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#1538254 - 15.11.23 08:31 Planung Frankreich Frühjahr 24
TKH
Mitglied
Themenersteller
abwesend abwesend
Beiträge: 12
Guten Tag,
ich bin Neu hier und möchte mich kurz vorstellen.
Mein Name ist Rainer und ich bin 58 Jahre alt.
In den letzten 20 Jahren habe ich jährlich Wanderung durch Schottland unternommen. Immer wenn ich aufgrund meines begrenzten Urlaubstage Budgets die Heimreise antreten musste habe ich davon geträumt, wie es wohl wäre, wenn ich länger bleiben könnte? Ich erinnere mich zum Beispiel daran, das ich junge Reisende beneidete, welche sich wochenlang durchs Land treiben ließen.

Nun ist seit zwei Jahren meine Leidenschaft für Radreisen entflammt. Ich habe teils alleine, häufig mit meiner Frau, unter anderem den Ruhrtalradweg, den Havelradweg und auch zuletzt den Alpe Adria Radweg befahren.

Mein aktuelles Gefährt besteht aus einem ollen Stahlrahmen (20 Jahre altes VSF 1000), einem kleinen EBS Climber Vorderrad Motor und einer haltbaren Rohloff Nabe.

Im nächsten Jahr habe ich die ersten vier Monate Zeit zur freien Verfügung. Um dem Winter zu entgehen, möchte ich sechs Wochen von Mitte März bis Ende April auf Radreise gehen.
Ursprünglich hat mich echt der Gedanke fasziniert den Ostseeküstenradweg über Polen ins Baltikum zu fahren. Dann die Fähre nach Helsinki und in Finnland bis zum Polarkreis hoch und dann die Ostküste Schwedens runter, Dänemark durch und ab nach Hause.
Das ginge sich zeitmäßig zwar ab Januar rechnerisch aus, ist aber jahreszeitlich völlig unmöglich für mich als Zelter.
Wird verschoben in die Zukunft.

Hier einmal eine alternative Frankreich Planung. Auch 3000 km, Start Freiburg und Ziel Trier.
Teile des Eurovelo 3, des Burgund Rundradweg und Mosel Saone geplant:


https://www.komoot.de/tour/13413114...ItdbVfIusmF8PSgA9xK6bquxH1VPMM862ELfP2ov

Ich möchte nicht die kompletten sechs Wochen in Hotels übernachten. Ist eine Mischform aus Wild-Zelten, offen Campinglätzen und dem ein oder anderen Hotel Mitte März und April durchführbar?

Hat jemand Wettererfahrungen für Mitte März bis Ende April?

Beste Grüße,
Rainer
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#1538258 - 15.11.23 09:17 Re: Planung Frankreich Frühjahr 24 [Re: TKH]
Jaeng
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 629
Am 5.4.2022 kamen mir Radfahrer im morgendlichen Berufverkehr in Lyon in dicken Mänteln und Schal um entgegen.
Durchschnittliche Nacht- und Tagestemperaturen und Regentage für Orte unterwegs gibt das Internet preis.
Nach der Reise ist vor der Reise.

Geändert von Jaeng (15.11.23 09:21)
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#1538264 - 15.11.23 09:57 Re: Planung Frankreich Frühjahr 24 [Re: TKH]
Indalo
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 299
Hallo Rainer,

dann herzlich Willkommen hier im Forum!

Zum Wetter kann ich dir nur in Allgemeinplätzen antworten, Du willst halt im Frühling fahren, und da kann es bekanntlich so oder so sein, von zart frühsommerlich bis ekelig regnerisch und stürmisch kann da alles dabei sein. Und klar, Richtung Südfrankreich wird es potentiell wärmer und sonniger, aber auch das ist keine Garantie. Im Rhonetal bläst oft der Mistral, das ist ein kalter Nordwind, der zwar südwärts ein Toprückenwind ist, aber auch grausig auskühlend. Am der Küste bläst gerne ein Wind der von Toulouse kommt und auch richtig nerven kann.

Ich würde an so eine Frühlingstour planerisch etwas flexibel rangehen, sprich auch mal damit rechnen einen Regentag in fester Unterkunft abzuwettern oder auch eventuell mit dem Zug ein Regengebiet zu unterfahren. Radmitnahme in den französischen Regionalzügen geht in der Regel gut und unkompliziert, keine Reservierung nötig, keine Extrakosten.

Ein Großteil der Campingplätze in Frankreich öffnet irgendwann im April oder gar erst Mai und schliesst wieder im September oder Oktober, es gibt aber doch auch etliche die das ganze Jahr über offen haben. Hierzu empfehle ich dir die Handy-App namens Archie, das ist ein top-gepflegtes Verzeichnis aller Campingplätze europaweit und dort erkennt man sofort an Hand der Farbe ob ein Campingplatz geöffnet oder geschlossen ist.

Wildcampen ist in Frankreich oftmals gar nicht so einfach, aber entlang der großen Fahrradrouten (Doubstal, Saone, Rhonetal, Canal du midi...) finden sich schon immer wieder Rastplätze wo das doch ganz gut möglich ist. Des weiteren hat Frankreich eine große Anglertradition, deshalb finden sich entlang der Flüsse und Seen eine Vielzahl von Angelplätzen, an denen auch mit großer Selbstverständlichkeit und Sichtbarkeit über Nacht Anglerzelte stehen. An solchen Plätzen habe ich schon öfter genächtigt ohne irgendwelche Probleme zu haben, abgesehen vom morgendlichen Tau, der am Wasser nun mal auftritt.

Bei Hotels findet man die ganze Spannbreite von alterwürdigen Landgasthöfen mit Einrichtung aus Mitte des letzten Jahrhunderts bis hin zu ganz modernen Etablisments, bei denen es gar keine Rezeption mehr gibt und man mit Codes und Pins und Plastikkarten einchecken muss, diese allerdings eher in den Städten oder entlang der Überlandstraßen. Generell sind Hotels in Frankreich ganz schön teuer, aber man kann auch Glück haben.

Eine Alternative zu Hotels sind die sogenannten gites dètappe, das sind so Art Wanderheime oder Herbergen, davon gibt es auch tausende im Land. Die sind oft sehr günstig, so bei 10-15€ pro Übernachtung. Da ist es dann in der Nebensison bisweilen die Herausfforderung die Person im Dorf zu finden die den Schlüssel hat.

Viel Spaß beim Planen!

Indalo

Geändert von Indalo (15.11.23 10:01)
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#1538268 - 15.11.23 11:15 Re: Planung Frankreich Frühjahr 24 [Re: Indalo]
Radkater
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 88
In Antwort auf: Indalo
Hierzu empfehle ich dir die Handy-App namens Archie, das ist ein top-gepflegtes Verzeichnis aller Campingplätze europaweit und dort erkennt man sofort an Hand der Farbe ob ein Campingplatz geöffnet oder geschlossen ist.

Wird die Liste der Campingplätze innerhalb der App wirklich noch aktualisiert, nachdem Archie seine Website letztes Jahr aufgegeben hat? Oder spiegelt die App auch nur noch den Stand von letztem Jahr wieder?

Zitat
Generell sind Hotels in Frankreich ganz schön teuer, aber man kann auch Glück haben.

Für Alleinreisende ja, da man in Frankreich oft pro Zimmer bezahlt, doch zu zweit sind Hotelzimmer gar nicht unbedingt so teuer und ab drei Personen manchmal sogar billiger als Jugendherbergen, wo man ja pro Nase bezahlt. Recht günstig sind die Ketten "F1" (ehemals "Formule 1") und "Ibis Budget" (ehemals "Etap"). Funktionell, sauber, ohne großen Charme, häufig in Gewerbegebieten oder in Außenbezirken größerer Städte. Manchmal konnte ich dort das Fahrrad mit aufs Zimmer nehmen.

Zitat
Eine Alternative zu Hotels sind die sogenannten gites dètappe, das sind so Art Wanderheime oder Herbergen, davon gibt es auch tausende im Land. Die sind oft sehr günstig, so bei 10-15€ pro Übernachtung. Da ist es dann in der Nebensison bisweilen die Herausfforderung die Person im Dorf zu finden die den Schlüssel hat.

Wenn man in Gîtes d'Etapes übernachten möchte, ist es empfehlenswert, einen Schlafsack mitzunehmen; genau aus diesem Grund habe ich einen solchen in Frankreich immer dabei, auch auf Touren, bei denen ich das Zelt nicht mitnehme.

Der Radkater
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#1538269 - 15.11.23 11:32 Re: Planung Frankreich Frühjahr 24 [Re: Radkater]
Martina
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 17.841
In Antwort auf: Radkater
Für Alleinreisende ja, da man in Frankreich oft pro Zimmer bezahlt, doch zu zweit sind Hotelzimmer gar nicht unbedingt so teuer und ab drei Personen manchmal sogar billiger als Jugendherbergen, wo man ja pro Nase bezahlt.

Naja, die üblichen Dreibettzimmer in den Billigketten enthalten aber in der Regel ein 'französisches' Bett, d.h. ein eher schmales Doppelbett mit nur einer Decke. D.h. zwei der Nutzenden müssen sich so gut vestehen, dass sie mit dieser Schlafsituation zurechtkomme (wobei man die Deckensituation natürlich ebenfalls durch Mitnahme eines Schlafsacks entschärfen kann). Zimmer mit Einzelbetten gibts zwar auch, sie sind aber im Regelfall teurer.

Geändert von Martina (15.11.23 11:33)
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#1538272 - 15.11.23 12:02 Re: Planung Frankreich Frühjahr 24 [Re: TKH]
Juergen
Moderator
abwesend abwesend
Beiträge: 14.515
Hallo Rainer,
willkommen im Forum und ich wünsche dir auch im Namen des Teams viel Freude hier. party

Vor kalten Nächten im Hotelzimmer brauchst Du dich nicht fürchten. In der Regel gibt es in den Schränken Zusatzdecken. teuflisch
Ansonsten stimme ich Indalo zu 100% zu. Du wirst Frieren, Du wirst schwitzen und ganz sicher: Du wirst ne Menge Freude haben.

Ja, die App von Archies wir regelmäßig aktualisiert und Du siehst sofort an der Farbe der Grafik, ob der CP geöffnet oder geschlossen ist. Hilfreich ist es natürlich immer, vorher anzurufen. Aber Vorsicht: Das Telefon der öffentlichen CP, (Camping Municipals) ist selten den ganzen Tag erreichbar.

Lieben Gruß
Jürgen

ps: Im Profil der Schreiberlinge sind Reiseberichte aufgeführt. Ein Quell der Freude in kalten Nächten. wein


@all Spekulationen über unpassende DZ sind wohl Quatsch. Rainer will alleine radeln.
° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° °
Reisen +
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Off-topic #1538273 - 15.11.23 12:23 Re: Planung Frankreich Frühjahr 24 [Re: Juergen]
Martina
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 17.841
In Antwort auf: Juergen
[mod]@all Spekulationen über unpassende DZ sind wohl Quatsch. Rainer will alleine radeln.[/mod]

Und der Radkater hat einen Vorschlag gemacht, wie Hotelaufenthalte billiger werden könnten, nämlich indem man sich zusammentut. Da ich schon ganz real und unschlüpfrig Menschen kennengelernt habe, die diese Idee umgesetzt haben und nicht sehr glücklich damit waren, habe ich aufgezeigt, was dieser Vorschlag für einen Haken hat. Eine wie auch immer geartete Spekulation sehe ich in meinem Beitrag nicht.
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#1538276 - 15.11.23 13:02 Re: Planung Frankreich Frühjahr 24 [Re: Martina]
kaman
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 550
Ich würde weiter in Süden gehen und dann, je nach Wetter, Richtung Heimat fahren. In den Cevennen war es selbst Anfang Mai manchmal recht kühl in der Nacht. Aber als Schottlandwanderer bist du vermutlich Nässe, Kälte und Wind gewohnt.
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#1538277 - 15.11.23 13:46 Re: Planung Frankreich Frühjahr 24 [Re: TKH]
Axurit
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 3.192
Ergänzend zu dem, was bisher zu den Unterkünften geschrieben wurde: Die weit verbreiteten Kettenhotels wie F1, Ibis Budget, Première Classe, B&B Hotels, wo das Zimmer zwischen 40 und 60 Euro kostet, befinden sich meist im Industrie- oder Gewerbegebiet, oft in Nähe einer Autobahnausfahrt, und somit in der Regel weitab vom Stadtzentrum. Das ist unpraktisch, wenn man abends noch einen Stadtbummel mit Restaurantbesuch machen will, aber prima, um vor dem Schlafen schnell noch auf einen Sprung zu McDo und morgens zum Frühstück zu Marie Brizard (Bäckereikette) zu gehen. Première Classe und B&B Hotels haben den Vorteil, dass sie überwiegend Zimmer mit direktem Zugang vom Parkplatz haben. Das erleichtert das Mitnehmen des Fahrrads aufs Zimmer.

Zur Reisezeit: Was Indalo zu den Camingplätzen geschrieben hat, entspricht auch meiner Erfahrung. Vor Ostern haben praktisch nur die Plätze offen, die ganzjährig geöffnet sind. Bezüglich Wetter würde ich bis Lyon und ab Limoges von ähnlichem Wetter wie in Deutschland zur selben Jahreszeit ausgehen. Im Mittelmeerraum sind die Temperaturen in den niedrigen Lagen das ganze Jahr über angenehm zum Radfahren. Bis in den April hinein muss man jedoch mit teilweise heftigem Regen, auch mal über mehrere Tage rechnen. Aber mit etwas Glück trifft einen das nicht zwinker

Zu deiner Strecke: Das Stück von Agde bis hinter Carcassonne hast du auf Landstraßen abseits des Canal du Midi geplant. Das ist angesichts des Zustands der Wege am Kanal sicher eine gute Wahl. Oft ist das nur ein schmaler, unbefestigter Pfad. Aber das ist auch zwischen Carcassonne und Villefranche-de-Lauragais nicht viel anders, auch wenn es dort gut ausgebaute Abschnitte gibt. Es gibt eine Reihe von aktuellen Komoot-TrailView-Bildern, mit deren Hilfe man sich ein gutes Bild von der Situation verschaffen kann. Allerdings gibt es zwischen Carcassonne und Castelnaudary kaum verkehrs- und steigungsarme Alternativen abseits des Kanals.

Die Wegführung im Abschnitt von Bordeaux zur Loire, insbesondere ab Limoges, ist ungewöhnlich zumindest für eine erste Radreise durch Frankreich. Da gäbe es weiter südlich interessantere Strecken. Wenn Bordeaux nicht gesetzt ist, könnte man z.B. schon in an der Mündung des Lot bei Aiguillon vom Canal du Midi abzweigen und über Cahors/Aurillac/Clermont-Ferrand zur Loire fahren.

Geändert von Axurit (15.11.23 13:49)
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#1538278 - 15.11.23 13:55 Re: Planung Frankreich Frühjahr 24 [Re: TKH]
veloträumer
Mitglied Übernachtungsnetzwerk
abwesend abwesend
Beiträge: 17.241
Hallo Rainer,
willkommen im Forum! Deine Routenplanung scheint mir am Ziel vorbeizugehen, dem Winter zu entfliehen. Große Teile deiner Tour bewegen sich im gleichen Wetterspektrum Deutschlands, dass in der Jahreszeit März/April bekanntlich sehr verschieden sein kann, eben auch garstig und noch winterlich. Für die Vegetation gilt gleiches, da ist auch in Frankreich nicht viel zu sehen, außer Narzissen (z.B. in den Vogesen) oder Mimosen an der Côte d'Azur - weitere Frühblüher kommen dann insbesondere im April dazu, grüne Bäume gibts erst ab Mitte April, durchgreifend gegen Ende April. Insbesondere die Doubs-Route am Anfang ist daher nicht das, was du im Frühjahr und Sommer bekommen würdest, evtl. auch Schneeeinbruch bis in die Ebene. Alles schon erlebt und zuweilen noch später im Jahr (Oster- und 1.-Mai-Touren in Elsass/Vogesen, Jura/Sundgau, Oberrhein/SChwarzwald u.a.m.). Ende April wärest du hingegen in allen Nordteilen besser aufgehoben.

Die Südteile sind in der Jahreszeit nicht wirklich viel besser. So kann es unangenehme Winde aus dem Zentralmassiv im Rhonetal geben. Vegetation auch eher null. Natürlich ist deine Flachlandroute auch immer etwas in milderen Klimaten als umliegendes Bergland. Du kannst da auch etwas Sonnenglück haben, erfrieren wirst du nicht, dafür ist Regenvorsorge essentiell. Ich darf darauf verweisen, dass es auch immer bei uns Warmphasen im März oder Anfang April gibt, aber eben nicht dauerhaft und gesichert.

Besser wäre es, wenn du eine Tour komplett in den Süden verlegen würdest, Anreise z.B. mit Zug. Die erste Warmwelle gibt es in Frankreich an der geschützten Côte d'Azur und kann auch im März schon eine Option sein. Der Blumenkorso in Nizza ist bereits zur Kanrevalszeit. Das Hinterland dann eher ab April, aber nicht in die hohen Lagen. Manchmal ist der Mont Ventoux aber schon frei. Generell ist aber die Provence ohne blühenden Lavendel nur die Hälfte wert. Und das ist viel später.

Eine andere Frühwarmecke ist die Costa Brava (Spanien), was du mit der angrenzenden frz. Grenze verbinden könntest. Ohne Sommerfelling sind die Strände da aber auch nicht der Brüller. Evtl. kannst die also diese Südküsten verbinden, Canal du Midi und/oder Atlantik würde ich eher in den späteren April legen, ebenso dann auch Via Rhona und Doubs-Route.

Übernachtungen im Zelt: Eher wirst du geöffnete Campings im Elsass (ab ca. Ostern oder auch ganzjährig) finde als in den Sommerhochsaisonregionen am Mittelmeer oder sonst im Land. Costa Brava in Spanien wäre schon etwas besser. Wildcampen ist gut möglich, wenn man sich entsprechend geschickt verhält. Ich war allein in den letzten 2 Jahren insgesamt um die 5 Monate in Frankreich unterwegs und habe wohl weniger als zehnmal auf regulären Campings verbracht. Vor allem an den Radwegen gibt es immer wieder Picknickareale, wo man gut ein Zelt aufstellen kann. An gewissen Küstenabschnitten kann es schwieriger werden. Selbststehendes Zelt auch auf Parkplätzen passt aber fast immer irgendwo.
Liebe Grüße! Ciao! Salut! Saludos! Greetings!
Matthias
Pedalgeist - Panorama für Radreisen, Landeskunde, Wegepoesie, offene Ohren & Begegnungen
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#1538297 - 15.11.23 21:47 Re: Planung Frankreich Frühjahr 24 [Re: TKH]
Falk
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 34.086
Zitat
Hat jemand Wettererfahrungen für Mitte März bis Ende April?
Nicht wesentlich anders als hier in der Heimat. Der März ist im Allgemeinen der zweite November, nur die Tage sind etwas länger. Im April kann zwischen Schnee und Badewetter alles möglich sein. Dass ich am 19. April 1993 baden war und es 2003 so ähnlich aussah, hilft Dir 2024 nur sehr bedingt. Deine geplante Reisezeit kann auch in Spanien noch nass und kalt sein.

Willst Du unter allen Umständen durchgehend mit dem Fahrrad fahren, auch, wenn es Mistgabeln regnet?
Falk, SchwLAbt

Geändert von Falk (15.11.23 21:47)
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#1538437 - 19.11.23 09:55 Re: Planung Frankreich Frühjahr 24 [Re: Falk]
TKH
Mitglied
Themenersteller
abwesend abwesend
Beiträge: 12
Hallo Zusammen,

erstmal herzlichen Dank für die vielen Hinweise und Tipps. Klasse!

Die Archie Camping App habe ich schon geladen und ich plane sie zu verwenden.

Wildcampen ist definitiv eine Alternative. Das kenne ich aus Schottland zur Genüge und hoffe mich da in Frankreich unauffällig anzupassen.

Gites dètappe klingt gut. Noch spreche ich allerdings kein Wort Französisch. Ich hoffe da im Winter über einen Anfängerkurs Abhilfe zu schaffen. Ich bezweifele allerdings das dann reicht um telefonisch Unterkünfte zu buchen?

Ostern ist Ende März. Ich hoffe also zumindest im April auf genügend geöffnete Campsites zu treffen.

Euer Hinweis auf die Vegetation gibt mir zu denken. Das ist ein gewichtiger Grund die Reise und ihren fixen Termin Mitte März bis Ende April nochmal zu hinterfragen.

Ich bin natürlich flexibel was Planänderungen angeht. Sollte in einem Landesteil längere Zeit sehr schlechtes Wetter angesagt sein, bin ich in der Lage umzuplanen und wo anders hinzufahren.

Liebe Grüße,
Rainer
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#1538958 - 24.11.23 21:05 Re: Planung Frankreich Frühjahr 24 [Re: TKH]
redfalo
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 1.743
Ich würde mich ja im März und April wegen des Wetters eher noch ein gutes Stück weiter im Süden aufhalten - vor allem, wenn ich zelten wollte. Außerdem ist die Rhone zwischen Lyon und Avignon wirklich nicht gerade ein Highlight. Via Rhona halte ich für vollkommen überschätzt in dem Bereich. Flach, relativ dicht besiedelt und öd - wenn du Berge nicht scheust, würde ich auf jeden Fall in die Cevennen und Ardeche. Da kommen zwar schnell 1000 Höhenmetern auf 50-60km zusammen, aber die Gegend ist einfach ein Traum. Wir waren im Sommer wieder 3 Wochen dort, der Wahnsinn.
Hier unsere Route: https://www.komoot.de/collection/2391182/-frankreich-tour-sommer-2023
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#1538960 - 24.11.23 22:12 Re: Planung Frankreich Frühjahr 24 [Re: TKH]
Tauchervater
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 904
In Antwort auf: TKH
Hallo Zusammen,


Noch spreche ich allerdings kein Wort Französisch. Ich hoffe da im Winter über einen Anfängerkurs Abhilfe zu schaffen. Ich bezweifele allerdings das dann reicht um telefonisch Unterkünfte zu buchen?

Nein, das wird definitiv nicht reichen. Du wirst Dich vorstellen können und Standardfragen stellen können, aber die Antwort des Gastgebers kaum verstehen können. Erstens sprechen sie ziemlich schnell und vom Wortschatz und vom Beherrschen der Liasons ist eher ein A2-Niveau notwendig.

Lutz
Á bientôt et bon voyage!
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#1538965 - 25.11.23 05:14 Re: Planung Frankreich Frühjahr 24 [Re: Tauchervater]
Eistee
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 120
Ich bin dieses Jahr am 2.4. in Genf gestartet und an der Rhone entlang ans Mittelmeer geradelt. Ich habe ausschliesslich auf Campingplätzen gezeltet. Klar Mütze, Handschuhe und warmen Schlafsack sollte man einpacken, aber es war sehr schön. Ich würde schätzen ca. 1/3 der Campingplätze war schon geöffnet.
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#1538967 - 25.11.23 05:47 Re: Planung Frankreich Frühjahr 24 [Re: TKH]
Axurit
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 3.192
In Antwort auf: TKH
Gites dètappe klingt gut.
Die einfachen und günstigen Gîtes d'Etape liegen fast immer an einem der Fernwanderwege und somit in den eher bergigen oder hügeligen Gegenden. Entlang deiner geplanten Route wirst du daher wenige davon finden.

In Antwort auf: TKH
Noch spreche ich allerdings kein Wort Französisch. Ich hoffe da im Winter über einen Anfängerkurs Abhilfe zu schaffen. Ich bezweifele allerdings das dann reicht um telefonisch Unterkünfte zu buchen?
Lass dich nicht verunsichern. Ich habe noch nie von Radreisenden gehört, die in Frankreich wegen mangelnder Sprachkenntnisse verhungert oder erfroren sind.
Buchen kann man auch online über Booking, AirBnB und andere Portale. Ansonsten kommt man mit Bonjour, Pardon und Merci gut durch. Ich kenne Briten, die seit Jahren in Frankreich leben, deren Wortschatz kaum mehr umfasst.

In Antwort auf: TKH
Euer Hinweis auf die Vegetation gibt mir zu denken.
Auch das würde ich nicht überbewerten. Im Rhonetal blühen im März viele Obstbäume und der Ginster. Am Mittelmeer hat es ohnehin überwiegend immergrüne Vegetation.

Wenn du wirklich schon im März los fährst, würde ich versuchen, möglichst weit mit dem Zug nach Frankreich hinein zu fahren, z.B. bis Lyon oder Valence. Ich würde mich auch von dem hier im Forum üblichen Via-Rhona-Bashing nicht abschrecken lassen. Natürlich gibt es einige Abschnitte, wo man km-lang am kanalisierten Fluss entlang fährt. Aber aber ansonsten fährt man über weite Strecken auf ruhigen Wegen durch den Wald und kommt an vielen kleinen Orten vorbei, wo es Bistrot, Restaurant und CP gibt. Und was öde wirklich bedeutet, wirst du am Canal du Midi sehen.
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Off-topic #1538968 - 25.11.23 06:29 Re: Planung Frankreich Frühjahr 24 [Re: Axurit]
hopi
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 5.423
In Antwort auf: Axurit
In Antwort auf: TKH
Euer Hinweis auf die Vegetation gibt mir zu denken.
Auch das würde ich nicht überbewerten. Im Rhonetal blühen im März viele Obstbäume. . . .
während meiner aktiven Zeit als Segelflieger war ich wiederholt Ende März/Anfang April auf dem Fluggelände Theze-Vaumeihl in der Nähe von Sisteron. Das liegt zwar ein wenig abseits von der Rhone im Tal der Durance, aber die dortige ausgedehnte Obstblüte war für mich immer sehr beeindruckend. Selbst bei plötzlichen Kälteeinbrücken boten die riesigen Obstplantagen mit den zum Frostschutz künstlich vereisten Blüten eine beeindruckende Kulisse.

Na ja, der an anderer Stelle angesprochene Mistral kann für einen Radfahrer gelegentlich etwas nervig sein, aber uns Segelfliegern hat er doch meist herrliche Flüge in großen Höhen in den dann auftretenden Leewellen ermöglicht. Es war immer einer der Hauptgründe, im Frühjahr in die Region um Sisteron einen Segelflugurlaub zu organisieren.
Des einen Freud, ist des anderen Leid teuflisch
"If you want something done, do it yourself."
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#1538977 - 25.11.23 08:09 Re: Planung Frankreich Frühjahr 24 [Re: Tauchervater]
Juergen
Moderator
abwesend abwesend
Beiträge: 14.515
In Antwort auf: Tauchervater
In Antwort auf: TKH
Hallo Zusammen,


Noch spreche ich allerdings kein Wort Französisch. Ich hoffe da im Winter über einen Anfängerkurs Abhilfe zu schaffen. Ich bezweifele allerdings das dann reicht um telefonisch Unterkünfte zu buchen?

Nein, das wird definitiv nicht reichen.
Nö.
Mit Bonjour, Chambre, aujourd'hui, une Person und demain sowie merci und Au Revoir hab ich noch immer ein Zimmer bekommen.
° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° °
Reisen +
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#1541932 - 08.01.24 08:08 Re: Planung Frankreich Frühjahr 24 [Re: Axurit]
TKH
Mitglied
Themenersteller
abwesend abwesend
Beiträge: 12
In Antwort auf: Axurit
Zu deiner Strecke:
Die Wegführung im Abschnitt von Bordeaux zur Loire, insbesondere ab Limoges, ist ungewöhnlich zumindest für eine erste Radreise durch Frankreich. Da gäbe es weiter südlich interessantere Strecken. Wenn Bordeaux nicht gesetzt ist, könnte man z.B. schon in an der Mündung des Lot bei Aiguillon vom Canal du Midi abzweigen und über Cahors/Aurillac/Clermont-Ferrand zur Loire fahren.

Guten Morgen,
die Planung geht in die Endphase.
Die Zugfahrkarte von Münster nach Freiburg für den 20. März ist gebucht und es geht dann für sechs Wochen durch Frankreich.
Im Gegensatz zur letzten Planung habe ich mal Bordeaux gestrichen (da ich noch nie in Frankreich auf Tour war, ist es egal was ich streiche. Die Alternative habe ich ja auch noch nie gesehen) und @Axurit Deine Planungsvorschläge habe ich mal übernommen:

https://www.komoot.de/tour/14106378...9lREM6PrsQpvF7lAmo2V12Pgzrist8gdE1tiLDgo

Die ersten 500 Kilometer bis Lyon habe ich fein ausgearbeitet und schon geöffnete Campingplätze nach Archie eingefügt.

Mögt Ihr mal einen Blick drauf werfen bitte.

Beste Grüße,
Rainer
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#1541933 - 08.01.24 08:47 Re: Planung Frankreich Frühjahr 24 [Re: TKH]
Axurit
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 3.192
Hallo Rainer

ich habe mir in den letzten Wichen zwei Vido-Blogs über Radreisen vom Atlantik nach Deutschland angeschaut. Der Forums-User Basti88 (YT-Kanal) ist ab der Garonne ähnlich gefahren wie du es geplant hast, die Zwei von Bux an un wech ähnlich wie du es ursprünglich geplant hast. Bei beiden ist mir aufgefallen, dass Komoot sie einerseits auf tolle Abschnitte geführt hat, die man bei Planung nur mit Karte wahrscheinlich nicht finden würde. Andererseits wurden sie auch immer wieder mal auf üble Pfade gelotst. Ich weiß nicht wie das bei Komoot zustande kommt und ob man das durch entsprechende Einstellungen verhindern kann, aber mit BRouter ist mir ähnliches bisher nur sehr selten passiert. Aber auch da schaue ich mir Abschnitte, bei denen ich Zweifel habe, im Luftbild genauer an.

Zum aktuellen Plan im Detail melde ich ich mich vielleicht in den nächsten Tagen noch mal.

Grüße
Rainer
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#1541976 - 08.01.24 22:13 Re: Planung Frankreich Frühjahr 24 [Re: TKH]
veloträumer
Mitglied Übernachtungsnetzwerk
abwesend abwesend
Beiträge: 17.241
Die Gesamttour ist fast überall ziemlich flach geplant, der Abschnitt durch das Cantal ist aber krass davon abweichend. Ist das gewollt und warum hast du dann in anderen Passagen keinen Bock auf bergigere Routen mit mehr Landschaftsabwechslung?

Ist es Absicht, dass du zwar mitten durch Toulouse fährst, aber Carcassonne umfährst ohne die Cité? Wenn dir nichts an Carcassone liegt, wäre zu überlegen, ob du den Bahntrassenradweg Passa Païs einbauen möchtest? - z.B. Beziers via Orb bis Mons und dann den Radwegg bis Mazamet. Du müsstest dann natürlich auch gute Teile des Canal du Midi verzichten, die aber bekanntlich nicht alle so gut zu fahren sind.

Du machst einen Abstecher nach St-Rémy-de-Provence, fährst aber nicht durch die Alpilles, was sich sehr lohnen würde und nur leichte Hügelberge sind, am eindrucksvollsten über Les-Baux-en-Provence. Ferner gibt es einige römische Viadukte östlich von Arles sowohl in der Stadtumgebung als auch zwischen Paradou und Arles, unweit ssüdlich von Fontvieille findet sich die sehr schöne Windmühle Moulin de Daudet mit literarischen Hintergrund und Malermotiv.

Die Strecke zwischen Saintes-Maries-de-la-Mer und Aigues Mortes ist recht stark befahren - Alternativen aber kaum vorhanden, wenn man den Ort am Meer besuchen möchte. Die Via Rhona verläuft weiter nördlich zwischen Arles und Aigues Mortes über Saint-Gilles und Gallician, oft am Rhone-Sète-Kanal und m.E. um einiges hübscher bzw. mit Teilvarianten dazu wiederum.

Du fährst ab Dôle durch die Bresse-Region bis Lyon. Das ist ein entpanntes Gebiet, aber oft keine besondere Landschaft. Ich bin mal eine ein kürzere Diagonale zwischen Saône und Dôle gefahren von Tournus nach Dôle, eine andere Variante zwischen Lyon und Bresse - erstere war hübscher. Die Saône würde sich ggf. auch gut in dein Konzept einfügen, mehr interessante Orte auf der Strecke. In Tournus gäbe es auch ein Velomuseum.
Liebe Grüße! Ciao! Salut! Saludos! Greetings!
Matthias
Pedalgeist - Panorama für Radreisen, Landeskunde, Wegepoesie, offene Ohren & Begegnungen
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#1541988 - 09.01.24 08:14 Re: Planung Frankreich Frühjahr 24 [Re: veloträumer]
TKH
Mitglied
Themenersteller
abwesend abwesend
Beiträge: 12
Hallo Matthias,
hallo Rainer,

vielen Dank für den Input.

Ehrlich gesagt habe ich die Tour grundsätzlich von Komoot planen lassen. Zusätzlich dann die Wegführung auf dort schon eingetragene Radtouren "rüber gezogen". Das ist das Ausgangsmaterial.

Nun gehe ich hin und feintune das indem ich offene Zeltplätze und Zielvorschläge mit einarbeite.

Carcassonne zu umfahren ist keine Absicht. Das hatte sich aus dem Komoot Vorschlag so ergeben. Ich bin auf Tour natürlich flexibel und ändere spontan bei interessanten Orten direkt ab. Ich habe ja für die Tour sechs Wochen Zeit. Da ist selbst Abwettern oder ein mehrtägiger Aufenthalt bei tollen Orten gewollt. Hab ich geändert.

Les-Baux-en-Provence habe ich auch eingefügt, danke.

Ich bin ein Roller, kein Kletterer. Als Tabak Pfeifensammler wäre zum Beispiel auf den ersten Tagen ein Abstecher nach St. Claude (Pfeifen Hauptstadt Frankreichs im Département Jura in der Region Bourgogne-Franche-Comté) Pflicht. Aber die zusätzlichen 3000 Hm in den Bergen Mitte März habe ich mir geklemmt.

Deswegen habe ich diesen Cantal Abschnitt nun auch schleunigst umgeplant... grins

https://www.komoot.de/tour/14106378...9lREM6PrsQpvF7lAmo2V12Pgzrist8gdE1tiLDgo

Liebe Grüße,
Rainer

Geändert von TKH (09.01.24 08:19)
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#1541989 - 09.01.24 08:57 Re: Planung Frankreich Frühjahr 24 [Re: TKH]
Axurit
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So, hier meine Tipps zu deiner Strecke: Der erste Teil bis ans Meer folgt ja weitgehend Radfernwegen. Dazu gibt es viele Infos im Netz oder als Führer. Dass die Fahrt aus Lyon heraus nicht besonders angenehm ist, liest man überall. Daran hat sich wohl auch in der letzten Zeit nichts geändert. Wir sind daher seinerzeit mit dem Zug bis Vienne gefahren, auch Givors bietet sich dafür an. In Valence habe ich dieses Jahr in einem kleinen Hostel speziell für Radtouristen übernachtet, Vélo Gîte. Günstig, angenehme Atmosphäre, ein Betreiber, der selbst Rad fährt. In Viviers, einem kleinen Ort mit großer Geschichte, lohnt sich ggf. ein Abstecher in die historische Ortsmitte. Wenn man auf gut erhaltene römische Bauwerke steht, lohnt sich ein Umweg über Orange.

Ob sich Montpellier lohnt? Ich war noch nie mit dem Fahrrad dort, aber besonders angenehm stelle ich mir das nicht vor, kann mich aber täuschen. Wenn du Lyon und Avignon gesehen hast und später noch durch Toulouse kommst, wird Montpellier nicht viel zu bieten haben. Anstatt den Etang de Thau landeinwärts entlang zu fahren, könnte man auch bei Frontignan wieder an die Küste fahren, so dass man auch durch Sète kommt. Das kann man aber vor Ort auch anhand des Wetters entscheiden. Hinter Béziers führt deine Route am Étang de Montady und dem Oppidum von Ensérune vorbei. Den Etang kann man leicht übersehen. Da lohnt sich der kleine Abstecher zum Oppidum, von wo man den Etang gut sehen kann.

Die Strecke am Canal du Midi zwischen Carcassonne und Port Lauragais ist, wie schon erwähnt, teilweise nur ein einspuriger Pfad, durchaus fahrbar, aber nicht jedermanns Sache. Jedes Jahr werden zwar Teilstrecken ausgebaut, aber ich würde mir das trotzdem im Luftbild oder auf den Komoot-TrailView-Bildern noch mal genauer anschauen. Hinter Toulouse kommst du in Montech an der Pente d'Eau, einem stillgelegten Wasserhebewerk vorbei. Dieses für Technikinteressierte sehenswerte Bauwerk kann man eigentlich nicht verpassen, da der Radweg direkt vorbeiführt.

Ich sehe gerade, dass du den Rest der Tour umgeplant hast. Aus meiner Sicht wäre nicht notwendig gewesen. Bis Aurillac ist der Anstieg durchaus mäßig und den Abschnitt beim Puy Marie kann man mit dem Zug überbrücken.
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#1541991 - 09.01.24 10:06 Re: Planung Frankreich Frühjahr 24 [Re: TKH]
Dietmar
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Hallo Rainer,

wir sind 2023 auf größeren Abschnitten deiner Planstrecke gefahren. Nur ein paar Bemerkungen dazu:

1. Warum lässt du den besten Teil des Rhonedeltas aus? Wir sind von Salin-de-Giraud (Camping möglich) nach Saintes-Maries-de-la-mer mitten durch gefahren (Tipp aus dem Forum). Da gibt es mindestens 2 fahrbare Direktverbindungen, teils nah am Meer, teils auf schmalen Wegen durch die versalzten Etangs. Man sieht die weißen Pferde, schwarze Stiere und Tausende Flamingos aus nächster Nähe.

2. Die Fähre über Le Petit Rhone (Bac du Sauvage) war im Mai 23 außer Betrieb, so dass wir auf der stark befahrenen D 38 bleiben mussten. Noch stärker befahren war die D 179, aber dazu gibt es wohl keine Alternative.

3. Du wirst deine Gründe haben, über Montpellier zu fahren. Wir sind damals am Meer geblieben, also fast immer zwischen dem Meer und den Etangs über Sete nach Cap d’Agde. Meist ist man mitten in der Natur. Allerdings muss man auch durch ein paar üble Bettenkombinate durch, unendliche Reihen eintönigster Architektur.

4. Wir sind den Canal du Midi von Cap d’Agde bis Toulouse komplett entlang gefahren. Aufgrund der Neuaufforstung der Platanen am Ufer gibt es ein paar üble Wege. Dazu noch ein paar schlecht befahrbare Trampelpfade (insbesondere die Strecke hinter Carcassonne bis etwa Castelnaudary). Wenn man aber nicht auf der Flucht ist, erlebt man abseits der Straßen eine wunderbare Landschaft, das Treiben auf dem Kanal und all die Kunstbauten, die zum großen Teil aus der Bauzeit des Kanals im 17. Jahrhundert stammen. Den Ingenieur beeindruckten die vielen intakten Schleusen, Straßenbrücken, Kanal-über-Kanal- oder Kanal-über-Fluss-Brücken.

5. Warum lässt du die Schleusentreppe von Beziers links liegen? Man kann da durchaus hochfahren oder schieben. schmunzel

[]

Wenn du weitere Details zur Strecke benötigst, bitte per PN.

Viel Spaß bei der weiteren Planung wünscht Dietmar
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#1542000 - 09.01.24 12:47 Re: Planung Frankreich Frühjahr 24 [Re: TKH]
veloträumer
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In Antwort auf: TKH
Als Tabak Pfeifensammler wäre zum Beispiel auf den ersten Tagen ein Abstecher nach St. Claude (Pfeifen Hauptstadt Frankreichs im Département Jura in der Region Bourgogne-Franche-Comté) Pflicht.

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lach
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Matthias
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#1542001 - 09.01.24 12:48 Re: Planung Frankreich Frühjahr 24 [Re: Dietmar]
TKH
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Leute, Ihr seid Klasse!

Exakt so habe ich mir das erträumt. Ich plane grob vor und Ihr streut eure Empfehlungen ein. Sehr schön und vielen Dank.

Danke Dietmar, ich habe 1, 3 und 5 direkt eingepflegt.

Beste Grüße,
Rainer
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#1542002 - 09.01.24 13:17 Re: Planung Frankreich Frühjahr 24 [Re: TKH]
Dietmar
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Um in Lyon von der Saone zur Rhone zu kommen, könntest du noch den Tunnel de la Croix-Rousse einbauen. Der Fußgänger- und Radfahrertunnel unterquert den gleichnamigen Stadtteil auf 3 km Länge, unbehelligt von Lärm und Abgasen. Die Strecke ist auch in komoot enthalten.

Gruß Dietmar
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#1542003 - 09.01.24 13:39 Re: Planung Frankreich Frühjahr 24 [Re: TKH]
Juergen
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In Antwort auf: TKH
Deswegen habe ich diesen Cantal Abschnitt nun auch schleunigst umgeplant... grins

https://www.komoot.de/tour/14106378...9lREM6PrsQpvF7lAmo2V12Pgzrist8gdE1tiLDgo
Deine Streckenplanung ohne Jura, ohne Cevennen, ohne Auvergne, ohne Comté, ohne Bleu d'auvergne, ohne Cantal gehört mit Dauerregen nicht unter 4 Wochen bestraft.
Verstehen tue ich das nicht.
° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° °
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#1542005 - 09.01.24 13:47 Re: Planung Frankreich Frühjahr 24 [Re: Dietmar]
veloträumer
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In Antwort auf: Dietmar
2. Die Fähre über Le Petit Rhone (Bac du Sauvage) war im Mai 23 außer Betrieb, so dass wir auf der stark befahrenen D 38 bleiben mussten. Noch stärker befahren war die D 179, aber dazu gibt es wohl keine Alternative.
Das wundert mich - vielleicht verwechselst du die Straßen. Die direkte Verbindung zwischen Aigues Mortes und Saintes-Marie-de-la-Mer ist die D58, die ich tatsächlich als stark befahren erlebt habe (nur kurzes Stück, abends, Nebensaison). Die D179 ist ein Abzweig von der D58 nach St-Gilles - da war zwischen Les Iscles und St-Gilles gar nichts los und weitgehend tolle Camargue-Landschaft. St-Gilles war dann recht wild autoterrorisiert. Für Aigues-Mortes würde man aber von der D58 über die D179 bis Les Iscles fahren und dort die D779 nach Gallician. Ab Gallician ist dann am Kanal entlang Radweg Via Rhona Richtung Aigues Mortes. Das ist alles sehr hübsch zu fahren (bis auf die Mücken). Gallician ist ein kleines Dorf am Kanal mit Bootshafen und kleiner Infrastruktur. Der Umweg würde sich jedenfalls lohnen.

Ich war da übrigens auch im letzten Jahr auf Teilstrecken unterwegs. Weiß nicht, ob wir uns hätten begegen können, es war beriets Oktober. Bilder/Bericht habe ich ohnehin in Kürze dazu geplant, etwas steht auch bereits dazu auf meiner Website im Rahmen der Gesamttour.
Liebe Grüße! Ciao! Salut! Saludos! Greetings!
Matthias
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#1542007 - 09.01.24 14:10 Re: Planung Frankreich Frühjahr 24 [Re: veloträumer]
Dietmar
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In Antwort auf: veloträumer
... Die D179 ist ein Abzweig von der D58 ...
Hast recht. Ich habs auf einer anderen Karte nochmal besehen. schmunzel Es war die D 58. Da war am späten Nachmittag zunehmender Verkehr, allerdings jeweils fair überholt. Trotzdem haben wir uns öfter mal auf die Parkplätze geflüchtet und das Angebot an Obst und Vin Sable gecheckt. schmunzel Hinter der Brücke über den Kanal Rhone - Sete sind wir auf den Radweg entlang dem Kanal ausgewichen. Im Ort war dann die verschwenkbare Bahnbrücke zu bewundern.

Gruß Dietmar
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