Meine Rohloff hat seit Januar 2000 am Reiserad jetzt gut ueber 60.000 km 'drauf'. Das Wichtigste, und ueberhaupt einzig Wichtige unterwegs: Sie hat mich noch nie im Stich gelassen. Letzten Winter war sie bei Rohloff 'zum Nachgucken', weil ich mal gelesen hatte (in einem allerdings sehr ungruendlich recherchierten Test in MTB oder sonstwo), dass R. von 50.000 km Lebensdauer ausgeht. Nabe kam zurueck mit lapidarem 'sehr guter Zustand' oder so aehnlich ohne irgendeine genauere Erlaeuterung, um die ich gebeten hatte. R. sagt, es gebe keinen Grund, warum man nicht 80.000 km damit fahren koennte.
M.E. sind alle sonstigen Features der Nabe neben dem eigentlichen Getriebe 'nebenbei' entwickelt worden, entweder mit dem Kalkuel 'da kommts eh nicht so drauf an' oder, viel wahrscheinlicher, weil die geplante Entwicklungszeit weit ueberschritten wurde und das Ding unbedingt auf den Markt musste. Jetzt wird halt nachgebessert: z.B. Dichtungen, Oel, Seilzug. Ist m.E. angesichts des immensen Risikos, das R. als Pionierunternehmen eingegangen ist, mehr als legitim.
Wenn auch erklaerlich, so doch unerfreulich bleibt das Kommunikationsgebaren von R. Erinnert doch sehr an die Sowjetunion... Egal was ist, jedes Problem ist der 'extreme Ausnahmefall' und technisch eigentlich nicht verbesserungsbeduerftig.
Der kleine Schaltzug ist mir schon im April 2000 nach 9.000 km gerissen. Konnte es unterwegs (trotz, m.E. unnoetiger, Torxschrauben - Kreuzschlitz bringt das benoetigte Moment auch) stabil reparieren. Auf meine ausfuehrliche Mail an R., dass und warum die Sache technisch schlecht geloest ist, hiess es kurz: durchgerechnet und technisch einwandfrei, basta - bei mir eben der, wie immer, 'extreme Ausnahmefall'.
Weiter schlecht: Dauersiffen bis alles freie Oel draussen ist, egal welche Art Dichtung (nach o.g. Nabencheck wg. den vielen km war die Nabe voellig, aber auch wirklich total undicht, das Oel floss nur so raus und machte das pingelige Sauberhalten von Kette, Kettenblatt u. Ritzel unmoeglich - mir ist ein Raetsel, was R. angestellt hat; vorher funktionierte die Dichtung ganz gut) - das uralte Durchrutschen bei diversen Gangwechseln wg. untauglichem Oel (bin mal gespannt, ob das neue Oel taugt) - Mitdrehen der Pedale (trotz nicht funktionierender Dichtungen) sprich laediertes Schienbein etc. beim Schieben - ...
Mit all dem laesst sich aber, auch auf Dauer, gut leben. Der geniale Komfort und das explosive Handling in schwierigeren Situationen wiegt alles viel mehr als auf.
Rohloff kaufen und moeglichst viel fahren, empfiehlt
thlongg
PS: Vor kurzem hat sich der Gummi-Schaltgriff (auf dem die Zahlen stehen) vom auf den Lenker geschobenen Griffensemble abgedreht - ueber zwei Ecken hatte ich schon mal von so einem Malheur gehoert.(R. haette wieder gesagt: ...na was wohl?) Dauerhafte Reparatur unterwegs: Ein oder besser zwei Segmente aus einem Schlauch schneiden und drueberstreifen (passt genau); dann Gummiteil drauf - voila. Sogar ergonomischer als vorher.