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#800325 - 14.02.12 19:52 MYOG SL SB HotCampingWinterTarpzeltOfensystem
Roldi
Mitglied Übernachtungsnetzwerk
Themenersteller
abwesend abwesend
Beiträge: 281
Mein MYOG SL SB HotCampingWinterTarpzeltOfensystem

Radtouren in der kalten Jahreszeit kombiniert mit (Wild-)Campen? Das war bisher selbst bei Radreise-nur-mit-Zelt-Enthusiasten wenig beliebt, aus mehreren Gründen:

- Lange, kalte, langweilige Abende schon ab dem frühen Nachmittag, es folgen bis zu 16 Stunden Dunkelheit.

- Keine Möglichkeit, die verfrorenen Gliedmaßen nach geschafftem Tagespensum wieder aufzuwärmen, es sei denn, man kriecht schon unmittelbar nach der Ankunft in den Schlafsack.

- Einmal durchfeuchtete Ausrüstungsteile trocknen während der Tour nicht mehr.

Also verzichtete man auf die Freiheit in der Natur, übernachtete teuer in Pensionen, setzte sich dort gar abends vor die Glotze – oder blieb gleich ganz zu Hause. Entschied man sich trotz aller Widrigkeiten doch fürs Zelten, musste man sich in Supermärkten oder gar in öffentlichen Toiletten aufwärmen, die nassen stinkenden Wollsocken heimlich im Restaurant auf der Heizung trocknen - und kam manchmal trotzdem mit einer schweren Erkältung von der Tour zurück.

Damit ist jetzt Schluss!

Mein MYOG SL SB HotCampingWinterTarpzeltOfensystem garantiert wohlige Wärme im abendlichen Lager auch im tiefsten Winter, die eiskalten Hände und Füsse tauen auf, man kann die langen Nächte prima nutzen: zum Lesen, Schreiben, zum Planen der nächsten Touren, aber auch zur Pflege zwischenmenschlicher Beziehungen usw. usw,

Klamotten und Schlafsack werden/bleiben eher trocken, und man genießt auch im Winter Naturerlebnis und Freiheitsgefühl des Wildcampers.

Das System ist sehr leicht (SL - ca. 950g, kommerzielle Zeltöfen wiegen in der Regel ein Vielfaches), sehr billig (SB - ca. 20 – 60 €), gut zu verstauen (Packmaß etwa 15cm x 28cm) - und bei hinreichendem handwerklichen Geschick an einem Wochenende herzustellen.

Der Korpus des Ofens besteht aus einem 25 cm langen Edelstahl-Kaminrohr mit 12 cm Durchmesser, der Kamin (1m lang, Durchmesser 4,5 cm) aus 0,1 mm Edelstahlfolie, Rückwand und Tür aus Edelstahlblech(-resten), Funkensieb aus Maschendraht, Ofenfüße aus Alu-Profilleiste, Zeltwanddurchführung aus verstärktem Alu-Blech und Fahrradspeichen. Als Ofen-Sichtfenster (mein Fernsehersatz :-)) dient die Scheibe einer 12V-Halogenlampe. Mit einem Zeltstangensegment kann man gegebenenfalls zusätzlich Luftsauerstoff einblasen.

Wird eine besonders hohe Heizleistung gewünscht, kann man natürlich auch einen größeren Ofen bauen.

Ganz wichtig:
Auf gar keinen Fall darf man den Zeltofen in einem „normalen“ Zelt verwenden!
Nur ein Tarp (ohne Boden) und eine zusätzliche Belüftungsöffnung oben garantieren, dass sich im Zeltinnern kein tödliches Kohlenstoffmonoxid anreichert und dass man sein Domizil im unwahrscheinlichen Falle eines Brandes innerhalb allerkürzester Zeit verlassen kann.


Ich persönlich benutze entweder ein uraltes, sehr geräumiges, eher schweres kuppelförmiges Außenzelt oder ein ultraleichtes MYOG A-Frame-Tarp mit eingeknöpfter Vorder- und Rückwand.

Hier ein paar Fotos:



So sieht der Ofen aus ...





Der Ofen im Einsatz (Ahrtal, Anfang Februar 2012, nachts -16°C)...











Viel Spaß beim Winterradeln

Roldi
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#800392 - 14.02.12 23:53 Re: MYOG SL SB HotCampingWinterTarpzeltOfensystem [Re: Roldi]
Gepäcktour
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 507
Hallo Roldi,
cool, was du da gebaut hast. Und schön, dass du es hier vorstellst.
Fürs Familiencamping (mit Auto) nutzen wir schon einige Jahre ein Einstangentipi aus Baumwoll-Poyester- Mischgewebe, das mit einem Titanofen (auch mit Rohr) beheizt wird. Das ist natürlich eine andere Größenordnung. Das Zelt ist 3,30 m hoch.
Ich kann bestätigen, dass der Innenraum sehr schnell aufgewärmt ist, auch bei Frost. Boden und Schlafsäcke bleiben trocken, so dass es auch nach mehreren Regentagen verhältnismäßig gemütlich bleibt. Wir gehen gezielt auf Naturcampinplätze oder Plätze mit einfachstem Standard. Auf edleren Plätzen könnte es Probleme wegen Rauch oder Feuergefahr geben.
Wild campen und Feuer machen kann Ärger geben, wenn man gesehen wird (Rauchzeichen).

Dein System ist eine wunderbare Leichtbaulösung, die Radtourentauglich erscheint. Hattest du Probleme mit Funkenflug? Das kommt schon mal vor, wenn der Ofen beim Anfeuern zu viel Luft bekommt. Ist das dein Funkenfänger auf dem ersten Bild auf der rechten Seite?
Und schade, dass man durch die Bauform nicht auf dem Ofen kochen kann.
Ich selbst fahre zwar auch im Winter praktisch jeden Tag mit dem Rad zur Arbeit, aber Radreisen mache ich in dieser Zeit nicht. Dazu ist vieles sehr beschwerlich das im Sommer so einfach ist. Aber wenn schon Wintertour, dann ist so eine Ausstattung der Hit.
Dein letztes Bild ist übrigens der Hammer!
Grüße,
Thomas
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#800609 - 15.02.12 20:05 Re: MYOG SL SB HotCampingWinterTarpzeltOfensystem [Re: Roldi]
panta-rhei
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 6288
Unterwegs in Französische Südpolar-Territorien

Hi Roldi,


Also, ehrlichgesagt habe das erst für einen Witz gehalten, aber ...

In Antwort auf: Roldi
Mein MYOG SL SB HotCampingWinterTarpzeltOfensystem

Radtouren in der kalten Jahreszeit kombiniert mit (Wild-)Campen? Das war bisher selbst bei Radreise-nur-mit-Zelt-Enthusiasten wenig beliebt, aus mehreren Gründen:

- Lange, kalte, langweilige Abende schon ab dem frühen Nachmittag, es folgen bis zu 16 Stunden Dunkelheit.

- Keine Möglichkeit, die verfrorenen Gliedmaßen nach geschafftem Tagespensum wieder aufzuwärmen, es sei denn, man kriecht schon unmittelbar nach der Ankunft in den Schlafsack.

- Einmal durchfeuchtete Ausrüstungsteile trocknen während der Tour nicht mehr.

Also verzichtete man auf die Freiheit in der Natur, übernachtete teuer in Pensionen, setzte sich dort gar abends vor die Glotze – oder blieb gleich ganz zu Hause.

...mit deiner Analyse hast Du natürlich Recht (Wenn ich an meine Campingerlebnisse mit und ohne Söhnchen diesen Winter denke).


In Antwort auf: Roldi
Ich persönlich benutze entweder ein uraltes, sehr geräumiges, eher schweres kuppelförmiges Außenzelt oder ein ultraleichtes MYOG A-Frame-Tarp mit eingeknöpfter Vorder- und Rückwand.

Heizt es denn nennenswert? Kuppelzelt (Ofen im Vorzelt) stelle ich mir energetisch nicht schlecht vor, allerdings haette ich ein bisschen Angst wg. Braenden. Tarp finde ich etwas luftig.


Achja, darauf kochen können waere nicht übel - Viereckrohr?
Liebe Grüsse - Panta Rhei
"Leben wie ein Baum, einzeln und frei doch brüderlich wie ein Wald, das ist unsere Sehnsucht." Nâzim Hikmet, Dâvet

Geändert von panta-rhei (15.02.12 20:06)
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#800639 - 15.02.12 22:16 Re: MYOG SL SB HotCampingWinterTarpzeltOfensystem [Re: Roldi]
JensD
Gewerblicher Teilnehmer
abwesend abwesend
Beiträge: 2524
Hallo Roldi,

ich bin begeistert!
Hast Du so etwas wie eine Bauanleitung? Ich vermute, alles nachbauen zu können- eine kleine Anleitung würde das aber deutlich vereinfachen! Das sieht alles wirklich sehr platzoptimiert aus, wirklich genial!

Grüsse von
Jens.
Permanente Fahrradelektrik: www.forumslader.de
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#800645 - 15.02.12 22:43 Re: MYOG SL SB HotCampingWinterTarpzeltOfensystem [Re: Roldi]
19matthias75
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 3008
Unterwegs in Deutschland

Hallo,
vor einigen Jahren hab ich so einen Ofen (sehr sehr große Ähnlichkeit) auf einer Bootsmesse im Rahmen eines Vortrages gesehen. Das fiel mir als allererstes ein, als ich das Bild gesehen hab...
bin dann mal unbestimmte Zeit weg hier.
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#800956 - 17.02.12 09:34 Re: MYOG SL SB HotCampingWinterTarpzeltOfensystem [Re: JensD]
Roldi
Mitglied Übernachtungsnetzwerk
Themenersteller
abwesend abwesend
Beiträge: 281
Vielen Dank für Eure positiven Kommentare!

Natürlich ist es schade, dass man auf meinem Zeltofen nicht kochen kann. Ich nehme das notgedrungen in Kauf, weil das Edelstahl-Kaminrohr als Ausgangsmaterial ansonsten viele Vorteile hat (leichte Verfügbarkeit, niedriger Preis, simple Herstellung, große Stabilität).

Ein rechteckiger Querschnitt ist nur mit vergleichsweise großem Aufwand herstellbar – Edelstahlbleche müssten in einen Rahmen aus Edelstahlprofilen eingeschraubt werden. Zudem würden sich die Bleche bei Hitze leicht verziehen – das ist bei einem Rundrohr ausgeschlossen. In der Praxis fällt die fehlende Kochmöglichkeit gar nicht so sehr ins Gewicht, das ist jedenfalls meine Erfahrung. Stellt man einen wassergefüllten Topf auf das Rundrohr (mit seitlicher Abstützung natürlich), wird er nach einiger Zeit ziemlich heiß (so kann man übrigens auch gut Schnee schmelzen). Mit einem Pepsi-Stove – Kocher (z.B. diesem Modell ) hat man dann seine Mahlzeit schnell gargekocht.

Die Heizleistung ist ganz passabel: Im großen „Kuppeltarp“ habe ich bei –12°C Außentemperatur in 1 m Höhe eine Temperatur von 10°C gemessen, 5 cm über dem Boden noch 0°C. Um Zugluft zu vermeiden habe ich an die Zeltkuppel (Verwendung nur ohne Innenzelt) unten rundum einen 30 cm breiten Streifen aus Silnylon (Bezugsquelle: Extremtextil) genäht, ein paar „Lücken“ muss ich noch schließen, dann wird´s wahrscheinlich noch wärmer. Funkenprobleme hatte ich noch nicht (der Pfropfen aus Kaninchendraht rechts auf Bild 1 ist mein „Funkensieb“), allerdings achte ich darauf, nur Hartholz zu verbrennen.

Eine detaillierte Bauanleitung braucht man nicht. Man besorgt sich das Kaminrohr (Baumarkt oder Ofen Mosmann), zusätzliche Edelstahlbleche (für Vorder- und Rückwand; Bleche nicht zu dünn wählen: in meinem Fall: Chassis einer Stereoanlage aus den 70igern – damals war noch nicht alles aus Plastik), M 2,5 Edelstahlschrauben mit entsprechenden Muttern und Unterlegscheiben (preiswert z.B. bei Inox-Schrauben.de), das 0,1 mm Edelstahl-Rollblech (von hs-folien.de) und eine Alu-Profilleiste für die (einklappbaren) Füße. Dann sägt man die Teile mit einer elektrischen Stichsäge zurecht (Sägeblatt ölen), feilt ggf. nach (in meinem Fall mit Hilfe einer Standbohrmaschine und einem Schneideisen) und verschraubt die Einzelteile über kleine selbstgebastelte Winkel aus Edelstahlblech. Im Prinzip recht einfach, in der Praxis sehr „fummelig“. Das dünne Edelstahlblech läßt sich mit einer Schere schneiden (Vorsicht, sehr scharfe Kanten, Arbeitshandschuhe), die richtige (ovale) Form des Kaminlochs habe ich an einem Pappmodell ausprobiert.

Was ich gegenüber meinem Prototyp ändern würde: Ein Rohr mit 15 cm Durchmesser würde dickere Holzscheite vertragen und hätte eine größere Heizleistung, die Füße würde ich länger machen (ca. 20 cm), um die Strahlungswärme besser ausnutzen zu können. Und die Tür aus Stabilitätsgründen mit zwei Messingscharnieren befestigen.

Weitere Fragen beantworte ich gern per PN – im „Gegenzug“ würde ich mich freuen, von Euren Optimierungsideen zu erfahren.

Viel Spaß beim Winterradeln

Roldi

Geändert von Roldi (17.02.12 09:42)
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www.bikefreaks.de