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#1043403 - 22.05.14 16:27 Osttibet (Xining bis Dali) - Die ersten Tage
bikeload
Mitglied
Themenersteller
abwesend abwesend
Beiträge: 48
Unterwegs in Deutschland

Dauer:8 Tage
Zeitraum:13.5.2014 bis 20.5.2014
Entfernung:0 Kilometer
Bereiste Länder:
Externe URL:http://bikeload.com

Im Rahmen meiner einjährigen Weltreise befinde ich mich seit dem 13. Mai 2014 in Tibet / China. Ziel ist die Strecke von Xining nach Dali als Solofahrer zurückzulegen. Da ich für die knapp 2.400 km mit meinem 30-Tage Visum hinkommen möchte, werde ich Teilstrecken in Abhängigkeit von Wetter, Fitnesszustand und erwarteter Schönheit der Strecke auch per Anhalter oder Bus zurücklegen.

Nachfolgend ein kurzer Abriss der ersten paar Tage mit ein paar Fotos. Der gesamte Tourbericht kommt dann auf www.bikeload.com, wenn ich wieder Zugriff auf meine Website habe, den mir die chinesische Zensur derzeit verwehrt.

13. Mai 2014 – Ankunft in Xining

Nach meiner Zwischenlandung in Schanghai lande ich um 22 Uhr in Xining. Es findet keine erneute Kontrolle meines Visums statt und für meinen (kostenpflichtigen) Transferservice zur Unterkunft Lete Hostel bin ich sehr dankbar. Ein letztes Bier an der Bar des Hostel und ein Blick aus dem 15. Stock auf die Stadt. Ich werde morgen noch ein paar Dinge erledigen und dann übermorgen die erste, sehr verkehrsreiche Etappe per Bus zurücklegen.

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14. Mai 2014 – Xining

Neben ein paar Besorgungen wie einer vernünftigen Landkarte, der Busfahrkarte und eine China-Mobile-SIM Karte (mit 1 GB Datenvolumen) treffe ich mich mit Tashi Phuntsok von WildTravelTibet. Er gibt mir ein paar sehr nützliche Tipps für die Reise. Er ist sehr hilfsbereit, spricht gutes Englisch und ist einer der wenigen Reiseveranstalter in Tibet, der sich kenntnisreich der tibetischen Kultur verpflichtet fühlt. Auch mein Fahrrad will wieder zusammengebaut werden und steht am Ende abreisefertig im Gang des Lete Hostel.

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15. Mai 2014 – Xining bis Quinghai Lake

Weil der Aufzug im Hostel lange nicht kommt, erreiche ich den 10 Uhr - Bus in letzter Sekunde. Ein frühmorgendlicher Sprint mit dem bepackten Fahrrad lässt de Puls ordentlich nach oben rasen. Es gibt keine Diskussion wegen des Fahrrades; ich nehme das Vorderrad raus, setze den Sattel runter und rein mit Rad und Packtaschen in den Gepäckraum. Als wir schon eine Stunde unterwegs sind, verlangt der Fahrer dan doch noch CNY 20 ( ca. EUR 2,30). Es lohnt nicht der Diskussion, ist für mich, der ich gerade aus Japan komme, aber noch etwas gewöhnungsbedürftig.

Ausblicke während der Busfahrt. Man verpasst nicht viel:

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Um 13 Uhr erreiche ich Daitanghezhen und ich lasse mich an der Kreuzung raussetzen. Jetzt bin ich auf 3.300 m bei ca. 12 °C. Das Rad ist schnell wieder zusammengebaut und bepackt. Die nun folgende Strecke bis zum Quinghai Lake ist recht flach. Schön um sich an die Höhe zu gewöhnen, die ich trotz der wenigen per Muskelkraft erklommenen Höhenmeter spüre.

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Unterkunft im Grassland Hotel unmittelbar am Eingang eines Tibet - Themenparks. In diesem Ort werde ich mich 2 Nächte akklimatisieren. Bin ziemlich platt und habe Kopfschmerzen. Bevor es zu Bett geht trinke ich noch Unmengen heißes Wasser und nehme eine halbe ASS; beides soll das Blut etwas dünner machen.

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16. Mai 2014 - Quinghai Lake

Habe ganz gut geschlafen. Deutlich besser als in meiner ersten Nacht auf 3.500 m in Putre / Chile. Damals habe ich 4 Nächte auf dieser Höhe zur Akklimatisierung gebraucht. Reichen jetzt 2 Nächte? Noch habe ich leichte Kopfschmerzen und bin nach 2 Etagen Treppensteigen aus der Puste.

Ich ziehe ins Quinghaihue Hotel um, bekomme ein Zimmer mit Seeblick und genieße eine heiße Dusche, Handtücher und WLAN. Nichts von dem hatte das Grassland Hotel.

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Wandern durch den Themenpark Tibet.

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Abendessen außerhalb des Parks in einem tibetischen Restaurant. Die Leute sind supernett und als ich per Zettel klar mache, dass ich kein Fleisch esse, ist das Gelächter groß. Ein Blick auf 2 Tische der ausschließlich tibetischen Gäste zeigt mir auch warum: Jeweils mittig auf dem Tisch ist ein Riesenteller platziert, auf dem ein Fleischhaufen aufgetürmt ist (Yakfleisch wie ich erfahre). Dazu trinkt man Tee.

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17. Mai 2014 - Quinhai Lake bis Gonghe (58 km – 900 hm)

Beim Aufwachen schneit es draußen und die Gipfel der umliegenden Berge sind danach schneebedeckt. Kurz danach breche ich auf; der Himmel ist jetzt klar. Ganz am Anfang der Auffahrt zum ersten Pass hält ein Pick-Up an und die beiden Tibeter fragen ob ich „free“ mitfahren möchte. Gerne! Höhenmeter werde ich in Tibet noch ausreichend bekommen!

Am Pass bei 3.700 m lasse ich mich raussetzen. Auf der nun folgenden Tour fahre ich auf einer einsamen Straße, erlebe mehrere Schnee- und einen Hagelschauer, sehe Yak-Herden und genieße bei der Abfahrt nach Gonghe die wärmende Sonne. Alles dabei!

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Wer sich fragt wie Besiedlungspolitik im wirklichen Leben aussieht:

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In Gonghe lerne ich den tibetischen Studenten Dongzhijia kennen, mit dem ich in einem tibetischen Restaurant lecker essen gehe. Anschließend beobachten wir auf einem großen Exerzierplatz das allabendlich stattfindende Gruppentanzen. Die ganz große Attraktion scheine jedoch ich zu sein. Als Langnase werde ich ständig fotografiert bzw. werde immer wieder gefragt, ob man mit mir ein Foto haben darf. Die Begeisterung ist groß! ;-)

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18. Mai 2014 – Gonghe bis Hekaxiang (77 km / 755 hm)

Frühstück im Hotel. Der Fokus auf Gemüse gefällt mir ganz gut. Was mich (noch) stört sind rauchende Chinesen am Buffet und deren Geräuschkulisse. Ich brauche wohl noch ein paar Tage ...

Die Auffahrt bei Sonne auf das Desert Plateau geht entspannt voran. Am frühen Nachmittag jedoch kommt Wind auf, der sich immer mehr zum Sturm entwickelt, den ich bisher so nur in Bolivien erlebt habe. Teilweise werde ich gezwungen zu schieben, da die Sturmbösen mich so heftig erwischen, dass mein Rad mal eben einen Meter Richtung Straßenmitte getrieben wird. Mit den vorbeibrausenden LKW keine ungefährliche Angelegenheit.

Nach 50 km Rast im Dorf Tiegaixiang. Ich werde von einer tibetischen Familie zu Gebäck, Tsamba und heißem Wasser eingeladen. Die Verständigung ist schwierig. Gute Stimmung kommt auf als ich meine Kamera raushole. Zuerst möchte sich die Dame des Hauses fotografieren lassen und dann gibt es eine richtige Fotosession. Die Frau ist von meinen Beinlingen fasziniert und meiner japanischen Sonnencreme. Da ich noch Creme habe (und sicher noch brauchen werde) schenke ich ihr die Tube und sehe in ein strahlendes Gesicht.

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Meine Hoffnung, dass der Sturm an Kraft abnehmen wird, wird enttäuscht. Er legt eher noch eine Schippe drauf und für die nun folgenden 25 km brauche ich eine anstrengende Ewigkeit. In Hekaxiang finde ich für CNY 130 / 15 EUR ein Zimmer in einem erst kürzlich eröffnetem kleinen Hote. Ich muss mich erst einmal auf das Bett setzen und zur Ruhe kommen. Ich bin platt und mir ist kalt. Die anschließende heiße Dusche tut gut.

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Abendessen im Restaurant nebenan, das offensichtlich denselben Leuten gehört wie das Hotel. Als ich das Restaurant betrete, gibt es ein großes Hallo. Eine Langnase! Von 2 Mönchen werde ich an den Tisch gebeten und jeder im Restaurant möchte ein Foto mit mir haben.

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19. Mai 2014 – Hekaxiang bis 17 Daoban (56 km / 937 hm)

Nach dem Frühstück nebenan im Restaurant (Sie packen mir noch ein paar leckere Gemüsepasteten ein und bestehen darauf dafür kein Geld zu bekommen) geht es los. Von Anfang an geht es beständig bergauf. Allerdings nur mit ca. 5%, so dass ich trotz Erkältung locker treten kann. Bei km 11 bin ich bereits auf 3.700 Meter. Ich merke, dass mir das Atmen schwer fällt und lege öfter mal eine kurze Pause ein.

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Dann geht es durch einen dunklen, nicht belüfteten, ca. 3 Km langen Tunnel, der leider aus meiner Richtung kommend beständig ansteigt. Die Luft ist unglaublich schlecht. Zum Glück fahren nur 3 LKWs während meiner Durchfahrt durch den Tunnel. Am Tunnelausgang sieht man die Abgaswolken aus dem Tunnel noch oben wegziehen. Die über dem Tunneleingang hängenden Gebetsfahnen sind schwarz. Einen Vorteil hat das Ganze aber: Ich musste nicht noch über den Pass!

Nach einer schönen Abfahrt mit Blick auf das weite Tal winkt mir am Straßenrand eine tibetische Familie zu. Fotos, Essen, Trinken, Landkarte und meine Visitenkarte bieten trotz Verständigungsschwierigkeiten genug heitere Unterhaltung und ich bekomme leckeren Buttertee und Tsamba.

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Am Zielort bekomme ich gutes Essen und eine winzige Unterkunft (EUR 3,50). Dem gestellten Bettzeug traue ich „Bewohner“ zu und ziehe meinen Schlafsack vor. Mit der sich verfestigenden Erkältung möchte ich jetzt nicht draußen schlafen.

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20. Mai 2014 –17 Daoban bis Wenqancun (54 km / 980 hm)

Die Erkältung macht sich immer stärker bemerkbar. An diesem Ort möchte ich aber nicht pausieren. Also zum Frühstück eine rohe Zwiebel, Ingwertee und Nudeln mit Gemüse, dann geht es weiter.

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Auch heute geht es von Anfang an bergauf. Die Steigungen sind mit geschätzten 4-6 % moderat und gut zu fahren. Jedenfalls bis ich die Marke über 4.100 m erreiche. Dann melden sich die Kopfschmerzen wieder. Versuche per Anhalter zu fahren scheitern. Zum Glück ziehen die dunklen Wolken vorbei und ich bleibe vom Regen verschont.
Nach 37 km und viele Pausen später, habe ich die Passhöhe von 4.500 Metern endlich erreicht. Die Kopfschmerzen sind in Anbetracht der schönen Aussicht auf die tibetischen Gebetsfahnen vergessen. Einzig störend: Für viele scheint ein Besuch des Passes mit einer Saufparty verbunden zu sein, nach deren Ende man Wodka und Bierflaschen vor Ort einfach liegen lässt. Auch hier: Mobilfunkempfang mit China Mobile. Das war eine gute Entscheidung!

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Am Abend erreiche ich Wenquancun. Die Stadt scheint nur von den Fernfahrern zu leben. Ich finde eine sehr bescheidene Unterkunft mit harter Pritsche aber Licht, Vorhängen, keinen lauten Nachbarn und einer mit meinem kleinen Vorhängeschloss verschließbaren Tür. Eine deutliche Steigerung ;-)

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Der Abstieg von 4.500 m auf 3.900m hat deutlich geholfen. Die Kopfschmerzen sind weg! Abendessen in einem der vielen Restaurants mit dem üblichen, sehr interessierten Anstarren.

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Den Rest des Berichtes gibt es dann im Juli unter www.bikeload.com

Geändert von bikeload (22.05.14 16:33)
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#1045222 - 30.05.14 23:33 Re: Osttibet (Xining bis Dali) - Die ersten Tage [Re: bikeload]
hansano
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 1252
oh, klasse. Ich beneide dich und freue mich dass jemand soviel erleben darf, nicht jedem ist soviel vergönnt. Genieße es.

Viel Spass dort.
Gruß Michael
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#1045235 - 31.05.14 06:14 Re: Osttibet (Xining bis Dali) - Die ersten Tage [Re: hansano]
Blinderelch
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 320
Unterwegs in Deutschland

In Antwort auf: hansano
oh, klasse. Ich beneide dich und freue mich dass jemand soviel erleben darf, nicht jedem ist soviel vergönnt. Genieße es.

Viel Spass dort.


Ich schließe mich mit an, schade das ich dafür keine Zeit habe. traurig

Gruß Uwe
I'm not a tourist, I'm a voyager.
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