ansonsten zunehmend wärmer mit bis zu 24 °C
nur anfangs etwas wolkenverhangen, ansonsten sonnig
Summe aller Steigungen: 920 m

Tag 20: Lustenau bis Steeg
Ist schon einmal jemand auf der Südosttangente in Wien (oder sonst einer Stadtautobahn) Rad gefahren? Schlimmer kann es auf der Tangente auch nicht sein als bei meiner heutigen Fahrt auf der B200.

Aber alles der Reihe nach :-) Der Sommer war zurück :-) Herrlich! In der Früh hatte es 8 Grad. Aber der Wetterbericht zeigte auch heute wieder Sonne, Sonne und nochmal Sonne. Ich suchte den kürzesten Weg zum Radweg und fuhr gleich Richtung Bregenz. Nach ca. 14 km war ich am Bodensee! Ich war schon viele Male am Bodensee, bin auch schon zweimal mit dem Rad rundherum gefahren. Aber mit dem Rad von Wien zum Bodensee ist Premiere!





Anschließend kehrte ich dem Bodensee und Bregenz den Rücken zu und fuhr in östlicher Richtung. Der Bregenzerwald war mein Ziel. Anfangs war ich noch auf Nebenstraßen unterwegs.



In Schwarzach bog ich in die B7 ein und musste feststellen, dass hier ganz schön viele Autos und LKWs fuhren. Ich mitten drin, Radwege gab es nicht immer. Dieses Bild blieb die Ausnahme:



Oft fuhr ich auf der Straße. Auch durch einen längeren Tunnel musste ich fahren, da es keine Umfahrung gab. Es sollte nicht der einzige bleiben.

Kurz nach Schwarzach bog ich in die B200 ein. Und ab da war ich in der Hölle. LKWs, Autos, Busse, Motorräder. Ganz Vorarlberg war auf der B200 unterwegs. Und das mit überhöhter Geschwindigkeit. Die LKWs fuhren meistens SEHR knapp an mir vorbei. Am rücksichtsvollsten waren immer die Motorradfahrer. In den Tunnels hallte es ohrenbetäubend, wenn ein Auto oder ein LKW hineinfuhr. Ich hörte das Getose immer schon lange vorher. Ich fuhr heute durch insgesamt 18 Tunnels oder Galerien (wenn ich mich nicht verzählt habe). Der längste Tunnel war fast 1 km lang. Einige Tunnels waren teils Galerien und teils geschlossene Röhren. Die Tunnels, die für Radfahrer gesperrt waren, hab ich dabei gar nicht mitgerechnet. Einige konnte bzw. musste ich umfahren. Einer der Tunnels hatte eine eigene Fahrradspur. Sehr nett, trotzdem hallte es, wenn Fahrzeuge hineinfuhren.





Die Umfahrung rechts erwies sich als Täuschung. Der Weg war verschüttet. Also Augen zu und durch - oder besser gesagt Augen WEIT AUF und durch.

Seitdem ich Bregenz verlassen hatte, ging es moderat bergauf. Meistens fuhr ich die Bregenzer Ach entlang. Ab und zu überquerte ich sie auch. Ein knackiger Anstieg war ebenfalls dabei, danach ging es allerdings wieder bergab. Und mein Strampeln war umsonst. Sogar in den Tunnels ging es meistens leicht bergauf. In Au ließ der LKW-Verkehr ein wenig nach. Autos, Motorräder und Busse waren jedoch weiterhin unterwegs. Ich machte in Au eine kleine Mittagspause.

Ab Bad Hopfreben wurde der Anstieg allmählich markanter, ich hatte zeitweise einen Steigungsgrad von bis zu 10 %.



Auf den letzten Kilometern bzw. auf den letzten 450 Höhenmetern wurde der Anstieg zäh, und der Steigungsgrad betrug bis zu 13 %. Den Hochtannbergpass erreichte ich um 17 Uhr.





Ganz unspektakulär und unscheinbar wirkte das Passtaferl. Da kenn ich ganz andere Taferln. Wenigstens hatte ich hier auf den letzten Metern gar keine LKWs mehr, und auch die Autos und Motorräder machten sich allmählich rar, so dass ich die Abfahrt genießen konnte. Ja! Von nun an ging's bergab :-))



Eigentlich war oder wäre diese Etappe ein absolutes Highlight. Die Landschaft war ein Traum, das Wetter passte. Wenn nur die vielen LKWs, Autos, Busse und Motorräder nicht gewesen wären. Der starke Verkehr fast bis zur Passhöhe machten die Etappe teilweise zu einer Horrorfahrt. Leider!

Gesamtstrecke 93,76 km
Temperatur in der Früh 8 °C, ansonsten um die 23 °C
Sonne pur
Summe aller Steigungen: 1.692 m

Tag 21: Steeg bis Telfs
Autobahn die zweite :-) ABER Gott sei Dank nicht alles.

In der Früh hatte es 6 Grad. Steeg liegt doch noch recht hoch, da sind die Frühtemperaturen niedrig. Ich fuhr erst einmal mehr oder weniger bergab und genoss die Fahrt. Auf der Straße war nicht viel los, ich war anfangs fast alleine unterwegs. Traumhaft blauer Himmel, fast schon kitschig. Sonne pur. Und neben mir der Lech. Ab und zu überquerte ich ihn.





Ab und zu versuchte ich, nach einem Radweg Ausschau zu halten. Immer gelang es mir nicht. Hier in Platten war ich kurzzeitig auf einem Radweg unterwegs:





Um die Mittagszeit war ich in Lermoos - das ich bisher nur vom Skifahren her gut kannte - und machte eine Essenspause. Vertraute Berge im Umkreis, Skilifte, Gondeln. Da fällt mir gleich das Lied "Skiiiifoaaaaaan ...." ein :-)





Auch heute stand mir wieder ein Pass bevor, allerdings ein harmloser mit nur 220 Höhenmetern bei moderatem Anstieg ab Biberwier: Der Fernpass.



Üblicherweise fährt man in Lermoos in den Lermooser Tunnel ein, um auf den Fernpass zu gelangen. Als Radfahrer musste bzw. durfte ich gar nicht in den Lermooser Tunnel, sondern hatte die Möglichkeit einer Umfahrung ab Biberwier über eine verkehrsarme Nebenstraße (sogar mit Radweg!). Super!





Leider konnte ich die Fernpass-Bundesstraße nur zu einem Teil umfahren. Bald war es aus mit der Idylle, und ich war doch wieder auf der Tangente namens Fernpass-Bundesstraße: B179. Ich hatte sogar Mühe, überhaupt in die Bundesstraße einzubiegen. Da fahren tausende Fahrzeuge von beiden Seiten, und ich an der Kreuzung. FURCHTBAR!

Die Passhöhe selbst ist ein bissl unscheinbar. Nach der Tafel gibt es links eine Tankstelle und rechts ein Gasthaus. Mich gelüstete es allerdings nicht, da reinzugehen.



Und jetzt? Ich will wieder weiter! Man glaubt es kaum, aber ich musste geschlagene 12 Minuten warten, bis ich eine Lücke fand, um weiterfahren zu können.





Geschafft! Ich fuhr weiter. Richtig schön fand ich dann den Blick auf den Fernsteinsee kurz nach der Passhöhe. Ein Taucherparadies zusammen mit dem Samarangersee. Die beiden Seen sind im Privatbesitz. Am westlichen Ufer des Fernsteinsees liegt die zum Hotel umgebaute Burg Fernstein. Wenn man tauchen gehen möchte, muss man mindestens zwei Nächte im Hotel buchen. Ich selbst war noch nie dort tauchen.





Die Idylle am Fernsteinsee war das Highlight des Tages! Danach fuhr ich wieder zusammen mit LKWs, Autos und Motorrädern die Fernpass-Bundesstraße runter bis kurz vor Nassereith. Da hatte ich wieder die Möglichkeit, auf Nebenstraßen weiterzufahren. Diese Variante brachte mir allerdings noch einen Anstieg von ca. 300 Höhenmetern ein, bevor ich endgültig bergab nach Telfs rollen konnte.

Telfs ist eine nette Stadt! Mein Hotel in Telfs erreichte ich um 17 Uhr. Ich bin mitten im Zentrum auf einer Quasi-Fußgängerzone. Ich glaub allerdings, dass die Fußgängerzone viele Ausnahmebestimmungen hat, da ich doch Autos fahren sah. Aber das Abendessen im Gastgarten war richtig nett.

Gesamtstrecke 108,83 km
Temperatur in der Früh 6 °C, ansonsten um die 23 °C
Sonne pur
Summe aller Steigungen: 1.003 m

Tag 22: Telfs bis Brixen im Thale
Gemütlich :-) Richtig gemütlich. Na ja fast. Aber auf jeden Fall der Großteil der Etappe.

In der Früh hatte es 10 Grad. Ich saß zum ersten Mal bei dieser Tour vor 8 Uhr auf dem Rad. Haarscharf - Abfahrt 7:59. Einmal nach links, einmal nach rechts. Und schon war ich auf dem Inntalradweg. Die Strecke von Telfs bis Wörgl war eine Wiederholung, nur in umgekehrter Richtung. Und diesmal hatte ich Kaiserwetter. Der Himmel war wieder kitschig blau, ein bissl Dunst lag über den Wiesen und Bäumen. Flach, fast durchgehend asphaltiert, keine LKWs, keine Autos, nur Radweg. Und entweder war der Inn links, oder er war rechts zu sehen. Richtig schön :-)







Der Inn-Radweg oder Inntal-Radweg ist ein internationaler Fernradweg. Er führt von Maloia in der Schweiz über Innsbruck bis Passau und ist ca. 520 km lang. Er folgt dem Lauf des Inn durch Hochgebirge, Hügelland und Flussaue. Die Abschnitte, die ich bisher gefahren bin, sind mehr oder weniger flach. Von Landeck bis Passau beträgt der Höhenunterschied nur 300 m auf 360 km. Die Beschilderung ist super. Abschnittweise kann man beide Seiten des Inn entlangfahren und hat die Wahl.

In Wörgl verließ ich den Inn und bog ein ins Brixental. Das Brixental ist ein ca. 30 km langes südöstliches Seitental des Tiroler Unterinntals, das bei Wörgl einmündet. Es wird von der Brixentaler Ache durchflossen. Bis auf eine kurze Umfahrung im Raum Wörgl war ich wieder auf einem Radweg unterwegs - dem Radweg Brixental Nr. 21, wobei der Radweg bzw. die Radroute ab und zu auch auf die Straße führte. In Hopfgarten sah ich ein Schild auf der rechten Seite: Steigung 15 %. Öhm? Meinen die bergauf oder bergab? Immerhin war ich doch im BrixenTAL und auf dem Weg nach Brixen im THALE und nicht am BrixenBERG. Aber vielleicht heißt THALE in Tirol Berg mit einer Steigung von 15 %? Es war tatsächlich ein Anstieg. Noch dazu einer, der sich gewaschen hat. 15 %! Nach etwa einem km ließ der Steigungsgrad etwas nach und betrug nur noch um die 11 %. Ich machte immerhin mehr als 200 Höhenmeter auf den letzten paar km bis Brixen im Thale. Von wegen Thale ...

Brixen erreichte ich um 17 Uhr. Mein Hotel lag direkt an der Brixentalstraße.



Vor dem Hoteleingang legte ich mein Fahrrad flach. In anderen Worten: das Fahrrad kippte samt Beladung um. Nun war die Bremse vorne schief. Sehr schlecht! ABER: ich bin ja hartnäckig. Mit viel Geduld fand ich doch die Ursache. Die eine Seite war nur ausgehängt. Nix weiter! Ich hab sie eingehängt, und sie war wieder wie neu. Die Bremsbeläge allerdings nicht. Die waren nach wie vor am Ende. Und das hatte mit dem Flachlegen nichts zu tun. Jetzt konnte ich nicht mehr viel bremsen. Zeit für einen Boxenstopp! Den nahm ich mir für Salzburg vor, meinem nächsten Etappenziel. Bis dahin wird's schon irgendwie klappen mit dem Bremsen.

Gesamtstrecke 115,29 km
Temperatur in der Früh 10 °C, ansonsten um die 23 °C
Sonne pur
Summe aller Steigungen: 423 m

Tag 23: Brixen im Thale bis Eugendorf
In der Früh hatte es 10 Grad, ähnlich wie gestern. Aber ich empfinde die Temperaturen als richtig angenehm. Kühl in der Früh, angenehm warm tagsüber. Und die Sonne scheint den ganzen Tag. Herrlich! Vor meiner Abfahrt machte ich noch schnell ein Foto vom Ausblick vom Hotel:



Nach dem richtig feudalen Frühstück fuhr ich los. Ich fand tatsächlich einen Radweg in Richtung Kirchberg in Tirol und weiter zum Schwarzsee. Danach musste ich improvisieren, um nicht auf der B161 fahren zu müssen. Meine Navigationsexperimente, um die B-Straßen zu vermeiden, gelangen mir nur bedingt.



Leider musste ich dann doch ein Stück auf der B161 fahren, bevor ich ab St. Johann in Tirol auf dem Tauernradweg weiterfahren konnte. Zuerst fuhr ich die Großache entlang, ab Waidring den Loferbach bzw. die Lofer und ab Lofer die Saalach. Ich fuhr nicht immer auf Asphalt, manchmal war der Radweg recht schottrig und holprig. Aber landschaftlich war die Strecke richtig schön.









Wie es aussieht, ist die Gegend ein Paddelparadies.



Bei Haidermühle wurde der Radweg dann richtig rustikal. Ein kleines Stück musste ich sogar schieben, da der Weg nur noch aus Geröll bestand.







Irgendwo in der Gegend sprang mein Handynetz um - aaaah ich war in Deutschland! Kurz nach Schneizlreuth war ich wieder auf einem schön gepflegten asphaltierten Radweg unterwegs. Zuerst fuhr ich wieder die Saalach entlang, dann den Saalachsee.



Und war bald nach dem See bereits in Bad Reichenhall.





Bad Reichenhall hat eine richtig schöne Uferpromenade. Man fährt durch ganz Bad Reichenhall an der Uferpromenade entlang.



Und kaum ist man aus der Stadt draußen, fährt man durch eine richtig schöne Auenlandschaft. Ich kannte sie schon vom Vorjahr. Ein bissl holprig ist sie zwar, aber ich bin heute viele Holperwege gefahren. Von der Landschaft her haben sich alle gelohnt.









Nach dieser Auenlandschaft fuhr ich wieder am Ufer der Saalach entlang. Die Saalach bildet hier teilweise die Grenze zwischen Österreich und Deutschland. Nach dem Überqueren der Saalach in Grünau war ich wieder in Österreich und kurz danach bereits in Salzburg.



Durch Salzburg lotsten mich Radwegschilder. Mein Hotel ist in Eugendorf, 11 km entfernt von Salzburg. Um 17 Uhr stand ich vor meinem Hotel.

Ich hab keine Bremsen mehr, ich hab keine Wäsche mehr. Mein Sattel sieht auch nicht mehr vertrauenswürdig aus. Die üblichen Verschleißerscheinungen während einer Radtour.



Somit machte ich hier noch einmal PAUSE! Auf dem Programm stand laaaaange schlafen, Wäsche waschen, relaxen und einkaufen. Eine Fahrradwerkstatt in der Nähe vom Hotel suchte ich mir ebenfalls.

Gesamtstrecke 105,98 km
Temperatur in der Früh 10 °C, ansonsten um die 24 °C
Sonne pur
Summe aller Steigungen: 587 m

to be continued ...
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#1479045 - 11.09.21 15:48 Re: Österreichrundfahrt 2021 - längere Variante [Re: oktopus]
oktopus
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TEIL 3:


Tag 24: PAUSE in Eugendorf
Zuerst einmal hab ich laaaaaaange geschlafen. Danach hab ich noch lääääääänger und gemütlich gefrühstückt. Die Wäsche hab ich gestern am Abend noch gewaschen. In der Zwischenzeit ist alles trocken. Somit konnte ich nach dem Frühstück gleich zur Radlwerkstatt fahren.

ICH HATTE NUN NEUE BREMSBELÄGE! Und das war ein gutes Gefühl!
Bremsbeläge tauschen wird mein nächstes Projekt. Die haben kein Gewicht, nehmen keinen Platz im Gepäck ein. Und die Bremsbeläge von Felgenbremsen halten (im Gegensatz zu Scheibenbremsen) keine ganze Radtour durch. Also muss ich bei diesem Rad in der Lage sein, die Bremsbeläge rechtzeitig selbst wechseln zu können. Kann doch nicht so schwer sein ???

Meine anderen 3 Räder haben Scheibenbremsen, die halten eh mehrere Touren durch. Da ist das Tauschen der Beläge nicht so ein dringendes Thema. Mein Carbonrad ist das einzige meiner Räder, das noch die Felgenbremsen hat. Und ich nutze das Rad und werde es noch weiterhin nutzen. Umbau auf Scheibenbremsen kommt nicht in Frage.

Außerdem hatte ich einen neuen Sattel. Da war ich mir weniger sicher, ob das so schlau war? Das Ding nennt sich SQ lab 610 ergolux 2.0. Erhöhtes Heck für einen perfekten Halt (Aaaaah, ich kann nicht hinten vom Sattel kippen!), Sitzknochenauflage, tieferliegende Sattelnase für optimale Druckentlastung. Ich war gespannt, wie mein Allerwertester morgen auf den neuen Sattel reagieren würde. Der Mechaniker meinte, bei den nächsten 5 Fahrten werden Sie die Sitzknochen spüren. Danach wird sich der Sattel an Sie angepasst haben, und Sie haben nie wieder Probleme. Die nächsten 5 Fahrten? Das heißt, morgen begann meine erste Test- und Gewöhnungsfahrt. Öhm ... Stehend bis Wien fahren, wenn mir alles weh tut?

Ansonsten war ich heute spazieren. Die Sonne schien, es war warm. Kaiserwetter.

Tag 25: Eugendorf bis Linz
Allmählich wurde es wirklich flach. Um 7 Uhr 45 saß ich bereits auf dem Rad. Auf dem neuen Sattel, wohl gemerkt! 9 Grad, (fast) blauer Himmel. Perfekt! Ich fuhr zuerst auf Nebenstraßen Richtung Thalgau und fand sehr bald den Salzkammergutradweg R2. Die Strecke kannte ich schon, nur in umgekehrter Richtung.



In Gries-Plomberg erreichte ich den Mondsee und fuhr das südliche Ufer entlang.





Die gesamte Wasserfläche des Mondsees liegt innerhalb der gleichnamigen Gemeinde, darunter auch der im See befindliche Kreuzstein. Der See selbst liegt auf einem einzigen Grundstück und befindet sich seit dem 18. Jahrhundert in Privateigentum.



In Oberburgau verließ ich den Mondsee und fuhr zum Attersee rüber. Für mich als Taucherin eine alt bekannte Gegend! Unterach, Wandl, Ferrarikapelle, Weißenbach, Steinbach - Föttinger, Dixi, Twin Towers, Weyregg, ... Hätte ich jetzt meine Tauchausrüstung dabei, könnte ich glatt ein paar Tauchgänge an meinen "alten" Tauchplätzen machen! Dann hätte ich aber kein leicht bepacktes Rad mehr :-)
Aber auch gewandert bin ich hier schon einige Male.







In Schörfling ließ ich den Attersee links liegen und fuhr in östlicher Richtung weiterhin auf dem R2, dem Salzkammergutradweg. Mein Mittagessen gönnte ich mir in Rüstorf in einer Pizzeria: Falaffel mit Salat, anschließend Baklava und Kaffee. Sehr originell für eine Pizzeria, hat aber sehr gut geschmeckt.

In Stadl-Paura erreichte ich die Traun und fuhr auf dem Traunradweg bis Linz. Richtig schön! Ein Traum von einer Landschaft!







Die Ortstafel von Linz erreichte ich um 17 Uhr 02. Mein Hotel war gleich ums Eck. Ein Designerhotel, was auch immer damit gemeint ist. Check-in war auf jeden Fall online, wobei an jedem Check-in-Automaten jemand vom Personal stand, da die Technik Probleme machte :-) Ah ja ...
Meine Bremsen haben gehalten! Mein neuer Sattel hat sich recht gut bewährt. Meine Sitzknochen spürte ich zwar wie erwartet. Aber halb so wild. Ich musste nicht stehend bis Linz fahren :-)

Gesamtstrecke 130,92 km
Temperatur in der Früh 9 °C, ansonsten um die 24 °C
in der Früh zeigten sich ein paar Wolken, ansonsten hatte ich wieder Sonne pur
Summe aller Steigungen: 477 m

Tag 26: Linz bis Willendorf in der Wachau
Mein Designerhotel letzte Nacht war etwas gewöhnungsbedürftig. Offene Dusche, gleich daneben der Bereich mit dem Waschbecken. Da ich zuerst geduscht hab, hab ich mit nassen Füßen meine Zähne geputzt. Der Boden im WC ist immerhin trocken geblieben. Platz hatte ich auch so gut wie keinen im Sanitärbereich. Keine Ablagen, keine Haken oder Stangen für die Handtücher. No jo ...

8 Uhr 08, 11 Grad, blauer Himmel. So lob ich mir den Start einer Etappe. Gleich um die Ecke war mein Radweg.







Ich fuhr die Traun entlang zur Mündung und danach das rechte Donauufer entlang bis Enghagen am Tabor (auf der gegenüberliegenden Seite von Mauthausen). Um die Ecke befindet sich die Mündung der Enns in die Donau und der Ennshafen. Aber ich bin nicht da hingefahren, um mir den Ennshafen anzuschauen, sondern um dort auf die Radfähre zu warten. Hier gibt es eine Radfähre über die Donau nach Mauthausen. Eine nette Alternative zum Kraftwerk Abwinden, um die Seite der Donau zu wechseln. Man braucht nur winken, und schon fährt die Fähre drüben los.







Danach war ich auf dem linken Donauufer unterwegs. Den Donauradweg kenne ich in diesem Bereich schon wie meine rechte Westentasche. Ich bin ihn hier schon in beide Richtungen gefahren. Es ist immer wieder ein Vergnügen, so nah an der Donau zu fahren. Die Landschaft ist einfach ein Traum. Im Umkreis von Linz hat man immer Gegenwind, egal in welche Richtung man fährt. Auch das kenne ich schon. Aber was soll's. Meine Muskeln waren gut trainiert. Denen konnte auch das bissl Wind nichts mehr anhaben.



In Grein wechselte ich die Seite der Donau, da man drüben teilweise nur auf der Straße fahren kann. Mittagspause machte ich in Hößgang in einem Imbiss direkt am Radweg. Melk ist wieder einmal eine Baustelle, so dass ich nicht direkt am Stift Melk vorbeifahren konnte. Schade!







Hier musste ich noch einmal die Seite der Donau wechseln. Ich finde diese Seite der Wachau einfach schöner. Abgesehen davon hatte ich ein Hotelzimmer in Willendorf reserviert.



Um 16 Uhr erreichte ich mein Hotel in Willendorf direkt auf der Radroute und mit Blick in die grüne Wachau.



Gesamtstrecke 117,01 km
Temperatur in der Früh 11 °C, ansonsten um die 24 °C
Sonne pur
Summe aller Steigungen: 188 m

Tag 27: Willendorf in der Wachau bis Wien
Heute war ich spät dran. Frühstück hätte es eigentlich erst um 8 Uhr geben sollen. Ich hatte die Wirtin bekniet, das Frühstück schon ein bissl früher herzurichten. Somit war ich erst um 8 Uhr 15 abfahrbereit. Auch OK. Mein heutiges Hotel musste ich ja nicht vorbuchen oder zu einem bestimmten Zeitpunkt einchecken :-) Heute war meine letzte Etappe!

Da mein Hotel direkt am Donauradweg lag, brauchte ich nur losfahren. Eine Etappe mitten in der Wachau zu beginnen, ist schon etwas feines.





Durch Dürnstein zu fahren, ist immer wieder ein Erlebnis.





Ich fuhr durch Krems, blieb bis Altenwörth am linken Donauufer und wechselte beim Wasserkraftwerk Altenwörth die Seite der Donau. Beim Radltreff neben dem ehemaligen AKW Zwentendorf, das zu einer Photovoltaikanlage umgebaut wurde, machte ich eine kurze Kaffeepause.











Ich bin zwischen der Wachau und Greifenstein schon auf beiden Seiten der Donau gefahren. Mir gefällt das rechte Donauufer hier besser. Der Donauradweg auf der linken Seite der Donau ist zwar genauso gut ausgebaut und gepflegt wie auf der rechten Seite, aber die rechte Seite der Donau ist ein wenig abwechslungsreicher. Unter anderem fährt man auf der Uferpromenade durch Tulln, einer der ältesten Städte Österreichs. Der Name Tulln soll aus dem Keltischen stammen, jedoch kann diese Theorie nicht bestätigt werden. Schon in vorrömischer Zeit besiedelt, wurde es in der ersten Hälfte des ersten Jahrhunderts nach Christus das römische Reiterkastell Comagena bzw. Comagenis. Bereits Ende des 8. Jahrhunderts wurde Tulln als Stadt (Comagenis civitas) genannt.

Zur Zeit liegt im Gästehafen das Schiff "Regentag" des österreichischen Künstlers Friedensreich Hundertwasser. 10 Jahre lang lebte und malte er auf der "Regentag". Sie war sein Zuhause, sein Land, sein Hauptquartier. Voraussichtlich bis Sommer 2022 finden Instandsetzungsarbeiten auf dem Schiff statt, daher ist der Zutritt derzeit verboten.







Hier bin ich schon viele Male vorbeigekommen - ein Altarm der Donau in der Nähe des WKW Greifenstein:





In Klosterneuburg kam mir für einen kurzen Moment der Gedanke, dass ich hier zuletzt auf den Kahlenberg gefahren bin. Heute nicht :-) Heute rollte ich schnurstracks vorbei.

Wien erreichte ich am frühen Nachmittag, meine Wohnung um ca. 15 Uhr 30.

Gesamtstrecke 113,62 km
Temperatur in der Früh 8 °C, ansonsten um die 27 °C
Sonne pur
Summe aller Steigungen: 335 m

Eine ganz tolle Tour! Nur zwei Etappen würde ich verändern: die Bregenzerwaldbundesstraße B200 auf dem Weg zum Hochtannbergpass und den Fernpass. Und natürlich kenn ich noch immer nicht alle Pässe in Österreich.

Gaby
Auch der längste Weg beginnt mit dem ersten Schritt (oder dem ersten Tritt in die Pedale)
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#1479059 - 11.09.21 19:17 Re: Österreichrundfahrt 2021 - längere Variante [Re: oktopus]
iassu
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Beiträge: 22980
Eine tolle Reise in der Tat! Danke fürs Teilhabenlassen! Kompliment für deine Leistungen! bravo
Gruß Andreas
Onkel Ju 2
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#1479076 - 11.09.21 22:02 Re: Österreichrundfahrt 2021 - längere Variante [Re: oktopus]
Hansflo
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Beiträge: 3374
Kann ich nur bestätigen: eine tolle und beeindruckende Tour!
Vielen Dank für den sehr interessanten Bericht mit den vielen feinsinnig geschliffenen Formulierungen und den schönen Bildern. "Alle Achtung" für die beachtlichen Tagesleistungen und das Durchdrücken der nasskalten Etappen.

Hans

Geändert von Hansflo (11.09.21 22:03)
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#1479126 - 12.09.21 18:46 Re: Österreichrundfahrt 2021 - längere Variante [Re: oktopus]
martinbp
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Beiträge: 2537
Danke für diesen Tourenbericht, vor allem auch für die Hintergrundinformationen. Auch die Möglichkeit die Reise parallel auf der Landkarte zu verfolgen, hat mit gut gefallen.

Manche Streckenabschnitte bin ich auch schon gefahren, andere habe ich mir schon auf der Landkarte angeschaut, um sie in eine Planung einzubauen.
Deine detaillierte Beschreibung hilft mir bei der Überlegung, was ich mir noch zutrauen kann, und was ich lieber weglassen werde.

Österreich ist zum Radfahren immer wieder schön.
Respekt auch vor der sportlichen Leistung.

VG aus Budapest
Martin
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#1479163 - 13.09.21 18:09 Re: Österreichrundfahrt 2021 - längere Variante [Re: oktopus]
irg
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Beiträge: 5319
Hallo Gaby!

Auch mein Respekt von mir über deine Leistung! Ich bin da inzwischen deutlich gemütlicher unterwegs, auch wenn ich einige Abschnitte deiner Tour befahren habe. Du hast eine schöne, lebendige Beschreibung geschafft!

In ein paar Ecken hätte ich die Route anders gelegt, aber das ist immer so. Als Durchreisende findest du nicht leicht die Spezialrouten der Einheimischen, und ich sitze auch nicht gerne nächtelang grübelnd vorm Computer, um die beste aller Routen zu finden.

Du schreibst, deine Felgenbremsen waren deutlich schneller als die Scheibenbremsen herunter gebremst. Ohne die gefühlt 101. Bremsengrundsatzdiskussion starten zu wollen, sehe ich da einige Möglichkeiten für dich zu optimieren. Ich habe auch bei langen Touren und vielen Höhenmetern zu bremsen noch nie auf Tour Klötzchen wechseln müssen und bin mir daher sicher, dass du das auch hin kriegst. Zur Sicherheit tust du dir aber ohnehin etwas Gutes, wenn du das Tauschen lernst, das ist keine große Sache. Mir wechselbaren Bremsschuhen brauchst dabei nicht einmal die Einstellung angehen, wenn sie noch passt. Das nur nebenbei, offtopic.

Lg noch auf Tour
georg
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#1479166 - 13.09.21 20:25 Re: Österreichrundfahrt 2021 - längere Variante [Re: irg]
oktopus
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Danke allen für die Kommentare!

@ Georg:
In welchen Ecken hättest du die Route denn anders gelegt? Ich bin zwar aus Österreich, aber aus Wien und in den anderen Bundesländern nur Durchreisende und nicht Einheimische. WÜrde mich daher sehr interessieren, was man anders machen könnte bzw. wie man anders fahren könnte.

Wie kann man die Felgenbremsen optimieren? Andere Beläge, die länger halten?

Wo bist du gerade auf Tour?

LG Gaby
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Geändert von oktopus (13.09.21 20:27)
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#1479181 - 14.09.21 05:34 Re: Österreichrundfahrt 2021 - längere Variante [Re: oktopus]
Sharima003
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Beiträge: 228
Hallo,
ich bin Teile deiner Tour auch im Juli abgeradelt. Durch 20kg extra Lebendgewicht (Hund) habe ich den Großglockner dann aber lieber mit Shuttle gemacht :-).
Den Fernpass bin ich auch gefahren, aber ich bin der Original Route der Via Claudia gefolgt und bin durch den Wald über den Fernpass und nicht über die Straße.
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#1479185 - 14.09.21 07:42 Re: Österreichrundfahrt 2021 - längere Variante [Re: Sharima003]
oktopus
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Unterwegs in Österreich

In Antwort auf: Sharima003
Hallo,
ich bin Teile deiner Tour auch im Juli abgeradelt. Durch 20kg extra Lebendgewicht (Hund) habe ich den Großglockner dann aber lieber mit Shuttle gemacht :-).
Den Fernpass bin ich auch gefahren, aber ich bin der Original Route der Via Claudia gefolgt und bin durch den Wald über den Fernpass und nicht über die Straße.


Das kann ich gut verstehen, dass du mit einem 20 kg schweren Hund nicht auf den Glockner raufgeradelt bist :-)

Wie fährt man durch den Wald über den Fernpass? Da hab ich gar nichts entdeckt? Hast du einen Track dazu?

LG Gaby
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#1479208 - 14.09.21 12:39 Re: Österreichrundfahrt 2021 - längere Variante [Re: oktopus]
Sharima003
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 228
https://www.komoot.de/tour/414837011

Das war meine Strecke von Reutte nach Imst über den Fernpass.
Im Internet gibt es aber auch mehrere Tracks von der Via Claudia Augusta. Da ist die Strecke auch drauf.
Ich hoffe, du kannst den Track oben öffnen schmunzel
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#1479209 - 14.09.21 12:43 Re: Österreichrundfahrt 2021 - längere Variante [Re: Sharima003]
oktopus
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Leider kann ich den Track nicht öffnen. Dazu muss man bei komoot registriert sein.
Auch der längste Weg beginnt mit dem ersten Schritt (oder dem ersten Tritt in die Pedale)
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#1479210 - 14.09.21 13:02 Re: Österreichrundfahrt 2021 - längere Variante [Re: oktopus]
oktopus
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Alles zurück. Mit dem Handy geht's! Nur mit dem Büro-Compi nicht.
Danke für den Track!
Auch der längste Weg beginnt mit dem ersten Schritt (oder dem ersten Tritt in die Pedale)
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#1479252 - 15.09.21 08:21 Re: Österreichrundfahrt 2021 - längere Variante [Re: oktopus]
irg
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Hallo!!

Jetzt bin ich wieder von meiner (Mini-)Österreichtour wieder zurück.

In Antwort auf: oktopus
Danke allen für die Kommentare!

@ Georg:
In welchen Ecken hättest du die Route denn anders gelegt? Ich bin zwar aus Österreich, aber aus Wien und in den anderen Bundesländern nur Durchreisende und nicht Einheimische. Würde mich daher sehr interessieren, was man anders machen könnte bzw. wie man anders fahren könnte.

Wie kann man die Felgenbremsen optimieren? Andere Beläge, die länger halten?

Wo bist du gerade auf Tour?

LG Gaby


Zu den Bremsen: Dafür würde ich einen eigenen Thread auf machen, das ist wahrscheinlich nicht ganz einfach. Ich denke, es werden v.a. die Bremsbeläge etwas ausmachen, daneben vielleicht auch die Art, wie du bremst. Welche Felgen du hast, wird wahrscheinlich ziemlich egal sein, da dreht es sich eher darum, welche Felgen länger und welche kürzer halten. Und natürlich geht es auch darum, welche Bremsen du hast: V-Brakes oder Maguras? Aber das gehört in einen eigenen Thread, und dieser ist dann hoffentlich frei von Glaubensfragen!

Zur Routenwahl: Ich würde z.B. die B54 in der Oststeiermark meiden, sie ist abschreckend und gefährlich wie nur. Gleichzeitig sind die Alternativen dort nicht naheliegend: Entweder führen sie eher weiter außen herum, oder du radelst über hunderttausend Bergerln und kommst nicht weiter. Aber es gibt sie, wenn sie auch nicht leicht zu finden sind.
Dann habe ich einmal eine schöne, gut zu radelnde Route, auf der man von Osten zur Pack hinauf kommt, gefunden, die Köflach und Voitsberg, die beide keine Highlights sind, auslässt. Höhenmeter (für dich kein Thema) spart diese auch. Es ist nur keine offizielle Radroute, und am Schluss schiebt man das Radl durch einen Hof, wobei es der Karte nach eine andere Variante auch geben sollte.
Auch die B70 würde ich, wenn es irgend geht, meiden. Was natürlich ein Dilemma aufwirft: Wenn ich alles, was an Radweg & Nettem möglich ist, ein baue, komme ich deutlich langsamer weiter, wenn ich die Route nur auf Weiterkommen optimiere, radle zu oft ich auf Straßen, die zum Abgewöhnen sind. Da einen Mittelweg zu finden ist nicht einfach.

So gibt es immer ein paar Optimierungsmöglichkeiten. Bei meiner diesjährigen Tour habe ich versucht, eine halbwegs ökonomische wie auch landschaftlich nette bis schöne Route zu finden -und bin, wie du, selbstverständlich immer wieder auf Straßen geraten, die mich nicht ganz begeistert haben. Das gehört dazu, finde ich, außer, man legt Nachtschichten vorm Computer ein.

Was mich bei Radrouten manchmal wirklich ärgert ist, dass sie, je nach Planer, nehme ich an, in manchen Bereichen sehr geschickt durch die Landschaft führen, und dann wieder über irrwitzige Berge und Umwege mit Suchbedarf für den unkundigen Radler oder die unkundige Radlerin, die ganz einfach zu vermeiden wären. Nicht, dass ich etwas gegen Berge habe, aber ich denke, eine Radroute sollte schon ein bisserl in sich konsistent sein: Eine Durchzugsroute ist etwas anderes wie eine Spazierrunde für Mountainbiker oder E-Biker mit vielen Watten im Akku.

lg!
georg
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#1479293 - 15.09.21 21:17 Re: Österreichrundfahrt 2021 - längere Variante [Re: irg]
oktopus
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Hallo Georg,

zum Thema Bremsen muss ich mich schlau machen. Wobei ich sicher nicht von Felgenbremsen auf Scheibenbremsen umbauen werde oder umbauen kann. Aber Bremsbeläge kann ich natürlich verbessern. V-Brakes oder Maguras? Keine Ahnung! Und schwieriges Thema. Mit der Frage "wie bremst du" kann ich jetzt nicht viel anfangen? Vorne und hinten gleichzeitig. Nicht abrupt oder ruckartig. Da ich einen Glockner oder einen Gerlos nicht mit 100 km/h runterfahre, bremse ich vielleicht mehr als so manche andere Radler?

Routenwahl:
Du sprichst die B54 und die B70 an. Die B70 fand ich nicht unangenehm, die B54 aber sehr wohl. Danke für die Ausweichtipps!
Schlimm fand ich aber auch die L200 - Bregenzerwald. Da weiß ich für's nächste Mal noch keine brauchbare Lösung.
Zum Fernpass hab ich weiter oben von Sharima003 schon einen alternativen Track bekommen.

Du hast Recht. Ab und zu Straße gehört dazu und ist nicht immer vermeidbar. Man muss einen akzeptablen Mittelweg finden.

LG
Gaby
Auch der längste Weg beginnt mit dem ersten Schritt (oder dem ersten Tritt in die Pedale)
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