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#1474901 - 19.07.21 20:33 Wegfindung auf einer längeren Radreise
blackbow
Mitglied
Themenersteller
abwesend abwesend
Beiträge: 8
Liebe Leute

Meine Freundin und ich wagen nächstes Jahr ein kleines Abenteuer und reisen 5 Monate mit dem Rad in Europa, Türkei und Russland herum. Ein Sprung ins kalte Wasser. Bisher haben wir nur Erfahrung mit kurzen Radtouren (wenige Tage) und auch ein gutes Reiserad müssen wir noch anschaffen. Immerhin sind wir sonst ziemlich reiseerprobt.

Nun gibt es natürlich viel zu lesen, lernen, organisieren...vielleicht lest ihr in den nächsten Monaten noch die Eine oder Andere Frage von mir ;-).

Ein Thema, welches mich gerade recht beschäftigt ist die Wegfindung/Navigation unterwegs. Wir möchten eigentlich nicht die ganze Route im Vorfeld planen, uns etwas "treiben lassen" und auch spontan einmal die Richtung wechseln. Gleichzeitig lese ich hier und da, dass eine gute Routenplanung sehr wichtig ist. Wie viele andere fahren auch wir nicht gerne auf Hauptverkehrsachsen...

Wir sind ja vermutlich nicht die ersten Radreisende, welche mit diesen Widersprüchen zu tun haben. Wie macht ihr das? Funktioniert unterdessen (Mit neueren GPS Geräten) das Auto-Routing? Ideal wäre aus meiner Sicht, wenn das Auto-Routing mit einer Fahrradkarte (wie z.B. der Garmin Cycle Map Europe) möglich wäre - ich gebe also z.B. Aktueller Standort -> Koppenhagen ein, und das Gerät zeigt mit die beste Fahrradroute. Vermutlich erwarte ich da aber etwas zuviel.

Was ich bereits habe ist ein altes Garmin GPSmap 60CSx. Die Garmin Cycle Map könnte ich damit aber offenbar bereits nicht mehr verwenden.

Was würdet ihr mir raten? Ich bin auch offen für Geräte-Tipps, möglichst nicht in der höchsten Preisklasse ;-).

Viele Grüsse,
Dani
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#1474904 - 19.07.21 21:07 Re: Wegfindung auf einer längeren Radreise [Re: blackbow]
martinbp
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 2499
Ich nutze ein Handy mit Locus/Osmand/Oruxmaps zur Kartendarstellung (mit openandromaps-Karten) und dazu die Brouter-App.

Alle drei Programme können mit Brouter als Routenplaner-Programm kommunizieren,
damit ist eine Routenplanung unterwegs auch komplett offline möglich.
Bei Brouter gibt es viele Routing-Profile, die kann man mit den vorinstallierten der Kartenprogramme kombinieren.

Dazu noch die Archiescamping-App (die Openandromaps-Karten lassen sich auch unter Archeiescamping offline anzeigen)

Es gibt natürlich nicht die "beste" Fahrradroute sondern viele "beste"je nach dem ob
-möglichst wenig Verkehr, dafür auch unbefestigte Streckenabschnitte
-möglichst wenig unasphaltiert, dafür Verkehr in Kauf nehmend
-möglichst auf ausgeschilderten Radwegen, auch wenn man Umwege in Kauf nimmt
-möglichst direkt, ohne große Umwege
-möglichst wenig Höhenmeter
-möglichst imposante Naturerscheinungen am Weg
-möglichst viele Einkehrmöglichkeiten (und Einkaufsnmöglichkeiten)

Aber das lässt sich anhand der Routing-Profile optimieren, aber es verlangt schon etwas Planungsarbeit, das Setzen von Zwischenpunkten, Routenplanung für einzelne Abschnitte mit unterschiedlichen Routingprofilen usw.

Das hat sich für mich bewährt. Aber zum Thema Vor- und Nachteile der Handy-Navigation kannst du hier wochenlang lesen.

VG aus Budapest
Martin
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#1474916 - 19.07.21 22:45 Re: Wegfindung auf einer längeren Radreise [Re: martinbp]
Polkupyöräilijä
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 48
Ich nutze zum Routing ebenfalls den BRouter, für mich das beste Routing-Programm, was aber natürlich nur meine subjektive Meinung ist. Viele schwören z.B. auf Komoot, dem ich wiederum überhaupts nichts abgewinnen kann.

Oruxmaps und Osmand habe ich eine Zeitlang zum Vergleich parallel benutzt; beide haben mir gut gefallen (bzw. tun es immer noch). Oruxmaps hat mir dann die Entscheidung abgenommen, indem es ein paar Mal abgestürzt ist. Seitdem nur noch Osmand, und bin damit voll zufrieden.

Geändert von Polkupyöräilijä (19.07.21 22:46)
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#1474928 - 20.07.21 07:27 Re: Wegfindung auf einer längeren Radreise [Re: blackbow]
irg
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 5271
Nur am Rand: "Die beste Route" gibt es nicht. Der eine mag die ruhigsten Gegenden, die andere vielleicht Städtebesuche. Ein Navigationssystem, das du benützt, einen Weg von A nach B zu suchen, findet einen. Der ist dann meistens der kürzeste für das Rad halbwegs geeignete Verbindung. Viele schönen Ecken lässt du damit links liegen, und die sind gerade das Salz in der Suppe.

Zu Navigationssoftware kann ich nichts sagen, wir verwenden mit dem Auto eines (mit sehr mäßigem Erfolg), mit dem Rad fahre ich daher immer noch nach Papierkarten.

Was ich sicher sagen kann ist, dass du mit ein wenig Übung auch auf Karten, egal welcher Art, wichtige Informationen über die Gegend, durch die du radeln willst, findest, weit mehr, als die Straßen darauf. Diese Informationen kannst du nützen, dazu natürlich auch Informationen aus dem Netz oder aus dem Radforum. Für euch interessante Gegenden oder Orte kannst du in eine Route bringen, die durch möglichst schöne oder interessante Landschaften führt. Das könnt ihr auch unterwegs machen.

lg!
georg
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#1474940 - 20.07.21 09:40 Re: Wegfindung auf einer längeren Radreise [Re: blackbow]
Uli
Moderator
abwesend abwesend
Beiträge: 13808
Eine präzise Empfehlung kann ich dir nicht geben, vor allem, weil das ein Thema ist, was auch stark von Vorlieben und Erfahrungen geprägt ist. Trotzdem zwei Dinge:

Eine Frage ist, wie offen ihr gegenüber Überraschungen, vor allem negativer Art, seid. Wenn ihr diese möglichst vermeiden wollt - z.B. Radeln auf Hauptverkehrsstraßen -, dann solltet ihr vorher zumindest grob planen, um potenzielle "Gefahrenstrecken" vorher zumindest zu kennen. Der Vorteil: Jetzt ist es einfacher Alternativen auszuloten.

Zitat:
ich gebe also z.B. Aktueller Standort -> Koppenhagen ein, und das Gerät zeigt mit die beste Fahrradroute.

Das klappt auf kurzen Entfernungen - z.B. wenn du 20 km vor Kopenhagen bist und ins Zentrum willst - einigermaßen gut. Je größer die Entfernung, desto schlechter wird das. Meiner Erfahrung nach ist es spätestens bei Streckenlängen über 50 km für mich meistens sinnvoll, dass ich mir das Ergebnis genauer ansehe und (manuell) nachplane. Vielleicht noch ein interessanter Aspekt: Planen auf einem mobilen Gerät ist für mich knapp vor Folter.

Gruß
Uli
Es ist echt schlimm - alles muss man selber machen lassen
In Punkto Bescheidenheit bin ich das Juwel unter den Menschen.
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#1474943 - 20.07.21 11:01 Re: Wegfindung auf einer längeren Radreise [Re: blackbow]
Dennis_3
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 59
Wenn ihr doch einige Zeit habt, wäre meine Empfehlung, einfach nur ganz grob zu planen anhand von Orten/Gegenden, die ihr besuchen wollt und unterwegs spontan zu sein. Ggf. kann man sich nach bestimmten Radrouten umschauen, die man teilweise mit einbindet. Eine vorher genau ausgearbeitete Route schränkt halt auch ein und birgt die Gefahr, dass man sie nur stur abfährt.
Eine meiner schönsten Erinnerungen ist das Gefühl, als ich mal vier Tage Umweg in Kauf genommen habe, weil ich mir in Frankreich spontan überlegt hatte, den Mont Ventoux befahren zu wollen. Hingegen merke ich immer wieder, wie sehr mich eine feste Route auch stresst, wenn ihc innerhalb von zwei Wochen Urlaub möglichst viel mitnehmen will und oft auch einem Zeitplan hinterherfahre.

Natürlich erlebt man auf diese Weise auch unschöne Momente, beispielsweise stark befahrene Straßen. Dann kann man aber immernoch schnell auf dem Telefon nach einer geeigneten Umfahrung suchen. Oder ich plane vielleicht nur den nächsten Tag auf dem Telefon vor, oder lasse mich zum nächsten Supermarkt navigieren.

Wie gesagt, ich würde mich auf einer langen Reise eher an den Points of Interest orientieren und beim Abfahren dieser Punkte spontan bleiben. Ich glaube, dass man dann die Freiheit des Radreisens anders wahrnimmt. An eine Kreuzung zu kommen und nicht zu wissen, ob links oder rechts, sich zu fragen, welche Richtung sieht interessanter aus, das begeistert mich und hat meiner Meinung nach auch etwas mit dem Entdecken des bereisten Landes zu tun.
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#1474947 - 20.07.21 11:58 Re: Wegfindung auf einer längeren Radreise [Re: blackbow]
Axurit
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 2608
Unterwegs in Frankreich

Hallo Dani,

In Antwort auf: blackbow
Ein Thema, welches mich gerade recht beschäftigt ist die Wegfindung/Navigation unterwegs.
Das hat ja mehrere Aspekte: die Strecke soll in euren Gesamtplan passen, sie soll durch interessantes Terrain führen, d.h. schöne Landschaft, landestypisches Flair, Sehenswürdigkeiten, entsprechen euren Vorlieben, und das Streckenprofil (Höhenprofil, Straßenkategorie,...) sollte euren Vorstellungen entsprechen. Navigationstechnik kann eigentlich nur beim letzten Punkt helfen. Zu den ersten beiden Punkten muss man sich vorab oder hin und wieder mal unterwegs über andere Kanäle schlau machen: Internet, Reiseführer, Tipps von Ortskundigen.

In Antwort auf: blackbow
Ich gebe also z.B. Aktueller Standort -> Koppenhagen ein, und das Gerät zeigt mit die beste Fahrradroute
Kommt auf deinen Standort an. Wenn du gerade in Madrid bist, dann scheitert das wahrscheinlich daran, dass die optimale Route vielleicht eine Fährverbindung enthält und das von den Navi-Apps nicht berücksichtigt wird. Wenn es nur nach Amsterdam gehen soll oder ihr schon auf Seeland seid, wirst du von den Apps, bei Startpunkt auf Seeland auch vom Garmin, mit einer guten Karte, z.B. Openfietsmap, und den richtigen Routing-Einstellungen eine ordentliche, angenehm zu fahrende Strecke berechnet bekommen. Das führt dich vielleicht über Industriegebiete in die Städte, aber auch dabei kann man etwas über Land und Leute lernen. An der einen oder anderen Sehenswürdigkeit fährst du vielleicht vorbei, aber auch das ist verschmerzbar, davon bekommst du in Russland und in der Türkei noch genügend zu sehen.

Wenn dir aber Landschaft und Kultur wichtig sind, du gar bestimmte Highlights nicht verpassen willst, bleibt dir nichts anderes übrig, als entweder alle Etappen voraus zu Hause detailliert zu planen oder das unterwegs zu machen. Das geht aus meiner Sicht nur mühsam mit Navi-Apps am Smartphone und gar nicht mit einem Navi-Gerät. Meine Lösung wäre daher, die Technik einzuplanen, mit der man unterwegs eine detaillierte Streckenplanung machen kann. Wie das aussieht, hängt von eurer Art des Reisens und der onhehin mitgeführten Ausrüstung ab. Wenn sowieso ein Notebook dabei ist, dann genügt das. Wenn ihr regelmäßig bei Warmshowers, Couchsurfing oder Hostels mit PC-Zugang nächtig, genügt das möglicherweise auch. Andernfalls müsst ihr euch überlegen, ob ihr nur dafür ein Notebook mitnehmt, lieber ein Tablett oder das am Smartphone machen wollt, mit abnehmendem Komfort und Gewicht. Wenn ihr ein Garmin verwendet, dann müsst ihr euch bei Tablett und Smartphone noch Gedanken zur Verbindung zwischen diesem Gerät und dem Garmin machen.

Gruß
Rainer
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#1474985 - 20.07.21 19:18 Re: Wegfindung auf einer längeren Radreise [Re: Axurit]
Deul
Mitglied Übernachtungsnetzwerk
abwesend abwesend
Beiträge: 8277
Aus diesen Gründen habe ich ein leichtes Notebook mit, das dient als Backup für Bilder, Textverarbeitung Internetrecherche und Planung für das Garmin.

Eine Grobe Route würde ich vorab festlegen, damit ich auch die Highlights der Länder mitnehme. Genau Detailplanung kann dann auch je nach Ort erfolgen, oder man fährt einfach irgendwie parallel des groben Gerüstes.

Gruß
Detlef
Cycling is an addiction, it can drive you quite insane. It can rule your life as truly as strong whiskey and cocaine.
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#1475037 - 21.07.21 16:08 Re: Wegfindung auf einer längeren Radreise [Re: blackbow]
paschukanis
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 526
Ich habe zwar auch ein Gramin Gerät (etrex 20), aber würde nie auf Papierkarten verzichten. Auch wenn das bei mehreren Monaten Tour heisst einen dicken Stapel Papier spazieren zu fahren. Nur mit dem großen Überblick bekomme ich ein Gefühl für die Gegend und sehe die kleinen gewundenen Strässchen und interessanten Orte.
Ansonsten ist meine Erfahrung das Vorplanung was schönes ist und auch Spaß macht, nach ein paar Tagen geht die geplante route aber meist den Weg alles irdischen. Und meistens weil sie zu ambitioniert war... lach
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#1475102 - 22.07.21 12:33 Re: Wegfindung auf einer längeren Radreise [Re: paschukanis]
Daaani
Mitglied Übernachtungsnetzwerk
abwesend abwesend
Beiträge: 174
Das kann ich 1:1 bestätigen.

Sehr hilfreich finde ich die Option einer möglichst flachen Route, z.B bei Osmand.

Und: Entgegen kommende RadlerInnen sind die beste Quelle für Informationen.

Viel Spaß!
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www.bikefreaks.de