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#695273 - 20.02.11 19:30 Alpenüberquerung von West nach Ost
José María
Mitglied
Themenersteller
abwesend abwesend
Beiträge: 5433
Dauer:1 Monat, 8 Tage
Zeitraum:22.7.2010 bis 28.8.2010
Entfernung:2814 Kilometer
Bereiste Länder:deDeutschland
frFrankreich
itItalien
atÖsterreich
chSchweiz
siSlowenien

Tourverlauf: Klick!!

Donnerstag 22.07.2010

Streckenverlauf: (F)
Nizza-Flughafen => Nizza => Trinité => Cantaron => La Pointe de Blausasc=> L'Escarène => Sospel

Tages-km: 51
Tages-Höhenmeter: 1135

Es war eine kurze Nacht. Gestern Abend habe ich ein Abschiedsessen ausgegeben, bei dem es spät wurde. Dazu kommt, dass ich die wenigen Stunden mit offenen Augen im Bett lag. Ich bin immer sehr aufgedreht, wenn ich am anderen Tag auf Reise gehe. Werde es wohl nie ablegen können. Um 6:30 Uhr kam Wolfgang mit dem Auto, um mich zum Flughafen Köln/Bonn zu fahren. Das Einchecken funktionierte reibungslos.
Ich sitze im Wartesaal 20 B und freue mich wie ein kleines Kind auf die Reise. Bei meiner Anfrage im Radreise-Forum hatte ich von einigen Bergziegen Tipps und Anregungen zu der Reise bekommen.
Um 11:50 Uhr landen wir planmäßig in Nizza. Der Karton mit dem Fahrrad und die Ortlieb-Taschen, die in einer Laubtasche eingepackt sind, kommen am selben Gepäckband an, am dem auch die Koffer ankommen. Das ist am Flughafen Nizza nicht an jedem Gepäckband üblich.

Gegen 13:15 Uhr stehe ich draußen vor dem Flughafengebäude. Es ist sehr warm. Der Wind macht die Temperatur einigermaßen erträglich.



Der Teer der Straße weicht bei den Temperaturen auf. Der Geruch vom Teer ist penetrant. Und die Steine, die sich vom Teer lösen, sind so spitz, dass sie in den Reifen, bis zur blauen Schutzschicht des Marathon Plus, eindringen.



Der erste Pass, Col de Nice (421 m), ist mit 3 bis 6 % optimal zum Einfahren mit Gepäck. Zum Col de Braus (1002 m) ist es nicht nur höher, sondern auch steiler. Bei der Abfahrt komme ich am Col St. Jean (642 m) vorbei.



Ich fahre bei einer traumhaften Landschaft in Richtung Cold de Braus.



In Sospel auf dem CP „Le mas Fleuri“ warten die Mücken auf mich. Ich werde mehrmals attackiert. So ein R(J)osé ist ja was Feines, haben die sich gedacht. Ein guter Jahrgang!



Freitag 23.07.2010

Streckenverlauf: (F)
CP „ Le mas Fleuri“ => Moulinet => La Bollène – Vésuble => St. Martin- Vésuble => St. Sauveur-sur-Tinée => CP „ Municipal “

Tages-km: 83
Tages-Höhenmeter: 2015

Ich habe wie ein Stein geschlafen. Normalerweise brauche ein bis zwei Tage, um mich ans Zelten zu gewöhnen. Um 7:45 Uhr bei ca. 20°C und Sonne fahre ich los. In Moulinet kaufe ich für das zweite Frühstück ein. Mein erstes Frühstück besteht immer aus zwei Tassen Kaffee mit etwas Gebäck oder Müsliriegel. Am Dorfplatz fülle ich beide Trinkflaschen auf. Bei meinem zweiten Frühstück bemerke ich, dass der rechte Knöchel durch die Blutsauger von gestern angeschwollen ist. Da hat tatsächlich eine blöde Mücke auf einem Quadratzentimeter mehrmals versucht, ihren R(J)osé zu bekommen. Insgesamt zähle ich an beiden Beinen über 30 Stiche. Hoffentlich haben die Mücken sich mit dem R(J)osé übernommen und denen geht es heute sau-schlecht. Heute stehen 2 Pässe an. Der Col de Turini (1607 m) und der Col Saint Martin (1500 m).



Beim Anstieg zum Col de Turini (1607 m) werde ich auch noch von Bremsen angegriffen. Natur, wieso musst du so gemeine Tiere erfinden?



Die Landschaft auf dem Weg zum Pass ist grandios. Oben am Col de Turini (1607 m) angekommen, versucht ein älterer Franzose mein Fahrrad hoch zu heben. Er scheitert am Gewicht von > 46 kg.



Ich bin auf der richtigen Route



In St. Sauveur-sur-Tinée komme ich um 16:30 Uhr an. Im Ort kaufe ich in der Boulangerie-Pâtisserie mehr ein als ich wollte. Kann ich nichts dafür, es riecht im Geschäft so gut. Der CP liegt ca. 500 m vom Ort entfernt. Die Rezeption am CP „Municipal“ macht um 18:00 Uhr wieder auf. Ich lerne eine nette Radreise-Familie aus der Schweiz kennen. Sie machen ihre erste Radreise. Ich merke es sofort an den schweren Klamotten, am Hänger, am Zelt usw. was sie mit sich führen.

Samstag 24.07.2010

Streckenverlauf: (F)
St. Sauveur-sur-Tinée => CP „ Municipal “ => Isola => St. Étienne-de-Tinée => Col de Restefond (2670 m) => Col de La Bonette (2715 m) => Cime de La Bonette (2802 m) => Jausiers

Tages-km: 78
Tages-Höhenmeter: 2335

Um 7:15 Uhr fahre ich bei sonnigen 19°C los. Kaum Auto- und Motorradverkehr. Es geht recht moderat in Richtung Isola. Meine Muskulatur kann sich langsam aufwärmen.



In Isola ist parallel zur Straße ein Radweg. Er wird sogar von einigen Rennradfahrern benutzt, obwohl er nicht durchgehend ist.



Kurz vor St. Étinne de Tinée macht das Tretlager bei jeder Kurbelumdrehung Geräusche und die Kurbeln haben Spiel.



Im wahrsten Sinne des Wortes, habe ich den höchsten Punkt (Cime de La Bonette 2802 m) meiner Reise „geknackt“.



In Jausiers auf dem CP angekommen, gehe ich Duschen um anschließend meinen angeschwollenen Knöchel zu behandeln. Ich stelle beim Duschen fest, dass ich mir noch einen Sonnenbrand geholt habe. In der Stadt schaue ich mich nach einem Fahrradgeschäft um. Um diese Zeit ist leider zu. Ich kaufe für heute und morgen ein. Heute gibt es Pasta mit Gemüse und Obst (Trauben) als Nachtisch.
Trotz des Knackens und der Schwellung habe ich den Tag genießen können. Auf den Straßen war heute viel mehr motorisierter Verkehr unterwegs als gestern. Für morgen werde ich die Tour ändern. Anstatt zum Col du Parpaillon (2650 m) werde ich nach Barcelonette fahren. Ich werde mir die Stadt ansehen und ein Fahrradgeschäft ausfindig machen, wo am Montag das Problem Tretlager beseitigt kann.

Sonntag 25.07.2010

Streckenverlauf: (F)
CP-Jausiers => Barcelonnette => Méolans => Savines-le-Lac => CP „Les Chappas“

Tages-km: 56
Tages-Höhenmeter: 598

Um 6:00 Uhr stehe ich auf. Mit 5°C ist es sehr kalt. Bekomme den Spiritus-Kocher nicht an. Ich habe gestern vergessen, den Kocher mit ins Zelt zu nehmen.
In Barcelonnette steht plötzlich Bernard vor mir. Bernard habe ich auf dem Jakobsweg in Spanien kennengelernt. Dort haben wir uns leider nach ein paar Tagen verloren. Was für eine schöne Überraschung hier.
Habe Glück, sogar am Sonntag ist ein Fahrradgeschäft auf. Leider haben sie dort das passende Lager nicht vorrätig. Aber der Austausch der Lagerschale aus Kunststoff gegen eine aus Aluminium hat eine große Auswirkung. Das Lager hat kein Spiel mehr und die Geräusche sind weg.



Auf der National Straße D 900 in Richtung Lac de Serre Poncon ist recht viel sonntäglicher Ausflugsverkehr. Vor allem sind viele Motorradfahrer unterwegs.



Lac de Serre Poncon



Steinformation "Les Demoiselles Coifféss"



Um 14:30 Uhr komme ich zum CP „Les Chappas“. Hier muss ich nur 0,5 Std. warten. Die Rezeption macht um 15:00 Uhr wieder auf. Der CP liegt am See und man hat eine sehr schöne Aussicht auf die Berge.
Die Begegnung mit Bernard in Barcelonnett war einfach klasse. Ich bin sehr glücklich, ihn wiedergesehen zu haben. Das Problem Tretlager ist vorerst behoben. Ein schöner Tag heute.

Montag 26.07.2010

Streckenverlauf: (F)
CP „Les Chappas“ => Embrun => Argentière-l-Bessée => Briançon => La Vachette => CP „Caravaneige“

Tages-km: 66
Tages-Höhenmeter: 1062

In der Morgenfrische starte ich in Richtung Embrun. Der Sonnenbrand macht sich beim Eincremen heute Morgen wieder bemerkbar. Hinzu kommt, dass ich Herpes an der Unterlippe bekommen habe. Na ja, dafür haben die Mücken mich in Ruhe gelassen und die Schwellung an meinem Knöchel geht zurück.



In Embrun kaufe ich für den Tag ein. Kaum Wolken, die Temperatur ist auf 35°C gestiegen. Der Wind kommt wie immer von vorne. Die Nationalstraße N94 ist für Fahrradfahrer zum Teil gesperrt. Man wird zwischendurch immer wieder auf die alte Nationalstraße umgeleitet. In St. Clément-Sur-Durance geht es weiter auf der N94. Auch dieses Teilstück lässt sich mit dem Fahrrad nicht gut fahren. Man hat auf der Straße kaum Platz wenn LKWs und Autos einen überholen. Dazu kommen die Anstiege, die zwischen 500 m und 2,5 km lang sind und eine Steigung von bis zu 10 % haben. Bernard meinte, dass Briançon die höchst gelegene Stadt Europas wäre (ist aber nur die zweithöchste). Das GPS zeigt 1300 m an.



Eine gute Art Projektile einzusetzen



In Vachette auf dem CP „Caravaneige“ bin ich schon um 13:30 Uhr. Dort bekomme ich einen schönen, schattigen Platz für mein Zelt. Nach dem Duschen mache ich eine Siesta. Eine blöde Mücke muss sich ins Zelt geschlichen haben. Meine linke Hand ist zerstochen.



Dienstag 27.07.2010

Streckenverlauf: (F)-(I)-(F)
CP „Caravaneige“ in La Vachette => Montgenèvre =>Col de Montgenèvre (1854 m) => Cesana Torinese => Oulx => Susa => Col du Mont Cénis (2085 m) => Lanslevillard => CP „Caravaneige“

Tages-km: 93
Tages-Höhenmeter: 2173

Mein erster Blick um 6:00 Uhr aus dem Zelt: stark bewölkt bei 9°C. Hmm, hoffentlich ändert sich das Wetter in Richtung Pass. Bin gespannt auf Norditalien. Auch wenn es heute nur zu einem kleinen Gastspiel sein wird: Anstieg zum Col de Montgenèvre (1854 m)



Bei der Abfahrt auf italienischem Boden in Richtung Susa mit 72,7 km/h ins Tal



In Susa zeigt das Thermometer 40°C an. Der Wind kühlt etwas. Mit 10 % fängt in Susa der Anstieg zum Col du Mont Cénis (2085 m) an. Die Wasserflaschen kann ich beim Anstieg immer wieder mit frischem Wasser auffüllen. Eine Kopfwäsche bei den Temperaturen ist eine Wohltat. Einige km vor dem Pass verlasse ich Italien und ich habe wieder La France unter den Rädern. An einem kleinen Stausee kann man den Verlauf der Straße genau sehen. Och, dachte ich mir, da oben ist der Col du Mont Cénis.



Von wegen, oben angekommen werde ich überrascht. Es geht mal 80 Meter runter, dann mal 100 Meter wieder hoch. Und das wiederholt sich. Ne, so was mag ich überhaupt nicht.



Mittwoch 28.07.2010

Streckenverlauf: (F)
CP „Caravaneige“ => Lanslevillard => Col de la Madeleine (1746 m) => Bonneval sur Arc => Col de I'Iseran (2770 m) => Tignes => CP „De Tignes“

Tages-km: 61
Tages-Höhenmeter: 1535

Morgens brauche ich einige Zeit um meinen Sonnenbrand und Herpes zu behandeln. Die Mücken und Bremsen haben mich die letzten Tagen in Ruhe gelassen. Der angeschwollene Knöchel ist zurückgegangen.
Kaum bin ich aus dem Ort rausgefahren, fängt der Anstieg zum Col de la Madeleine (1746 m) mit z. Teil 14 % an. Meine Muskulatur möchte streiken weil sie keine Zeit zum langsamen Aufwärmen hat. Ich ignoriere es und komme ohne Probleme zum Pass. Ich muss aber zugeben, es tat verdammt weh.



Ich halte an einer kleinen Steinbrücke an. Da stehen 2 Rennradfahrer, die ich frage, ob sie von mir ein Foto machen können. Es stellt sich heraus, dass es zwei Spanier sind, die mit dem Rennrad einige Pässe in den Alpen fahren.



In Bonneval sur Arc geht es links hoch zum Col de I'Iseran. Wahnsinn, was für eine schöne Landschaft.



Ich komme vor lauter Fotografieren nicht in die Pötte.



In Tignes angekommen, fahre zum CP „Tignes“. Der Ort, wie auch der CP liegen hinter der Staumauer. Ein preisgünstiger CP. Eine Person + Zelt für nur 6,20 €. Der CP hat einen kleinen Laden um das Nötigste einzukaufen. Die Sanitäranlagen sind sauber. Rechts und links vom CP steigen die Berge auf über 2000 m.
Was für ein schöner Tag. Landschaftlich ist der Anstieg (vom Süden her) zum Col de I'Iseran das Schönste was ich bisher in den Alpen gesehen habe.



Donnerstag 29.07.2010

In der Nacht regnet es durchgehend. Kurz vor 6:00 Uhr hört es auf. Ich habe da noch die Hoffnung, dass das Wetter im Laufe des Tages besser wird. Ich fange ich an, das Zelt abzubauen und einzupacken. Kaum habe ich das Zelt eingepackt, fängt es wieder kräftig an zu regnen.



Gegen 10:00 Uhr entscheide ich einen Ruhetag einzulegen. Bei dem Wetter auf den nächsten Pass, der > 2000 m liegt, muss nicht sein. Gegen Mittag kommt zwischendurch mal die Sonne raus. Das Zelt kann ich trocknen und einige Sachen am Fahrrad nachsehen. Beim Bäcker in Tignes habe ich kein Glück. Er hat heute Ruhetag.



Elen und Monika sind zwei Schwestern, die den CP in Tignes leiten. Beide sprechen auch Spanisch. Was für ein Glück. Denn mit der französischen Sprache habe ich es nicht gerade. Von Elen bekomme ich ein Baguette. Monika bringt mir löslichen Kaffee mit Zucker.



Ich darf in dieser Nacht in der Blockhüte, die als Aufenthaltsraum dient, auf dem Boden schlafen. Die kleine Küche kann ich auch nutzten. Kocher brauche ich nicht auszupacken.



Freitag 30.07.2010

Streckenverlauf: (F)-(I)
CP „De Tignes“ => Tignes => Sainte-Foy-Tarentaise => La Rosière =>Col du Pt. St. Bernard (2188 m) => Prè-Saint-Didier => Aosta => Gignod => CP „Europa“

Tages-km: 96
Tages-Höhenmeter: 1586

Der Regen hat in der Nacht aufgehört. Draußen ist alles nass und es ist mit 8°C sehr kalt. Heute werde ich Frankreich verlassen. Ich fahre um 7:15 Uhr in Richtung Sainte-Foy-Tarentaise. Die ersten 5 km geht es bergrunter. Trotz warmer Kleidung friere ich sehr. In Sainte-Foy-Tarentaise biege ich rechts auf eine kaum befahrbare Straße. Es geht direkt mit 12 % Anstieg zur Sache. Nach etlichen Kehren merke ich, dass mit meiner Sattelhöhe etwas nicht stimmen kann. Bei der Überprüfung stelle ich fest, dass die Sattelstütze runter gerutscht ist. Ich tausche die Schraube an der Schelle aus und kann ohne Probleme weiter fahren.



In La Rosière kaufe ich das letzte mal in Frankreich ein. Moderat geht es mit 3 bis 6 % zum Pass weiter. Das Wetter wird immer besser.



In Richtung Pass



Am Col du Petit St. Bernard (2188 m)



Das Mont Blanc Massiv.



Das Thermometer zeigt in Aosta 36°C an. Ich nehme heute schon mal dem Anstieg zum Col du Grande St. Bernard einige Hm ab. Gignod liegt auf ca. 1000 m. Auf dem CP „Europa“ schlage ich mein Zelt auf.

Samstag 31.07.2010

Streckenverlauf: (I)-(CH)
Gignod CP „Europa“ => Etroubles => Saint-Rhémy-en-Bosses
=> Col Du Grand Saint-Bernard (2469 m) => Orsieres => Martigny => Vetroz => CP „Du Botza“

Tages-km: 94
Tages-Höhenmeter: 1570

Auch heute Morgen ist es kalt. Das Thermometer zeigt 9°C an. Die Sonne ist in diesem Teil des Tals nicht angekommen, denn am Himmel ist keine Wolke zu sehen. Die ersten km sind mit Steigungen zwischen 3 und 6 %. Wunderbar, so wie ich es mag. Der Motor kann sich langsam warmfahren.



Nach Saint-Rhémy-en-Bosses, wo ich das zweite Frühstück einnehme, liegt der Anstieg zum Pass bei 10 %. Was für eine schöne Landschaft. Zum Teil stehen Leute am Straßenrand und feuern mich an. Was ist denn hier los, frage ich mich.



Kurz vor dem Pass, auf italienischer Seite, stehen Personen und applaudieren. Ich suche irgendwo die versteckte Kamera. Da kommen Italiener auf mich zu und halten mich an. Man gibt mir Coca Cola zu trinken. Ein anderer meint auf italienisch, ich solle warten, er käme sofort zurück. Er ist der Organisator des Ganzen. Einige machen Fotos von mir und meinem vollgepackten Fahrrad. Dann kommt der Organisator und schenkt mir ein Fahrradtrikot. Jetzt verstehe ich, was hier los ist. Es ist die jährliche Aosta - Col Du Grand Saint-Bernard-Jedermann-Tour. Suche trotzdem weiter die versteckte Kamera. grins



Auf 2469 Metern ist es mit 22°C sehr mild. Traumhaftes Wetter heute.



Auf dem CP „Vetroz“ bekomme ich einen Platz. Der Besitzer bekommt bei der Anmeldung mit, dass ich Spanier bin. Er selbst spricht sehr gut Spanisch. Wir unterhalten uns eine längere Zeit auf Spanisch. Ich bekomme einen guten Preis. Na, hat doch seine Vorteile Español zu sein.
Auf dem CP fängt gegen 21:00 Uhr eine Feier mit Karaoke an. Der Bass ist so heftig, dass meine Thermarest-Matte unter mir vibriert. Irgendwann geht es los mit dem Feuerwerk. So gegen 1:30 Uhr wirken die Oropax.

Sonntag 01.08.2010

Streckenverlauf: (CH)
CP Botza=> Sion => Sierre => Brig => Ritzingen => CP Сitzingen“

Tages km: 99
Tages-Höhenmeter: 1258

Um 7:20 Uhr bin ich wieder unterwegs. Um diese Zeit ist hier am Sonntag kaum etwas los.



Bei 20°C ohne Wind fahre ich in Richtung Sion. Ich sehe den blauen Himmel, die Berge rechts und links und an ihren Flanken die Weinberge. Burgen und Schlösser krönen das Ganze. Ein sehr schönes Tal.



Die Nationalstraße 9 ist zum Teil für Fahrradfahrer gesperrt. Es geht in den Weinbergen, von denen aus man eine schöne Aussicht hat, knackig hoch. Auf dieser Seite der Schweiz spricht man Deutsch.



In Ritzingen sehe ich zum ersten Mal außerhalb von Spanien, alte Getreidespeicher, die in Galicien Horreos genannt werden. Die Getreidespeicher stehen zum Schutz vor Feuchtigkeit und Mäusen und Ratten auf Stelzen.



Die Bergdörfer entlang der Strecke sind sehr schön. Viele alte Häuser sind mit viel Liebe und Sorgfalt tipptopp restauriert worden. Heute erfahre ich auch warum gestern um 24:00 Uhr in Vetroz das Feuerwerk losging. Am 1 August ist der Schweizer Nationalfeiertag. Glückwunsch Schweiz.

Bericht aufgeteilt, Fortsetzung siehe Beiträge unten, da die Forensoftware nicht mehr als 50 Bilder in einem Beitrag als Bilder auch anzeigt. Gruß Andi

Geändert von 2blattfahrer (21.02.11 20:44)
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#695355 - 20.02.11 23:34 Re: Alpenüberquerung von West nach Ost [Re: José María]
veloträumer
Mitglied Übernachtungsnetzwerk
abwesend abwesend
Beiträge: 14930
bravo Grandiose Bilder, José! Tolle Schnapschüsse und ein sehr gutes Händchen für Panoramafotos! Kampf, Gefühle und Niederlagen bis zum Brummschädel - nachfühlbares Reisefieber!

Das ist wunderbar, soviel Bekanntes wieder in einem anderen Licht zu sehen. Die wechselnden Wetterlagen kenne ich ja selbst zu gut. Etwas viel Pech mit dem Rad hattest du - vorher ausreichend kontrolliert? Auch mit Mücken hatte ich selbst in den südlichen Westalpen eigentlich nie Probleme - mögen wohl spanisches Blut. grins

Eines hatte mich letztes Jahr auch sehr bewegt: Diese Mahnmal der sinnlosen Verbrechen am Loiblpass. Ich habe da auch ein Tränchen im Auge gehabt. Schade, dass so viele Leute achtlos vorbeirasen (habe auch Reiseradler gesehen). Es gibt diese Erinnerung an die Greuel ja allzu oft. Auch diese sinnlosen Soldatengräber in den Vogesen oder das NS-Massaker in Marzabotto oder oder... - Es darf sich nicht wiederholen!
Liebe Grüße! Ciao! Salut! Saludos! Greetings!
Matthias
Pedalgeist - Panorama für Radreisen, Landeskunde, Wegepoesie, offene Ohren & Begegnungen
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#695384 - 21.02.11 07:55 Re: Alpenüberquerung von West nach Ost [Re: veloträumer]
José María
Mitglied
Themenersteller
abwesend abwesend
Beiträge: 5433
Hallo Matthias,
es freut mich sehr dass dir der Reisebericht gefallen hat. Ich hätte nicht gedacht das so viel Arbeit es macht.

Zitat:
Etwas viel Pech mit dem Rad hattest du - vorher ausreichend kontrolliert?

Egentlich schon. Trettlager funktionierte bevor ich die reise angetretten bin einbahnfrei.
Das Hinterrad war noch gut. Ich Denke durch die Kälte bei der Abfahrt am Albula Pass habe ich mir dass Hinterrad kaputt gebremst.

Zitat:
Eines hatte mich letztes Jahr auch sehr bewegt: Diese Mahnmal der sinnlosen Verbrechen am Loiblpass.

Ja, es hat mich sehr bewegt das Mahnmal wie auch die Soldatengräber in Slowenien. Auch Heute wenn ich die Fotos mir ansehe Reflektiert es. Ich wünsche mir auch "Es darf sich nicht wiederholen!".

Hasta la vista
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#695405 - 21.02.11 09:16 Re: Alpenüberquerung von West nach Ost [Re: José María]
rayno
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 3521
Respekt, Jose Maria! Toller Bericht und tolle Fotos.
Vieles kommt mir bekannt vor; einen Großteil der Strecken bin ich auch schon gefahren, aber mit dem Auto. Einzelne Teilstrecken allerdings auch mit dem Rad. Zum Beispiel bin ich 1990 während eines Wohnmobilurlaubes in den französichen Alpen, zu dem ich mein Rennrad mitgenommen hatte, von Bonneville sur Arc den Iseran raufgefahren, und zwar am Vortag der TDF-Durchfahrt. Wir haben dann kurz unterhalb der Passhöhe an der Nordseite uns niedergelassen und die Auffahrt der Rennfahrer und zuvor der vielen, vielen Begleit- und Reklamefahrzeuge geschaut.

Meine erste Alpenüberquerung habe ich vor über 50 Jahren gemacht; noch zur Schülerzeit. Ich bin da vom meinem damaligen Heimatort in Norddeutschland (Oldenburg) mit meinem Rabeneick nach Süddeutschland, durch Tirol, über den Brenner, durch Südtirol, am Gardasee entlang, über Brescia und Bergamo, am Comerseee entlang , in die Schweiz(Malojapass), durch Engadin, wieder nach Österreich, am Bodensee entlang, durch den Schwarzwald, am Rhein entlang wieder nach Hause geradelt.

In den letzten Jahren hat es mich allerdings immer in den Norden gezogen. Diesen Sommer allerdings geht es nach Westen. A, 22. Juni, also direkt nach der für mich obligatorischen Vättern-Runde in Schweden - übrigens mit von Jahr zu Jahr zahlreicher werdenden Mitfahrern aus dem Forum - geht nach Vancouver, wo ich meine geplante Nordamerikadurchquerung beginnen will. Für den 12. September habe ich den Rückflug von der Ostküsten (Halifax) gebucht.

Was hast Du im kommenden Sommer vor?


Geändert von rayno (21.02.11 09:18)
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#695408 - 21.02.11 09:31 Re: Alpenüberquerung von West nach Ost [Re: rayno]
José María
Mitglied
Themenersteller
abwesend abwesend
Beiträge: 5433
Hallo Lothar

Zitat:
Meine erste Alpenüberquerung habe ich vor über 50 Jahren gemacht;

Oh Klasse. Wie hat sich die Landschaft verändert in den letzten 50 Jahren?

Zitat:
In den letzten Jahren hat es mich allerdings immer in den Norden gezogen.

So geht es mir seit letzten Jahr. Werde in den kommende Jahren Nord Europa unter den Rädern nehmen. Da wäre ich froh wenn du mir ein paar Tipps geben würdest. Ich melde mich bei dir wenn ich mit der Planung anfange.

Zitat:
Was hast Du im kommenden Sommer vor?

Der Aktuelle Stand für dies Jahr ist, dass ich die Tour nach Dänemark auf einem anderen Jahr verschieben muss.

Viele Grüße aus dem Kalten (- 3°C) Bergischen Land
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#695430 - 21.02.11 11:39 Re: Alpenüberquerung von West nach Ost [Re: José María]
Jim Knopf
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 2196
Hallo José,

klasse Bilder und toller Bericht. habe den jetzt allerdings nur überflogen. Werde heute Abend noch ausführlich lesen. Was war denn das für ein Tretlager? HT2 mit diesen außenliegenden Lagerschalen? Mit dieser Lagerkonstuktion hatte ich bei meiner Tour im vergangenen Sommer ebenfalls Probleme.
Edit: Schade, dass eine erheblicher Teil der Bilder am Ende nur als Link dargestellt wird. Das liegt ganz offensichtlich an der Forumssoftware.
Gruß,

Jürgen

Geändert von Jim Knopf (21.02.11 11:41)
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#695491 - 21.02.11 14:21 Re: Alpenüberquerung von West nach Ost [Re: Jim Knopf]
Velotroll
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 93
Lieber lieber Admin! Lieber lieber Admin!Lieber lieber Admin!Lieber lieber Admin!

In Antwort auf: Jim Knopf
Hallo José,

klasse Bilder und toller Bericht. ...........Schade, dass eine erheblicher Teil der Bilder am Ende nur als Link dargestellt wird. Das liegt ganz offensichtlich an der Forumssoftware.



Mach, dass die Bilder sichtbar sind. Sabber , Lechs.

der Velotroll
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#695493 - 21.02.11 14:29 Re: Alpenüberquerung von West nach Ost [Re: José María]
Rupert
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 168
Hallo Jose,
Danke für die Einladung. Tolle Reise und schöner Bericht.
Bin die Strecke zwische Bormio und Kössen schon selbst in verschiedenen Radreisen gefahren, die Alpen in ihrer Vielfalt sind immer wieder ein lohnendes Reiseziel. lach
lg
Rupert
Gruß aus Salzburg
Rupert
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Off-topic #695495 - 21.02.11 14:41 Re: Alpenüberquerung von West nach Ost [Re: Jim Knopf]
2blattfahrer
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 3035
Hallo Jürgen, ich hab Jose schon angeschrieben, pro Beitrag gehen anscheinend in der Forensoftware nicht mehr als 50 Bilder, ich hab damals zum Beispiel meinen Reisebericht Französische Alpen - Route des Grandes Alpes (Reiseberichte) auch auf 3 Beiträge aufgeteilt, den "Quellcode" seines Berichtes hab ich Jose schon zugeschickt, jetzt ist es ein "copy&paste" für ihn und ich lösche dann im ersten Bericht ab "2.8.2010" die nur als links dargestellten Bilder...

Gruß Andi
Reisen, Räder, Bilder // radlfahrer.de - Neu: 2019 Annapurna Circuit 2018 Tadschikistan, 2017 Iran, 2016 Aotearoa
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#695509 - 21.02.11 15:19 Re: Alpenüberquerung von West nach Ost (Teil II) [Re: José María]
José María
Mitglied
Themenersteller
abwesend abwesend
Beiträge: 5433
Montag 02.08.2011

Streckenverlauf: (CH)
CP Citzingen => Oberwald => Gletsch => Rohnegletscher => Furkapass (2436 m) => Andermatt

Tages km: 53
Tages-Höhenmeter: 1175

In der Nacht gibt es Gewitter mit starkem Wind. Morgens um 06:15 Uhr ist es wieder fürchterlich kalt. Der Himmel ist dunkelgrau. Das Thermometer zeigt 6°C an. Es sieht weiterhin nach Regen aus. Ich fahre los und versuche mein Glück.



Ich entscheide den Grimelpass heute nicht hochzufahren. Die Wolken bleiben am Grimselpass hängen und der Wind wird mehr. Ich denke, es wird nicht mehr lange dauern und die Wolken kommen in meine Richtung.



Am Parkplatz zum Eingang vom Rhonegletscher werden Murmeltiere von Menschen gefüttert. Die sind hier sehr zu traulich.



Auf früheren Fotos vom Rhonegletscher, aus dem 1900 Jahrhundert, ging der Gletscher bis nach Gletsch. Unglaublich wie weit der Gletscher geschmolzen ist.



Wie ich erfahren habe, wird die Eisgrotte im Rhonegletscher jedes Jahr neu ins Eis gehauen, weil sich der Gletscher bei der Grotte jedes Jahr um 30-40 Meter bewegt. Die künstliche Eishöhle ist im Juni ca. 100 m lang und im Verlaufe des Sommers schmelzen davon über 30 Meter.



Im Rhonegletscher



In Andermatt bin ich verabredet. Ein Freund hat vor, mich bis Rosenheim oder sogar bis nach Siegburg zu begleiten. Leider hat er sich es anders überlegt. Er fährt übermorgen mit dem Zug nach Hause. Wir gehen zusammen Essen und ich übernachte nach langer Zeit wieder in einem Hotel. Das Zelt und meine Klamotten kann ich trocknen.

Dienstag 03.08.2010

Streckenverlauf: (CH)
Andermatt => Oberalpenpass (2044 m) => Disentis/Muster => Ilanz => Flims-Waldhaus => CP „Flims“

Tages km: 72
Tages-Höhenmeter: 1097

Nach einem ausgiebigen Frühstück trennen wir uns. Das Wetter sieht heute Morgen nicht gut aus. Bewölkt bei 10°C. Landschaftlich ist die Strecke Richtung Oberalpenpass bestimmt schön, nur die Wolken hängen ganz schön tief.



Oben am Oberalpenpass schnell ein paar Fotos, und bei Dauerregen fahre ich in Richtung Disentis/Mustér.



Auf der anderen Seite vom Oberalpenpass ist das Wetter besser. Vorbei an Ilan/Glion, die erste Stadt am Rhein.



Gerade habe ich es geschafft das Zelt aufzubauen, da kommt der nächste Schauer. Auch beim Kochen hat Petrus kein Mitleid. Die nassen Klamotten kann ich im Trockenraum über Nacht aufhängen. Die Sanitäranlagen am CP sind sehr sauber. Überall liegen an jedem Spülbecken Trockentücher. Der Preis von 14 € die Nacht ist für die Schweiz normal. Nachdem ich den Rhein in Ilan/Dijon gesehen habe, bin ich mir sicher bis nach Siegburg durchzufahren. Denn die Option in Rosenheim in den Zug zu steigen war ja offen.

CP in Flims-Waldhaus



Mittwoch 04.08.2010

Streckenverlauf: (CH)
CP „Flims“ => Chur => Lenzerheide/Lai Pass (1549 m) => Lantsch/Lenz => Filisur => CP „Islas“

Tages km: 61
Tages-Höhenmeter: 1232

Der Tag fängt seltsam an. Beim ersten Versuch Kaffee zu kochen schmeiß ich den Pott mit heißem Wasser um. Dann verfahre ich mich. Gott sei Dank nur ein paar Meter. Ohne GPS wäre ich ins Tal runter gefahren und hätte viel zu spät erkannt, dass ich mich verfahren habe. Dieselbe Strecke berghoch zurückzufahren wäre bei mir nicht so gut angekommen.



Heute ist ein sonniger Tag mit Temperaturen um die 28°C. Kurz vor Chur fahre ich rechst in Richtung Lantsch/Lenz auf der N 3. Von hier an ist Schluss mit der Ruhe. Sehr viel Verkehr auf der Straße. Zum Teil sehr steile Rampen (17 %). Die Straße ist recht eng und manche Autos oder LKWs haben keine Zeit und versuchen sich zwischen mir und dem Gegenverkehr durchzudrängeln.



Den Lenzeheide/Lai Pass (1549 m) habe ich verpasst. Ist aber kein Wunder, so wie ich heute drauf bin. Zwischen Parpan und Lantsch/Lenz ist der Streckenverlauf sehr schön. Mein Plan, heute noch den Albulapass (2312 m) hoch zu fahren, ist dahin. Heute habe ich meinen Rhythmus nicht gefunden. Somit schlage ich mein Zelt in Filisur auf dem CP „Islas“ auf. In der Nacht soll eine Schlechtwetterfront aufkommen.



Donnerstag 05.08.2010

Es ist 8:00 Uhr und seit gestern Abend regnet es kontinuierlich. Wenn der Regen bis 12:00 Uhr nicht aufhört, werde ich einen Ruhetag einlegen. Der Dauerregen hört nicht auf. Hmmm, komisch, meistens komme ich am Donnerstag wetterbedingt nicht weiter. Gegen Mittag mache ich mich auf den Weg zum Ort, um was einzukaufen. Der kleine Co op-Laden hat alles was man braucht. Ich lerne heute nicht nur die Besitzer des Campingplatz kennen, sondern auch einige Camper. Das Campingplatz-Restaurant wird kurzerhand als Aufenthaltsraum genutzt. Wir unterhalten uns über Gott und die Welt bis in die Nacht. Es wurde ein geselliger Tag.



Freitag 06.08.2010

Streckenverlauf: (CH)
CP „Islas“ => Bergün => Albulapass (2312 m) => Samedan => Pontresina => CP „Plauns“

Tages km: 52
Tages-Höhenmeter: 1422

So was habe ich noch nicht erlebt. Es regnet fast 1,5 Tag durch. So als ob man unter der Dusche stehen würde. Um 7:30 Uhr fahre ich los. Gegen Mittag soll sich das Wetter bessern.



In Bergün kaufe ich beim Bäcker Mehrkornbrot. Weißbrot hatte ich in den letzten Tagen genug. Mit 2 Affenkoteletts (Bananen) und einem Jogurt im Magen mache ich mich in Richtung Pass auf. Es ist 10:45 Uhr und es regnet weiterhin. Die Wolken hängen sehr tief. Der Tag will nicht so richtig hell werden. Ich fahre die ganze Zeit berghoch und werde trotzdem nicht warm. Ich glaube langsam nicht mehr daran, dass ich mit dem Wetter soviel Glück haben werde wie Freitag vor eine Woche.



Auf 1740 m sehe ich rechts und links neben der Straße Schnee. Das Thermometer steht zur Zeit bei 6°C. Der Regen geht immer mehr in Schnee über.



Oben am Pass treffe ich 2 Rennradfahrer, die genauso wie ich, nur kurz für ein „Passfoto“ anhalten und anschließend weiterfahren.



Gott nee, was habe ich bei der Abfahrt gefroren. Zum Teil fahre ich max. 15 km/h um so wenig Fahrtwind wie möglich abzubekommen. Die Bremsen und Felgen müssen einiges aushalten. Es riecht nach Gummi. Bin froh im Tal anzukommen. In Samedan gehe ich in eine Tankstelle und trinke einen Kaffee um mich aufzuwärmen. Heute schließe ich um 20:30 Uhr das Reisetagebuch um begebe mich ins Zelt. Morgen soll das Wetter besser werden.

Samstag 07.08.2010

Streckenverlauf: (CH)-(I)
CP „Planus“ => Passo del Bernina (2330 m) => Forcola de Livigno (2315 m) => Livigno => Passo Eira (2208 m) => Trepalle => Passo Foscagno (2291 m) => Amoga => Valdientro => CP „La Pineta“

Tages km: 60
Tages-Höhenmeter: 1314

Der Tag beginnt sonnig, aber auch kalt. In der Nacht hat es geschneit. Heute stehen 4 Pässe an. Passo del Bernina (2330 m), Forcola de Livigno (2315 m), Passo Eira (2208 m) und Passo Foscagno (2291 m). Die Landschaft zum ersten Pass ist bei dem Wetter traumhaft. Das steigert sich noch im Laufe des Tages.



In Richtung Passo del Bernina



In Richtung Livigno



In Valdientro beende ich auf dem CP "La Pineta" den Tag. Hier unten im Tal ist es recht warm mit 34°C. Die Stadt ist nicht weit. Ich kaufe für morgen auch noch was ein. Das Flair auf dem CP erinnert mich an Spanien.



Sonntag 08.08.2010

Streckenverlauf: (I)
CP „La Pineta“ => Premadio => Molina => Stilfserjoch (2758 m) => Prad => CP „Sägemühle“

Tages-km: 56
Tages-Höhenmeter: 1509

Das spanische Flair hat auch was Negatives. Es war bis tief in die Nach recht laut auf dem CP. Ziemlich früh (7:30 Uhr) mache ich mich auf den Weg. Kurz vor Bórmio biege ich links ab, um den zweithöchsten Pass meiner Reise, das Stilfserjoch (2758), von der „falschen“ Seite zu fahren. Das hat den Nachteil, dass man bergauf durch mehrere Tunnel und Galerien fahren muss und voll in den Genuss kommt, den Lärm von Motorrädern mitzubekommen, die anscheinend ihren Auspuffdämpfer extra dafür zu Haue gelassen haben.



Oben am Stilfserjoch angekommen, hat man bei dem Wetter eine traumhafte Aussicht.



Ich komme kaum auf die andere Seite, vor lauter Autos, Motorrädern und Menschen, die die Straße überqueren.



Kurz vor Prad treffe ich den Künstler „Der mit dem Windhauch spricht“. Wir unterhalten uns über Kunst und das Leben. Er erklärt mir, wie seine Kunstwerke entstanden sind. Er sammelt alles, was der Fluss mitbringt. Überall hängen Knochen und andere Objekte wie Reifen, Radkappen, usw. In Prad auf dem CP „Sägemühle“ bekomme ich den letzten freien Platz.



Montag 09.08.2010

Streckenverlauf: (I)
CP „Sägemühle“ => Schlanders => Meran => Gargazon => CP „Mossbauer“

Tages km: 82
Tages-Höhenmeter: 397

Heute kommt auf meiner Reise Abwechslung rein. Es wird eine Flachetappe werden. Fahre auf einem sehr gut ausgebauten und beschilderten Radweg in Richtung Meran.



In Meran, im Park, in der Nähe der Sissi-Statue, setzte ich mich hin und esse eine Kleinigkeit. Alle wollen sich vor der Statue fotografieren lassen. Ich bin da anders. Ich lasse mich lieber vor landschaftlich schönem Hintergrund fotografieren.



Kurz vor Bozen auf dem CP „Mossbauer“ ist heute um 14:00 Uhr Schluss mit Fahrrad fahren. Wäsche waschen, Akkus aufladen, Fahrrad nachsehen.



Dienstag 10.08.2010

Streckenverlauf: (I)
CP „Mossbauer“ => Bozen => Gummer => Deutschhofen => Passo di Costalunga (1752 m) => Pozza di Fassa => CP „Rosengarten“

Tages km: 50
Tages-Höhenmeter: 1496

Um 7:15 Uhr fahre ich in Richtung Bozen.



Anstatt meinen Track nachzufahren, entschließe ich mich, auf der SS241 in Richtung Deutschhofen zu fahren. Ein Fehler, denn ich muss 2 Tunnel mit einer Länge von insgesamt 2 km und 8% Steigung berghoch durchfahren. Was war ich froh, aus dem Tunnel rauszukommen. Die nächsten km werden nicht besser. Das Tal in Richtung Deutshofen ist recht eng. Man hat auf der Straßen kaum Platz.



In Richtung Karersee (1620 m) wird das Tal, wie auch die Straße breiter. Am Pass di Costalunga (1752 m) habe ich den höchsten Punkt der Tagesetappe erreicht. Bei der Abfahrt bemerke ich beim Bremsen, das mit meinem Hinterrad was nicht stimmt. Bei der Überprüfung stelle ich fest, dass die Felge einen Riss von ca. 4 cm hat. Ich glaube es nicht. Zu Hause steht La Vaca mit 2 von Whiz Wheels neu eingespeichten Rädern.



Ein normales 26 Zoll Hinterrad, 32 oder 36 Loch, ist im Ort Pozza di Fassa nicht einfach zu finden. Zwei Fahrradhändler wollen mir MTB-Räder mit ca. 18 oder 24 Loch-Felge und Messerspeichen verkaufen. Ein Fahrradhändler hat glücklicherweise noch ein 32 L-Hinterrad mit Alivio Nabe.



Mittwoch 11.08.2010

Streckenverlauf: (I)
CP „Rosengarten“ => Campolongo => Passo Pordi (2239 m) => Passo Falzarego (2105 m) => Cortina => CP „Rocchette“

Tages km: 75
Tages-Höhenmeter: 1673

Die Rezeption auf dem CP macht um 8:00 Uhr auf. Ich lasse es heute ruhig angehen. Trinke in der Kneipe vom CP 2 Kaffee und esse Teilchen. In Campolongo kaufe ich ein. Da ist um 9:30 Uhr schon Stau auf der Straße. Bloß weg hier.



Beim Anstieg Passo Pordi (2239 m) rutscht schon wieder die Sattelstütze. Diesmal hält auch eine neue Schraube nicht. Das Gewinde an der Tonnenmutter ist hinüber. Ich fahre etwa 2 km wieder runter zu einer Liftanlage, wo ich in der Schlosserei von einem netten jungen Mann Hilfe bekomme.



Die Alpen zeigen sich hier von einer ganz anderen Schönheit



Beim Anstieg zum Passo Falzarego (2105 m) wird das Wetter immer schlechter. Ich schaffe es gerade noch, auf dem CP „Rocchette“ in Cortina das Zelt aufzubauen, bevor Regen kommt.



Donnerstag 12.08.2010

Streckenverlauf: (I)-(A)
CP „Rocchette“ => Cortina => Passo Tre Croci (1809 m) => Col S. Angelo (1756 m) => Toblach => Innichen => Tassenbach => Kartischer Sattel (1530 m) => Maria Luggau => CP-Gasthof „Luggau“

Tages km: 84
Tages-Höhenmeter: 1377

Bei Nieselregen fahre ich los um 7:30 Uhr los. Ich genieße die Ruhe. Es ist zurzeit kaum einer auf der Straße in Richtung Passo Tre Croci (1809 m) unterwegs. Ich hoffe, dass Tretlager, Sattelstütze und Hinterrad bis Siegburg halten.



Gegen Mittag hatte ich mit Italien das 3. Land in den Alpen hinter mich gebracht. Schade, von der Landschaft konnte ich heute nicht viel sehen. Die Wolken sind recht tief. Ab und zu regnet es auch.



In Tassenbach fahre ich ins Pustertal, wo ich mit dem Anstieg zum Kartischer Sattel (1530 m) beginne. Rechts von mir sind die Karnischen Alpen. Auch hier sehe ich kaum was von der Landschaft. Hoffentlich ist das Wetter morgen besser.



Freitag 13.08.2010

Streckenverlauf: (A)
CP-Gasthoff „Luggau“ => Kötschach => Hermagor => CP „Max Presseggersee“

Tages km: 64
Tages-Höhenmeter: 676

In der Nacht hat es geregnet. Erst gegen 6:30 Uhr hört der Regen auf. Um 8:00 Uhr habe ich alles eingepackt und fahre los. Das Wetter wird besser. Landschaftlich ist es bis Kötschach sehr schön. Der Straßenverlauf ist ein Rauf und Runter.



Von Kötschach bis CP „Max Presseggersee“ gibt die Landschaft, wie auch der Straßenverlauf nicht viel her. Man fährt an einer Bundestraße entlang. Das Tal ist hier sehr breit. Ich nehme mir heute auf dem CP „Max Presseggersee“ das Hinterrad vor. Einige Speichen haben sich gelöst. Mit einem Speichenreflektor behelfe ich mir um die Unwucht aus der Felge herauszubekommen.



Samstag 14.08.2010

Streckenverlauf: (A)-(SLO)
CP „Presseggersee“ => Nötsch => Arnold-Stein => Wurzenpass (1073 m) => Kranjska Gora => Vrsic (1611 m) => Trenta => CP „Triglav“

Tages-km: 72
Tages-Höhenmeter: 1608

Ich bin gespannt auf Slowenien. Ich war bis jetzt noch nicht in diesem Land. Wahnsinn, der Anstieg zum Wurzenpass (1073 m) mit zum Teil 18 %.



Kurz vor dem Wurzenpass gibt es Bunkeranlagen, die man besichtigen kann. Hier hatten die beiden Mächte (West und Ost) ihre Grenze. Vor 15 Jahren wäre ich bestimmt nicht so leicht hierher gekommen.



Auf der anderen Seite des Wurzenpasses ist das Wetter besser. Die Fahrt führt durch eine schöne Landschaft zu der ersten Stadt in Slowenien (Kranjska Gora). Von da aus geht es zum höchsten Pass in Slowenien. Der Vrsic (1611 m).



Der Anstieg zum Vrsic (1611 m) ist mit 15 % recht anstrengend. Die Berglandschaft zeigt sich in Slowenien ganz anders als in den restlichen Alpenländern. Was für eine schöne Aussicht.



Hinter Trenta auf dem CP „Triglav“ schlage ich das Zelt auf. Hier ist das Tal noch recht eng. Vom Zelt sehe ich zu den Bergen, mit Wasserfällen.

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#695512 - 21.02.11 15:21 Re: Alpenüberquerung von West nach Ost (Teil III) [Re: José María]
José María
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Sonntag 15.08.2010

Streckenverlauf: (SLO)
CP „Triglav“ => Bovec => Zaga => Idrska => Volarje => CP „Vili“

Tages-km: 53
Tages-Höhenmeter: 420

Heute will ich nur bis Volarje fahren. Ich muss dringend Waschen. Der Regen erwischt mich heute Morgen. Ich werde beim Anziehen der Regensachen klatschnass. Es schüttet wie aus Eimern. Ich suche an einer Bushaltestelle Zuflucht. Nach ca. 30 Min. ist alles vorbei. Ich sehe die Soca. Der Fluss von dem das Tal seinen Namen hat. Die Soca selbst ist einer der letzten ungebändigten Alpenflüsse Europas.



In Bovec ist ein Soldatenfriedhof auf dem mehr als 600 begraben liegen. Das stille Soca-Tal, im heutigen Slowenien wurde mit einem Schlag zum blutigsten Schlachtfeld des 1. Weltkrieges. Drei Millionen Soldaten marschierten auf, 1 Million Gefallene blieben auf dem Schlachtfeld zurück.



Ich bin recht früh auf dem CP „Vili“. Der liegt weit genug von der Straße weg und nicht weit zum Soca (Fluss). Ideal. In der Rezeption werde ich von „Frau Henne“ empfangen.



Vili begrüßt mich und lädt mich zu einem Pflaumenschnaps ein. Heute ist in Slowenien Nationalfeiertag. Hier auf dem CP „Vili“ ist eine bunte Mischung aus Menschen, die die Natur zu Fuß, mit dem Drachen fliegend oder mit dem MTB erkunden. Die Hühner-Familie läuft auf dem CP frei herum. Enten, Gänse, Hund und Katze. Alle zusammen in einer Harmonie, die ich zuvor so noch nicht gesehen habe. Im Hintergrund läuft Musik. Mal Blues oder guter Rock. Ich fühle mich sauwohl hier.



Die Familie von Vili und Freunde von ihnen laden mich zum Stadtfest in Canal ein. Dort springen die Mutigsten von der Brücke in den Fluss.



Anschließend geht es zu einem großen Zelt, das mitten in der Stadt aufgebaut ist. Bei Live-Musik und bester Stimmung wird bis tief in die Nacht getrunken und getanzt. Die Nacht wird sehr lang. Um 3:30 Uhr holt Elenwout aus Belgien den Pinienschnaps raus. Da war für mich klar. Ich fahr die nächsten 24 Std. keinen Meter mit dem Fahrrad.



Montag 16.08.2010

Ruhetag

Ich sitze mit einem Brummschädel auf einem Stein am Ufer der Soca. Ich beobachte wie der Fluss seine Farbe ändert, wenn die Sonne durch die Wolken dringt. Ich kann Fische in verschiedenen Größen beobachten. Hier ist die Natur noch intakt.



Boris und Elenwout waren im Wald Pilze sammeln. Vili schmeißt den Grill an. Ein Salat aus Tomaten, Zuchini und Gurken vom eigenen Garten wird hergerichtet. Die Mutter von Vili bringt frisches Brot und Birnen aus dem Garten mit. Die Birnen sehen nicht gerade schmackhaft aus. Sie haben einige schwarze Flecken auf der Oberfläche. Ich probiere sie trotzdem. Ich bin überrascht über den Geschmack und das Fruchtfleisch. Wow! Was für leckere Birnen.



Die leckere Pilz-Platte



Ich bestelle dazu ein Forelle.



Dienstag 17.08.2010

Streckenverlauf: (SLO)
CP „Vili“ Tolmin => Baba Modreju => Podbrodo => Zelezniki => Kropa => Podnart => Duplje => CP „Trnovc“

Tages-km: 87
Tages-Höhenmeter: 1449

Ich trinke mit Vili einen Kaffee und dann mache ich mich auf den Weg.



Der Streckenverlauf zwischen Tolmin und Kropa soll sehr schön sein. Und am Wochentag soll auf der Straße kaum was los sein. So ist es auch.



In Richtung Duplje, wo ich auf eine Höhe von 865 Meter komme, bevor es runter zum Tal geht.



Der CP „Duplje“ liegt in der Nähe der Autobahn. Er hat eine Unterstellmöglichkeit und einen Grill. Mit 6,50 € für eine Person + Zelt ist er günstig. Toiletten und Duschen sind tipptopp sauber.

Mittwoch 18.08.2010

Streckenverlauf: (SLO)-(A)
CP „Trnovn“ => Trzic => Loiblpass (1087 m) => Klagenfurt => Moosburg => Feldkirchen i.K. => Himmelberg => Gnesau => CP „Hobitsch“

Tages-km: 86
Tages-Höhenmeter: 1579

Der Tag zeigt sich erst mal grau in grau. Beim Anstieg zum Loiblpass (1087 m) fängt Nieselregen an.



Beim Anstieg zum Loiblpass (1087 m) sehe ich ein Hinweisschild mit dem Text: „400 m bis zum Außenkommando des Nazistischen Vernichtungslagers Mauthausen-Ljubelj“.



Mir stockt der Atem beim Anblick der Statue.



Ich fahre weiter, aber es geht mir nicht gut. Die Statue an dem Vernichtungslager ist dem Künstler gelungen. Ich bin sehr traurig. Das grau in grau verstärkt das Ganze noch. Bei der Einfahrt zum Tunnel kommen mir die Tränen.



Das Wetter wird auf der anderen Seite des Passes besser. In Richtung Klagenfurt fahre ich zum Teil parallel zur Bundesstraße.



Hinter Himmelberg fängt der Anstieg an. Ich fahre heute bis zum CP „Hobitsch“ in Gnesau. Nach langer Zeit bekomme ich ein Weizenbier. Sehr nachdenklich und etwas traurig krieche ich heute in meinen Schlafsack.



Donnerstag 19.08.2010

Streckenverlauf: (A)
CP „Hobitsch“ => Ebene-Reichenau => Turracher Höhe (1788 m) => Turrach => Prelitz => Ramindstein => Thomatal => Mautendorf => CP „Mautendorf“

Tages-km: 72
Tages-Höhenmeter: 1198

Zum Teil geht es flach auf dem Radweg in Richtung Ebene-Reichenau. Ich bin auf einer Höhe von 1050 m. Hinter Ebene-Reichenau fängt der Anstieg mit 14 % an.



Dann kommt die Rampe mit 23 %. Bei einer Verschnaufpause sehe ich über einem Geländer eine Motorradkette. Ich hoffe, dass meine Fahrradkette hält. Oben am Pass angekommen ist mir eins klar: Einen 23 %-igen Anstieg mit 30 kg Gepäck brauche ich nicht mehr. Ich weiß jetzt wie quälend das ist. Man kann das Fahrrad nicht mal schieben.



Heute fahre ich zum Teil auch am Murradweg



Am Schloss Mossham vorbei, um nach Mautendorf zu kommen. Auf dem CP „Mautendorf“ stellte ich mein Zelt auf.



Freitag 20.08.2010

Streckenverlauf: (A)
CP „Mautendorf“ => Tweng => Radstädter Tauern (1739 m) => Obertauern => Untertauern => Radstadt => Reitdorf => Wagrain => St. Johann im Pangau => CP „Kastenhof“

Tages-km: 64
Tages-Höhenmeter: 825

Ich habe mir eine Erkältung geholt. Ich fahre los und bemerke wie meine Kurbel eiert. Beim Überprüfen stelle ich fest, dass das Tretlager wieder Spiel hat. Nachziehen bringt nichts. Beim Hochfahren sehe ich endlich mal ein Verkehrsschild vor einer Galerie. Diese Schilder habe ich in den Alpen bisher vermisst.



Oben am Radstädter Tauern (1739 m) hat das Tretlager soviel Spiel, dass bei einigen Gängen die Kette am Umwerfer schleift. In St. Johann im Pangau bekommt Scotti ein neues Tretlager. Auf dem CP lerne ein Radreise-Ehepaar aus Deutschland kennen.

Samstag 21.08.2010

Streckenverlauf: (A)
CP „Kastenhof“ => Tauerradweg nach Bischofshofen => Dientner Sattel (1370 m) => Filzensattel (1290 m) => Saalfelden => Pass Strub (677 m) => Waldring => CP „Steinplatte“

Tages-km: 84
Tages-Höhenmeter: 1336

Auf dem Tauernradweg in Richtung Bischofshofen habe ich bei Nebel die nächste Panne. Der Mittelständer ist los und lässt sich nicht mehr anziehen. Heute stehen die letzten Pässe meiner Reise an. Die Sonne kommt immer mehr durch. Es wird ein warmer, sonniger Tag.



Mit 15 % fängt der Anstieg zum ersten Pass am heutigen Tag an.



Die Landschaft ist hier oben traumhaft.



Auf dem Tauernradweg lässt sich sehr gut fahren.



Sonntag 22.08.2010

Streckenverlauf: (A)-(D)
CP „Steinplatte“ => Erpfendorf => Kössen => Marquartstein => Rottau => Berrau am Chiemsee => Prien am Chiemsee => Wasserburg am Inn => Soyen => CP „Soyensee“

Tages-km: 110
Tages-Höhenmeter: 1016

Bei den letzten Pässen habe ich gestern meine Erkältung fast weggeschwitzt. Ich freue mich heute nach langer Zeit deutschen Boden unter die Räder zu bekommen.



Dass die Bayern so groß sind, wusste ich nicht.



Kurz vor Wasserburg am Inn bekomme ich hinten einen Platten. Ich baue den geflickten Schlauch ein und versuche ihn aufzupumpen. Die Luft geht wieder raus. An der gleichen Stelle ist wieder ein Loch im Schlauch. Verdammt, ich habe doch den Mantel und die Felge nachgesehen. Da war nichts. Die Prozedur noch mal. Pssssssst. Jetzt entferne ich auch das Felgenband und sehe Aluspäne. Damit ich den Schlauch mit AV einsetzen kann, musste man bei dem neuen Hinterrad das Ventilloch aufbohren. Leider wurde die Felge nicht gründlich ausgeblasen.



Auf der Terrasse vom Campingplatz „Soyensee“ erlebe ich einen schönen Sonnenuntergang.



Montag 23.08.2010

Streckenverlauf: (D)
CP „Soyensee“ => Hohemlinden => Petershausen => Schrobenhausen => Ehekirchen => Rain am Lech => Eggelstetten => CP „Donau-Lech“

Tages-km: 157
Tages-Höhenmeter: 996

Auf einer ruhigen Landstraße. Diese Ruhe habe ich bis jetzt auf meiner Reise über die Alpen sehr vermisst.



Ich drehe mich um und sehe die Alpen bei dieser Reise zum letzten Mal.



Auf dem CP „Donau-Lech“ hat man eine gute Lösung gefunden um sich bei Regen unterzustellen.



Dienstag 24.08.2010

Streckenverlauf: (D)
CP „Donau-Lech“ => Herburg => Nördlingen => Dinkelsbühl => Feuchtwangen => CP „Frankenhöhe“

Tages-km: 100
Tages-Höhenmeter: 824

Die Nacht auf dem CP war recht laut. Durch den Gegenwind komme ich heute nicht gut voran. Später fängt es an zu regnen.



Gleichgesinnte auf der Romantischen Straße.



Auf dem CP „Frankenhöhe“ bin ich allein auf der Zeltwiese. Die Schulferien sind vorbei.



Mittwoch 25.08.2010

Streckenverlauf: (D)
CP. „Frankenhöhe“ => Schillingsfürst => Rothenburg an der Tauber => Lenzenbronn => Spielbach => Bad Mergentheim => Tauberbischohfsheim => Wertheim => CP „Freudenberg“

Tages-km: 128
Tages-Höhenmeter: 1092

Die Sonne weckt mich morgens. Ich bin fast alleine auf der Landstrasse in Richtung Rothenburg ob der Tauber.



Um 9:00 Uhr in Rothenburg ob der Tauber.



Ich fahre den Radweg „Liebliches Taubertal - Der Sportive“. Man fährt von Rothenburg ca. 200 Meter hoch. Es geht auf kleinen, kaum befahrenen Straßen durch Dörfer vorbei an Bauernhöfen. Dieser Abschnitt ist sehr schön. Irgendwann komme ich auf den Radweg „Liebliches Taubertal - Der Klassiker“. Kommt mir (außer die Städte) von der Landschaft wie an der Ruhr vor. Hier stehen nur mehr Obstbäume.



In Wertheim fahre ich am Main bis CP „Freudenberg“. Auch hier bin ich mit einem Radreise-Pärchen ganz allein auf der Zeltwiese. Der CP „Freudenberg“ hat einen Aufenthaltsraum, einen Trockenraum und eine Küche. Was will man mehr.

Donnerstag 26.08.2010

Streckenverlauf: (D)
CP „Freudenberg“ => Klingenberg => Kleinwallstadt => Großostheim => Langstadt => Dieburg => Darmstadt => Groß Gerau => CP „Nieder-Waldsee“

Tages-km: 106
Tages-Höhenmeter: 668

Nicht weit vom CP „Freudenberg“ kaufe ich ein. Um 8:00 Uhr habe ich alles an Lebensmitteln für den Tag.



In Sulzbach fahre ich vom Main-Radweg weg. Auf der Straße wird es sehr hektisch. Wie bei uns, wenn man durch das Ruhrgebiet fährt. Die Autofahrer sind sehr aggressiv. Das habe ich bis jetzt auf der ganzen Reise nicht gehabt.



CP „Nieder-Waldsee“ schießt den Vogel ab, was Schmutz betrifft. Ich habe seit langem nicht mehr auf so einem dreckigen CP geduscht.

Freitag 27.08.2010

Streckenverlauf: (D)
CP „Nieder-Waldsee“ => Nauheim => Bischofsheim => Eltville => Rüdesheim => Lorch => Sankt Goarshausen => Braubach => CP „Uferwiese“

Tages-km: 113
Tages-Höhenmeter: 565

Frühmorgens um 6:00 Uhr gehe ich widerwillig in den Waschraum. Ich traue meinen Augen nicht. Der Waschraum ist nicht wiederzuerkennen. Alles tipptopp sauber. Entspannt geht es weiter. Am Main angekommen fahre ich in Richtung Rhein.



Ich werde diesmal die östliche Uferseite vom Rhein in Richtung Koblenz fahren. Die kenne ich noch nicht.



Zollstation Pfalzgrafenstein



Die original erhaltene, nie zerstörte Marksburg. Unterhalb von der Marksburg liegt der CP "Uferwiese".



Wo ich den besten Platz am Rhein habe.



Samstag 28.08.2010

Streckenverlauf: (D)
CP „Uferwiese“ => Koblenz => Bonn => Bonn-Beuel => Siegburg

Tages-km: 96
Tages-Höhenmeter: 392

Die Nacht war recht laut. Nicht nur die Schiffe, sondern auch die Güterzüge, die die ganze Nacht hindurch fahren, machen einen Höllenlärm. In Koblenz fahre ich auf der linken Rheinseite weiter. Kurz vor Remagen setzte ich mich auf eine Bank und esse etwas. Links vor mir steht plötzlich Wolfgang. Was für eine schöne Überraschung. In Bonn essen wir ein Wiedersehen-Eis.



Gegen 14:00 Uhr komme ich gesund und glücklich in Siegburg an.



Die Tour ging über 2814 km und 42603 Höhenmeter und enthielt folgende Pässe:

01. Col de Nice (421 m)
02. Col de Braus (1002 m)
03. Col St. Jean (642 m)
04. Col de Turini (1607 m)
05. Col Saint Martin (1500 m)
06. Col de Restefond (2670 m)
07. Col de La Bonette (2715 m)
08. Cime de La Bonette (2802 m)
09. Col de Montgenèvre (1854 m)
10. Col du Mont Cenis (2085 m)
11. Col de la Madeleine (1746 m)
12. Col de L'Iseran (2770 m)
13. Col du Pt. St. Bernard (2188 m)
14. Col Du Grand Saint-Bernard (2469 m)
15. Furkapass (2436 m)
16. Oberalpenpass (2044 m)
17. Pass Lenzerheide/Lai (1549 m)
18. Albulapass (2312 m)
19. Passo del Bernina (2330 m)
20. Forcola de Livigno (2315 m)
21. Passo Eira (2208 m)
22. Passo Foscagno (2291 m)
23. Stilfserjoch (2758 m)
24. Passo di Costalunga (1752 m)
25. Passo Pordi (2239 m)
26. Passo Falzarego (2105 m)
27. Passo Tre Croci (1809 m)
28. Col S. Angelo (1756 m)
29. Kartischer Sattel (1530 m)
30. Wurzenpass (1073 m)
31. Vrsic (1611 m)
32. Loiblpass (1087 m)
33. Turracher Höhe (1788 m)
34. Radstädter Tauern (1739 m)
35. Dientner Sattel (1370 m)
36. Filzensattel (1290 m)
37. Pass Strub (677 m)

Die vollständigen Bilder zur Reise Klick !!

auf Bitte von Jose ein weiteres Bild eingefügt. Andi

Geändert von 2blattfahrer (21.02.11 20:57)
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#695581 - 21.02.11 19:13 Re: Alpenüberquerung von West nach Ost (Teil III) [Re: José María]
HelmutHB
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Beiträge: 1265
Hallo Jose,

vielen Dank für den fantastischen Bericht! Da kommt sofort Urlaubsstimmung auf, aber leider werde ich eine solche Tour nicht mehr fahren können. Dazu ist meine körperliche Leistungsfähigkeit nicht mehr gut genug, wegen von gesundheitlichen Problemen traurig

Gruß
Helmut
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#695634 - 21.02.11 21:51 Re: Alpenüberquerung von West nach Ost (Teil III) [Re: José María]
Hansflo
Mitglied
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Beiträge: 3215
Alle Achtung, da versinkt man fast in ehrfürchtigem Staunen. Beeindruckende Tour und tolle Bilder.

Hans
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#695888 - 22.02.11 16:22 Re: Alpenüberquerung von West nach Ost [Re: Jim Knopf]
José María
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Beiträge: 5433
Servus Jürgen

Zitat:
Was war denn das für ein Tretlager?

Das Lager war von Shimano mit BSA-Gewinde und Oktalink für die Kurbelbefestigung. Typbezeichnung weiß ich nicht mehr.
Das Tretlager HT2 ist ein (Hollowtech II) mit außenliegenden Lagerschalen. Ne, denn hatte ich nicht drauf.

Viele Grüße
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#696058 - 23.02.11 08:18 Re: Alpenüberquerung von West nach Ost [Re: José María]
lytze
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Hallo Jose Maria,

danke für Deinen anschaulichen Bericht und die tollen Bilder!
Ich glaube, dass einmal Durchlesen nicht ausreicht.

Wohin geht die nächste Reise?

lytze aus dem Saarland
Wer schnell fährt, kann auch schnell schreiben...
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#696060 - 23.02.11 08:26 Re: Alpenüberquerung von West nach Ost [Re: lytze]
José María
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Servus lytze

Meine pläne dies Jahr Nordeuropa (Dänemark) unter die Räder zu nehmen ist verschoben.

Viele Grüße
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#696082 - 23.02.11 09:41 Re: Alpenüberquerung von West nach Ost [Re: José María]
Velotroll
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Hallo Jose!

Schade traurig , da hätten wir uns ja vielleicht getroffen.

Gruß Velotroll

PS. 4unterwegs (Tour 18,75 Oslo - Düsselodorf)
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#696321 - 23.02.11 19:26 Re: Alpenüberquerung von West nach Ost [Re: José María]
Georg
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Hallo José,

Danke für deine persönlich Nachricht! Ich habe noch nicht alles von deinem Bericht gelesen, bin aber total beeindruckt von deiner Tour und von dem was ich bisher gelesen habe. Schon toll, über wieviel Pässe du in einer einzigen Tour geradelt bist. Viele deiner Fotos haben mich natürlich an meine eigenen Touren erinnert. Auf den meisten Pässen habe ich ja auch schon mit dem Rad gestanden, aber über verschiedene Jahre verteilt. Alle Achtung!

Gruß Georg
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#696323 - 23.02.11 19:44 Re: Alpenüberquerung von West nach Ost [Re: Georg]
José María
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Hallo Georg,
bei deiner sehr gut Informative HP habe ich einige Ideen für diese Reise mir geholt.

Vielen Dank noch mal Georg. Für Bergziegen ist deine HP ein wahrer Schatz.

Hasta la vista in Hattingen beim Forumstreffen?
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#696370 - 23.02.11 22:19 Re: Alpenüberquerung von West nach Ost [Re: José María]
Dietmar
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Hallo José,

nachdem ich die ersten Bilder Deines Berichts gesehen habe, habe ich gleich aufgehört, weiter zu lesen. schmunzel Dafür musste man sich einfach mehr Zeit nehmen. Habe es nun geschafft und bin begeistert.

Die Fotos sagen eigentlich schon alles, die Qualität ist toll, vor allem natürlich die Motive. Aber mir gefällt auch Deine Schreibe sehr, sehr anschaulich, informativ, spachlich gewandt und sehr persönlich! -- Klasse!

Naja und Deine radsportliche Leistung ist natürlich auch beachtlich. schmunzel

Gruß Dietmar
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#696392 - 23.02.11 23:53 Re: Alpenüberquerung von West nach Ost [Re: Dietmar]
José María
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Hallo Dietmar,
ich weiß nicht was anstrengender war für mich die Alpentour oder der Reisebericht zu schreiben grins Ich tue mich schwer damit.

Viele Grüße
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Off-topic #696439 - 24.02.11 09:39 Re: Alpenüberquerung von West nach Ost [Re: José María]
Helm
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Hallo Jose Maria,

umso mehr Hochachtung verdient der Bericht. bravo
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#697261 - 26.02.11 22:52 Re: Alpenüberquerung von West nach Ost (Teil III) [Re: José María]
Tine
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Hallo José,

jetzt hatte ich endlich Zeit, mich in aller Ruhe Deinem Reisebericht zu widmen. Schöner Bericht, tolle Fotos - und die Pässe-Aufzählung ganz zum Schluss ist das I-Tüpfelchen (das mich erblassen ließ schmunzel ). Ich bin beeindruckt!

bravo

Grüße,
Tine
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#697302 - 27.02.11 07:27 Re: Alpenüberquerung von West nach Ost [Re: José María]
sigma7
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Hola José, vielen Dank für den informativen Bericht über deine Reise. Viele der Pässe, Orte (und Campingplätze) wecken schöne Erinnerungen an eigene Reisen.


andre

PS: Beim Oberalpenpaß haben sich einige Buchstaben verlaufen ...
Eat. Sleep. Ride.

Geändert von sigma7 (27.02.11 07:28)
Änderungsgrund: typo
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#697319 - 27.02.11 09:22 Re: Alpenüberquerung von West nach Ost (Teil III) [Re: ]
José María
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Hallo Tine,
es freut mich sehr dass dir mein Reisebericht/Fotos gefallen hat. Bestell bitte den Junior viele Grüße vom Ex Kreisläufer zwinker schmunzel

@Sigma7

Zitat:
Beim Oberalpenpaß haben sich einige Buchstaben verlaufen ...


Kein wunder bei dem Regen Andre grins

Am Stilfserjoch mußte ich an dich denken. Du bist ja ca. 2 Wochen zuvor von der richtige Seite hoch gefahren. Hattest du denn Schnee?

Hasta la vista
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#697341 - 27.02.11 11:08 Re: Alpenüberquerung von West nach Ost (Teil III) [Re: José María]
li la Launebär
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Hallo Jose,

den Klops im Hals und feuchte Augen werde ich wohl heute noch mehrmals haben.
Danke für den anregenden Bericht......weckte so einige Erinnerungen.

Gruß Stefan
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#697376 - 27.02.11 13:44 Re: Alpenüberquerung von West nach Ost (Teil III) [Re: José María]
sigma7
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In Antwort auf: Jose Maria
Du bist ja ca. 2 Wochen zuvor von der richtige Seite hoch gefahren. Hattest du denn Schnee?


Hola José, in 2010 bin auch ich von der 'falschen' Seite hoch. Während meine Frau und unsere Tochter von Santa Maria durch das Val Mustair nach Glurns gefahren sind habe ich den 'direkten' Weg über Umbrail und Stilfser Joch genommen, bei strahlendem Sonnenschein.


andre
Eat. Sleep. Ride.

Geändert von sigma7 (27.02.11 13:45)
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#697401 - 27.02.11 14:43 Re: Alpenüberquerung von West nach Ost (Teil III) [Re: sigma7]
Georg
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Hallo,

wieso "falsche" Seite? Es gibt drei "richtige" Seiten und jede hat was. Vor allen Dingen läßt ein dieser Pass nicht los. Ich bin das erste Mal 1997 von Prad aus hochgefahren, im Jahr 2000 über den Umbrailpass. 2005 gleich zweimal, einmal von Bormio aus und zwei Wochen später das zweite Mal von Prad. 2006 hat es mich dann mit einigen Radlern aus dem Forum nochmals dorthin verschlagen. Das war dann das dritte Mal von Prad aus.
Einfach ein genialer Pass!

Georg
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#697422 - 27.02.11 16:25 Re: Alpenüberquerung von West nach Ost (Teil III) [Re: Georg]
José María
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Hallo Georg

Zitat:
wieso "falsche" Seite?


Ich nenne die Seite von Bórmio kommen "falsche Seite" wegen seine Tunnel und Galerien. Ich hatte das vergnügen von etlichen Motorradfahrer im Tunnel überholt zu werden die ihren Auspuffdämpfer zu Hause gelassen haben. Georg ich kann dir sagen, da tuckert man mit 5 km/h in Richtung Pass und dann steckt man im Tunnel oder Galerie da kann so ein Harley Motor mit offene Auspuffanlage einem kurz vor einem Hörztürz bringen.

Ne las mal, dann lieber die Tunnel und Galerien bei der abfahrt haben, ist angenehmer.

Viele Grüße

Geändert von Jose Maria (27.02.11 16:26)
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#697433 - 27.02.11 17:35 Re: Alpenüberquerung von West nach Ost (Teil III) [Re: José María]
Georg
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Hallo José,

war schon klar! Wir sind damals sehr früh unterwegs gewesen, da hatten wir kein Problem. Ähnliches hatten wir aber mal 1999 am Sustenpass im unteren Bereich nahe Wassen/Göschenen.
Da sind mir die Motorradfahrer gehörig auf den Senkel gegangen. Hinzu kam, dass es auch schon gefährlich war.

Georg
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